Alles zerbricht , ich bin ein Roboter

    • (1) 22.12.17 - 23:52
      ichwillnichtmehr

      ein Roboter der kaputt ist und mit fast leeren Akku, der Tagein, Tagaus nur noch funktioniert, das nötigste halt, nichts produktives nur so das es irgendwie läuft, das nichts vergammelt, sich keine Berge Geschirr stapeln, aber sonst , sonst sind meine Hände wie gebunden, der Tag verfliegt, ich habe das Gefühl neben mir zu stehen nicht da zu sein, alles verfliegt alles ist mir egal mehr oder weniger ich funktioniere nur noch , freue mich nicht , das macht mich traurig es gibt so viele Dinge über die ich mich freuen müsste, aber ich kann es nicht, ich sehe die Problematik aber ich kann nichts ändern.

      Und wieder ein Tag vorbei, ein Tag an dem ich einen Vorwand fand mit meinem Säugling nicht rauszugehen ,er wird gestillt, gewickelt, etwas bespielt aber da gehört normal mehr zu.
      auch bei den anderen Kindern schaff ich nur das nötigste...so das alles nicht komplett zerbricht,aber die Riese werden schlimmer, wie lange hält es noch ...???

      Nach außen hin, zu fremden, die die mich nicht sehen wirkt alles gut, Friede Freude Eierkuchen ...

      ...und die Kinder sie leiden, sie würden mir leid tun wenn ich was fühlen würde, ich möchte mich selber Ohrfeigen aber ich meine Hände sind gebunden und die Gefühle die noch da sind sind pure Gereiztheit, so vieles bringt mich auf die Palme , alles was nicht nach Plan läuft bringt das Fass zum überlaufen, deshalb tun mir die Kinder leid, ich schimpfe soviel, oft Grund los, zu Hause ist miese Stimmung ..und mein Mann nun ja da ist Eiszeit zwischen uns, es funktioniert auch nur so, er ist wenn er hat ist, nicht anwesend, nur noch mit Kopfhörern und Smartphone beschäftigt, auch an ihm fliegt vieles vorbei, er funktioniert auf seine Weise ... wir sind uns Fremd...jeden Tag fremder, es läuft halt noch irgendwie, irgendwie versuchen wir in all der Unruhe dafür zu sorgen das die Kinder glücklich werden, das geht bedingt und kurzweilig, die schlechte Stimmung hat Oberhand, wir ignorieren das aber oft, und nach außen hin wirkt alles gut...ich sehe wenn ich neben mir stehe das es ihm so geht wie mir nur er gibt es nicht zu...er will nicht reden, schirmt sich ab, funktioniert ...

      ...vor 6 Monaten da schien noch die Sonne, die Gefühle waren da es gab wie überall mal streit aber dann war alles gut, die Kinder waren fröhlich und ich nicht gereizt , unser kleines kam zu Welt und nicht mal 24h später wurden plötzlich und unerwartet gleich 2 uns sehr wichtige Menschen aus dem Leben gerissen bei einen Unfall, seid diesem Tag bin ich ein Roboter der nur noch funktioniert und er mein Mann steht neben mir und funktioniert , keine Trauer, kein Glück, nichts oder Wut ... ich konnte mein Baby nie so begrüßen wie es sich gehört mit viel kuscheln , Familienzeit,die Ruhe und Entspannung die man so hat im Wochenbett...nicht möglich bin mitten in der Nacht nach Hause aus dem KH.

      ich musste funktionieren ,organisieren,für andere da sein, die unter Schock standen, mir anhören wie schrecklich es für sie ist...1000 Entscheidungen treffen ...und er mein Mann stand mir zur Seite half und tat , und danach da war er mir fremd...



      diesen Vorfall akzeptiere ich , aber ich fühle nichts ... und er auch nicht...und die Kinder...sie reden selten drüber ... ich glaube das alles ist nicht gesund aber was soll ich tun???

      Zum Fachmann, wie hilft er mir??

      Ich will doch fühlen und lachen und leben ...

      nun ja ich wollte das schon so lange hier niederschreiben, aber immer wieder löschte ich den Text, da ein Gedanke mir sagte es geht niemanden was an, schon gar nicht öffentlich, es geht vorbei...nur heute heute war ich wie auch gestern sehr gereizt, und bald ist Weihnachten...daher schreib ich das nieder, wer mag der sagt was dazu...nur bitte kein Mitleid ich leide nicht..ich funktioniere und ich will fühlen..

      "ja es hätte in Familienleben, oder Trauer reingepasst aber ich möchte es anonym Posten daher hier und es betrIfft auch meinen Mann"

      • (2) 23.12.17 - 00:09

        Das klingt nach einer Depression. Hol' dir bitte schnell Hilfe, zum Beispiel erstmal in einer psychiatrischen Ambulanz. Dann würde man weiter sehen.

        Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wir das Licht des Lebens haben.

        Hallo,

        Es ist normal das Gefühle sich irgendwann ausschalten , einfach reiner Schutzmechanismus der Seele, wenn einem alles über den Kopf wächst. Man schaltet ab und funktioniert, um nicht zusammenzubrechen.
        Aber das ist zum einen kein Zustand in dem man leben möchte und zum anderen kann man den nicht für immer so aufrecht halten, irgendwann kommt der Zusammenbruch.

        Die Idee meiner vorschreiberin mit der Ambulanz finde ich nicht verkehrt, je eher du Hilfe annimmst, umso „leichter“ (leicht ist sowas ja nie) kommst du wieder auf die Beine.
        Aus der Ferne kann man schwer etwas raten und die Situation einschätzen, um wirklich hier einen nützlichen Rat erteilen zu können. Darum, wende dich an Fachpersonal in deiner Nähe und zwar möglichst bald und suche dir da die nötige Hilfe und Unterstützung.
        Deine Familie braucht dich und auch wenn du es im Moment nicht fühlen kannst, du brauchst sie auch, du musst nur Stück für Stück wieder Dinge an dich ranlassen.
        Warten bis alles über einen zusammenstürzt ist immer der schlechteste, wenn sich der bequemste Weg.

        Alles Gute wünsche ich dir und LG

      • Klingt nach depressiver Episode!
        Hol dir einen Termin beim Psychiater. Absagen kann man den immernoch!
        Säugling? Dann erzähle der Hebamme davon!
        Und dem Hausarzt!
        Und Unterstützungen durch Verwandte, Nachbarn, Freunde

        Bitte ruf die Telefonseelsorge an, gleich!
        0800 1110111 ev. Oder 0800 1110222 kath.
        Aber die Konfession spielt keine Rolle. Dort sind sehr kompetente und einfühlsame Leute am Telefon, die Dir vielleicht für den Moment Hilfe zur Selbsthilfe geben können.
        Alles Gute.
        LG Moni

      • (7) 23.12.17 - 10:44

        Hallo,

        nein, es geht nicht vorbei - einfach so!
        Ich habe mich vor ein-zwei Jahren genauso leer gefühlt wie du, genauso " ich kann nicht mehr - aber ich muss".

        Hast du einen guten Hausarzt, dann geh bitte erstmal dorthin. Erzähl es genauso, wie du es hier geschrieben hast. Oder druck deinen Post hier aus.
        Er kann dir ein leichtes Medikament geben, welches deine Psyche stabilisiert. Kannst du schlafen oder liegst du nachts wach? sprich auch das an. Und lass dich zu einem Psychologen überweisen.

        Es wird noch ein langer Weg zurück ins Leben, aber er funktioniert!!!
        Mir geht es heute viel besser, ich habe noch eine leichte Grundmedikamention und Gesprächstherapie, aber ich kann wieder lachen und habe Pläne und die Kraft, diese auch umzusetzten.
        Bitte hol dir Hilfe!

        Alles Gute!

        Hallo ichwillnichtmehr,



        ich glaube dein Nick ist nicht passend. In meinen Augen würde er besser heißen: Wirkönnennichtmehr.

        So wie ich deinen Beitrag lese möchtest du und auch dein Mann, euch fehlt aber durch die Ereignisse die Kraft. Euer Kleines ist kaum auf der Welt angekommen, da kommt schon eine Nachricht die vielen den Boden unter den Füßen weg gezogen hat. Ihr hattet keine Zeit um euch über die Geburt eures Kindes zu freuen. Wurdet in eine extreme Situation gestoßen und wart für andere da. Euch fehlt die Zeit für die Freude über die Geburt eures KIndes und ihr hattet auch keine Zeit zum trauern. Ihre habt euch verbogen das alles weiter läuft. Das hat euch ungeheuer viel Kraft gekostet und somit steht ihr regelrecht neben euch.

        Versucht eine Anlaufstelle zu finden die euch bei der Verarbeitung der Ereignisse unterstützt. Euch Wege aufzeigt um aus diesem Loch zu kommen. Versuch jemand zu finden mit dem du über alles reden kannst. Wenn es im realen Leben nicht möglich ist dann schau ob du eine andere Möglichkeit findest. Dir wurden hier ja schon Telefonnummern aufgeführt. Vielleicht kannst du dich auch hier im Forum mit jemand austauschen um alles los zu werden was dir auf der Seele liegt.

        Bestrafe dich auch bitte nicht selbst. Du gibst mehr wie du nur geben kannst. Dich selbst zu bestrafen würde nichts bessern, sondern deine Probleme noch verstärken.


        Ich wünsche dir und auch deiner Familie viel Kraft und die notwendige Unterstützung um aus diesem Tal einen Weg nach außen zu finden.


        blaue-Rose

        Hallo!

        Da hat euch das Schicksal wirklich hart getroffen, und es war gut und richtig, dass in dieser Situation erst mal die Emotionen abgeschaltet wurden, damit ihr alle nur noch funktionieren konntet, für eure Kinder.

        Das Problem ist nur, dass man die Gefühle oft nicht selbst wieder anschalten kann, dafür braucht es manchmal einfach Hilfe. Das ist nicht schlimm. Mit einem Loch im Zahn geht man zum Zahnarzt, mit einem Loch in der Seele zum Psychiater. Mit gebrochenen Knochen zum Chirurgen, mit gebrochenem Herzen zum Psychologen. Deswegen gibt es ja da professionelle Hilfe, weil die Selbstheilungskräfte eben nicht immer ausreichen.

        Bitte hole Dir Hilfe, warte nicht länger. Dass Du jetzt spürst, dass es so nicht weiter gehen kann, zeigt Dir doch, dass es an der Zeit ist. Du bist wieder bereit, Gefühle zuzulassen, Du brauchst nur einfach Hilfe dabei.

        Ich wünsche Dir alles Gute!

        (10) 23.12.17 - 15:33

        Hallo

        Diese Gefühle kenne ich, habe diese Phase auch durchlaufen.

        Drum kann ich mir gut vorstellen, dass du keine übrige Kraft und Elan hast, dich um Hilfe zu bemühen. Du kannst das aber an eine Freundin deligieren.
        Für deine Familie passender, wäre aber sicher eine Trauerbegleitung, welche zu euch kommt. Zu euch allen!

        Das Problem sehe ich allein in der Trauer um die 2 Verstorbenen. Ihr seid noch keinen Schritt weiter gekommen, immer noch im 1. Schock. So funktioniert es leider nicht. Die Trauer macht früher oder später richtig krank. Ihr braucht Hilfe weiter zu kommen, ohne euch um Termine oder Betreuung kümmern zu müssen, weil einer immer fort ist.

        Alles Gute #klee

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