Hin und her gerissen, 2. Kind

    • (1) 26.12.17 - 23:02

      Hallo zusammen,
      Ich würde mich einfach gerne zum Thema austauschen.
      Mich plagen Gedanken, ob ich ein zweites Kind möchte. Die Gedanken lassen mich einfach nicht los und es ist anstrengend, das Thema immer wieder durchzukauen.
      Es gibt so vieles was dagegen und dafür spricht.
      Mein Mann sagt, dass beides für ihn in Ordnung ist. Das macht es für mich aber überhaupt nicht einfacher. Auch wenn es ja eigentlich eine schöne Situation wäre.. wenn ich nur wüsste, was ich will.
      Bis vor kurzem hätte ich gesagt, dass ich so nicht schwanger werden würde. Dann haben wir es drauf ankommen lassen bzw. Eher sogar provoziert. Verspätete Regel. Ich war traurig.
      2 Monate später dann wieder provoziert. Schwanger. Ende der 8. Ssw verloren.
      Ich war erst sehr traurig, mein Mann war sehr für mich da. Nach der ausschabung ging es mir gut.
      Jetzt 5 Wochen später, die Tage kamen Grad, bin ich wieder am grübeln. Ob ja oder nein. Mein Mann möchte momentan nicht. Das respektiere ich. Trotzdem möchte ich es für mich klären, was ich wollen würde. Selbst, wenn ich zu dem Schluss kommen würde, dass ich wollen würde und Mein Mann nicht. Für mi h kommt nur ein von beiden gewünschtes wunschkind in Frage..
      Ist es normal so gar nicht zu wissen, was man möchte? Ich werde 37. Vielleicht die biologische Uhr? Weil es endlich ist?
      Auch der altersunterschied würde wachsen.
      Mir ist vom Kopf alles bewusst, das es kein richtig oder falsch gibt und keinen idealen Zeitpunkt, dass einem niemand etwas raten kann etc.
      Ich habe das Gefühl ich werde bekloppt.

      • Hallo...

        Ich kann deine Emotionen verstehen und ich glaube, ich würde auf mein Bauchgefühl hören. Aber das kann ich vielleicht so einfach sagen, weil für mich völlig klar war, dass ich mehr als ein Kind möchte. Ich hätte auch gerne ein drittes gewollt, welches aus gesundheitlichen Gründen aber ein Risiko wäre und da entscheidet es die Vernunft.

        Ich wollte gerne, dass unsere erste Tochter ein Geschwister bekommt, damit sie jemanden an ihrer Seite hat. Mit dem sie aufwächst, mit dem sie spielen und Zeit verbringen kann. Mit dem sie sich auch mal zanken kann. Jemanden, den sie später einmal hat, wenn wir als Eltern nicht mehr sind. (Soweit meine Vorstellung ). Ob das alles so sein wird, das weiß man natürlich nicht.

        Sie sind nun 5 und 7 und wenn ich die beiden gemeinsam sehe, geht mir das Herz auf. So sehr sie sich manchmal zanken , so sehr lieben und respektieren sie sich. So sehr sie manchmal ihre Ruhe wollen, so sehr würden sie sich vermissen, wenn der andere fehlt. Sie sind beide völlig unterschiedlich. Vom Charakter. Aber sie ergänzen sich toll. Und ich würde jederzeit wieder so entscheiden.

        Für mich war die Familie erst dann komplett. Aber diese Entscheidung kann dir niemand nehmen....

        • Vielen Dank für die Schilderung deiner Erfahrung.
          Die Dinge, die du beschrieben hast sehe ich genauso.
          Ich glaube auch nicht nur für Kinder kann es gut sein, so sondern Auch für die Eltern, nicht nur auf ein Kind fixiert zu sein. Was dem Kind bzw dann den Kindern auch wieder zu gute kommt.

          Ich selber bin einzelkind. Ich kannte es nicht anders. Habe aber auch im freundeskreis wahrgenommen, dass geschwister haben nicht nur schöne seiten hat 😁

          • Mir geht es genauso. Mir geht das Herz auf, wenn ich meinen Kindern zusehe wie sie miteinander spielen. Natürlich streiten sie auch sehr oft miteinander, aber das ist nunmal so.Ich muss immer daran denken, wie "einsam" Einzelkinder sich fühlen müssen.
            Ich hätte gerne noch mehr Kinder gehabt, aber leider ist unsere Partnerschaft ziemlich im Eimer. Da wäre es nicht vernünftig noch ein Kind zu bekommen. DAs macht mich sehr traurig. Ich muss dazu sagen, dass die Partnerschaft durch die Kinder immer weiter abwärts ging, warum weis ich leider nicht. Evtl ist der Stresspegel zu hoch, ich weis es nicht.

            • Ich kann mir vorstellen, dass wenn bestimmte Punkte in der Beziehung unstimmig sind, diese durch ein Kind noch mehr verschärft werden. Weil man dann eben noch angewiesene aufeinander ist und nicht einfach sein Ding machen kann..
              Ist bei uns auch so. Und vielleicht ist es noch schwieriger eigene Freiräume plus paarzeit zu bewahren.
              Wie weit sind eure auseinander?
              Hattet ihr vorher au j schon diese Probleme, nur leichter?

      Hallo,
      bei so widerstreitenden Gefühlen würde ich das Thema begraben. Was, wenn Du schwanger wirst und vielleicht eine schlimme Schwangerschaft hast oder aus irgendwelchen Gründen im Lauf der Schwangerschaft sich Deine Gefühle wieder ändern?
      Postnatale Depression, im schlimmsten Fall ein unschönes Familienleben....kann alles passieren. Garantien gibt es nie, auch nicht bei Wunschkindern - aber wenn man so hadert wie Du gerade, würde ich es echt lassen. Ein Kind ist kein Experiementierkasten.
      Alles Gute!

      • Vielen dank für deine antwort.
        Jede Antwort, die die dinge noch einmal anders beleuchtet ist für mich wirklich hilfreich!

        Zu deinen Überlegungen kann ich, jedenfalls aus jetziger Sicht, ganz sicher sagen, dass ich davor gar keine Bedenken habe.

        Ich würde das Kind in jedem Falle sehr lieben! Auch wenn ich manche Punkte dann beim erleben als Nachteil sehe. Da kann das Kind ja nichts für! Und du hast in jedem Falle Recht, ein Kind ist kein experimentierkasten.

        Meine erste Schwangerschaft war sehr schön. Die Geburt und das erste Jahr dagegen so gar nicht. Jedenfalls überwiegend.
        Daher war für mich klar, nie wieder!!!
        Jetzt hat sich alles so schön gefunden und ich bin von meinen Gefühlen überwältigt. Ich freue mich auf die Zukunft mit meiner Familie.

        Wegen meiner Schwangerschaft hatte ich meinen Job verloren. Das würde sich wohl wiederholen. Wäre aber dann halt so.
        Meine kleine wollte nie in den Kinderwagen, nicht Auto fahren und in schubphasen nicht mal immer in die trage. 9 Monate bis zum Buggy habe ich sie getragen.
        Ewig an die Brust. Kein Schnuller. Keine Flasche. Immer körperkontakt/arm. Nur mama. Schlecht schlafen war standart. Bzw eben anders. Immer nur 30 min. Nur auf dem arm, in der trage.
        Ich bin völlig überrascht worden. Kannte nur pflegeleichte Babys.
        Aber jetzt wäre ich vorbereitet.🤣 wüsste, es geht auch vorbei. Alles ist normal..
        Unsere Beziehung wäre gar zerbrochen. Wir haben es aufgearbeitet und sind Ei noch bessere paar geworden.

        • Nachtrag.
          Aber du hast eben recht. Noch habe ich die Wahl. Was spricht gegen 1 Kind..
          Ich habe etwas Angst dass ich mich beeinflussen lasse weil fast alle eben 2 habe und es nicht mein lebensentwurf ist.
          Ich könnte es bereuen. ABER NIE DAS KIND

    (9) 27.12.17 - 10:51

    Ehrlich gesagt verstehe ich dich nicht. Wir haben auch lange überlegt ob wir ein zweites Kind wollen- so lange wir überlegt haben wurde selbstverständlich verhütet.

    Wenn ich das richtig verstehe verhütet ihr gar nicht? Dann brauchst du ja gar nicht weiter grübeln, dann bist du bald wieder schwanger. Meins wäre das so aber nicht.

    Ich würde dir empfehlen erstmal vernünftig zu verhüten, bis ihr beide den Wunsch nach einem weiteren Kind verspürt. Falls das nie eintritt bleibt eure Familie eben kleiner.

    Wir haben mittlerweile ein zweites Kind, und die Entscheidung nie bereut. Wir haben sie aber auch ganz bewusst und durchdacht getroffen.

    Das dich das durcheinander bringt wenn du ständig überlegen musst ob du schwanger bist kann ich mir vorstellen..

    Lg

    • Doch Doch. Bis auf die beschriebenen 2 Male im Sommer verhüten wir.
      Grade jetzt, wo mein Mann momentan kein zweites Kind möchte, weil ihm die fehlgeburt irgendwie zugesetzt Hat, verhüten wir natürlich!
      Meine ist es nämlich auch nicht, zu gucken was so kommt.. daher würde ich mich ja gerne langfristig mal festlegen..

      • Was hat euch denn dann dazu gebracht euch für das 2. Kind zu entscheiden und hat vorher etwas dagegen gesprochen?

        • (12) 27.12.17 - 17:06

          Wir wollten eigentlich immer mindestens zwei, wir haben beide Geschwister und finden es für Kinder schöner mit Geschwistern.

          Allerdings fanden wir unseren Sohn schon sehr anstrengend und fühlten uns in unserer Lebensqualität doch ziemlich eingeschränkt. Er war ein Schreibaby und auch als Kleinkind noch sehr anstrengend. Er braucht extrem wenig Schlaf.

          Nachdem er aber älter und pflegeleichter wurde hatten wir doch das Gefühl es fehlt noch jemand. Jetzt haben wir noch ein Mädchen, die beiden haben 3 Jahre und 10 Monate Abstand. Es läuft gut und ich bin froh das wir uns noch mal getraut haben.

          Mehr Kinder wird es nicht mehr geben, es wäre mir zu eng im Haus und ich fühle mich mit zwei Kindern auch ausgelastet.

Huhu,

stelle dir doch mal die Frage, warum du dir vielleicht noch ein Kind wünscht und das völlig losgelöst von deinem ersten Kind.

Das Geschwisterleben kann sich nämlich auch extrem unharmonisch gestalten und als Erwachsene sehen sie sich auch nur noch an den Festtagen bei den Eltern ... Diese Vorstellung, dass da noch jemand ist, der nach dem Tod der Eltern ist, ist extrem romantisch ... aber mal quer gelesen im Forum, leider nicht immer die Realität (siehe Erbstreit usw).

Für ein Kind sollte man kein weiteres Kind bekommen, sondern weil man es selbst aus tiefsten Herzen will. Kannst du nicht 100% ja zu einem weiteren Kind sagen, würde ich abwarten bis dieser Zustand eintritt oder eben auf ein weiteres Kind verzichten. Man weiß ja nie, was man für ein Kind bekommt und welche Päckchen dieses Kind dann im Gepäck hat, die es zu bewältigen gilt.

Die Umstellung von 1 Kind auf 2 Kinder ist auch noch einmal hart. Da gibt es kein Hinlegen am Tage, da das Geschwisterkind eben seinen Tagesablauf hat. Der Alltag mit mehreren Kindern ist eben nicht mehr zu vergleichen mit einem Einzelkind, er birgt andere Herausforderungen, die einen anders an die Grenzen bringen.

Dennoch sind mehrere Kinder auch einfach toll, wenn man sie als einzelne Individuen sieht und nicht nur als "Schwester / Bruder von ...".

  • Genau das ist es!

    Meine Tochter erfüllt mich so voller Liebe. Sie ist so ein wunderbarer kleiner Mensch. Mit allen Herausforderungen!
    Ich liebe Aktivitäten mit ihr und als Familie.

    Aber eben, zwei Kinder sind ein völlig anderes Konstrukt. Was weiss ich wie es wird. Jede altersphase wird eigene Schwierigkeiten haben.
    Ich habe Angst beiden nicht gerecht er den zu können. Bzw dass ich so empfinde, wenn eines auch mal zurückstecken muss.. Was ja logischer Weise kommen würde.
    Wie ist es mit zweien? Wie kommen wir klar? Bin ich egoistisch meinem Kind gegenüber, wenn es ohne aufwächst? Finanziell wäre es erstmal eine Einschränkung, bei Elterngeld vom teilzeit. Aber das würden wir hinbekommen. Mit einem neuen Job nach der Elternzeit könnte ich mich arrangieren. Muss aber erstmal gefunden werden. Hatten besprochen, dass ich min 2 jahre erstmal einreichen würde.
    Ein Baby ist anstrengend. Freiraum vielleicht wieder erst einmal dahin. Schlafen legen konnte ich mich beim ersten schon fast nie ;)

    Wird es gesund sein? Nach Der fg mache ich mir darüber auch Gedanken. Das Glück noch mal herauszufordern..

    • Am Anfang ist es schwierig, wenn das ältere Kind lernen muss, dass es zurückstecken muss und vor allem auch du als Mutter merkst, dass du dich nicht aufteilen kannst. Ich kenne einige Frauen, denen das noch Monate nach der Geburt nachhängt und sie ihr schlechtes Gewissen gegenüber ihrem älteren Kind nicht los werden. IdR spielt es sich aber irgendwann ein. Je nach Altersklasse kann man die Kinder auch gut auf ein Geschwisterkind vorbereiten mittels Kursen, die angeboten werden (Hebammen fragen).

      Dennoch bleibt deine Zeit endlich und du hast einfach weniger Zeit für dein erstes Kind, denn das zweite Kind hat genauso Anrecht auf Mama. In der Babyzeit mag das noch gut gehen, dass das Baby im Tuch ist und man mit dem älteren Kind spielt. Aber sobald das zweite Kind größer wird und selbst die Welt erkunden will, braucht es auch seine Einzelzeit.
      Damit jedes Kind seine Exklusivzeit bekommt, sind wir auch tw. allein mit je einem Kind unterwegs, auch das geht von der Familienzeit ab, ist aber auch wichtig für das einzelne Kind.

      Für die Gesundheit erhält man ja nie Garantien. Manches entdeckt man auch erst nach der Geburt und dann wäre das mitgebrachte Päckchen ungleich größer. Aber es kann ja auch ein gesundes Kind werden, man weiß es ja nie im Vorfeld.

      Von Egoismus kann man bei Kindern gar nicht sprechen. Jede Familie hat eine andere Anzahl an Kindern, die perfekt zu ihnen passt. Manchmal ist ein Kind besser als 2 Kinder, weil die Eltern dann einfach entspannter sind.

      Heutzutage können die Kinder auch in der Kita Sozialkompetenz erlernen, da ist ein Geschwisterkind nicht so wichtig. Wie man ein Kind erzieht, bleibt ja auch jedem selbst überlassen. Wenn man Angst hat, ein Einzelkind zu verwöhnen, legt man eben ganz besonderes Augenmerk darauf und achtet auf Anzeichen.

      Wie geschrieben, mehrere Kinder können eine schöne Bereicherung im Leben sein, wenn man sie aus den richtigen Gründen bekommt. In manche Familien ist ein Einzelkind allerdings besser aufgehoben, weil dieses Konstrukt für alle einfach am besten ist. Wie es bei euch sein wird, kann dir keiner vorher sagen.

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