Vater

    • (1) 28.12.17 - 12:05
      Nichtgeliebt

      Hallo


      Mich beschäftigt in letzter Zeit wieder sehr die Erinnerungen an meinen Vater. Schon seit ich denken kann habe ich mich nie geliebt gefühlt von ihm und es kam mir so vor als wüsste er mit mir nix anzufangen. Mein Bruder und er waren sich immer sehr nah. In der Grundschulzeit gab ich mich eher als Junge, so vom Wesen, heute denke ich um ihn mehr zu gefallen. Auch kann ich mich nie erinnern wie er mich jemals im Arm genommen hat oder so ausser einmal als er mir einen Ball an den Kopf schoss ausversehen. Es durfte uns selten einer Zuhause besuchen und wir Kinder sollten immer leise sein damit er inruhe Fernsehen gucken konnte. Gemeckert wurde schon sobald wir Licht zb anmachten. Mit 11 Jahren ca trennten sich meine Eltern und ich weiss noch das ich darüber froh war. Ich hoffte mit etwas Abstand wird unsere Beziehung besser, leider vergebens. Er sagte unmögliche Sachen über meine Mutter zu mir und sagte mir oft das ich genauso eine Schlampe werde wie sie. Sie hat einfach nur in seinen Augen den Fehler gemacht sich zu trennen aber die beiden gingen von Anfang an lieblos miteinander um. An meinem 13ten Geburtstag war ich bei ihm und er zog wieder über mich und meine Mutter her. Dann sagte er als ich dagegen etwas sagte das ich gehen soll sonst passiert noch was. Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr. Danach sahen wir uns ca 1 jahr später nochmal auf einer Beerdigung. Auf dem Kranz von ihm standen nur Er, seine neue Frau und mein Bruder als würde es mich nicht geben. Ich hab die ganze Beerdigung über total geheult, weil ich es gemein fände. Ich verstehe es einfach nicht wie ich ihm so egal sein kann und hoffte insgeheim noch das er sich irgendwann bei mir melden würde. Es ist 12 Jahre her und es kam nichts. Zeitweise kommen diese Gedanken hoch und ich überlege was diese Beziehung zwischen uns aus mit gemacht hat. Ich habe sehr wenig Selbstbewusstsein und denke immer ich habe die Schuld an allem, auch Suche ich mir unbewusst ähnliche Partner aus wie mein Vater war. Ich erinnere mich auch an sehr wenige Sachen aus meiner Kindheit und wundere mich immer das viele Freunde sich an so vieles erinnern. Ich schreibe hier weil ich nicht erkannt werden will und ich weiss auch nicht was ich von euch hören möchte. Danke fürs zu hören


      LG

      • Hallo,

        warum sollte sich dein Vater noch ändern? Darauf zu warten und darauf zu hoffen, kostet dich unheimlich Kraft und hält dich wie an einer Leine.

        Steh auf und lebe dein Leben - und gerne mit Unterstützung, denn: es tut einfach unheimlich weh... du musst den Schmerz nicht alleine aushalten oder ertragen können.
        Wenn du dich von dem Schmerz mit der Zeit lösen kannst und dein Leben findest, wird es dir sicher besser gehen. Was wir erleben, prägt uns und bleibt auch immer ein Stückweit ein Teil unseres Ichs oder Selbst.
        Aber wir können entscheiden, was wir daraus machen wollen... da liegt sicher ein Potential und eine Chance für dich und dein Leben. Du hast das Recht, glücklich zu werden. Und du hast das Recht, dich liebenswert zu finden - ohne darauf warten zu müssen, ob es jemand anderer für dich tut.

        Ich weiß, es fühlt sich so gemein und schmerzvoll an - und das will auch anerkannt und geliebt werden... der Teil in dir, der sich so unheimlich verletzt fühlt.
        Heute hast du andere Chancen damit umzugehen... Entscheide dich, willst du dein Leben leben oder darauf warten, dass dein Vater sich ändert?
        Und wie gesagt: mit Unterstützung, die zu einem passt, ist es leichter!

        Alles Gute für dich!

        • (3) 28.12.17 - 12:25

          Danke für deine Antwort!
          Wirklich schön geschrieben. Ich habe auch eigentlich ein tolles Leben und bin zufrieden. Aber seit ich selber Mutter bin macht es mich nur umso mehr trauriger wie man sein Kind nicht lieben kann. Aber auch in meinem Umfeld kenne ich nur sehr wenige die ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater haben. Viele kennen ihn nicht oder es würde auch der Kontakt abgebrochen. Mir hilft es auf alle Fälle schonmal das ich drüber geschrieben habe.


          LG

          • Gerne und danke!
            Wir wissen nicht, was dein Vater erlebt hat, dass er es nicht schafft, dich zu lieben wie du bist... (vielleicht hilft dir auch ähnliche Geschichten von Kriegsenkeln zu lesen? Da merkst du schnell, dass du damit nicht alleine bist.

            Deine Traurigkeit kann ich gut verstehen. Und gleichzeitig: was für ein Glück, dass du den Unterschied kennst und spürst und es anders leben kannst!!!!

            #tasse#torte und eine gemütliche, liebevolle Zeit euch!#klee

            • (5) 28.12.17 - 12:46

              Danke das mit den Kriegsenkeln klingt interessant, werde ich naher mal googeln. Habe bisher nur etwas mit Müttern gefunden und das war auch nicht das richtige. Und meine Mutter hat sich immer roll gekümmert. Ja das stimmt wer weiss wie es in seiner Kindheit war, ich weiss nur meine Oma war auch sehr Kalt von der Art her. Wünsche dir auch alles Liebe 💐

      (6) 28.12.17 - 13:11

      Du bist nicht alleine, es gibt viele Kinder von lieblosen Vätern. Meiner hatte auch nie Interesse, und Weihnachten hat er mir auch wieder deutlich gezeigt wie egal ich ihm bin.

      Er konnte sich nicht mehr an den Namen seiner Enkelin erinnern, vier Monate alt und er sieht sie fast täglich- wir wohnen nicht weit weg von meinen Eltern. Er hat zwei Enkelkinder und ist Anfang 60- also nicht Dement oder so. Ich bin ihm einfach egal, so wie fast alle anderen Menschen, mittlerweile hat er auch eine Diagnose- eine Persönlichkeitsstörung.

      Schön ist das zwar nicht, aber ich haben gelernt das nicht persönlich zu nehmen. Es liegt nicht an mir sondern an ihm. Ich erwarte nichts mehr, es gibt noch jede Menge Familie in meinem Leben, Geschwister, Mutter, Schwiegereltern, einen Mann und Kinder.

      Ich konzentriere mich auf die Beziehungen die mir gut tun. Das würde ich dir auch empfehlen.

      • Es gibt auch Mütter, die ihre Kinder nicht lieben.
        Das ist gerade bei ungeplanten Kindern öfters der Fall als man glaubt.
        Es wird immer vorausgesetzt, dass eine Frau, die sich gegen eine Abtreibung entschieden hat, dann ihr Kind auch liebt, aber das ist nicht realistisch.
        Genauso mit Vätern, die ein Kind nicht wollten.
        Aber selbst geplante Kinder sind oft ungeliebt, Elternliebe ist nichts Automatisches, sondern es müssen viele Faktoren passen, damit Eltern ihre Kinder lieb haben können.

        • (8) 28.12.17 - 16:49

          Der Normalfall ist das Eltern ihre Kinder lieben. Natürlich gibt es Mütter und Väter die das nicht können, aber das ist nicht unbedingt der Regelfall.

          Es geht hier um Väter, nicht um Mütter und vermutlich auch nicht um ungeplante Kinder. Ich bin nicht ungeplant, mein Vater hat sogar drei Wunschkinder für die er sich nicht interessiert.

          Auf jeden Fall macht es keinen Sinn Zuneigung und Anerkennung dort zu suchen wo sie nicht zu finden ist. Da kann man sich lieber auf positivere Beziehungen konzentrieren.

      (9) 29.12.17 - 12:08

      Hallo


      Das tut mir leid das dein Vater sich nichtmal den Namen deiner Tochter merken kann. Traurig wie vielen Menschen es so mit ihren Vater geht aber du hast recht man sollte sich auf die guten Menschen in seinem Leben Konzentrieren. Meist geht es mir auch gut damit nur manchmal denkt man wieder mehr darüber nach. Es ist wie es ist...


      LG

(10) 28.12.17 - 14:22

Wir sind ja hier anonym. Und ich möchte einfach mal einen neuen Aspekt ins Spiel bringen ...
Bist du sicher, dass er dein biologischer Vater ist?

  • (11) 29.12.17 - 12:05

    Hallo

    Ja da bin ich mir ganz sicher, meine Mutter sieht ganz anders aus als wir. Mein Bruder und ich sehen uns sehr ähnlich, so wie unser Vater.


    LG

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