Ich weiß nicht weiter... Was tun?

    • (1) 28.12.17 - 15:45
      Ratlos2.0

      Hallo zusammen!

      Mein letzter Beitrag hier ist schon echt lange her und ich weiß jetzt sich nicht, ob mein Anliegen in dieses Forum gehört - falls nicht, bitte ins Passende verschieben ...

      Im Januar diesen Jahres zog ich zusammen mit meinem Sohn aus dem Haus meines damaligen Partners und Vater des Kindes aus.
      Der Grund für den Auszug waren wiederholte Versuche mich zu schlagen, verbale Entgleisungen und Beleidigungen, tagelanges Ignorieren usw.

      Da wir ja zusammen einen kleinen Sohn (knapp zwei) haben, ist es nicht möglich, den Kontakt abzubrechen.
      Mein Kind hat meiner Meinung nach trotz allem ein Recht auf seinen Vater.
      Er holt ihn drei Mal die Woche für jeweils den Nachmittag.

      Soviel zu den äußeren Bedingungen.

      Mein Problem: der Vater des Kleinen ist mir gegenüber völlig distanzlos. Egal, was ich sage oder mache, er ignoriert es und ich habe keine Ahnung, was ich noch dagegen tun soll.

      Er kneift mich in den Po, er streicht meinen Arm, er kommentiert meine Kleidung usw.
      Das ist völlig unangemessen!
      Sage ich ihm mit Nachdruck und sachlich, dass er das unterlassen soll, antwortet er nicht mir sondern dem Kleinen: "deine Mutter ist eine komische Frau".
      Klopfe ich ihm auf die Finger, sagt er, dass er mein Temperament schon immer toll fand. Sage ich nix, grinst er nur anzüglich.

      Er überhäuft mich mit Geschenken - Schokolade (obwohl er weiß, dass ich keine esse), Kleidung, Wein... Ich habe ihm mehrmals gesagt, dass ich das nicht will. Genau genommen sage ich es bei jedem neuen Geschenk! Hab schon gemeint, er kann es wieder mitnehmen. Da ließ er es kommentarlos im Hausgang stehen.
      Neulich kam er mit Unterwäsche an - das war bisher die Krönung.

      Er schreibt mir ständig SMS in denen steht, wie sehr er mich liebt. Während unserer Beziehung kam ihm das nie uber die Lippen.
      Ich antworte darauf nicht und ignoriere es einfach. Nur einmal hab ich zurück geschrieben, dass wir nicht mehr zusammen sind und er seine Chancen verspielt hat. Die Antwort war, dass man im Leben nie weiß, was passiert.

      Seit Neuestem besucht mein Expartner auch Teile meiner Verwandtschaft.
      Das entsetzt mich total. Hab schon mit dem betreffenden Personen gesprochen aber sie finden nix dabei. Die freuen sich, dass er mit dem Kleinen kommt.
      Er hatte vorher nie größeren Kontakt zu meiner Sippe und sich um Familienfeiern eher gedrückt. Und jetzt schleicht er sich in meine Familie ein?!

      Das Unheimliche an der Geschichte ist, dass er seit Monaten so ist. Vorher war er mir gegenüber seit meinem Auszug eher angriffslustig und schimpfend.
      Aber jetzt?! Dieser "Schmusekurs" macht mir Angst und ich hab nahezu Panik, wenn ich daran denke, wie es wird, wenn das kippt.
      Bisher kam auf ein Hoch von ihm immer ein Ausraster, je besser die Stimmung war, desto krasser war das, was folgte.

      Ihr Lieben, wer hat sowas schon durch und kann mir - außer Kontaktabbruch - einen Rat geben?

      Mein Kind braucht seinen Papa, deswegen halte ich das aus. Aber es wird zunehmend schwer für mich.
      Habe gehäuft Migräneattacken und bin mit dem Nerven ziemlich runter, muss oft weinen und bin sehr empfindlich geworden.
      Gibt es vielleicht auch Stellen, an die man sich wenden kann?
      Oder bin ich irgendwie doch diejenige, die überempfindlich ist und sich hysterisch benimmt?

      Liebe Grüße

      • Hallo

        ich kann mir in etwa vorstellen unter welchem Druck du stehst.
        Mein Rat:
        kümmere dich gut um dich: Yoga, Therapie, regelmäßige Unternehmungen mit Freunden, Alleinerziehenden Treffs u.s.w.

        Vielleicht gehst du auch jetzt schon zur Erziehungsberatung, ich befürchte dein Ex wird das Kind instrumentalisieren mit zunehmendem Alter ( damit hat er ja bereits begonnen )

        Du brauchst einen langen Atem und sehr gute Nerven.
        Falls er die Belagerung( mittels SMS und bei Besuchen) weiter steigert :eine Unterlassungsklage vermag manche Auswüchse zu stoppen.Dokumentiere am besten jegliche Übergriffe.( SMS, Umgangsprotokoll führen )

        Ich hoffe für dich,er kriegt sich bald ein.Vielleicht findet er ja bald ein neues Opfer.

        L.G.

        Hallo,

        ich versuche mal, Dir meine Meinung zu dem Ganzen zu schreiben....

        1) Das Verhalten Deines Ex finde ich absolut übergriffig und unverschämt. Ihr seid doch getrennt, oder? Also musst Du es nicht dulden, dass er Dich begrapscht oder Dir ständig Geschenke mitbringt, die Du nicht willst. Natürlich verstehe ich, dass Du Dich vor dem Kleinen nicht mit ihm streiten willst, aber es muss ein Weg gefunden werden, ihn da in seine Schranken zu weisen. Auch Deine Angst, dass etwas passiert, wenn Du ihn radikaler zurückweist, verstehe ich gut. Vertraue da ruhig Deinem Bauchgefühl, Du kennst ihn am besten! Hole Dir Hilfe, vielleicht erst mal von einer caritativen Beratungsstelle, die kennen dann sicher auch weitere Hilfsmöglichkeiten.

        2) Bist Du sicher, dass ein Mensch, der zu regelmäßigen Wutanfällen mit Handgreiflichkeiten neigt, geeignet ist, ein Kleinkind alleine zu betreuen? Ich hätte da echt Angst als Mutter, dass er mal so einen Anfall bekommt, wenn der Kleine nicht tut was er soll... Vor allem ist er kein gutes Vorbild für Deinen Jungen. Er behandelt Dich respektlos und das auch noch vor seinem Sohn. Wer weiß, wie er über Dich spricht, wenn er mit Deinem Sohn alleine ist? Dein Kind bekommt schon einiges mit, auch dass Du traurig bist und vor seinem Papa Angst hast. Das wird ihn zusehends belasten, wen es älter wird.

        3) Mich würde es auch stören, wenn mein Ex plötzlich meine Verwandten besucht - und damit den Weg durch die "Hintertür" zu Dir sucht.

        Alles in allem eine sehr verfahrene Situation. Ich kann Dir hier nur schreiben, was mir so als Lösungsmöglichkeit einfällt:

        - Jugendamt einschalten, die Betreuung regeln lassen (ist der Kindsvater überhaupt geeignet?), evtl. Besuchsrecht des Vaters vorerst in den Räumen des Jugendamts stattfinden lassen, auf neutralem Boden. So musst Du ihn gar nicht mehr in deine Wohnung lassen, und Du kannst dem Jugendamt auch gleich von Deinen Ängsten bezüglich seiner Gewaltbereitschaft erzählen.

        -Deine Verwandten bitten, seinen Besuchen Grenzen zu setzen. Er hat sich Dir gegenüber gewalttätig verhalten. Und Du stehst Deinen Verwandte doch wohl näher als er, oder? Warum soll er dann bei ihnen auf dem Sofa sitzen? Du könntest auch einem vertrauten Verwandten von den Unverschämtheiten Deines Freundes erzählen, und ihn bitten, bei der nächsten Übergabe dabei zu sein, um Dich zu schützen.

        -Ich persönlich bin eher skeptisch, ob sich das Ganze jemals positiv entwickelt. Vermutlich hat Dein Ex eine Persönlichkeitsstörung, die nicht einfach so verschwindet. Kontaktabbruch willst Du zwar nicht, es könnte aber die letzte Möglichkeit sein, Dich zu schützen. Dein Sohn kann ja später trotzdem Kontakt aufnehmen, wenn er selbst entscheiden kann. Aber ich würde erst abklären, ob es nicht zu gefährlich ist, ihn zu jemandem zu geben, der kein Problem damit hat, Schwächere zu schlagen...

        Drücke Dich und wünsche Dir viel Kraft!

        Als allererstes würde ich an deiner Stelle schauen, dass du bei der Übergabe nicht alleine bist, sondern einen Zeugen dabei hast.

        Und wegen der grapscherei würde ich tatsächlich eine Anzeige in Betracht ziehen.

      • Wenn ich sowas lese wird mir schlecht bei dem Gedanken, dass man offensichtlich heutzutage auf Teufel komm raus ein Kind einem solchen Erzeuger aussetzen muss.
        Das Kind braucht einen Vater? Sicher, der Meinung bin ich auch - aber nicht um jeden Preis.
        Ich hätte meinem Ex eher den Hals umgedreht, als die Kinder zu ihm zu lassen. Saufen bis zur Bewusstlosigkeit und dann zuschlagen ist keine Voraussetzung für Kontakte. Gottseidank war das damals besser, ich hatte alleiniges Sorgerecht, ein Einklagen von Besuchsrecht gab es nicht.
        In Deinem Fall - ein Leben auf dem Pulverfaß, von dem man nie weiß, wann es hochgeht - sehe ich ebenfalls mehr Schaden als Nutzen.
        Ich sehe absolut NICHT ein, dass DU und das Kind in Therapie gehen oder Yoga machen sollen oder sonstwas, um so einen Typen besser zu ertragen?
        Das Kind ist erst zwei Jahre alt, es kann nichts, aber auch garnichts einordnen, spürt nur die Spannungen und die Gereiztheit, da richtet man doch mehr Schaden an als dass man guten Kontakt herstellt.
        Mein Rat: Geh dringend zu einem Anwalt, dass der einen Brief schreibt. Erstens, alle Belästigungen, Stalking durch SMS oder ähnliches sind sofort einzustellen. Zweitens: Kontakte finden nur in Deinem Beisein in Deiner Wohnung statt, am besten noch mit einer Freundin oder Verwandten dabei. Sollte er Dich noch einmal antatschen, fliegt er raus - hochkant.
        Deinen entsprechenden Verwandten würde ich klarmachen, wenn sie auf sein Geschleime hereinfallen, sehen sie mich nie wieder und das Kind auch nicht.
        Du musst absolut sofort klare Kante zeigen, wenn Du Ruhe kriegen willst. Kein Wischiwaschi, keine Kompromisse. Seine Nummer sperrst Du, was antwortest Du ihm überhaupt? Kein Kontakt außerhalb der vereinbarten Besuchstermine. Geschenke schmeiß ihm vor die Haustüre - irgendwann begreift er es schon. Alles andere ist doch kein Leben.
        LG Moni

        Nein! Ein Kind braucht nicht seinen Vater. Schon gar nicht so einen.
        Kann dich leider überhaupt nicht verstehen. Zu so einem Ekelpacket würde ich mein Kind nicht geben. Da hätte ich ständig Angst, dass er da auch mal ausholt.
        Ich bin ohne Vater groß geworden und etwas besseres konnte mir nicht passieren. Meine Psyche ist heil, ich habe ein starkes Selbstwertgefühl und ich war mein Leben lang glücklich.
        Wenn ich hier manchmal lese, wie es Menschen geht, die keine Liebe von ihrem Vater erfahren haben oder zu Hause nur Spannung herrschte, bin ich immer wieder froh und überglücklich, dass ich ohne Vater und "nur" mit einer tollen Mutter aufwachsen durfte.
        Besorge dir einen Anwalt und lass dich beraten. So wie es momentan läuft, geht es nicht. Nicht für dich und auch nicht für deinen Jungen.

      • Geht dein Kind schon in die Kita?

        Ich habe zwar kein Problem mit meinem Ex, aber wir wechseln meistens über die Kita.
        Dann müsstest du ihn nicht sehen ;-)

        Wie ist er denn als Papa? Vertraust du ihm?
        Danns schaut, dass ihr die Regelung mit dem Kind anders trefft und du ihm nicht so oft über den Weg läufst.

        Ansonsten kann ich dir nur raten: ignorieren, ignorieren, ignorieren... wird sicher irgendwann langweilig für ihn.

        Ich bin sprachlos.

        Das was dein ex macht ist Nötigung. Du kannst ihn anzeigen. Genau das würde ich ihm an deiner Stelle sagen.

        Als nächstes brauchst du Rückendeckung. Kann eine Freundin anwesend sein, wenn er den Kurzen holt? Nachbarn, Postbote....irgendjemand?

        Ich, als absolute emanze, würde sofort zu einer Beratungsstelle gehen.
        Dein Sohn bekommt nämlich grade mit, dass es völlig okay ist die Grenzen einer Frau, oder eines Menschen, zu übertreten. Auch wenn dieser sagt, dass er es nicht will.
        Damit tust du deinem Kind keinen gefallen.

        Umgang mit dem Vater ist wichtig. Das sehe ich auch so. Aber zur Not vielleicht die Übergabe über den Kinderschutzbund regeln? Die beraten auch sehr gut.

        Ich wünsche dir alles Gute! Bleib stark!

        (9) 28.12.17 - 20:02

        Ich danke euch schon mal für eure Antworten!

        Die Übergabe meines Kindes findet momentan bei meinen Eltern statt, ich möchte den Kindsvater nicht in meiner Wohnung haben. Die paar Minuten im Gang reichen aber doch für einen schnellen Griff aus.

        SMS und alles andere dokumentiere ich schon seit meinem Auszug... Man weiß ja nie.

        Dem Kleinen gegenüber benimmt er sich liebevoll und mein Sohn freut sich auch sehr, wenn er den Papa sieht. Die beiden sind immer bei seinen Eltern (also den Großeltern väterlicherseits), von daher habe ich wenig Bedenken, er ist nie mit ihm alleine.

        Jetzt überdenke ich eure Antworten und schaue, wie ich aus dem Schlamassel rauskomme und das alles endlich zur Ruhe kommt.

        Einen schönen Abend an alle :-)

        Hallo,
        ich habe sowas noch nicht persönlich erlebt. Dennoch will ich eine Antwort da lassen:
        Er ignoriert deine Grenzen, bzw. kennt er sie wohl nicht deutlich genug.
        Anzeige wäre sicher eine Möglichkeit, aber bei einem gemeinsamen Kind wohl auch eine der Möglichkeiten, die man als letztes in Betracht zieht.
        Es kam ja schon der Vorschlag, ihn durch einen Anwalt zu kontaktieren. Das würde ich ebenso raten. Der Anwalt teilt ihm in einen Brief mit, was er ab sofort zu unterlassen hat. Dann hat er es schwarz auf weiß, kann nachlesen, falls er was nicht sofort versteht...
        Ich verstehe dich, wenn du auf seine SMS nicht antwortest oder die Geschenke einfach lieber zu den Altkleidern gibst, als ihm diese um die Ohren zu werfen - es würde dir unnötige Energien rauben, all diese Konflikte immer wieder auszufechten.
        Andererseits kapiert er wohl dadurch nicht, wo ein "Stop" steht.
        Darum: Brief vom Anwalt mit klaren Aufforderungen. Den Schritt mit der Anzeige kannst du dann als nächstes wählen.
        ER muß kapieren, wie ernst dir die Grenzen sind.
        LG

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