Depressionen meines Mannes, er schweigt (sehr lang, entschuldigt!)

    • (1) 28.12.17 - 16:35
      Mannschweigt

      Ihr Lieben,

      ich muss heute leider anonym schreiben, da mein Nick zu viel verrät, ich meinen Mann nicht als „bösen“ dastehen lassen will und ich nicht will, dass irgendwer „uns“ hier erkennt! Und ich werde schon viel schreiben, was auf uns schließen lassen könnte - da muss es die VK nicht auch noch tun!
      Aber ich brauche „Hilfe“ und Input von Außen. Ich kann nicht mehr! Ich brauche eine neutrale Bewertung/Ratschlag (auch, wenn ihr die Lage nur aus meiner Sicht kennt) - ich bin gerade am verzweifeln. Ich kann nicht mehr und will es auch nicht mehr.
      Ich habe zwei Personen um darüber zu reden - meine Freundin, die sagt, dass sie auch nicht viel „ausrichten“ kann (und außerdem 700 km weit weg wohnt) und meine Schwiegermutter (also seine Mama)…mit allen anderen will ich nicht reden, weil ich nicht will, dass irgendwer schlecht über meinen Mann denkt.

      Ich weiß, dass dieser Text jetzt ganz furchtbar lang wird, vllt. hilft es mir auch einfach nur, es einfach mal aufzuschreiben, aber vllt. bleibt ja auch jemand bis zum Ende dabei und hat dann irgendeinen Input.

      Mein Mann und ich sind seit 9 Jahren ein Paar, seit 4 Jahren verheirate, wohnen seit 8 Jahren zusammen. Unsere Tochter ist 3, unser Sohn 5 Monate alt.
      Probleme gab es eigentlich von Anfang an, besonders schlimm, seit wir zusammen wohnen (zuvor hatten wir eine Fernbeziehung).

      Mein Partner ist (wie sein Vater und ein Bruder) depressiv. Am Anfang der Beziehung trank er an den Tagen, wo es besonders schlimm war. Es passierte meist, wenn ich etwas "falsch" gemacht hatte (in seinen Augen) oder zu viel von ihm verlangte. Dann wurde er wütend, griff zu Alkohol und wurde mit unter so wütend, dass er auch mal die Türen knallte. Ja das klingt schlimm, aber es war nie „gefährlich". Er ist in den akuten depressiven jähzornig, wie sein Papa auch. Ich wollte die Situation immer retten. Habe auf ihn eingeredet war da und und und. Keine Ahnung wie oft das so ging - viel zu oft im Nachhinein betrachtet!
      Irgendwann änderte sich das Verhalten. Er zog aus dem Schlafzimmer aus, machte Spaziergänge (machte sich zumindest fertig), ich flehte, dass er zurück kommen soll, mich nicht allein lassen und und und. Meistens blieb er. Heute weiß ich, dass es falsch war und noch ist, ihn zu bedrängen - aber ich habe und hatte so Angst (wovor? keine Ahnung). Ich reagiere in den Situationen im Affekt, ich kann es kaum kontrollieren.
      Es ging immer wieder. Ihm ging es zwischendurch gut. Wir unternahmen etwas, trafen Freunde, luden Freunde ein. Wir unterstützten einander im Studium usw. Es war alles gut, bis auf diese "Tage", die aus dem Ruder liefen wegen Kleinigkeiten.

      Irgendwann wurde ich schwanger. Unsere Tochter ist unser großes Glück und ein Sonnenschein - natürlich - wie alle Eltern das eben so sehen! Es war zum Teil anstrengend. Sie hatte eine Phase, wo sie meinen Mann komplett ablehnte („Papa, weg!“ war ihr Hauptsatz) und er litt sehr darunter. Ungefähr zu der Zeit suchte er sich auch Hilfe, nimmt mittlerweile Tabletten gegen die Depressionen - mehr aber auch nicht. Eine Therapie würde nichts bringen usw. usw. Das war vor zweieinhalb Jahren. Seit einer Woche nimmt er andere Medikament - vllt. ist die aktuelle Situation auch den neuen Medikamenten geschuldet (Nebenwirkungen…)

      Er hielt mir in der Zeit vor immer "weit weg" von ihm zu sein, mich zu entfernen, mich zu distanzieren. Es war einfach nicht mehr "wie früher"...wir waren weit weg und nicht mehr so füreinander da, wie wir das wollten und wie es einmal war! Ich kann es gar nicht genau beschreiben. Er hat mir das immer wieder gesagt, ich habe an mir gearbeitet. Ich habe versucht „da“ zu sein. Ich liebe ihn, wirklich, ohne Frage! Und es lief ja zwischendurch immer wieder gut und „im Großen und Ganzen“ waren wir da ja (noch) glücklich. Es läuft nur im Moment immer mehr aus dem Ruder.
      Ja. Ich habe ihn oft von mir gestoßen - sexuell gesehen. Ich brauche Sex nur sehr selten, er gern öfter. Mir reicht es „schnell und einfach“, für ihn könnte es gern Stunden dauern und dann bitte „ausgefallen“ (er will z.B. gern Analsex, hab ich mal probiert, war ok, brauch ich nicht, er will aber gern immer wieder…). Ich hatte aber gedacht, dass wir das alles wieder hinbekommen haben. Ich dachte, wir sind auf einem guten weg!

      Mittlerweile haben wir nun 2 Kinder. Er hat im letzten Jahr eine eigene Firma gegründet, ist Geschäftsführer, promoviert nebenher und ihm ist alles zu viel (verständlich). Durch die Firmengründung und die harte Anfangsphase haben wir ziemlich viele Schulden, mein Mann verdient außerdem im Vergleich zu dem, was er in einem anderen Unternehmen verdienen könnte wenig (keine Ahnung ob das irgendetwas zur Sache tut.)
      Ihm geht es schlecht. Er ist verzweifelt, dass er wird/ist wie sein Vater und es mir geht wie seiner Mutter und er mich und die Kinder in seine Depressionen gezogen hat. Er bekommt in seinen Augen nichts auf die Reihe.


      Ich versuche da zu sein, stark zu sein. Ich kümmere mich um die Kinder und den Haushalt (so gut es geht) und stelle seit nun mehr 9 Jahren zahlreiche meiner Wünsche hinten an. (Er geht nicht gern in den Urlaub - also machen wir das auch nicht. Er macht am Wochenende ungern Ausflüge, also machen wir das nicht. Wir wohnen seit 11 Monaten in einem Haus zur Miete, haben bis dato noch keinen Kleiderschrank - ihm ist das gerade zu stressig, daher haben wir noch keinen, auch wenn es mir sehr wichtig wäre (aber in solchen Diskussionen sagt er, mir wäre dann nur noch der Schrank wichtig, wie es ihm ginge interessiert nicht)). Ich nehme mich und meine Wünsche zurück! Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn mal einen Abend mit den Kindern allein lasse (für 2 Stunden) und das, wo er mich (geschäftlich) für mehrere Tage und Nächte allein lässt! Ich möchte meine Wünsche gar nicht mehr äußern, dann bricht es doch aus mir heraus und es kommt zum Streit. Es ist furchtbar.
      In der Zeit, in der er sich von mir distanziert gefühlt hat, hat er sich abgeschottet. Jetzt ist er es, der mich nicht richtig an sich ran lässt. Er schafft es nicht, mich in den Arm zu nehmen, wenn ich weine, weil er es „einfach nicht kann!“. Er hat sich abgeschottet, um sich zu schützen, sagt er. Ich fühle mich aber einfach ganz allein.


      Ich will meinen Mann nicht verlieren, ich will diese Beziehung aufrecht erhalten und Trennung wäre für alle Beteiligten keine Lösung. Ich will so gern einen Ausweg finden, nur weiß ich momentan nicht, wie der aussehen soll!? Es ist einfach so viel passiert, so viel, was schief lief und os viele Muster, die wir aufbrechen müssten, dass ich gar kein Land mehr sehe!

      Gestern kam es zum „Höhepunkt“. Ich weiß nicht wie es passiert ist oder mit welchem Satz genau, aber es kam zum Streit. Irgendwann „bockte“ er. Ich habe ihm gesagt, dass ich dieses Bocken einfach nicht mehr ertrage. Unsere Tochter bekam das natürlich mit (wir waren im Kinderzimmer - ich weiß, nicht grade die pädagogische Glanzleistung), sie wurde aufgebracht und ich sagte ihm, dass er jetzt mal merkt, dass sie es doch mitbekommt (weil er immer behauptet, dass sie gar nix mitbekommt). Daraufhin ist er aufgestanden, hat gesagt er nimm mein Angebot, dass ich die Kinder nehme an und wir sehen uns am Abend. Ich bin - wie so oft - hinterher, habe ihn angefühlte, nicht zu gehen und es nicht eskalieren zu lassen. Er hat daraufhin seinen Kopf gegen das Treppengeländer gehauen (unsereTochter war da noch in ihrem Zimmer)…ich habe weiter auf ihn eingeredet und er hat mich gefragt, warum ich nicht „einmal meine Fresse halte kann“. (Jetzt ist mir auch klar, dass ich das besser hätte sein lassen sollen.) Er ist geblieben und hat mit unserer Tochter gespielt.

      Seitdem hat er nicht mehr mit mir gesprochen. Kein Wort. Ich habe mich entschuldigt, mehrfach, ich habe es dann sein lassen, als er mir per SMS schrieb, dass er sich jetzt „schützen muss“. Er ignoriert mich, behandelt mich wie Luft. Er hat heute nicht einmal meinen Eltern, die über Weihnachten da waren, tschüss gesagt (wohenn 350 km weit weg). Er lag nur im Bett. Heute nacht hat er sich aber um unsere Tochter gekümmert.
      Es ist so ein furchtbares Gefühl, so ignoriert zu werden. es tut so verdammt sch**ße weh! Wenn er mich wenigstens anbrüllen würde…
      Gerade wollte ich los, mit den Kinder zu einem (Therapie)Termin. Sie wollte dass er mitkommt, ich solle nicht mit. Ich hab ihn gefragt ob es ok wäre - nix! gar nix! Er hat sich nur angezogen, ist mit ihr raus (ich musste sogar noch meiner Tochter tschüss irgendwie hinterher rufen, weil er nur schnell raus wollte) und hat mir per SMS „Adresse“ geschrieben. Und jetzt sitze ich hier. Mit unserem Sohn und könnte nur noch heulen!
      Ich habe mir die Tage zwischen den Jahren anders vorgestellt und ja, ich habe mir mein Leben anders vorgestellt! Diese Erkenntnis überrollt mich und ich habe Angst vor allen Konsequenzen.

      Ich liebe meinen Mann. Ich habe gute Zeiten mit ihm durch, wir sind gut miteinander und (meistens) auch füreinander. Ich brauche ihn und ich kann mir ein Leben ohne ihn nie und nimmer vorstellen (vorstellen vllt. schon, aber ich WILL es NICHT). Ich wollte schon mit ihm zur Paarberatung. Der einen Beraterin (eine Stiftung, kostet nix) spricht er jegliche Kompetenz ab (waren dort mal, als es mit unserer Tochter so schwierig war), bei Pro familia kostet es ihm zu viel…

      Hat jetzt überhaupt irgendwer bis hierher gelesen? Was soll ich denn nur tun? Was tätet ihr?

      Vielen Dank schon einmal an alle, die sich Zeit genommen haben zu lesen und dann vllt. sogar noch etwas zu antworten!

      • (2) 28.12.17 - 16:54

        Ich habe alles gelesen..... Dein Mann tut mir leid.
        Ich denke, Ihr werdet es ohne Hilfe von außen nicht schaffen.

        Du stößt ihn weg, wenn er dasselbe tut "drehst Du durch" ( bezogen auf, Du könntest nicht einmal die Fresse halten) und kannst es kaum ertragen.

        Bitte sucht Euch Hilfe, bevor Dein Mann sich was antut....... ja, das kommt mir tatsächlich in den Sinn wenn ich Deinen Text lese.

        Alles Gute für Euch.

            • Es gibt verschiedene Vorstadien, wenn jemand Suizidgedanken hat, der Tunnelblick gehört dazu. An Deiner Stelle würde ich schnellstens mit einer psychiatrischen Ambulanz Kontakt aufnehmen oder mit eurem Arzt sprechen. Die Reaktionen Deines Mannes finde ich bedenklich. Ich bin absolut kein Arzt, hatte aber während meiner Dienstzeit leider mit mehreren versuchten und erfolgreichen Suiziden zu tun. Leider war man da noch nicht so gut informiert wie heute. LG Moni

        (6) 28.12.17 - 17:28

        Danke erstmal um deine Meinung!

        Was genau tut dir leid? (Mir tut er auch leid), aber tut dir leid wie ich bin oder was ich tue? Ich will es gern verstehen...

        Mein Mann ist im Grunde sehr rational, er weis um die Probleme und er würde sich nix antuen! Er sagt das selbst, da er so etwas uns und imsbesomdere den Kindern nicht antuen könnte!

        • Da wäre ich an Deiner Stelle aber vorsichtig. Ich denke, Depression und rationales Handeln gehen nicht wirklich gut zusammen. Der Depressive weiß vielleicht, was richtig wäre. Die Frage ist nur, ob er überhaupt in der Lage ist, entsprechend zu handeln.

        (9) 28.12.17 - 17:54

        dadas Problem ist die Krankheit. Auch wenn einer im gesunden oder noch halbwegs gesundem Zustand das niemals tun würde (denn ein Gesunder tut das nicht): Die Krankeit verändert diese rationale Denkweise leider. Das Gehirn "denkt" anders, der Mensch "fühlt" anders. Es ist von einem Gesunden nicht verstehbar, warum sich jemand das Leben nimmt, seine Liebsten verlässt, für die er ja wirklich viel empfindet.
        PS: Leider habe ich das Argument, dass jemand nicht seine Familie in die Depression reinziehen will, auch schon als "rationales" Argument für den Suizid gehört!

        (10) 28.12.17 - 17:56

        Das mit dem "er würde sich nix antun", habe ich leider im Freundeskreis schon anders erlebt. Und Eure Geschichte erinnert mich ziemlich an diese Erfahrung.

        Ich kann Dir nichtmal genau sagen, warum Dein Mann mir leid tut. Aber es war dieser Satz ...."kannst Du nicht einmal die Fresse halten".....die wohl seine ganze Verzweiflung zum Ausdruck bringt, und mich betroffen macht.

        Wenn ich ganz ehrlich bin, dann denke ich sogar, dass Ihr Beide nicht zusammen passt.......von Anfang an nicht. Anscheinend seid Ihr eine explosive Mischung und wisst nicht miteinander umzugehen.

        Ihr werdet alleine nicht rausfinden und braucht Hilfe.

        LG

    (11) 29.12.17 - 12:42

    -Dein Mann tut mir leid.-

    Unverschämtheit, diese Antwort.

Akzeptiere, dass dein Mann Ruhe brauch und hol Dir Hilfe. Warte nicht ob er ein Paartherapie will etc. , sondern schau nach einer Selbsthilfegruppe etc. für Angehörige von Menschen mit Depressionen.
Stell deine Wünsche nicht hinten an, sondern schau was Du für dich tun kannst.
Dann geht es auch in der Beziehung mit deinem Mann besser.
Du hat erkannt, dass ihr in Mustern handelt, dann brech deine Muster und schieb es nicht auf ihn.

  • (13) 28.12.17 - 17:31

    Danke dir! Ich habe im Januar einen weiteren beratungstermin, da sollten wir eigentlich beide hin, er will aber nicht! Vllt hilft der mir!

    Ich habe immer das Gefühl, sobald ich wünsche äußere (und umsetze) belaste ich ihn noch mehr!
    Ich habe grundsätzlich das Gefühl es falsch zu machen...ich will ja nicht dass es ihn schlecht geht!

    Ihn in Ruhe lassen ist ja gut, aber wenn man zusammen lebt, dann geht das ja kaum! Unsere Tochter merkt doch sicher bald dass Papa nicht mit Mama spricht!

(14) 28.12.17 - 17:16

"Hat jetzt überhaupt irgendwer bis hierher gelesen?"

Ja. Aber gleichzeitig sollte Dir klar werden, wenn Du diese Frage stellst, dass es sich um eine ellenlange Leidensgeschichte handelt. Also geht das schon viel zu lange so und ich halte Euch an der Stelle beide für Opfer der Depression Deines Mannes.

"Was soll ich denn nur tun? Was tätet ihr?"

Inzwischen ist die Lage so verfahren, dass Euch wohl nur eine räumliche Trennung weiter bringen wird. Damit einfach mal ein Break reinkommt, damit jeder mal Abstand vom Anderen hat, damit ihr aufhört, Euch gegenseitig für Eure negativen Gefühle zu beschuldigen, damit endlich Schluss damit ist, dass sich das noch mehr aufschaukelt. Das weisst Du aber doch selbst schon längst, willst es nur nicht umsetzen, richtig? Wie schlimm soll es denn noch werden, was muss noch passieren, bis endlich einer von Euch den richtigen Schritt macht?

Niemand sagt, ihr müsst die Beziehung auflösen. Aber was ihr braucht wäre doch ein Neuanfang, seine Genesung und vor Allem auch für Dich wieder ein Leben mit eigenen Bedürfnissen, die Du Dir erfüllen darfst. Bleibt ihr weiter so eng zusammen, wird das aber ganz sicher nicht passieren.

  • (15) 28.12.17 - 17:35

    Danke für deine Meinung!

    Wie geht eine räumliche Trennung mit Kindern? Und wie kommt man da wieder raus oder nessser wieder zusammen?
    Ich habe da so entsetzliche Angst vor

    • Einer zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und sucht sich (übergangsweise) eine Unterkunft. Und wieder zusammen kommt man dann nur, wenn beide es wollen.

      • (17) 28.12.17 - 17:44

        Was sagt man den Kindern? In unserem Fall der großen? Wo ist sie in der Zeit? Wer hat mehr Kraft? Ich kann es mir einfach nicht vorstellen!

    Hallo

    Ich habe meinen Mann letztes Jahr in die pychatrie gebracht. So konnte er an seinen Problemen arbeiten und hatte Unterstützung und ich konnte hier daheim ruhe rein bringen.

    Allerdings sind wir schon fast 21 Jahre zusammen und es war seine erste richtige schlimme Phase die wir hatten.

    Lg

    (19) 28.12.17 - 19:06

    >>>Ich habe da so entsetzliche Angst vor<<<

    Der Gedanke an eine räumliche Trennung sollte dich eher erleichtern. Du lebst seit acht Jahren in einer belastenden Beziehung, kennst du überhaupt noch das Gefühl, einfach mal unbeschwert zu sein?
    Ich würde das alles keinen Tag länger leben wollen, wo bleibst du dabei?

    • (20) 28.12.17 - 19:34

      Ich weis, dass die Beziehung nicht immer unbeschwert war und ja...es ist immer schlimmer geworden! Im Moment nimmt mir die Beziehung einen Teil meiner selbst! Und diese Erkenntnis tut weh!
      Suxh, dass ich gern ohne meinen Mann und meine Kinder daheim bin, dass ich gern diese Ruhe genieße! Ich habe nie gelernt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen! Ich weis das, habe aber keine Kraft, njcjt den Mut etwas zu ändern daran!

      Ich möchte trotz allem bicht von meinem Mann getrennt sein! Ich liebe ihn einfach! Irrational vllt!

      • (21) 28.12.17 - 19:55

        Absolut irrational.

        Dein Mann lässt sich nicht helfen.

        Du hilfst dir selbst nicht.

        Also dümpelt ihr seit Jahren in eurem Elend dahin.

        Was für eine miese Perspektive für die Kinder...

(22) 28.12.17 - 17:37

Hallo,
bei euch dreht sich alles seit längerem nur noch um die Depression und die Auswirkungen (verständlich). Ihr spiralisiert euch da immer weiter und schneller hinab.
Ich glaube nicht, dass ihr da alleine wieder herauskommt. Ob ihr in einer Paartherapie oder jeder für sich erst als Einzeltherapie besser aufgehoben seid (wäre meine Vermutung) müsst ihr euch beraten lassen bzw selbst entscheiden.
Für mich klingt es, als wäre dein Mann schon hart an der Grenze wenn er sich "schützen" muss vor deiner Reaktion. Dir würde vll eine Therapie zum Reflektieren deiner Reaktionen und wie du mit dem was dein Mann in den Situationen braucht sehr helfen, auch um dich selbst schützen zu lernen.
Gibt es denn die Möglichkeit dass Freunde/Verwandte/Schwiegermama vll ab und an die Kinder betreuen kann, dass du deine eigenen elementare Wünsche selbst erfüllen kannst, bzw. einen Ausgleich hast?
Kleiderschrank, Sport usw...
Die Daumen sind gedrückt, dass ihr einen Weg findet.
Liebe Grüße

Hallo Mannschweigt,


eure Situation ist nicht einfach. In meinen Augen dauern eure Probleme schon zu lange und euch beiden fehlt die Kraft. Die Krankheit deines Mannes belastet eure ganze Familie und zeigt auch deutliche Spuren bei dir.

Du stellst deine Wünsche ganz hinten an, versuchst alles zu tun um eure Ehe aufrecht zu halten. Dabei achtest du aber auch zu wenig auf deine Bedürfnisse.

Ich denke so wie die meisten schon geschrieben haben das ihr ohne Hilfe von außen nicht aus diesem " Loch" kommt. Wenn dein Mann nicht bereit ist Hilfe (z. B. Paarberatung) anzunehmen, dann such dir eine Anlaufstelle die dich unterstützt. Über kurz oder lang brauchst du jemand an deiner Seite der dich bei allem unterstützt.

Das euer Sex-leben unter der ganzen Miesere leidet ist in meinen Augen ganz normal. Du solltest dich auch auf nichts einlassen was du nicht möchtest. Auch nicht aus Liebe zu deinem Mann.

Du musst eure Probleme als Ganzes betrachten. Es wird nicht viel bringen an einzelnen Punkten rum zu experimentieren und anders dabei nicht zu beachten.

Du solltest dir auch Freiräume schaffen und dir öfter etwas Gutes tun damit du wieder Kraft tanken kannst.

FG blaue-Rose

(24) 28.12.17 - 17:46

Ich habe deinen Beitrag gelesen, weil mich das Thema auch sehr beschäftigt. Es tut mir so leid, dass ihr davon betroffen seid, es ist eine schreckliche Krankheit. Aber ihr seid nicht allein, sie kommt leider häufig vor.

Ich kann dir nur raten, sucht euch Hilfe, ärztliche-psychotherapeutische Unterstützung für Deinen Mann. Mit Depression bringt m.E. eine Paartherapie nichts.

Ich weiß es ist eine Ferndiagnose, aber das hört sich einfach nicht gut an, es ist nicht die Beziehung, die Schuld ist, es ist die Krankheit. Dagegen kannst du garnichts ausrichten, egal wie du dich bemühst. Die Krankheit kann zB auch zu unemotionalem Verhalten führen. Er kann dich vielleicht wirklich nicht in den Arm nehmen, er schafft es nicht. Insofern, versuch, das nicht persönlich zu nehmen. Dein Mann macht eine schlimme Zeit durch, es kostet ihn vermutlich eine unglaubliche Überwindung, überhaupt ansatzweise zu funktionieren.

Es ist natürlich verfahren, dass er selbständig ist und evtl will er sich die Zeit für eine Therapie nicht gönnen. Aber es muss sein. Bevor er zu tief drin steckt.
Es gibt auch Kuraufenthalte für Depressionen, da kann er dann den Abstand von Euch bekommen, den er vermutlich wirklich braucht. Vielleicht wäre das ein Anreiz für ihn, sich in Therapie zu begeben. Denn er merkt ja selbst, dass er Abstand braucht und Zeit für sich. Und er hat ja selbst die Sorge, dass es wird wie bei seinen Eltern. Und du kannst dir dann ebenfalls zB in einer Selbsthilfegruppe Hilfe suchen.

Glaub mir, und wenn du magst lass es deinen Mann lesen, es ist bei der Krankheit das einzige was hilft sich in professionelle (kompetente) Hände zu geben. Das ist für die meisten unangenehm, denn wer redet schon gerne über seine Gedanken und sein Inneres, vor allem Männer. Aber kompetente Psychotherapeuten können zusammen mit Medikamenten eben doch was ausrichten. Ich kannte drei Leute, die durch suizid gestorben sind. Alle eigentlich in objektiv guten Lebenssituationen. Alle depressiv, "ohne Grund", zwei davon ohne professionelle Behandlung.

Ich wünsche Dir und Euch beiden alles Gute. Ich finde es toll, wie du an der Beziehung festhältst. Es ist echt hart.
lg

  • (25) 28.12.17 - 19:38

    "Es ist natürlich verfahren, dass er selbständig ist und evtl will er sich die Zeit für eine Therapie nicht gönnen. Aber es muss sein. Bevor er zu tief drin steckt"

    Es ist eine GmbH, da hängen andere und Angestellte dran! So einfach hdg es leider nicht!

    Das geoße Problem ist, dass seine Psychiaterin gesagt hat, dass es suxh ohne Therapie ginge, da er ja sowieso so wenig Zeit hätte und es somit nur mehr Belastung wäre! Hat sie so zu mir gesagt...er hat sie extra von der Schweigepflicht entbunden!

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