Gefühlschaos, oder wie kann ich meine Erwartungshaltung ändern?

    • (1) 29.12.17 - 11:42
      Gefuehlschaoshoch10

      Mein Partner und ich führen eine sehr harmonische Beziehung, liegen auf einer Wellenlänge, mögen die selben Dinge und haben die selben Ziele im Leben, alles passt, bis auf einen Punkt.

      Mein Partner kommt nicht damit klar wenn ich meine Gefühle zeige wenn mich etwas enttäuscht oder traurig macht. Zum Geburtstag bekam ich ein ganz tolles Geschenk von ihm, etwas wo er sich wirklich sehr viele Gedanken gemacht hat. Heute morgen dann kurz bevor ich los wolle zu besagtem Termin kam die Info das es leider nichts wird. Wochenlang habe ich mich auf dieses Tag gefreut, war auch aufgeregt etc. Mir liefen die Tränen, einfach so, weil ich entsprechend enttäuscht war. Mein Partner schaute mich nur unverständig an und sagte "Du wirst doch deshalb jetzt nicht heulen? Du bist doch kein kleines Kind und es ist doch kein Weltuntergang". Ich war so wütend über seine Reaktion, statt mich einfach zu trösten oder in Ruhe zu lassen fährt er mich so an. Bin jetzt nach Hause gefahren weil ich nachdenken muss.

      Es ist einfach immer wieder mal so, dass er mit solchen Situationen nicht klar kommt, weil er da einfach völlig anders reagieren würde, er hätte einfach gesagt ja gut ist so, kann ich nicht ändern.

      Ich aber war einfach traurig und habe das auch raus gelassen.

      Wie kann ich meine Erwartungshaltung ihm gegenüber ändern? Wie kann ich akzeptieren das er eben nicht so reagieren würde wie ich? Ich weiß das nur weil ich der Typ bin der dann Trost spendet oder versucht aufzumuntern, ich das nicht auch von meinem Partner erwarten darf. Aber es fällt mir so schwer, ich möchte doch einfach auch mal etwas von dem zurück bekommen was ich gebe, ist das zu viel verlangt?

      • Vielleicht hat er nie richtig gelernt einen heulenden Menschen zu trösten. Habt ihr Kinder? (Wie) tröstet er da?

        Es könnte ihn sehr belasten wenn du heulst, insbesondere wenn es im Zusammenhang mit seinem Geschenk steht, mit dem er dir ja offensichtlich eine große Freude machen wollte und nun das...

        Ganz ehrlich, ich persönlich finde Heulen bei Erwachsenen wegen sowas auch seltsam. Man sollte doch gelernt haben mit Enttäuschungen umzugehen.

        Ich wünsche dir, dass dein Geschenk noch irgendwie nachholbar ist....

        LG S.

        (3) 29.12.17 - 12:53

        Häh? Worum geht es überhaupt? Was für ein "besagter Termin"? Der ist nicht besagt, weil in keinem Wort näher erläutert. Wo ist der Zusammenhang zwischen dem Geschenk und diesem Termin? Gibt es keinen oder war der Termin das Geschenk und ist ausgefallen, wodurch es nun gar kein Geschenk gab?

        Hm. Also ehrlich gesagt wäre ich auch überfordert gewesen und hätte es wohl albern gefunden, deshalb zu heulen.

        Und wenn ich das albern finde, habe ich auch nicht das Bedürfnis Trost zu Spenden, bzw. das käme dann sehr anerzogen rüber und nicht wie ein aufrichtiger Trost.

        LG

      • Esc wäre ganz hilfreich zu wissen, worum es denn ging. Und ja, ich sehe auch Unterschiede in "weinen".


        Ihc habe meinem Mann zu Weihnachten ein Abendessen in einem besonderem restaurant geschnekt. Müsste ich das nun an besagtem tag absagen und er würde dann in Tränen ausbrechen, wäre ich auch irritiert.

        Anders sieht es für mich aus, wenn es sich bei dem Geschenk wirklich um einen Lebenstraum handeln würde und er plötzlich wieder unerreichbar wäre. Dann könnte ich ein paar Tränen sehr gut verstehen.

        Bei dir geht es aber anscheinend um ein generelles Gefühl nicht genug zu bekommen:

        "Aber es fällt mir so schwer, ich möchte doch einfach auch mal etwas von dem zurück bekommen was ich gebe, ist das zu viel verlangt?"

        Das würde ich bei ihm ansprechen, das ist ja nicht in erster Linie von einem Geschenk oder dem Vertsändnis für ein paar Tränen abhängig. Grudn sätzlich bin ich aber der Meinung, dass man nicht deswegen geben sollte um Anspruch zu haben etwas zu bekommen.

        Mir liefen die Tränen, einfach so, weil ich entsprechend enttäuscht war. Mein Partner schaute mich nur unverständig an und sagte "Du wirst doch deshalb jetzt nicht heulen? Du bist doch kein kleines Kind und es ist doch kein Weltuntergang".

        Kleine Kinder können mit Enttäuschungen auch nicht umgehen und müssen von Erwachsenen getröstet werden. Wenn das im Alltag regelmäßig bei dir passiert, dass du von deinem Ehepartner getröstet werden musst, dann würde ich das eine übertriebene Erwartungshaltung werten.

        Wenn es die absolute Ausnahme ist, z.B. bei Todesfällen, bei schwerem Verlust, nach Unfällen und schwerer Krankheit, dann ist es angebracht und gesund, wenn man auch von außen Hilfe und Trost annimmt.

        Wenn du erwachsen bist, kannst du lernen dich in gewisser Weise auch selbst zu trösten. Das was dir früher deine Mutter an Trost und Ermutigung zugesprochen hat, das kannst du dir als Erwachsene selbst zusprechen. Dafür brauchst du keinen Ehepartner.

      • Hallo,

        Ich bin jetzt nicht so hoch emotional, aber mein Partner is auch so.

        Er kann viele Dinge nicht nachfühlen und merkt auch nicht wenn er verletzend wird.

        Man könnte sogar sagen in vielen Dingen ist er Empathie los.

        Manchmal muss ich echt schlucken und Rede dann später mit ihm.

        Nicht um ihn zu ändern sondern um ihm zu zeigen wie ich ticke.

        Ich liebe diesen Mann aber ich bin nun mal wesentlich sensibler als er und muss halt lernen damit umzugehen das er es eben nicht ist.


        Als es darum ging das unser ungeborenes Vllt eine fb wird war er völlig Gefühllos und sagte nur: na dann ist es eben so.

        Habe ihm erklärt das das eben für mich nicht so ist. Und er sah ein das ich eben anders bin.

        Und als tatsächlich die Diagnose kam das das Herz nicht mehr schlägt und ich weinend zu ihm bin hat er mich wortlos getröstet.

        Mehr erwarte ich da auch nicht . Er versteht es nicht und das ist ok.


        Also extrem lange Rede kurzer Sinn:

        Erkläre deinem Partner wieso du wie auch immer reagierst. Ob er dafür Verständnis haben kann ist eine andere Frage, da diese Art von Menschen oft sehr logisch denken und man oft nur mit Logik bei ihnen durchkommt.


        Aber Schraube deine erwartungshaltung runter. Denn sonst wird es nur mehr Enttäuschungen geben

        Hallo,

        Ich bin jetzt nicht so hoch emotional, aber mein Partner is auch so.

        Er kann viele Dinge nicht nachfühlen und merkt auch nicht wenn er verletzend wird.

        Man könnte sogar sagen in vielen Dingen ist er Empathie los.

        Manchmal muss ich echt schlucken und Rede dann später mit ihm.

        Nicht um ihn zu ändern sondern um ihm zu zeigen wie ich ticke.

        Ich liebe diesen Mann aber ich bin nun mal wesentlich sensibler als er und muss halt lernen damit umzugehen das er es eben nicht ist.


        Als es darum ging das unser ungeborenes Vllt eine fb wird war er völlig Gefühllos und sagte nur: na dann ist es eben so.

        Habe ihm erklärt das das eben für mich nicht so ist. Und er sah ein das ich eben anders bin.

        Und als tatsächlich die Diagnose kam das das Herz nicht mehr schlägt und ich weinend zu ihm bin hat er mich wortlos getröstet.

        Mehr erwarte ich da auch nicht . Er versteht es nicht und das ist ok.


        Also extrem lange Rede kurzer Sinn:

        Erkläre deinem Partner wieso du wie auch immer reagierst. Ob er dafür Verständnis haben kann ist eine andere Frage, da diese Art von Menschen oft sehr logisch denken und man oft nur mit Logik bei ihnen durchkommt.


        Aber Schraube deine erwartungshaltung runter. Denn sonst wird es nur mehr Enttäuschungen geben.

        Man gibt in einer Beziehung nicht um zurückzubekommen. Man gibt weil es einem selbst aus Liebe heraus ein inneres Bedürfnis ist, ganz ohne Erwartungen.

        Sauer, wütend, enttäuscht...alles verständlich, aber zu Weinen finde ich auch unangemessen!
        Da hat er Recht.
        Ich bin selbst auch so eine Frau, die weinende Frauen nicht ertragen will.

        Wenn jemand gestorben ist, ok. Aber wegen etwas was nicht mit Tod vergleichbar ist?

        Du stellst Dich an.

        Du bist wirklich kein kleines Kind mehr!

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