Nochmals künstliche Befruchtung, ich möchte das nicht

    • (1) 29.12.17 - 17:32
      Kollisionen

      Hallo,
      Wir haben nach jahrelanger Kinderwunschbehandlung gesunde Zwillinge bekommen, Junge und Mädchen.
      Wir sind beide nur eingeschränkt fruchtbar.
      Mein Mann möchte noch mehr Kinder, aber ich möchte nicht diese ganze Behandlung nochmals mit machen.
      Es war körperlich sehr belastend für mich, jahrelang war unser Leben von Terminen bestimmt, die die Klinik vorgab.
      Ich weiß nicht mehr, wie viele Ultraschalluntersuchungen und Blutentnahmen ich hatte, dazu zweimal eine Überstimulation, die mich auf die ITS gebracht hat.
      Es ist einfach die Summe aus gesundheitlichen Bedenken und den Einschränkungen, die so eine Behandlung mit sich bringt, die mich sagen lässt,dass ich das nicht nochmal kann.
      Mein Mann und ich haben schon oft darüber gesprochen in den letzten Jahren, ich bin mittlerweile auch in einem Alter, wo die Aussichten nicht gerade rosig sind, dass es nochmal klappt.
      Ich war ihm zuliebe beim Arzt, mein AMH Wert ist schlecht und meine Eizellen waren vor etlichen Jahren schon qualitativ nicht besonders.
      Die schlechten Erfolgsaussichten kommen also noch dazu.
      Jetzt ist ausgerechnet an den Feiertagen der Streit eskaliert, er warf mir vor, seine Wünsche nicht ernst zu nehmen, ein Wort ergab das andere.
      Schließlich sagte ich, dass er ja auch nicht ständig zum Arzt muss, und sein Körper nicht ständig untersucht, behandelt und mit Hormonen voll gepumpt wird.
      Klar, so will es die Biologie, er kann nun mal nicht schwanger werden.
      Ich sagte dann, mir kommt es vor, dass er über meinen Körper verfügen will, um sich seine Wünsche zu erfüllen.
      Und das ich das absolut nicht akzeptabel finde.
      Wir haben zwei Kinder, warum macht er alles so kompliziert?
      Warum kann er nicht zufrieden sein mit dem was wir haben?
      Was wenn es wieder Zwillinge werden, ich schaffe das nicht 4 Kindern gerecht zu werden.
      Das Thema ist so belastend, dass es unser ganzes Leben beeinflusst.
      Er macht ständig Kommentare in diese Richtung, ich kann das einfach nicht mehr hören.
      Was ist ein Ausweg?

      • Hallo,

        ein Ausweg wäre, sich um die Adoption eines Einlings zu bewerben.

        So wie du es schilderst, sind deine Gründe logisch. Das würde ich auch nicht machen, du hast ja schließlich für zwei Kinder schon Verantwortung.

        Ich finde es egoistisch von deinem Mann, da so vehement drauf zu bestehen.

        LG

        Hallo,


        auch wenn es schwer umzusetzen ist. Ich würde bei einem klaren Nein bleiben und es ihm auch schonungslos sagen.

        Du bist die diejenige die alles ertragen muss. Er hat leicht reden. Er ist davon so gut wie nicht betroffen und es ist auch so wie du geschrieben hast. Ihr habt das Glück zwei Kinder zu haben. Ich würde mich an deiner Stelle auf keinen weiteren Versuch einlassen.

        Entweder er akzeptiert es oder nicht.


        Fg und viel Kraft

        blaue-Rose

        Hallo, ach herrje als ich deine Nachricht gelesen habe, hätte es sich um uns drehen können. Wir haben aktuell die 5. Geschwisterkind Icsi und Kryo hinter uns. Alle Versuche waren negativ und ich vertrage die Stimulation sehr schlecht, ständig lande ich in der Überstimu.
        Ich habe auch viel darüber nachgedacht , ich mache das nicht mehr !

        Ich bin glücklich und sehr dankbar ein gesundes Kind zu haben. Das ist so wertvoll , dass man manchmal im Leben zufrieden sein sollte.

        Mein Mann kann mich nicht zwingen diese „Qualen „ auf mich zu nehmen, ich habe alles gegeben . Schließlich haben die Männer den leichten Job in dieser ganzen Sache. Ansprüche an uns Frauen zu stellen finde ich nicht richtig.
        Ich möchte das nicht mehr!
        Wir haben das wertvollste auf der Welt bereits #verliebt

        Also egal für was du dich entscheidest, mach es aus purer Überzeugung.
        Ich drücke dir die Daumen , dass du für dich bie beste Entscheidung findest.

      • Ich denke, es gibt keinen „Ausweg“- vielleicht einen Kompromiss, nur 1 Frisch-Versuch, eventuell mit Single Embryo Transfer, und eventuelle Kryos? Wir haben auch nach 5 Jahren Kinderwunschbehandlung endlich ein Kind bekommen, sind uns aber einig, dass wir nächstes Jahr weitermachen. Allerdings habe ich die Medikamente auch immer gut vertragen.

        Hallo,

        da gibt es keinen Kompromiss. In dem Fall gilt wirklich Dein Körper, Deine Entscheidung, egal ob dieses Nein zu weiteren Behandlungen sehr schmerzhaft für Deinen Mann ist.

        Setzt Euch im passenden Moment in Ruhe nochmal zusammen und erkläre ihm Deine Ansicht dazu. Weitere Diskussionen würde ich mir aber dann verbitten. Das führt zu nichts. Ich fürchte Dein Mann muss lernen damit zu leben und sich an dem zu erfreuen was ihr habt, zwei Kinder! Es ist ja nicht so, als ob Ihr die Behandlung erfolglos abbrechen müsst.

        Wir stecken noch mitten in der Behandlung, bisher leider erfolglos. Ich kann also gut nachempfinden, was eine solche Behandlung für Dich bedeutet. Für die Männer ist das ganze, zumindest körperlich gesehen, total entspannt. Daher überlässt mir mein Mann weitesgehend die finale Entscheidung was wir an Behandlungen durchführen lassen und wie lange wir das noch auf uns nehmen wollen.

        LG Nenea

      • Ich finde es auch rücksichtslos von deinem Mann, dass er dich so vehement zu weiteren künstlichen Befruchtungen drängt. Wenn man selbst nicht von all den Strapazen betroffen ist, hat man aber auch gut reden. Er muss doch außer der Spermienprobe nichts machen. Außerdem hattest du ja geschrieben, dass die Chancen auf eine weitere Schwangerschaft auch aufgrund eures Alters nicht gut sind. Im schlimmsten Fall wären also weitere Behandlungen völlig umsomst, weil es möglich wäre, dass du gar nicht mehr schwanger wirst.

        Wenn ihr wieder mal einen Kommentar macht, würde ich ihn auch auf die hohen Kosten einer Kinderwunschbehandlung hinweisen. Meines Wissens beteiligt sich die Krankenkasse ja nur noch zu 50 %, so dass ein recht hoher Eigenanteil vom Patienten zu tragen ist. Was bei euch noch hinzukommt, sind eure Zwillinge, die euch sicherlich auch immer fleißig beschäftigen. Außerdem kenne ich kein einziges Paar, das nach erfolgreicher Kinderwunschbehandlung noch ein zweites Kind bekommen hat. Alle waren der Ansicht, dass sie sich eine solche Behandlung nicht mehr antun wollen.

        • Also wir wollen nächstes Jahr weitermachen- es gibt also so Fälle, und eine Freundin von mir hat auch nach dem ersten Kind weitergemacht, das zweite waren dann Zwillinge... man weiß von vielen ja auch nicht wie die Kinder entstanden sind 😊

          • (9) 29.12.17 - 20:20

            Ich muss sagen, auch wenn wir nur ein Kind hätten, würde ich das nicht nochmal auf mich nehmen.
            Und das habe ich meinem Mann.auch gesagt.
            Nämlich dass es für mich so oder so keine weiteren Behandlungen gäbe.
            Damals war das die letzte Kryo.
            Danach hätte ich nicht weiter gemacht, das hatte ich klar mitgeteilt, ich denke, daran wäre unsere Beziehung gescheitert.
            Denn im Gegensatz zu ihm war ein Leben ohne Kind für mich immer eine Option, mit der ich hätte leben können.

            Sicherlich gibt es Paare, die erneut künstliche Befruchtungen für ein zweites Kind auf sich nehmen. Ich kenne allerdings sicherlich 5 Paare mit Fruchtbarkeitsproblemen, die kein zweites Kind bekommen haben. Von einigen weiß ich definitiv, dass sie auch keine weiteren Kinderwunschbehandlungen gemacht haben. Das waren allerdings solche Fälle, die sich jahrelang mit erfolglosen Behandlungen gequält haben und bis zu 8 IVF oder ICSI-Versuche hatten. Außerdem konnten sie auch die hohen Kosten dieser Behandlungen nicht mehr tragen.

        Das ist aber totaler Quatsch...Aufgrund unsere kiwugeschichte kennen wir 9 Paare die auch Patienten sind bzw. waren und ALLE haben noch mindestens ein Geschwisterkind , manche sogar noch zwei bekommen. Selbst wir hatten es letztes Jahr nochmal versucht, trotz totem Kind in der Vorgeschichte und Horror-SS beim 2. Kind. Leider war der Versuch erfolglos. Eir haben aber noch einen Embryo auf Eis.
        Ich denke, das kommt immer auf die eigene Erfahrung an. Wir hatten bei der 1.ICSI schon Erfolg, hatte 17 Eizellen und medis und Behandlung super vertragen. Genauso wie bei d er darauffolgenden Kryo. Hatte die Behandlung auch nicht als Belastung empfunden. Klar, wenn man zig Behandlungen hatte ist das bestimmt was anderes.

        • Nur weil ich anderer Meinung bin, schreibe ich noch lange keinen Quatsch. Ich habe lediglich von Fällen aus meinem Bekanntenkreis berichtet. Diese müssen aber nicht repräsentativ sein. Wenn es bei dir besser gelaufen ist, dann freut es mich für dich. Manche sprechen auf die Hormonbehandlungen nicht richtig an oder haben frühe Fehlgeburten. Ich kenne ein Paar, das vier Jahre lang versucht hat, per ICSI ein Kind zu bekommen. Schließlich hat es doch noch geklappt. Sie haben aber danach auch aus finanziellen Gründen auf weitere Versuche verzichtet.

    ich schließe mich den anderen an, dein Körper ist der "leidtragende".

    Eine andere Frage habe ich aber: Was bzw wieviele Kinder hattet ihr denn ursprünglich mal "abgesprochen"?

    • (15) 29.12.17 - 20:07

      Wir hatten gar keine genaue Anzahl abgesprochen.
      Ich habe gesagt, dass wir erst mal mit einem.anfangen und dann sehen wie es ist.
      Erst dann kann man sehen, wie einem das Leben mit Kind so gefällt, ob einem das Muttersein liegt und wie man das Familienleben empfindet.
      So meine Ansicht, die ich auch so mitgeteilt habe.
      Er hat sich da nie genau geäußert, er sagte nur, er sieht es auch so..eins nach dem.anderen.
      Aber selbst wenn wir 5 Kinder geplant hätten. Das sind mur Pläne und in dem Moment wo man erfährt,dass es nur mit medizinischer Hilfe geht, sind diese theoretischen Überlegungen doch hinfällig.
      Ich wollte diese ganze Behandlung gar nicht machen lassen und hätte auch ein Leben ohne Kinder nur mit meinem Mann als erfüllend empfunden.
      Ihm hat das nicht gereicht, also hab ich gesagt, ok, ich mache das.
      Letzten.Endes hat es fünf Jahre gedauert und dann auch noch Zwillinge, was mich auch überfordert hat.
      Schon.der Ultraschall war ein Schock, der Arzt zeigte mir die zwei Fruchtblasen und ich war wie erstarrt.
      Sowohl die Schwangerschaft, dann die Frühgeburt in der 28.Woche, ich hatte hohen Blutdruck, Ödeme, Diabetes.
      Zwei kleine Babies haben mich völlig aus der Bahn geworfen, ich hab wochenlang nur geheult ,weil ich mich dem Ganzen nicht gewachsen gefühlt habe.
      Ständig in der Neonatologie, 12 Wochen lang.
      Dann.allein mit zwei Frühchen, es war ein Alptraum, ich hab das als großen.Ein schnitt empfunden und von.Mutterglück keine Spur.
      Mein Mann war happy, aber ich hatte den Stress.
      Ich konnte mit ihm nicht reden, er sagte, ich wäre unnormal, dass ich nicht glücklich sei, jede andere Frau wäre nach all den Jahren überglücklich, Zwillinge zu bekommen.
      Meine Hebamme meinte, dass das nicht so sei und viele Mütter sich überfordert fühlen.
      Ich bekam dann eine Familienhebamme, die in.den ersten 6 Monaten 3 mal.die Woche kam,.und ich bat meine Mutter um Hilfe.
      Die hat monatelang hier mit gewohnt und mir geholfen, was echt super war aber meinem.Mann nicht passte.
      Er wollte nicht dass sie hier wohnt, aber ich hab das durch gesetzt ,ich brauchte Hilfe und musste auch an die Kinder denken.
      Wenn ich es,nicht schaffte sie.allein zu versorgen, war Hilfe annehmen doch die beste Lösung.
      Mit dem Schlafmangel kam ich gar nicht klar, monatelang kaum Schlaf, ich war ständig gereizt, wurde leicht aggressiv, mein Mann hat dann teilweise im Büro oder im Hotel geschlafen, weil er arbeiten musste und mit den heftigen Nächten auch nicht klar kam.
      Was ich auch verstehen kann.
      Wie soll man sich auch konzentrieren ohne vernünftigen Schlaf.
      Daher war die Hilfe meiner Mutter echt notwendig, wie hätte ich das sonst schaffen sollen?
      Nach 1 Jahr wurde es besser, ich ging wieder stundenweise arbeiten, die Kinder waren ab da in.der Kita.
      Seit sie 2 sind arbeite ich wieder 30 Stunden und das tur mir so gut.
      Ich schaffe so was nicht nochmal, wenn ich dran denke,.bekomme ich Panik.

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