Ich will meinen Mann zurück

    • (1) 30.12.17 - 14:50
      Mondscheinsonate19

      Anfang Oktober haben wir uns nach 11 Jahren Beziehung und 3 Jahren Ehe getrennt. Es war ein schleichender Prozess.

      Nach der Geburt unseres Kindes lief die Beziehung immer schlechter. Wir hatten ein schwieriges 1. Babyjahr mit Schreikind, wenig Paarzeit, Mann flüchtete sich in Schichtdienst und ich saß mit schreiendem Baby zu Hause (Besuch empfangen oder weggehen mit Kind war die ersten 7 Monate nicht möglich, da er nur geschrieen hat). Der Ton untereinander wurde rauher, es folgten gegenseitige Vorwürfe.Die Lösung sahen darin, in die Nähe der Familien zu ziehen, um Entlastung zu finden.

      Trotz Umzug und Familie lief die Beziehung weiterhin schlecht. Im Mai sprach ich zum ersten Mal aus, wie unglücklich ich doch sei. Mein Mann schob es auf eine generelle Unzufriedenheit mit meinem Leben. Meinem Job. Meinem Sozialleben. Ich ging also mehr weg, traf Freunde und versuchte mich etwas von meinem ersten Babyjahr in Isolation zu erholen.

      Doch ich sah weiterhin, dass wir als Paar nicht mehr funktionierten. Wie eine WG lebten wir zusammen. Ich kümmere mich um Haushalt, Termine, Organisatorisches, Bürokratisches, unternahm etwas mit Kind und Freunden und mein Mann? War arbeiten oder schlief.

      Immer wieder suchte ich das Gespräch. Mein Mann blieb aber dabei, dass ich das Problem sei. Daraufhin suchte ich mir eine Therapeutin, die auf Ehekrisen spezialisiert war, um mich ein wenig zu sortieren. Die Monate plätscherten ins Land, ich wurde immer unglücklicher und auf die finale Frage meines Mannes, ob es für uns weitergehe, schüttelte ich den Kopf. Er sagte nur "OK, dann suche ich mir eine Wohnung."

      Das war es! Das waren 11 Jahre!!!! Kein Kämpfen, kein Aufraffen, kein Toben. Er nahm es hin!

      Trotz allem vermisse ich ihn sehr. Vermisse die alte Zeit, vermisse die Vertrautheit, vermisse unsere Insider, unsere Unvernünftigkeiten.

      Er hat den Kontakt weitestgehend eingestellt. Er sagt mir nur, wann er den Kleinen holt und gibt ihn an der Tür ab.

      Ich bleibe zurück mit so vielen Fragen, die ich ihm alle in einem Brief gestellt habe, auf den er nicht antwortet.

      Nach Außen stellt er mich als diejenige, die seine Familie zerstört hat, dar. Dabei hätte ich mir nichts mehr als einen gemeinsamen Weg gewünscht.

      • "Nach Außen stellt er mich als diejenige, die seine Familie zerstört hat, dar. Dabei hätte ich mir nichts mehr als einen gemeinsamen Weg gewünscht. "

        Hast du das in der Deutlichkeit formuliert? Konstruktive Vorschläge gemacht? Oder einfach in stummer Erwartungshaltung dein Leiden, dein Unglück präsentiert?

        • (3) 30.12.17 - 16:07
          Mondscheinsonate19

          Immer wieder aufs deutlichste gesagt. Vorschläge in Form von Paarberatung gemacht. Nach gemeinsamen Unternehmungen gefragt. Alles, was mir diesbezüglich eingefallen ist.

          Nach außen hin habe ich nie gelitten!

      Hallo,

      schwierig das von aussen zu beurteilen. Wie alt ist das Kind jetzt?

      Schichtdienst kann sehr belastend sein... wie war das denn vor dem Kind?

      Was hättest du dir gewünscht? Klar, offensichtlich, dass er anfängt zu toben und zu kämpfen - aber nicht immer tritt die gewünschte Reaktion ein. Vielleicht hat er in seinen Augen auch genug gekämpft ohne weiterzukommen? Er ist immerhin mit dir umgezogen, wahrscheinlich war damit auch ein Jobwechsel verbunden, hat dir quasi alle Möglichkeiten gegeben, dass es dir besser geht - und dir war das alles nicht genug.

      Du kannst ihn nicht zwingen, dir deine Fragen zu beantworten. Evtl kannst du dir einen Teil selbst beantworten, wenn du ehrlich und wahrscheinlich auch schmerzhaft reflektierst?

      Du hast nun schmerzhaft erfahren müssen, dass man die Konsequenz für alles was man sagt und zur tragen muss - also überlege in Zukunft gut und abwägend, was du SAGST und ob du das auch wirklich WILLST...

      Ich wünsch dir viel Kraft und alles Gute!

      • (5) 30.12.17 - 16:09
        Mondscheinsonate19

        Das Kind ist 2.

        Er musste seinen Job nicht wechseln. Er hatte sogar einen kürzeren Weg zur Arbeit.

        • Fraglich ob du deinen Mann als Menschen oder die Situation des Paar-seins vermisst.

          Nach elf Jahren stehst du nun mit sehr viel Verantwortung alleine. Und die Überlegung ist logisch es mit dem alten, vertraute Noch einmal zu versuchen.

          Er scheint ja nun laut deiner Aussage keinerlei Interesse mehr an einer Partnerschaft zu haben.

          Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es schlimmer für euer Kind ist, wenn ihr euch in der Zukunft ein zweites Mal trennt,als wenn es jetzt so bleibt wie es ist.

          Du kannst das auch alleine schaffen. Und irgendwann bist du auch wieder bereit für einen neuen Partner,mit dem du eine Partnerschaft leben kannst.

          Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg!

    Man sieht ja hier nur einen kurzen Ausschnitt. Aber für mich sieht das so aus, als hättest du wie ein Frosch in der Sahne gezappelt in der Hoffnung, sie wird fest. Und dein Mann hat das Glas umgeworfen, die Sahne lief aus und nun kommt noch der Vorwurf "hättest du mal heftiger gezappelt, dann wäre sie jetzt fest und wäre nicht ausgelaufen".

    Warum willst du ihn zurück? Was war seib Anteil an Versuchen euch zu retten? Wer so einfach geht hat für meine Begriffe nur darauf gewartet, dass der Andere einen Startschuss gibt. Und steht dann als Opfer da. Geile Manipulation.

    Übrigens kenne ich viele, die im Loslösungprozess so einen mentalen Rückfall haben. Steh ihn durch und schau weiter nach vorn. Das geht vorbei.

    LG

    • (9) 30.12.17 - 18:30
      Mondscheinsonate19

      Schöner Vergleich mit der Sahne :)

      Wahrscheinlich hat er in seinem Maße schon etwas dafür getan, die Beziehung zu retten. Es kam allerdings nichts von all dem bei mir an. Ich wäre so gerne mal als Paar essen gegangen oder hätte mal wieder einen schönen kindfreien Abend mit ihm verbracht (habe das auch kommuniziert). Aber das wollte er nicht. Er war nur noch mit Kollegen unterwegs und wir haben nichts mehr als Familie unternommen.

      Warum ich ihn zurück will? Ich weiß es nicht. Ich glaube, es sind die schönen Erinnerungen und die Hoffnung, dass es wieder einmal so werden würde, wie es früher war.

      • Er wird aber nicht mehr der Mann werden, in den du dich mal verliebt hast. Es gibt einen Spruch "Der wahre Charakter zeigt sich nicht in der Verliebtheit sondern in der Trennung." (oder so ähnlich).

        Behalte die guten Erinnerungen. Aber schau nach vorne.

        LG

(11) 30.12.17 - 17:22

Hallo

Für mich klingt das nach abwarten deines Mannes.
Er hatte diese Beziehung und Ehe schon länger abgehakt, hat dir das Problem zu geschoben (hat er ja mehrfach deutlich geäußert, dass alles nur deiner Unzufriedenheit zuzuschreiben ist) und hat alles aus gesessen.

Jetzt hat er das Ziel erreicht. Er kann dich überall als böse hinstellen, die alles zerstört hat, weil sie die Trennung wollte.

Er ist mit euch schon lange durch. Ganz lange. Deshalb hat er ausser "ich suche mir eine Wohnung" auch nichts mehr gesagt.
Weil er schon lange abgeschlossen hat.

Sein Plan ging auf.

Dir alles Gute

  • (12) 30.12.17 - 18:27

    Dazu passt, was ich grade auf den Beitrag von guest geschrieben habe:

    Kurz vor der finalen Trennung sagte er mir " Den Gefallen, dich zu verlassen, tue ich dir nicht. Das musst du schon selbst tun."

Hi,
was soll er denn bitte noch machen?
Er zieht mit Dir Richtung Familie - Stress, Unkosten und ein entgegenkommen
Er sagt Dir, das vieles an Dir liegt, das du Dich einigelst, etc. und du gehst wieder unter Menschen.
Du machst eine Therapie und setzt ihn dann vor die Tür.

Warum hat er Schichtdienst gemacht? Um wegzukommen oder mehr Geld wg. Schichtzulage für die Familie zu verdienen?
Manche schieben Schichten, um mehr für die Familie da zu sein.

Eine Ehe ist leicht zu leben, wenn die Sonne scheint aber es wird schwer, wenn Wolken am Himmel sind. Da kannn man den Regenschirm holen und abwarten oder weglaufen.
Hinteher ist man schlauer, welcher Weg denn besser ist.

aübrigens, es gibt viele Paare, die nach der Geburt mal ein Jahr kein Sex haben oder zwischendurch einen Hänger haben....das ist echt nicht selten. Aber darüber will keiner sprechen, denn nach aussen hin muss man perfekt sein, den Svhein waren.....nur mal so, wnn man meint zusammenleben wie Bruder und Schwester....

lg
lisa

  • (14) 30.12.17 - 18:20
    Mondscheinsonate19

    Ich finde interessant, dass hier einige der Meinung sind, dass der Umzug mir zu Liebe stattgefunden hat. Das war eine gemeinsame Entscheidung, da unserer beider Familien in der Gegend wohnen. Keiner wollte das mehr oder weniger als der andere. Der Stress und die Unkosten lagen zudem bei mir, da ich den Umzug alleine organisiert habe und 1/3 der Wohnung meinem Eigenkapital entsprungen sind. Weil ich damals noch an die Beziehung geglaubt habe.

    Schichtdienst ist in manchen Berufen Gang und gebe: Rettungsdienst, Polizei, Ärzte uvm. Damit habe ich von Anfang an gelebt und es hatte mich auch nie gestört. Allerdings habe ich bei der Steuererklärung gesehen, dass er in dem Babyjahr deutlich mehr Überstunden geschoben hat als die beiden Jahre davor. Aber ich denke, viele Männer suchen so den Ausgleich.

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