hat jemand Rat?

    • (1) 05.01.18 - 22:04
      guter Rat ist teuer

      Hallo liebes Forum,

      mit meinem Partner bin ich seit nunmehr 8 Jahren zusammen.
      Unser Sohn ist 7 Jahre alt.
      Richtig gut laeuft es lange nicht mehr. Ohne unser Kind haette ich mich lange getrennt. Aber ich wuerde es, v.a. ihm zuliebe, so gerne schaffen. Da er, mein Partner, es eigentlich "wert" ist.

      Mein Partner ist sehr intellektuell, sehr gebildet, Wissenschaftler durch und durch. Sehr besonders, hat wunderbare Prinzipien (z.B. Umwelt, Lebensmittelverschwendung). Kann mit unserem Sohn, je aelter er wird, immer mehr anfangen, aber alles steht in der Wegweise "Bildung". Er ist streng, was ja soweit ok ist.
      Unser Sohn ist willenstark, charmant, lieb, anhaenglich, und wild. Ich gebe ihm die Liebe, Naehe, Kuscheleinheiten, die er braucht.

      Leider stehen mein Partner und ich auf so extrem verschiedenen Standpunkten, was die Erziehung angeht. Obwohl wir es beide 100% gut meinen und ueberzeugt sind.

      Dazu kommt, dass ich, wenn er zu Hause ist, irgendwie leicht verkrampft und nicht mehr ich selbst bin gefuehlt, da ich innerlich immer darauf warte, wie er mal wieder reagiert auf die durchaus normalen Quatschereien unseres Sohnes. Er ist sehr unentspannt. Zwischendurch sehr entspannt und lustig, aber man kann sich nicht darauf verlassen. Ich finde, dass er, zumindest oft, eine negative Aura hat.

      Ich weiss nicht recht weiter. Er liebt seinen Sohn ueber alles. Wir raffen uns immer wieder auf als Paar. Aber so wirklich klappt es nicht. Ich bewundere ihn, weil er eben nicht 0/8/15 ist. Er ist ein besonderer Mensch. Aber ich bin nicht gluecklich. Doch fuer unseren Sohn waere eine Trennung schlimm. Wir streiten uns nicht vor ihm, funktionieren, er liebt uns, hatte diverse Verluste (Grosseltern) in den letzten Jahren. Er leidet nicht unter schlechter Stimmung, denn wir respektieren uns, reden ueber Berufliches (arbeiten beide in guten Positionen), teilen Erlebnisse mit ihm etc.

      Dennoch empfinde ich ihn als schwierigen Menschen im Umgang und atme auf, wenn er einige Tage beruflich unterwegs ist.

      Weitermachen oder trennen?
      Ich danke fuer jede Meinung.

      • Hallo


        Die Frage ist ja liebst du ihn noch?
        Meinst du es wird nochmal anders? Also das du kein bedrückendes Gefühl hast wenn er Zuhause ist?
        Das ist doch kein Leben wenn man sich eingeschränkt fühlt. Auch wenn du meinst euer Sohn bekommt die Stimmung nicht mit, Kinder erkennen mehr als man denkt. Meine Eltern waren auch immer distanziert und lieblos zueinander, haben aber vor uns "normal" getan. Meine Mutter blieb auch lange bei ihm wegen uns, am Ende war ich froh als die beiden sich trennten. Ich empfande die Situation auch immer bedrückend. Geh in dich und überlege dir ob sich da nochmal was ändern könnte, falls ja geh es an.



        LG

        • (3) 05.01.18 - 22:29
          guter Rat ist teuer

          Danke fuer deine Antwort.
          Gerade diese Liebesfrage ist ja so schwierig.
          Oft wuensche ich ihn zum Teufel, bin froh, wenn er nicht da ist, dennoch goenne ich ihm, mehr als jedem anderen, Glueck und Erfolg. Er steht fuer wichtige Werte ein, will etwas bewegen in der Welt, ich fuehle da absolut mit. Ideologisches Handeln steht weit ueber dem Materiellen. Er arbeitet hart und wirklich dafuer, die Welt ein kleines Stueck zu verbessern.
          So manches Mal hatte ich mich innerlich fast getrennt. Aber dann brennt mein Herz fuer ihn, weil er so Besonders ist. Aus der Ferne liebe ich ihn am meisten :) Der Alltag ist oft so bedrueckend und negativ.

          • Das klingt ja so als würde dir sehr viel noch am ihm liegen und das du noch nicht komplett Innerlich abgeschlossen hast. Der Alltag lässt leider vieles einschlafen und man nimmt die Negativen Gefühle mit Nachhause. Hast du schon mit ihm darüber geredet wie du fühlst? Wie empfindet er die Situation? Eventuell würde es ja was bringen wenn einer von euch für ein paar Tage zu einem Freund/ Freundin fährt nach dem ihr geredet habt und dann jeder für sich einzeln überlegt was er sich vorstellt was sich ändern soll und mal ein klein wenig Abstand zu haben.

          • All das, was du hier aufzählst sind aber Werte, die nach außen wirken. Schön wenn man sie auch den eigenen Kindern vermitteln kann. Das könnte allerdings auch ein Entwicklungshelfer, ein Lehrer oder eine andere Person aus dem Umfeld leisten.

            Aber was ist mit der inneren Beziehung? Wenn jemand so nach außen gerichtet ist und die Partnerschaft nicht mit dem gleichen Engagement - oder gerade MIT dem pragmatischen Einsatz - gelebt wird, leiden zwangsläufig emotionalere Menschen darunter.

            Was würdest du eurem Kind nehmen, wenn ihr euch trennt? Jeder gibt dem Kind weiterhin das, was er zu geben hat. Nur eben nicht mehr in einem gemeinsamen Haushalt. Aber du würdest gewinnen, wenn du nicht unglücklich oder zumindest mit einem bedrückenden Gefühl darin verharrst. Du hast auch ein Recht auf ein unbeschwertes Leben. Und davon würde euer Kind auch profitieren. Vielleicht würde dein Mann jemanden finden, der ebenso veranlagt ist, wie er und der besser zu ihm passt.

      Hallo,

      der Drops ist doch eigentlich gelutscht, oder?

      So wie Du schreibst, ist die Beziehung spätestens jetzt am Ende.

      Sofern Dein Mann Interesse hat, könntet Ihr eine Paartherapie versuchen, aber bislang habe ich nur raus gelesen, dass Ihr noch nie wirklich "nah beieinander" wart. Also mag das auch nicht funktionieren.

      Ob ich mich in Deiner Situation trennen würde, weiß ich nicht. Je nachdem, wie hoch mein Leidensdruck und die Kooperation meines Partners ist, würde ich vielleicht bleiben.

      Die Vorstellung aber, dass ich die nächsten 10 Jahre unglücklich bin, bis mein Kind erwachsen ist ... #zitter.

      Ich wünsch Dir das Beste!
      nebelschnee

    • Denke darüber nach ob du noch X Jahre so leben kannst.
      Ich habe meinen Ex sehr geachtet, tu ich für gewisse Dinge immer noch, aber noch 17 Jahre und mehr konnte ich mir mit ihm nicht vorstellen.
      Wir haben uns getrennt, aber nicht ohne die Achtung voreinander zu verlieren.

      • Könnt ihr denn gut miteinander reden?
        Weiß er wie du dich fühlst, welche Gedanken in deinem Kopf sind?

        So wie du es beschreibst, scheint es als wäre eure Beziehung sehr oberflächlich. Ist es so?

        Ich finde über eigene Gefühle und Wünsche zu sprechen ist soooo wahnsinnig wichtig!

        Ich leide total, wenn wir mal durch den Alltag längere Zeit nicht über Gefühle, Wünsche, Träuge und Pläne sprechen können. Bleibt unsere Beziehung oberflächlich, geht's mir nicht gut, mir fehlt was ganz wichtiges und ich bin dann sehr unzufrieden - aber das bedeutet nicht das ich ihn deswegen weniger liebe oder weniger schätze. Er ist ein toller Mann, trotzdem bin ich manchmal unzufrieden und darüber muss ich eben regelmäßig sprechen, denn nur so können wir gemeinsam etwas tun, dass es beiden gut geht.

        Du schreibst noch sehr sehr respektvoll! Das finde ich super! Und mir sträuben sich die Haare, wenn andere dir sofort zur Trennung raten.

        Ich fände es ganz wichtig mit deinem Mann ins Gespräch zu gehen und wenn euch das sehr schwer fällt, euch Moderation bzw Hilfe von außen zu holen.

        Wenn du nach so langer Zeit zwar siehst, was dir nicht gefällt, ihn aber trotzdem so wertschätzt, dann ist da sicher noch einiges zu retten.

        Ich würde nicht aufgeben! Noch nicht zumindest! Bevor ich 3 Leben komplett umkrempel, würde ich erst andere Wege probieren.

        Ich wünsche dir bzw euch alles Gute!

    Hallo

    weitermachen oder Trennung, das ist in deinem Fall nicht leicht zu beantworten.
    Ich denke ihr seid unterschiedliche Beziehungstypen, mit unterschiedlichen Bedürfnissen um sich in einer langjährigen Partnerschaft wirklich wohl zu fühlen.
    Gerade die fehlende "Leichtigkeit" , Nähe und Freundschaft belasten wahrscheinlich nur dich.
    Die Atmosphäre bei euch zu Hause ,wird auch deinen Sohn zunehmend belasten.
    Irgendwie müsste das Ruder herum gerissen werden.Ob das eventuell durch eine Ehetherapie gelingt, würde ich ausprobieren.
    Ich hatte in erster Ehe mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen.Förmlichkeiten,Stimmungsschwankungen, feindseliges Schweigen u.s.w.
    Langfristig nimmt das Lebensfreude und man verliert sich selbst.



    L.G.

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