Kind aufnehmen?

    • (1) 06.01.18 - 19:22
      donaudelta

      Hallo!

      Es geht um meine Tochter. Sie ist fast 3 Jahre alt und ich bin seit 2Jahren von ihrer Mutter getrennt. Ich habe sie in der Zeit kaum gesehen da meine Ex das immer verhindern wollte und einen neuen Mann hatte. Nun haben sie sich getrennt und sie sagt sie muss zu sich finden, es geht ihr so schlecht plötzlich, ist depressiv und sonstigen Mist. Auf jeden Fall kann sie sich plötzlich nicht mehr um unsere Tochter kümmern. Für wie lange weiß sie nicht. Und jetzt soll ich sie Knall auf Fall zu mir nehmen. Oma und Opa steht nicht zur Verfügung. Meine neue Freundin und ich sind beide Vollzeit berufstätig und überhaupt nicht auf Kinder eingestellt. Wir haben nur 2 Zimmer und ich habe ihr gesagt ich halte das nicht für eine gute Idee. Doch sie besteht darauf sie hält das alles nicht mehr aus und braucht Zeit für sich und will auch eine Kur machen oder was auch immer. Nun stehe ich da und überlege ob ich das tun soll. Die Kleine war jetzt schon in den letzten 2 Wochen hier damit wir sehen wie es läuft. Nunja, es ging irgendwie, wenn auch holprig, da sie meine Partnerin nicht kannte und mich nur flüchtig von einzelnen Besuchen wenn ich in der Nähe ihrer Mutter beruflich unterwegs war. Meine Freundin sagt sie steht mir nicht im Weg, wenn ich die Kleine nehmen will. Doch es war schon ziemlich anstrengend die letzten Tage, sie kennt es nicht mit kleinem Kind. Wir waren teilweise ab 6 Uhr auf und der Tag zog sich lange bis Abends. Ich bin mir nicht sicher ob wir das schaffen. Teilweise hat sich meine Partnerin ausgeklinkt und war dann einen Tag unterwegs und ich war hier alleine da war ich doch etwas überfordert wenn die Kleine nur gezickt hat und nichts wollte was man ihr sagt. Abends war dann natürlich die Stimmung im Eimer auch wenn wir das beide nicht wollten. Es verändert einfach alles. Ich weiß nicht was ich für Antworten hier suche. Vielleicht etwas aufmunterndes. Ich fühle mich da in eine schwierige Situation hinein geworfen, auf die ich nicht vorbereitet war.
      Danke im voraus.

      • (2) 06.01.18 - 19:32

        Hallo,

        Ich kann mir vorstellen wie schwer die Situation ist. Als erstes solltest du viel Verständnis für die kleine aufbringen, die einfach so ohne Vorbereitung in die Situation geworfen wurde. So etwas löst große Ängste aus...

        Was wäre denn die Alternative? Eine Pflegefamilie für diese Zeit?

        Tagesmutter, Kindergarten? Wobei das für die kleine nicht die beste Lösung wäre...

        Der Alltag mit Kind spielt sich irgendwann ein. Wichtig wäre, was ihr wollt. Lasst euch von Jugendamt beraten über Möglichkeiten die ihr habt.

        LG und alles gute

        Das ist wirklich eine riesige Veränderung für euch! Natürlich ist es sehr anstrengend mit einem kleinkind was einem dazu auch noch sehr leid tun kann, wenn die hauptperson auf einmal weg bricht. Aber du oder ihr wachst da rein.

        Das du jetzt überfordert bist ist doch normal! Es wird bestimmt bald besser werden.
        Und fühl dich mal in dein kind rein und überlege dir mal was es gerade alles durch macht.
        Oder was die Alternative wäre für dein Kind...

        Hallo,
        Wie wird die Kleine betreut werden, wenn du und deine Freundin arbeiten?
        Da ich Patchwork lebe -warte nicht auf deinen Partner. Es ist besser, wenn man sich ausschließlich selbst als zuständig sieht.
        Deine Freundin wird dir auch Zeit für dich einrichten. Es ist nun auch für sie neu.

        Eine Pflegefamilie wäre eventuell eine bessere Option.
        Kannst du vorübergehend deine Arbeitszeit reduzieren? Du musst auch auf dich schauen. Jedoch am meisten auf die Kleine.
        Alles gute.

        • (5) 06.01.18 - 20:45

          Sie würde Vollzeit in den Kindergarten gehen wenn wir arbeiten. Selbst wenn ich meine Arbeitszeit zurückfahren würde, wäre ich nie vor 17 Uhr verfügbar und ist schon sehr positiv gedacht. Ich weiß auch nicht was das beste für alle wäre. Da meine Ex auch nicht sagen kann wie es weiter gehen soll. Wir sind obwohl sie meine leibliche Tochter ist schon fast wie Fremde und ich kenne nicht viel von ihren Gewohnheiten. Ich merke nur immer was ich alles falsch mache wenn sie los brüllt und ich keine Ahnung habe was ich oder meine Freundin wieder falsch gemacht haben. Sie spricht nicht so viel, sie brüllt meistens wenn etwas "falsch" ist. Und das ist sehr anstrengend. Sich so anzunähern sehr mühsam.

          • Bis 17 Uhr in den Kindergarten wäre aber echt lang.
            Wie wurde sie denn vorher betreut? Würde sie schon fremdbetreut?

            Eigentlich müsste sie erstmal bei dir ankommen bevor man überhaupt an Fremdbetreuung denken kann. Das kann Wochen oder Monate dauern.

            Umzug zu einem fremden Papa mit Frau und dann direkt ganztags in einen neuen Kindergarten? Für mich klingt das nach kompletter Überforderung der Kleinen.

            Besser wäre es, du würdest 1 Jahr in Elternzeit gehen. Hast du finanzielle Rücklagen?

            Alles Gute
            Julia

            • Oder wäre es zufällig der gleiche Kindergarten in den sie vorher schon ging. Das würde die Sache natürlich erleichtern

              • Was sonst?
                Kita Plätze bekommt man ja nicht von heute auf morgen, es wird wohl die gleiche Kita sein.

                @TS
                Wenn Dir DEIN Kind wichtig ist, dann nutze die Gelegenheit und sieh es wie eine Chance für dich und eure Vater-Tochter Beziehung. Es ist schon sehr schade, dass die ersten 3 Jahre gelaufen sind, wie Du es beschreibst. Vielleicht kann man da noch was flicken und eine zumindest halbwegs normale Basis erreichen, auf die man später, wenn das Kind mal älter wird, aufbauen kann.

                Mit der Freundin solltest Du klären, ob sie sich ein Leben mit Kind grundsätzlich vorstellen kann. Das was Du über die Mutter schreibst, kann lange dauern, sehr lange. Es klingt fast so, als wäre sie "komplett überfordert" und möchte das Kind los werden, jetzt wo es vielleicht etwas anstrengender wird.

                • Ich bin mit dem deutschen system an kita Plätzen überhaupt nicht vertraut. Hier, in Italien kann man die Kita auch von einem Tag auf den anderen wechseln.

                  Es könnte doch sein dass das Kind erst in München in die kita ging, der papa aber in Stuttgart lebt....

                  • (10) 08.01.18 - 12:28

                    Man kann in DE Glück haben und es ist was in der Kita frei, ja.
                    Die Regel ist aber eher die, dass man das Kind mit Geburt oder spätestens zum 1. Geburtstag in der Kita anmeldet, um einen Platz zu bekommen.

                    Unterjährig wechseln ist sehr unüblich und eben auch schwierig, weil es einen Mangel an Kitaplätzen gibt. Mit U3 würde man mehr Chancen haben, weil die Kitas da mehr Geld bekommen. Ü3 wird es noch schwieriger zu wechseln.

      (11) 06.01.18 - 19:43

      Naja, sie ist dein Kind. Was soll aus ihr werden, wenn du sie nicht nimmst? Klar ist das eine schwierige Situation. Bisher warst du es gewohnt, so eine Verantwortung nicht tragen zu müssen und konntest deine (vermeintliche) Freiheit genießen wie jemand, der keine Kinder hat. Du bist aber faktisch nicht kinderlos. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich selbst zurück zu nehmen und Verantwortung zu tragen. Alles andere wäre egoistisch. Warum sollte die Kleine leiden? Sie kann ja nichts dafür, dass ihr sie gezeugt und geboren habt. Da ihre Mutter kapituliert und sie einfach "abschiebt" - was schlimm genug ist-, bist eben du jetzt gefordert. Alternative wäre ein Heim oder eine Pflegefamilie. Brächtest du das über's Herz? Man wächst in sowas rein. Du gewöhnst dich dran. Und du wirst belohnt werden, mit einem reinen Gewissen und ganz viel Liebe.

      • (12) 06.01.18 - 20:07

        Sehr ich genauso.

        Sie braucht jetzt ihren Papa. Sie hat nur noch dich!
        Erkundige dich sonst eventuell beim Jugendamt, welche Hilfe dir zustehen würde.
        Sehe es als Chance jetzt endlich eine Beziehung zu ihr aufzubauen!
        Ihr schafft das!

        (13) 06.01.18 - 20:47

        Ich möchte sie nicht in eine Pflegefamilie gehen lassen. Doch es ist so schwierig. Sie leidet, doch sie kann das nicht sagen was das Problem ist. Und wenn man sich bemüht (auch meine Freundin bemüht sich so lange bis es ihr zu viel wird und sie dann einfach geht) und es wird trotzdem mit Gebrüll quittiert, dann ist es schon sehr frustrierend. Und ich möchte sie nicht ein halbes Jahr hier haben, wir gewöhnen und irgendwie daran und dann "kapitulieren" wir auch und sie muss doch woanders hin. Das wäre wohl das schlimmste.

        • ich verstehe dass eure situation sehr schwierig ist.

          vielleicht hilft es, das verhalten deiner tochter mal ein bisschen ins richtige licht zu rücken. sie ist erst fast drei. da ist brüllen ganz normal. bei müdigkeit, überforderung,frust,... ja sogar wegen der falschen trinkbecherfarbe kann ein dreijähriges kind komplett ausflippen. und das ist normal.

          sogar bei kindern die nicht gerade aus ihrem lebensalltag rausgerisssen und zu fast fremden abgegeben wurden. und erst recht in einer situation wie eurer!

          man sollte im umgang mit kleinkindern immer bedenken, dass sie in dem alter vieles verstehen und alles wollen, aber ihre gefühle noch nicht ausdrücken können. und diese überforderung führt zu frust und brüllen. besser wird das meist von selbst. man darf sich nur nicht gekränkt oder zurückgewiesen fühlen.

          ich wünsche eich viel glück und hoffe ihr findet eine gute lösung!

          (15) 06.01.18 - 22:12

          Du musst dir da mehr zutrauen. Fast jeder Mensch ist in der Lage ein Kind aufzuziehen. Man wächst da rein. Niemand wird als Mutter oder Vater geboren. Ich wurde mit 18 ungeplant zum ersten Mal Mutter. Ich hatte zuerst das Gefühl, mein Leben wäre vorbei aber ich hätte nicht ertragen, meinen Sohn von Fremden aufziehen zu lassen. Habe mich recht bald mit meiner Situation arrangiert und inzwischen ist mein Sohn fast volljährig.
          Dass deine Tochter momentan etwas schwierig ist, liegt sicher daran, dass für sie auch alles neu ist bei euch und sie ihre Mutter vermisst. Sie muss sich genauso an dich und deine Freundin gewöhnen wie ihr euch an sie.
          Wenn du dein Kind liebst, wirst du es schaffen, denn dann ist das Ganze alternativlos. Man wächst an seinen Aufgaben.

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