Mein Verlobter will ein Kind, aber ich nicht

Hallo,

wie bereits im Betreff ersichtlich, will mein Verlobter in Zukunft (nicht sofort, da unsere Situation momentan unpassend ist) ein Kind. Ich möchte das aber nicht (auch nicht später) und habe ihm dies auch bereits zu Beginn der Beziehung deutlich mitgeteilt. Ich weiß jedoch nicht, ob er das wirklich ernst genommen hat. Wir hatten das Thema seitdem mehrmals angesprochen, ich habe meine Meinung nicht geändert. Ich will ihn aber auch nicht unglücklich machen. Ich bin 32, er 33. Die einzige denkbare Lösung wäre, dass er seinen Samen an eine Frau spendet, die keine Kinder bekommen kann (wahlweise eine lesbische), er das Sorgerecht teilt und auch Unterhalt zahlt, wobei ich, falls von ihm und der Mutter gewünscht, gerne eine Art Tante für das Kind wäre. Ich habe 2 Nichten (14 und 1,5 Jahre) und liebe sie beide, aber ein eigenes Kind kommt für mich aus vielen Gründen nicht in Frage. Ich fürchte, er kann meinen Standpunkt nicht wirklich nachvollziehen, für ihn gehört Heiraten+Kinder selbstverständlich zum Leben dazu. Hat evtl. jemand eine Idee, wie ich es ihm am besten verdeutlichen kann, ohne ihn zu sehr unglücklich zu machen? Ich liebe ihn über alles und kann mir sehr gut ein Leben mit ihm vorstellen, aber ich kann und will nicht "nur" ihm zuliebe ein Kind bekommen.

Bei dem Thema Kind oder nicht gibt es einfach keinen Kompromiss. Wenn er Kinder will, sucht aber auf gar keinen Fall, werdet ihr euch trennen müssen. Denn einer von euch wäre immer unglücklich und unzufrieden.

Warum habt ihr euch verlobt und seid die Beziehung eingegangen? Bei dem Thema ist klar das es nicht funktionieren kann weil einer irgendwann unglücklich wird auch mit so einem Kompromiss wie du ihn vorgeschlagen hast.

Sag ihm klar du willst das nicht weder jetzt noch später und das du immer ehrlich warst und das er überlegen soll ob er diesen Kompromiss eingehen will oder nicht und das er überlegen soll (das solltest du auch) ob es dann überhaupt eine Zukunft hat wenn ihr so unterschiedliche Vorstellungen habt ist es meines Erachtens klar das es keinen Sinn macht, ihr habt einfach zu unterschiedliche Lebensentwürfe.

Hallo!

Bei diesem Thema gibt es keinen Kompromiss fürchte ich... Entweder man möchte Kinder oder eben nicht. Desshalb ist Dein Angebot mit der "Zwischenlösung" (wenn auch mit Sicherheit nett gemeint) auch nicht empfehlenswert.
Ich denke Dein Partner möchte eine Familie, sprich Kind (er) mit dazugehöriger Mutter und keiner Hobbytante.
Auch wenn es vielleicht niemanden etwas angeht wäre es interessant zu erfahren warum Du so dagegen bist Kinder zu bekommen, aber kein Problem damit hättest wenn grundsätzlich schon ein Kind gezeugt werden würde und Dein Partner der Vater wäre?

LG

Genau das hatte ich mich auch gefragt... #gruebel

Danke erst mal für die Antworten.

Die Gründe für unsere Verlobung (neben Liebe und dass wir ohnehin ein Leben lang zusammen sein wollen) sind rechtlicher und sozialer Natur:
1. Ich wollte meinem Partner, der kein Deutscher ist, zu einem Daueraufenthalt in der BRD verhelfen, daher kam der Heiratsvorschlag von mir. Es ist aber KEINE Scheinehe, s.o.
2. Mein Partner ist Moslem (wenngleich nicht sehr strenggläubig und eher modern), und ich denke selbst wenn Grund Nr. 1 nicht bestehen würde, wäre spätestens in einigen Jahren das Thema Heirat auf den Tisch gekommen (kulturell bedingt).

Ich verstehe ihn ja, dass man einen Kinderwunsch nicht mal eben "abstellen" kann, aber er soll mich doch bitte auch verstehen: ebenso kann man einen Kinderwunsch ja nicht "erzwingen". Ich hatte ihn, als wir das Thema mal angesprochen hatten, auch direkt gefragt, was er tun würde, falls sich meine Meinung nicht ändert, ob er mich dann verlassen würde. Er meinte: Nein, er müsste dann eben eine andere Lösung finden. Nur frage ich mich, wie diese wohl aussehen soll, außer meinem Vorschlag eben. Ein "halbes Kind" bzw. "ein bisschen schwanger" geht ja nicht #zitter

Momentan wäre es sehr ungünstig aufgrund unserer Situation, das versteht er auch und drängt mom. nicht. Aber ich habe halt Angst, das es irgendwann "akut" wird...

Die Gründe für meinen fehlenden Kinderwunsch sind vielfältig, doch der Hauptgrund ist, dass ich es eben einfach nicht will.

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Ich sehe das wie meine Vorrednerin. Ein Kind zu bekommen ist eine weitreichende Entscheidung. Wenn du dafür nicht bereit bist, solltest du keinen Kompromiss eingehen. Genauso wenig sollte das dein Partner, wenn er einen Kinderwunsch hegt.
So hart es ist aber die logische Konsequenz wäre nur die Trennung.

Sage ihm klipp und klar, dass Du keine Kinder möchtest mit ihm nicht und auch nicht mit jemanden anderen.
Dann hat er die Möglichkeit zu agieren und kann sich ggfs. trennen, um einen pArtnerin zur Familiengründung zu finden.

Warum habt ihr Euch verlobt?

Habe ich beantwortet (15:50 h)

Gibt halt keine Lösung oder Kompromiss beim Thema Kinder.

Ich würde ihn nicht heiraten, gibt dann nur ne unschöne Scheidung, wenn er tatsächlich kapiert, dass Du keine Kinder willst.
Oder will er nur heiraten und Kind, damit er sicher in Deutschland bleiben kann?

Ich denke, er hofft, dass sich Deine Meinung ändert.

Ich würde unter den Umständen erstmal nicht heiraten!

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Ich möchte dir entgegen der mainstream Meinung Mut machen, wenn dein Partner das auch möchte, den Weg der Co-Elternschaft anzugehen. Ich weiß, dass das für viele Leute ein Problem ist, aber Co-Elternschaft ist einfach nur ungewohnt und nicht zum Scheitern verurteilt.

Und das soll rechtlich unproblematisch werden in der Situation? Er hat noch keine deutsche Staatsbürgerschaft, sie sind nicht verheiratet, er ist Moslem. Nee, wer das macht muss ne menge vorweisen können. Das würde hier nicht funktionieren.

@rockabella02: Ich weiß ja auch nicht, ob er dieses Modell wirklich will (das mit der Samenspende hat er kurz erwähnt, nur fand ich, dass das nicht viel mit einer Familie bzw. ein Kind großziehen zu tun hat und habe es deshalb in Gedanken ausgebaut). Es ist halt zumindest im Moment das einzige, was ich ihm anbieten kann, wobei ich ihn dabei gerne unterstütze.

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Bei so einer Konstellation halte ich eine Trennung langfristig für den einzigen Weg. Er wird dir immer wieder mit dem Kinderwunsch in den Ohren liegen und dir irgendwann vielleicht vorwerfen, dass er keine Kinder haben konnte.

Du wirst irgendwann nur noch genervt sein und auf Vorwürfe keine Lust haben.

Die Idee mit dem Samen spenden an eine andere Frau ist ja nett, aber echt schräg. Glaubst du ernsthaft, dass eine andere Frau einen Samenspender akzeptieren würde, der zwar immer mal reinschaut, aber keinerlei Vaterfigur für seine Kinder sein kann? Ich denke nicht, dass es dir gefallen würde, wenn er jeden zweiten Tag mit einer anderen Frau und SEINEN Kindern verbringt, sodass du dann wahrscheinlich das Hemmnis für eine tatsächliche Vaterrolle darstellen würdest.

Zumal ich auch nicht ausschließen würde, dass er dann eventuell Gefühle für eine andere Frau entwickelt, wenn sie SEIN Baby im Arm hält und großzieht.

@rosahimmel: Aber warum soll ich denn ein Hemmnis sein? Er kann doch eine Vaterfigur sein und ich unterstütze ihn gerne! Das mit den möglichen Gefühlen für die andere Frau ist tatsächlich möglich, daher möglichst eine lesbische Frau.

Zu dem Ding mit der Samenspende würde mir nur ein polyamores Lebensmodell einfallen. Dann müsstest du aber auch die Beziehung zu einer weiteren Frau akzeptieren. Er hätte dann quasi eine Familie in Haus A und eine Frau in Haus B oder ihr wohnt alle zusammen - dann hättest du aber auch die Kinder im Haus, das würde wieder nicht funktionieren.

Also wenn dann müsste er sich zwei Familien zulegen, dafür würde sich vielleicht eine andere Frau finden. #kratz

Nicht unbedingt, wie von anderen schon erwähnt, gibt es ja auch die Co-Elternschaft. Aus den verschiedensten Gründen heraus...
Ich, lesbisch, zum Beispiel habe das Modell der Co-Elternschaft gewählt, damit meine Tochter auch einen Vater hat, ich fand das wichtig für sie. Der Vater ist auch homosexuell, dementsprechend nix mit polyamorph oder so.
Für ein heterosexuelles Paar mit Kinderwunsch kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, warum die eine Samenspende mit einem Vater, der sich einbringt, haben sollen wollten, da gibt es ja schon einen Vater und der Weg über die Kiwu-Klinik ist der einfachste. Es sei denn, die haben schon alle Versuche aufgebraucht und können sich weitere nicht leisten...
Eventuell käme eine alleinstehende Frau in Frage, die gern Kinder möchte, aber nicht den passenden Vater findet, da muss natürlich dann auch allen klar sein, dass das keine Liebesbeziehung werden sollte. Ist natürlich schwerer auszuschliessen als mit einer lesbischen Frau, man weiss ja nie, wie sich Gefühle so entwickeln.
Also möglich ist sowas auf jeden Fall, man muss sich natürlich viel Zeit nehmen, die Frau, mit der er das machen will, kennenzulernen, eventuell einen Vertrag machen...
Und wenn es dann soweit ist, sehr tolerant sein, es ist nicht immer einfach, die Art und Weise des anderen, das Kind zu erziehen, zu akzeptieren. Bei uns klappt es bis jetzt gut, ich weiss natürlich nicht, wie die Zukunft aussieht, aber wir vier tun alle unser bestes, damit es unserem Kind, das wir über alles lieben, gut geht.

Ach das ist ja interessant. Was es nicht alles gibt. Da merke ich mal wieder, dass mein Blickwinkel doch einfach noch zu eingeschränkt ist. Ich lebe die klassische Kleinfamilie, also Mann, Kind, Frau und habe so diverse Probleme mir vorzustellen, dass eine Samenspende an eine andere Frau funktionieren kann. Da er gerne Vater werden möchte und unbedingt Kinder willl, wird er diesen ja auch eine Vaterfigur sein wollen und eben nicht nur der Samenspender. Dann müsste man eine alleinstehende Frau finden, die das auch wünscht und toleriert oder eben vielleicht ein lesbisches Paar, das einen Kinderwunsch hegt und auch eine Vaterfigur für das Kind möchte. Bei der alleinstehenden Frau sehe ich wieder das Problem, dass diese ja nicht immer alleine bleiben wird und sich dann vielleicht ein weiterer Mann in die Beziehung (zum kind) drängt.

Ich stelle mir das alles emotional für alle Parteien in diesem Zusammen sehr anstrengend vor. Letzten Endes hätte der Mann vielleicht nie das, was er wirklich will - ein Familienleben mit den eigenen Kindern am Frühstückstisch, kuschelnderweise im Bett, gemeinsam Gute-Nacht-Geschichten lesen, Hausaufgaben machen, etc.

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Wenn du keine Kinder willst, dann bist du nicht die richtige Frau für ihn (und er mit Kinderwunsch nicht der richtige Mann für dich). Das kann auf Dauer nicht gutgehen, das solltest ihr euch eingestehen und euch gehen lassen. Alles andere ist in meinen Augen Zeitverschwendung.