Mein Verlobter will ein Kind, aber ich nicht Seite: 2

            • (26) 11.01.18 - 10:48

              Hm, ich finde es sehr schwer, hier einen richtigen Ratschlag abzugeben (außer eben dem, dass man eine Co-Elternschaft gut durchdenkt und auf jeden Fall vertraglich absichert).
              Vom Verstand her, würde ich auch sagen, die angestrebten Lebensmodelle sind zu verschieden und alle ungewöhnlichen Wege können super klappen, die Wahrscheinlichkeit, dass es schief geht, ist aber größer.
              Der Verstand würde sagen, verliert keine kostbare Lebenszeit und trennt euch lieber gleich.
              Aber selbst in der Geschichte hat sich gezeigt, dass Verstand und Liebe nicht zwingend miteinander vereinbar sein müssen.
              Und jemanden, den man liebt, äußerer Umstände wegen zu verlassen, das bringt kaum jemand fertig. Ich selber könnte es nicht.
              Und auch in meiner Familie, bei meinen Schwestern und Cousinen gab und gibt es Liasons, bei denen das Fundament ganz bestimmt nicht der Verstand war/ist.
              Daher würde ich es wohl wie ihr auch weiter laufen lassen. Du hoffst wahrscheinlich, dass er seinen Kinderwunsch irgendwann verliert und er hofft bei dir das Gegenteil.

              Ich kann mir nicht verkneifen, zur Co-Elternschaft zurück zu kommen..
              Eine Userin lebt ja scheinbar dieses Modell (zwei homosexuelle Paare) und es klappt gut.
              Wie sie selber aber schon sagte, sind da die Grundvoraussetzungen anders. Beide Paare können keine gemeinsamen Kinder bekommen, da gleichgeschlechtlich. Und beide Paare sind eben homosexuell, sodass sich die biologischen Eltern nicht ineinander verlieben werden.
              UND - nehme ich zumindest mal an - alle Beteiligten haben sich ein Kind gewünscht.
              Du möchtest keins, würdest aber akzeptieren, wenn er eines mit einer anderen Frau bekäme. Aber „akzeptieren“ ist so wenig, dass die Gefahr besteht, dass das für dich in Kummer endet.
              Unterschätze nie die Macht der Liebe von Eltern zu ihren Kindern. In der Regel liegt ab der Geburt das Haupt-Augenmerk auf dem Kind. Was ja schön ist, wenn BEIDER Augenmerk auf dem Kind liegt. Bei euch wird nur dein Mann in Liebe zu dem Kind entbrennen, du nicht. Auch wenn man die Liebe zu einem Mann und die zu einem Kind nicht vergleichen kann: du wirst automatisch vor diesem Kind in den Hintergrund gerückt. Wenn es früher vielleicht gemeinsame Freizeitgestaltung war, wird er immer häufiger zu seinem Kind wollen. Er sieht es dann ja eh nicht täglich, also wird die Papa-Kind-Zeit besonderen Stellenwert bekommen. Wenn die Entscheidung ansteht: romantisches Essen mit dir oder zum Kind, dann werdet ihr wahrscheinlich eher zum Kind fahren. Er wird mit ihm oder ihr Urlaub machen wollen. Er wird die Feiertage (oder zumindest so weit es geht) mit seinem Kind feiern wollen.
              Ich lebe Patchwork seit 5 Jahren. Ich habe mich für diesen Mann entschieden und damit seine Kinder angenommen. Von vornherein in Kauf genommen, dass das Wohl seiner Jungs immer über meinem stand. Urlaub/Feiertage usw IMMER mit dem Ex-Partner absprechen. Es gab Tage, da war das Zusammenraufen ein Minenfeld.
              Wir haben uns aber durchgebissen und ich glaube, wir alle sind glücklich.
              Aber es gab wirklich Tage, da habe ich mir nichts mehr gewünscht, als dass mein Mann keinen Anhang aus einer früheren Ehe hätte. Überlege dir gut, es ist nicht immer einfach „nur“ die „gute Tante“ für ein fremdes Kind zu sein..🙄

              • (27) 11.01.18 - 16:13

                @ikarus1: Danke für deine konstruktive Antwort:-) Ich hätte ja auch z.B. kein Problem, wenn er bereits Kinder aus einer früheren Ehe/Beziehung hätte, und würde diese annehmen. Dass die von dir genannten Schwierigkeiten sehr wahrscheinlich kommen werden, dessen bin ich mir bewusst. Das müssen wir uns alles ohnehin gut überlegen, und auch, on es überhaupt realisierbar ist. Aber gegen den eigenen Willen ein Kind zu bekommen bringt mich ja auch nicht weiter...

          Was soll denn daran nicht funktionieren. Wichtig ist nur, dass alle Parteien sicher miteinander sind und sich sicher sind, dass sie diesen Weg gemeinsam gehen wollen. Inseminationen können ohne Kinderwunschprobleme ja zu Hause ohne ärztliche Hilfe durchgeführt werden. Ich kenne lesbische Frauen, die auf diese Weise schwanger geworden sind.

          • Ich bin auch immer aufgeschlossen für ungewöhnliche Lebensmodelle, habe auch eine lesbische Schwester, die per „Samenkauf“ und Heiminsemination wohl irgendwann ein Kind bekommen wird.
            Aber nie und niemals würde ich das ohne rechtliche Grundlage und einen geprüften Vertrag machen!. Nicht mit Freunden und schon gar nicht mit Fremden.
            Ich hab schon zwei Familien bzw. Freundinnen in meinem Bekanntenkreis, die sich je ein Pferd geteilt haben. Und beide Fälle landeten irgendwann vor Gericht.
            Und bei aller Liebe zu meinen eigenen Pferden..zu vergleichen mit der Liebe zu meinem Kind ist das gar nichts...

            Was passiert, wenn das (angenommen) lesbische Paar sich mit dem Kindsvater oder dessen Frau zerstreite!..! Was, wenn die finanzielle Lage bei einer Partei sich drastisch ändern sollte? Was, wenn das lesbische Paar sich trennt? Was, wenn das Paar oder der Kindsvater mit Frau umziehen wollen/müssen..?

            Bitte alles aber nicht blauäugig in so eine Sache schlittern..
            Herzliche Grüße

      (30) 10.01.18 - 20:43

      @rockabella02: Ich weiß ja auch nicht, ob er dieses Modell wirklich will (das mit der Samenspende hat er kurz erwähnt, nur fand ich, dass das nicht viel mit einer Familie bzw. ein Kind großziehen zu tun hat und habe es deshalb in Gedanken ausgebaut). Es ist halt zumindest im Moment das einzige, was ich ihm anbieten kann, wobei ich ihn dabei gerne unterstütze.

      • (31) 10.01.18 - 21:41

        Das müsst ihr miteinander ausmachen, schauen, ob ihr euch so ein gemeinsames Leben vorstellen könnt bzw. ob ihm das "reichen" würde, wenn er nicht mit dem Kind in einem Haushalt leben würde... Und gleichzeitig ob er mit der Chance leben kann, dass es nicht klappt. Frauen, die auf eine Samenspende warten, bei denen sich der Mann auch miteinbringen will, gibt es ja nun auch nicht in Riesenmengen... Das könnt ihr nur in genügend Gesprächen klären.

(32) 11.01.18 - 09:24

Bei so einer Konstellation halte ich eine Trennung langfristig für den einzigen Weg. Er wird dir immer wieder mit dem Kinderwunsch in den Ohren liegen und dir irgendwann vielleicht vorwerfen, dass er keine Kinder haben konnte.

Du wirst irgendwann nur noch genervt sein und auf Vorwürfe keine Lust haben.

Die Idee mit dem Samen spenden an eine andere Frau ist ja nett, aber echt schräg. Glaubst du ernsthaft, dass eine andere Frau einen Samenspender akzeptieren würde, der zwar immer mal reinschaut, aber keinerlei Vaterfigur für seine Kinder sein kann? Ich denke nicht, dass es dir gefallen würde, wenn er jeden zweiten Tag mit einer anderen Frau und SEINEN Kindern verbringt, sodass du dann wahrscheinlich das Hemmnis für eine tatsächliche Vaterrolle darstellen würdest.

Zumal ich auch nicht ausschließen würde, dass er dann eventuell Gefühle für eine andere Frau entwickelt, wenn sie SEIN Baby im Arm hält und großzieht.

  • (33) 11.01.18 - 16:19

    @rosahimmel: Aber warum soll ich denn ein Hemmnis sein? Er kann doch eine Vaterfigur sein und ich unterstütze ihn gerne! Das mit den möglichen Gefühlen für die andere Frau ist tatsächlich möglich, daher möglichst eine lesbische Frau.

(34) 11.01.18 - 09:26

Zu dem Ding mit der Samenspende würde mir nur ein polyamores Lebensmodell einfallen. Dann müsstest du aber auch die Beziehung zu einer weiteren Frau akzeptieren. Er hätte dann quasi eine Familie in Haus A und eine Frau in Haus B oder ihr wohnt alle zusammen - dann hättest du aber auch die Kinder im Haus, das würde wieder nicht funktionieren.

Also wenn dann müsste er sich zwei Familien zulegen, dafür würde sich vielleicht eine andere Frau finden. #kratz

  • (35) 11.01.18 - 10:18

    Nicht unbedingt, wie von anderen schon erwähnt, gibt es ja auch die Co-Elternschaft. Aus den verschiedensten Gründen heraus...
    Ich, lesbisch, zum Beispiel habe das Modell der Co-Elternschaft gewählt, damit meine Tochter auch einen Vater hat, ich fand das wichtig für sie. Der Vater ist auch homosexuell, dementsprechend nix mit polyamorph oder so.
    Für ein heterosexuelles Paar mit Kinderwunsch kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, warum die eine Samenspende mit einem Vater, der sich einbringt, haben sollen wollten, da gibt es ja schon einen Vater und der Weg über die Kiwu-Klinik ist der einfachste. Es sei denn, die haben schon alle Versuche aufgebraucht und können sich weitere nicht leisten...
    Eventuell käme eine alleinstehende Frau in Frage, die gern Kinder möchte, aber nicht den passenden Vater findet, da muss natürlich dann auch allen klar sein, dass das keine Liebesbeziehung werden sollte. Ist natürlich schwerer auszuschliessen als mit einer lesbischen Frau, man weiss ja nie, wie sich Gefühle so entwickeln.
    Also möglich ist sowas auf jeden Fall, man muss sich natürlich viel Zeit nehmen, die Frau, mit der er das machen will, kennenzulernen, eventuell einen Vertrag machen...
    Und wenn es dann soweit ist, sehr tolerant sein, es ist nicht immer einfach, die Art und Weise des anderen, das Kind zu erziehen, zu akzeptieren. Bei uns klappt es bis jetzt gut, ich weiss natürlich nicht, wie die Zukunft aussieht, aber wir vier tun alle unser bestes, damit es unserem Kind, das wir über alles lieben, gut geht.

    • (36) 11.01.18 - 10:31

      Ach das ist ja interessant. Was es nicht alles gibt. Da merke ich mal wieder, dass mein Blickwinkel doch einfach noch zu eingeschränkt ist. Ich lebe die klassische Kleinfamilie, also Mann, Kind, Frau und habe so diverse Probleme mir vorzustellen, dass eine Samenspende an eine andere Frau funktionieren kann. Da er gerne Vater werden möchte und unbedingt Kinder willl, wird er diesen ja auch eine Vaterfigur sein wollen und eben nicht nur der Samenspender. Dann müsste man eine alleinstehende Frau finden, die das auch wünscht und toleriert oder eben vielleicht ein lesbisches Paar, das einen Kinderwunsch hegt und auch eine Vaterfigur für das Kind möchte. Bei der alleinstehenden Frau sehe ich wieder das Problem, dass diese ja nicht immer alleine bleiben wird und sich dann vielleicht ein weiterer Mann in die Beziehung (zum kind) drängt.

      Ich stelle mir das alles emotional für alle Parteien in diesem Zusammen sehr anstrengend vor. Letzten Endes hätte der Mann vielleicht nie das, was er wirklich will - ein Familienleben mit den eigenen Kindern am Frühstückstisch, kuschelnderweise im Bett, gemeinsam Gute-Nacht-Geschichten lesen, Hausaufgaben machen, etc.

      • (37) 11.01.18 - 11:25

        Klar, einfach ist das nicht immer. Sehr anstrengend nun aber auch nicht :-)
        In diesem konkreten Fall wäre es halt eine Lösung für die TE und ihren Freund, wenn die beiden sich wirklich innig lieben und einfach dieses Kinderproblem zwischen ihnen steht.
        Das Familienleben wie Du es beschreibst gibt es bei uns wie bei allen "normalen" Familien auch, es findet halt von Sonntag abend bis Donnerstag bei mir und meiner Freundin und von Donnerstag abend bis Sonntag abend bei den Papas statt ;-)
        Klar sage ich mir manchmal, dass es schön wäre, meine Tochter nur ganz bei uns zu haben. Aber ich freue mich auch immer darauf, meine Zeit für mich und für s Paar zu haben, und dann wieder mit voller Kraft für mein Kind dazusein.
        Wie Du bei uns siehst gibt es durchaus lesbische Paare, die eine Vaterfigur möchten, auf den einschlägigen Internetseiten (sowas wie Meetic aber für die Suche von Co-Eltern) habe ich damals durchaus auch alleinstehende Frauen gesehen, die sich gut vorstellen konnten, mit einem nur befreundeten Mann (die Freundschaft muss natürlich dann nach dem Kennenlernen im Internet erstmal entstehen, deshalb sagte ich, dass man sich da Zeit nehmen muss) vorstellen konnten.
        Man muss da allerdings auf beiden Seiten wirklich sehr ehrlich zu sich selbst sein und sicher, dass man dieses Modell so leben kann.
        Habe auch schon von lesbischen Paaren gelesen, die erst Co-Elternschaft wollten, und als das Kind dann geboren war, wollten sie es den Papas nicht mehr abgeben...

    (38) 11.01.18 - 16:43

    @aninsky: Finde ich toll, dass bzw. wie ihr das macht:-D Aber eines aus deinem Beitrag verstehe ich nicht ganz:
    "Für ein heterosexuelles Paar mit Kinderwunsch kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, warum die eine Samenspende mit einem Vater, der sich einbringt, haben sollen wollten, da gibt es ja schon einen Vater und der Weg über die Kiwu-Klinik ist der einfachste. Es sei denn, die haben schon alle Versuche aufgebraucht und können sich weitere nicht leisten..." - Was meinst du? Wir sind ja kein heterosexuelles Paar mit KiWu, sondern ein Paar, wo der KiWu nur bei ihm besteht. Es geht ja um eine alleinstehende Frau oder eine lesbische bzw. lesbisches Paar, das ein Kind will, aber auch eine Vaterfigur, mit der keine Liebesbeziehung besteht (im Falle der Hetero-Frau).

    • (39) 15.01.18 - 14:32

      wir haben uns da missverstanden, ich meinte, ein heterosexuelles Paar mit Kinderwunsch, dass dann einen Samenspender, der auch Vater sein möchte (also Dein Freund) sucht. Das erschien mir halt eher unwahrscheinlich und auch die komplizierteste Variante.

(40) 11.01.18 - 16:18

Ich (damals)Single Frau (hetero) mit Kind, Papa ist homosexuell. Klappt hervorragend und die Liebe kann nicht dazwischenfunken. Über künstliche Befruchtung entstand das Kind als Selbstzahler.
Wir haben jetzt beide Beziehung und finden unser Modell super.

(41) 11.01.18 - 10:56

Wenn du keine Kinder willst, dann bist du nicht die richtige Frau für ihn (und er mit Kinderwunsch nicht der richtige Mann für dich). Das kann auf Dauer nicht gutgehen, das solltest ihr euch eingestehen und euch gehen lassen. Alles andere ist in meinen Augen Zeitverschwendung.

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