Neue Situation

    • (1) 12.01.18 - 00:17
      Anderer Mann

      Hallo,

      Ich weiß garnicht wie ich meine Situation beschreiben soll. Und ich weiß auch nicht ob es dafür überhaupt einen Rat gibt.
      Ich fang mal an.

      Ich habe seit einem halben Jahr einen neuen Freund. Ich liebe ihn sehr und tu mir trotzdem oft schwer damit.
      Ich bin eine sehr unabhängige Alleinerziehende Frau mit zwei Jobs. Ich wurde dazu erzogen für mich selber zu sorgen und schaffe das auch mal mehr mal weniger gut.
      Meine Beziehungen waren immer ziemlich gleich. Ich war die starke. Stand hinter meinen Partnern aber wehe ich brauchte mal jemand. Meine Partner und auch mein ex Mann waren immer völlig überfordert wenn ich nicht funktionierte wie gewohnt.
      Irgendwann dachte ich das das wohl so sein muss und das man nicht alles haben kann. Dementsprechend bin ich verschlossen und kann mich schwer öffnen.

      Nun habe ich wie gesagt seit einem halben Jahr einen neuen Partner und er ist so ganz anders. Er kann sowohl seine weiche verletzliche Seite zeigen womit ich gut klar komme. Aber er kann auch so stark sein. Steht hinter mir. Baut mich auf. Er will für mich und meinen Sohn da sein und ist es auch.
      Mir macht das Angst! Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Wie ich mich fallen lassen kann. Ich möchte es. Mir gefällt einerseits die Vorstellung jemand an meiner Seite zu haben der im Zweifel auch für mich/uns sorgen könnte andererseits kann ich das innerlich nicht zulassen.

      Sorry jetzt hab ich euch so zugeblubbert. Es tat aber auch mal gut das rauszulassen

      Schönen Abend euch

      • Hallo.

        Vielleicht solltest du von deiner Stärke jetzt etwas abgeben. Du bist es nicht gewohnt, dass da jemand da ist, der eigentlich so tickt wie du. Du hast Angst, die Kontrolle über dich und dein Leben zu verlieren. Aber ich denke mal, es tut auch gut mal sich fallen zu lassen. Einfach mal nicht stark zu sein.

        Meine erste Ehe verlief nicht rosig. Ich habe immer und überall kämpfen müssen. Das hat mich stark und selbständig gemacht. Aber natürlich auch von meinem ersten Mann entfernt, da ich mich nicht auf ihn verlassen konnte. Also blieb alles an mir hängen, was mich irgendwann nicht mehr störte. Ich hatte sozusagen die Kontrolle über alles. Mein jetziger Mann ist anders. Er nimmt mir viel ab (Haushalt, Termine etc.) bzw. wir teilen uns alles. Das kannte ich nicht und füllte mich schon mal kontrolliert bzw. aus der Hand genommen. Es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass es gar nicht so schlimm ist. Also gab ich nach und nach vieles ab bzw. wir teilten uns die Aufgaben. Und ich muss sagen, es gefällt mir. Denn ich kann mich auf ihn verlassen, da ich weiß, in der Not kann er auch meinen Teil mit übernehmen. Aber es hat eine Weile gedauert. Also wir arbeiten/leben Hand in Hand. Und es gibt auch keine Vorwürfe, wenn der eine Partner mal mehr macht. Es gleicht sich immer wieder aus.

        Alles Gute und versuch mal was abzugeben. Fang doch klein an. Erklär es auch deinem Partner, warum du so reagierst. Musste meiner auch erst mal verstehen lernen.

        LG

        Das ist ja blöd für Dich, da hast Du wohl jetzt den Richtigen gefunden und musst langsam lernen, damit umzugehen. ;-)

        Scherz beiseite, mach kleine Schritte. Wenn er Hilfe anbietet sagst Du "ja, gerne" und lässt Dir auch helfen. Und gewöhn Dir an, ihn auch schonmal in Kleinigkeiten zu fragen. Um seine Meinung, um Beistand oder einfach um mal etwas "rauszulassen", wie hier.

        Kommunikation ist das Zauberwort und - wie gesagt - bewusstes Üben.

        Gib dir Zeit. Lebenserfahrungen beeinflussen uns und unser Denken und man kann nicht plötzlich gegenläufig handeln. Du hast deine Erfahrungen gemacht und KANNST momentan noch nicht loslassen oder Verantwortung in andere Hände legen.

        Ich finde das aber auch nicht schlimm! Es ist ein Teil von dir. Sprich mit deinem Partner darüber, dass es dir schwer fällt. Er darf sich nicht abgewiesen fühlen, wenn du Hilfe und Unterstützung nicht annehmen kannst. Aber er muss es verstehen lernen.

        Mit der Zeit (ein halbes Jahr ist nicht lang) wirst du deinen Panzer dann vielleicht Stück für Stück öffnen. Insbesondere dann, wenn du merkst, dass du dich auf ihn verlassen kannst und dass er auch in schwierigen Situationen bedingungslos an deiner Seite bleibt. Leider muss er ein bisschen das "ausbaden", was die anderen Männer angerichtet haben, das ist in dem Zusammenhang aber leider nicht zu ändern.

      • Ich kann Dir eigentlich nichts raten. Aber ich verstehe Dich gut.

        Dein post könnte 1:1 von mir kommen. Ich bin nach vier Jahren allein mit zwei Kindern nun auch seit einem halben Jahr das erste Mal wieder in einer Beziehung. In meiner Ehe lag in den letzten Jahren die komplette Verantwortung auf meinen Schultern. Ich habe gearbeitet, die Kinder allein versorgt, den Haushalt und die Finanzen allein organisiert. Ich bin in den vier Jahren nach der Trennung komplett unabhängig und eigenständig gewesen, und auch wenn es anstrengend ist, habe ich es zu schätzen gelernt.

        Neben den Schwierigkeiten, die mein straff organisierter Alltag mitbringen (wenig Zeit, wenig Gelegenheit, abends rauszugehen etc.), ist es vor allem mein Problem, Hilfe zuzulassen, das unsere Beziehung oft auf die Probe stellt. Mein neuer Partner hat keine Kinder und neben seiner Arbeit viel Zeit. Er will wirklich da sein und helfen wo er kann. Aber ich habe teilweise sogar Probleme, ihn was vom Einkaufen mitbringen zu lassen... 🙄

        Obwohl es natürlich schade ist, finde ich Dein Problem total nachvollziehbar. Du hast Dir Deine Unabhängigkeit hart erkämpft. Bei mir ist es einfach die Angst, dass es mir mit der ganzen Unterstützung zu gemütlich wird und ich mir im Fall einer Trennung alles wieder neu aufbauen muss. Wieder von vorne anfangen. Und dann sind da die Kinder, auf die ich aufpasse wie ein Schießhund und von denen ich Stress durch einen neuen Partner auch gerne fern halten möchte. Vielleicht sind das bei Dir auch Faktoren.

        Wir reden viel, weil ich möchte, dass er versteht, dass es nicht an ihm liegt. Dass ich vielleicht auch Zeit brauche, mich und auch die Kinder an die Situation zu gewöhnen. Denn ich habe irgendwie auch Angst, dass es ihm zu kompliziert wird, oder dass es ihn verletzt, dass ich Probleme habe zu vertrauen. Ich versuche, mich nicht auf meinem Status auszuruhen und an mir zu arbeiten. Ich möchte ihm nicht das Gefühl geben, dass ich ihn am langen Arm verhungern lasse. Ich versuche ihn spüren zu lassen, dass ich WILL. Dann frage ich ihn ob er abends mitessen will. Oder mit uns spazieren gehen. Meistens sind es kleine Dinge und Gesten, um ihm zu zeigen, dass ich im Boot bin.

        Alles Gute für Euch!

        (6) 12.01.18 - 21:52

        Hallo,

        nach einem halben Jahr kannst Du Deinen Partner noch gar nicht soo gut kennen, dass Du jetzt schon abschließend beurteilen kannst wie verlässlich und stark er ist. In der Anfangsphase sind Männer immer sehr engagiert, auch diejenigen die auf Dauer nicht vorhaben als Hausdiener zu fungieren. Und das letzte was Du tun solltest ist Dich fallen zu lassen in der Hoffung, dass er Dich dann schon auffängt.

        Lebe Dein eben weiter wie bisher und freu Dich über Unterstützung wenn sie denn kommt, verlass Dich aber nicht darauf und Plane sie nicht fest ein.

        Wenn ihr dann ein Jahr zusammen seid, und beide zufrieden seid miteinander, dann kannst Du erst wirklich auf ihn zählen. Ales was vorher stattfindet kannst Du unter Werbung verbuchen.

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