Wie sehr vertraut ihr euren Partnern?

    • (1) 17.01.18 - 10:11
      Vertrauensfrage

      Diese Frage beschäftigt mich gerade irgendwie, weil ich das Gefühl habe, dass viele Leute sagen, dass sie ihren Partnern komplett vertrauen - es dann aber doch irgendwie nicht tun.

      Ich vertraue meinem Mann blind - sage ich ganz ehrlich. Auch wenn Leute das als komisch empfinden.
      Wenn mein Mann etwas sagt - und es kein Witz ist - dann glaub ich ihm das auch.
      Ich sehe einfach keinen Grund ihm zu misstrauen.
      Aber wir sind auch bemüht unsere Kommunikation und den Umgang miteinander so zu gestalten, dass der andere gar nicht erst das Gefühl bekommt lügen zu müssen oder etwas verheimlichen zu müssen.

      Ich denke schon, dass ich misstrauisch werden würde, wenn er sich plötzlich anfinge zu widersprechen oder sich komisch benehmen würde.

      Wie ist das bei euch?

      • Hallo,

        ich hatte ebenfalls noch nie das Gefühl, meinem Partner nicht vertrauen zu können. Wir sind beide sehr ehrlich miteinander, in Krisenzeiten umso mehr.

        Es gibt tatsächlich keinen Grund, ihm zu misstrauen, das kann komisch finden wer will.

        Wenn für Dich/Euch alles passt und stimmig ist, dann lass die Leute reden. ;-)

        Viele Grüße!

        Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ;-)

        Spaß beiseite...blind vertrauen würde ich niemanden, sondern meinen gesunden Menschenverstand immer noch gebrauchen.
        Nicht blind vertrauen heißt ja nicht im Umkehrschluß misstrauen.
        Sehen aber viele so, entweder 100% Vertrauen, hat man das nicht, misstraut man gleich. Sehe ich nicht so, es gibt auch was dazwischen.

        Ich vertraue meinem Partner definitiv mehr als mir selbst.

      • Auch ich vertraue meinem Mann blind. Außerdem kann er unheimlich schlecht lügen, seine Augen lächeln immer irgendwie, wenn er mich anschwindeln will. Ich würde es sofort merken, wenn er lügt. Aber ich habe keinen Grund ihm nicht 100%ig zu vertrauen.

        (8) 17.01.18 - 11:38

        Ich vertraue niemandem absolut und empfinde einen solchen Anspruch auch als Überforderung für jeden dem er gilt.

        Es muß und darf einen letzten intimen Rückszugsort geben, indem man auch gegen die Erwartungen seines Partners selbstbestimmt handeln darf.

        Das nehme ich für mich in Anspruch und billige das auch meinem Partner zu.

        • (9) 17.01.18 - 11:48

          "Es muß und darf einen letzten intimen Rückszugsort geben, indem man auch gegen die Erwartungen seines Partners selbstbestimmt handeln darf."

          Ich verstehe nicht ganz, was das mit Vertrauen zu tun hat. Könntest du da ein Beispiel geben?

          Mein Mann hat heute morgen selbstbestimmt und gegen meine Erwartungen in der Küche ein Feuer gemacht. Ich vertraue ihm absolut, dass er weiss was er da macht und nicht die Küche abfackelt.

          • (10) 17.01.18 - 12:06

            Ein Beispiel:

            Ich habe und hatte konkrete Vorstellungen wie mein Mann sich um seine Kinder (am WE wenn ich arbeite) zu kümmern hat.:-)

            Ich hab mir auch versprechen lassen, dass er an Dinge, die ich wichtig finde (z.b dass die Kinder was trinken) denkt.
            Vertraut hab ich ihm aber nicht, nur eben meinen Standpunkt klargemacht.

            • (11) 17.01.18 - 12:19

              Ah ok. Ja, ich vertraue auch bei keinem Menschen darauf und erwarte auch nicht, dass er sich genauso verhält, wie ich es gerne hätte. Das wäre auch irgendwie abstrus.

              • (12) 17.01.18 - 12:47

                Ich erwarte aber auch gar keine absolute Ehrlichkeit und Treue.

                Es reicht mir, wenn ich mich emotional komplett geborgen fühle.

                Alles andere ist dann nicht mehr so wichtig für mich.

                Schon interessant, wie unterschiedlich jeder seine Prioritäten so setzt.

                Wenn ich allerdings den Begriff des Vertrauen so auffasse, dass ich durch meinen Partner niemals tief verletzt werde, dann vertraue ich meinem Mann
                (fast) auch 100%ig.

                Aber ich hatte das, was die TE unter Vertrauen versteht, irgendwie anders verstanden.

      Ein Widerspruch in sich, zu behaupten, man würde jemandem blind vertrauen, jedoch bei komischem Benehmen des Anderen misstrauisch zu werden #kratz.

      (14) 17.01.18 - 12:02

      Hallo,
      bis vor einem guten Jahr hätte ich das auch so gesagt. Ich und mein Mann sind schon einige Jahre zusammen, lieben uns und sind mit unseren Kindern eine tolle Familie... Vertrauen, Ehrlichkeit und Loyalität waren für uns beide die Grundpfeiler einer Beziehung, ich habe mir nie ernsthaft Sorgen gemacht, dass er mich irgendwie hintergehen könnte. Ich war auch nie wirklich eifersüchtig, weil ich sicher war, ihm ebenso vertrauen zu können, wie er mir umgekehrt vertrauen kann.
      Und dann musste ich entdecken, dass er eine Affäre hat. Das hat mein Weltbild aus den Fugen gehoben und mein Vertrauen erst mal zerstört. Seitdem versuche ich, das Vertrauen wieder zurückzugewinnen (das ist mir sehr wichtig), aber es ist extrem schwer.
      Momentan würde ich es so ausdrücken: In vielen Bereichen vertraue ich ihm nach wie vor voll, zB im Bezug auf die Kinder, im Bezug auf die Finanzen, und ich weiß, dass ich mich im Notfall immer auf ihn verlassen könnte. Und dann gibt es Bereiche, da vertraue ich ihm aktuell kaum: Im Bezug auf diese andere Frau (Kontaktabbruch leider nicht möglich), im Bezug auf Treue allgemein.. ich weiß jetzt leider, dass er mich belügen kann (und nein, ich habe nichts gemerkt, wir hatten auch keine Eheprobleme). Trotzdem möchte ich gerne wieder die grundsätzlich vertrauensvolle Frau werden, die ich früher war. Mal sehen, ob das geht... er gibt sich sehr viel Mühe, ich gebe uns Zeit.
      Allerdings frage ich mich manchmal, ob diese Erfahrung nicht dauerhaft etwas von meiner zuvor wirklich optimistischen und gelassenen Sichtweise genommen hat. Und zwar nicht nur im Blick auf meinen Partner, sondern im Blick auf Beziehungen allgemein. Ich weiß nicht, ob ich sogar in einer ganz neuen Beziehung mit einem ganz anderen Menschen ab und zu das leise Stimmchen in meinem Kopf hören würde, das warnend sagt: Damals hat du auch voll vertraut und alles schien in bester Ordnung, und du hast dich doch getäuscht...
      Fazit: Ich bin der Meinung, dass man nie wissen kann, was kommt (man kann für NIEMANDEN, nicht mal für sich selbst, 100% die Hand ins Feuer legen), aber das ist kein Drama, das ist das Leben. Und das Leben lebt sich schöner, wenn man sich nicht um Dinge den Kopf zerbricht, die vielleicht passieren könnten...

      Hallo,

      ich habe meinem Partner bis zu dem Tag vertraut, als ich ein komisches Bauchgefühl hatte.

      Mein Bauchgefühl hatte Recht, das totale Vertrauen im Eimer. Bis zum Ende unserer Beziehung vor ein paar Wochen habe ich es nicht hinbekommen, das Vertrauen wieder komplett aufzubauen, obwohl wir an unserer ganzen Kommunikation usw. sehr gearbeitet hatten. Es reichte eine Kleinigkeit und ich war wieder misstrauisch.

      Nun ist es vorbei, das Bauchgefühl zum Schluss war wieder komisch, ich hatte wieder Recht.

      Aber nichtsdestotrotz wird ein neuer Freund wieder mein volles Vertrauen bekommen. Wäre ja sonst auch schwachsinnig, eine Beziehung anzufangen.

      Da jeder Mensch mehrmals täglich lügt, kann man theoretisch für niemanden die Hand ins Feuer legen.

      https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/943190/psychologe-interview-jeder-mensch-luegt-mehrmals-tag.html

      Die Frage ist doch eher, wie man selbst gestrickt ist - eher tolerant, sehr eifersüchtig, generell misstrauisch etc. - und wie der Partner tickt - ob er vorsichtshalber zur Unwahrheit tendiert, um Diskussionen/Ärger aus dem Weg zu gehen, ob er ALLES kommuniziert und das Herz auf der Zunge trägt..

      Du sprichst oben von Kommunikation u. Ehrlichkeit in dem Zusammenhang. Es gibt aber auch die Variante, dass einfach etwas NICHT kommuniziert wird. Dann wird auch nicht gelogen sondern "nur" verschwiegen und komisches Verhalten gibt es u. U. auch nicht.

      Wenn man bedenkt, dass statistisch gesehen, 50 % der Bevölkerung fremd gehen und wie häufig diese damit nicht auffliegen. So wie in einem offenen Buch können viele dann doch nicht in ihrem/r Partner/in lesen und mit dem Hand ins Feuer legen ist für jeden 2. Menschen völliger Quatsch. Halte ich auch für Blödsinn, diesen Anspruch.

      Und das sind nur existenzielle Themen. Vom Paar Schuhe, die Frau sich kauft und ihren Mann vorsichtshalber nicht informiert, weil der am Rad dreht und ähnlichen Bagatellen reden wir noch gar nicht.

      Mein Mann und ich haben uns bis zu seinem Tod bedingungslos vertraut, ohne jegliche "Kontrolle".
      LG Moni

      Das ist kein Thema für mich. Wir leben 99,8%ige Offenheit.

      • (19) 22.01.18 - 23:23

        Im Bezug auf was? Auf Sex? Oder grundsätzlich? Vertrauen ist doch IMMER ein Thema und 99,8% offen ist für mich 100% blöd oder mindestens naiv und engstirnig. Es geht doch dabei nicht nur um Beziehung, sondern es gibt auch Dinge, da gibt es kein "offen".

        Vertrauen heißt doch nicht nur, dass ich weiß, dass er sich an unsere Treueabmachung hält (oder an andere Abmachungen), sondern auch, dass ich mich auf ihn in anderen Dingen, die keine Abmachung brauchen, auf ihn verlassen kann. Z.B. heißt es für mich, dass ich mich drauf verlassen kann, dass er sich nicht betrunken hinters Steuer setzt, dass er nicht unser Geld im Spielcasino oder bei seltsamen Einkäufen verprasst, dass er sich grundsätzlich so verhält, wie "man es eben tut" (also z.B. Frauen gleichberechtigt behandelt im Job usw.). Da hat es nichts mit Offenheit zu tun, da brauch ich Vertrauen, denn nein, da bin ich überhaupt nicht offen. Einen Mann, der sich jedes Mal, wenn ich den Hintern wegdrehe zulaufen lässt und dann noch ein Autorennen veranstaltet, sich bei jedem Schneeballsystem beteiligt oder die Zeit vergisst, wenn er sich um die Kinder kümmern soll und dann doch nicht kommt, den kann ich nicht brauchen. Da bin ich nicht zu 99,8% offen.

        Ziemlich kurz gedacht dein Post. Aber ich frag mich halt auch, warum immer die, die ja ach so offen sein wollen, das immer so rausstellen.

    (20) 17.01.18 - 12:22

    Mein Ex hat mich über mehrere Jahre immer wieder betrogen und belogen, das hat viel kaputt gemacht in mir.

    Am Anfang meiner neuen Partnerschaft fiel es mir schwer zu vertrauen, aber es wird von Zeit zu Zeit besser

    >>Wenn mein Mann etwas sagt - und es kein Witz ist - dann glaub ich ihm das auch.<<
    Wenn es stimmt, tu ich das auch #schein Muss man denn alles glauben?
    Vertrauen und alles glauben, was einem erzählt wird, sind für mich 2 paar Schuhe. Vertrauen habe ich ohne Frage in meinen Mann, aber daß immer alles stimmt, was er sagt...das wäre ja so, als würde nur er reden, so verstehe ich das gerade #schwitz

    Früher habe ich blind vertraut. Und wurde enttäuscht. Heute kenne ich meine Frau und mich besser, das Vertrauen ist (wieder) da. Das war ein langer, schmerzhafter Prozess. Aber es wird nie wieder das blinde Vertrauen von früher sein. Ich finde das nicht schlechter, weil ich blindes Vertrauen mittlerweile damit gleichsetze, sich jemanden sicher zu sein. Und das irgendwann als selbstverständlich hinzunehmen. Und den Fehler werde ich nicht nochmal machen.

    Ich habe ein gutes Grundvertrauen, da wir offen reden. Wir beide treu sind und wie gesagt miteinander reden. Aber ich bin sehr hellhörig und vertraue nie blind. Ich erkenne Lügen sofort und wer nur schwindelt wird entlarvt, das gilt bei jedem.

    Ich hinterfrage auch sobald mir was spanisch vorkommt oder ich simple nicht sofort checke. Ich schlucke nix einfach blind vertrauend runter.

    Daher...Vertauen ja, da gute Ehe, aber blindblöd bin ich aus Prinzip noch nie gewesen. Bei keinem!

    (24) 18.01.18 - 23:10

    Auch ich habe einmal 100%ig vertraut, warum sollte ich meinem Mann und Seelenpartner auch nicht trauen....?
    Bis ich eines Tages herauszufinden musste, dass er hinter meinem Rücken Schulden gemacht hat und zur Vertuschung ein riesen Netz aus Lug und Trug gesponnen hat. Mich systematisch belogen hat, um es geheim zu halten. Niemals hätte ich ihm auch nur eine Lüge zugetraut, geschweige denn so etwas... Und das Wissen um diese Lügen wiegt so viel schwerer als die vier Nullen nach dem Minus.

    Diese Zäsur in meinem Leben hat mein Vertrauen naturgemäß vollkommen zerstört. Ob ich je wieder dieses Gefühl der Sicherheit, des vollkommenen Vertrauens wiedererlangen werde? Nach bald zwei Jahren danach erscheint es mir wie ein Relikt aus einer anderen Welt....

    Ich habe keine Ahnung, was das Vertrauen zu einem Menschen damit zu tun hat, ob man einem Menschen alles glaubt, was dieser sagt....

    Es gibt immer einen Unterschied zwischen der absoluten "Wahrheit" (falls es die überhaupt gibt) und der eigenen Wahrnehmung.

    Es gibt mit Sicherheit Themen und Bereiche im Leben, bei denen mein Mann und ich - manchmal auch abhängig von der jeweiligen Stimmung - unterschiedliche Wahrnehmungen haben.

    Das führt dann nicht selten dazu, dass ich etwas, was ich wahrnehme, für mich behalte. Oder ich nehme etwas anders wahr, als er es wahrnimmt (und sagt). Das gilt auch alles andersherum.

    Dennoch vertrauen wir uns voll und ganz!

    Und glaube mir: wir hatten schon Phasen, in denen wir uns nicht vertraut haben. Das ist was völlig anderes!!!!

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