Bin ich zu egoistisch ?

    • (1) 21.01.18 - 17:09
      Heute anonym

      Hallo ihr Lieben,

      Ich dachte nicht das es soweit kommt das auch ich mir einmal anonym rat holen muss.

      Ich stecke gefühlt in der größten Zwickmühle meines bisherigen Lebens.
      Ich versuche von vorne anzufangen damit ihr euch meine Situation ungefähr vorstellen könnt.

      Mein Partner und Ich sind seit fast 3 Jahren zusammen, am Anfang führten wir eine “ Fernbeziehung “ was uns beiden recht schnell nichtmehr gereicht hat, daraufhin sind wir nach ca 6 Monaten zusammen gezogen. Ich habe einen 9 jährigen Sohn der meinen Partner gut leiden konnte und sich freute das wieder ein Mann im Haus ist .

      Es ist so das ich seit Jahren chronisch krank bin, ich arbeite ständig daran dass es mir besser geht, bzw mein derzeitiger Gesundheitsstatus erhalten bleibt, damit ich gut für meinen Sohn sorgen kann und im endeffekt auch für mich gut sorgen kann.
      Kurz nachdem mein Partner zu mir zog bekam auch er eine schlimme Diagnose und seitdem hat sich alles verändert.
      Ich habe ihm viel Zeit gegeben damit wir alle lernen mit seiner Erkrankung umzugehen. Besonders er selber hat große Probleme es an zu nehmen und nach vorne zu blicken. Er versinkt ist selbstmitleid , hat dauernd schlechte Laune und wird zu nehmend verbal agressiv.
      Ich habe das nun 2 Jahre geduldet, ihn zu jeder Therapie und jedem Arzttermin gefahren, da er selber keinen Führerschein hat und unsere Bus und Bahnverbindung sehr schlecht ist.
      Ich habe von Anfang an offen gesagt, dass ich nicht weiß wie lange ich das durchhalten werde, denn ich bin wie erwähnt selber krank und schaffe leider nicht alles was er von mir braucht. Mittlerweile geht es mir selber richtig schlecht, da mir das alles zu viel ist. Ich weiß das ich auf mich achten muss, kann dies aber nicht da ich vollkommen eingespannt bin.
      Die schlechte Laune und verbale Aggression richtet sich nicht nur gegen mich, sondern vorallem gegen unsere Haustiere und meinen Sohn. Lange habe ich Rücksicht genommen und Verständnis gezeigt für seine Situation, die starken schmerzen und mittlerweile auch für seine Depressionen. Doch er lässt sich nicht helfen in Form einer Schmerz und Psychotherapie.

      Ich sehe wie sehr mein Sohn darunter leidet, auch wenn er es sich in Gesprächen immer noch schön redet und der Meinung ist, dass es irgendwann besser wird, er mehr rücksicht nehmen muss ( obwohl er sich wie ein ganz normales kind verhält ) und das er ihn ja trotzdem lieb hat.

      Auch ich leide darunter. Unsere Beziehung wird immer kühler, wird sind uns nicht mehr nahe und ich fühle mich nicht geliebt. Er möchte nicht mehr intim sein. Und er vesteht nicht das es mir fehlt, denn es würde ja auch ohne sex gehen. Auch.wenn wir mal welchen haben, nimmt er keine Rücksicht auf das was ich mir sexuell wünsche. Für ihn ist es gut so wie es ist und er will nichts ändern.

      Bin ich egoistisch wenn ich mich von ihm trenne ? Muss ich mehr Geduld haben ?

      Ich weiß nichtmehr weiter und möchte nur mein Leben zurück. Ich will für meinen Sohn und mich eine schöne Zukunft haben, in der wir beide glücklich sind.
      Mein Partner hätte nichts wo er hin kann, wenn ich ihm sage, dass er gehen muss.

      Ich weiß einfach nichtmehr weiter.

      Vielleicht habt ihr tipps und anregungen wie ich mich verhalten soll und was ich tun kann.
      Tut mir leid dass es so lang geworden ist und danke fürs lesen.

      • Hallo,


        es ist eine sehr schwierige Situation bei euch. So wie ich es aber lese leidet dein Sohn und auch du unter dem Verhalten deines Partners. Ich finde nicht das du egoistisch bist. Ich würde mit deinem Partner noch mal reden und ihm ganz klar sagen wie für dich die Situation ist. Versuchen mit ihm Lösungen zu finden. Sollte er aber weiterhin alle Hilfen ablehnen wird dir nur die Trennung bleiben. Bleibst du bei ihm wird die Lebensqualität für dich und auch für deinen Sohn weiter sinken.

        Freundliche Grüße

        blaue-Rose

        Um Gottes Willen....... Seit zwei Jahren machst du das so mit. Hut ab!

        Du MUSST sogar egoistisch sein, weil du gegenüber deines Sohnes die Verantwortung trägst. Du machst dir Gedanken, wo dein Freund hingehen soll, er habe niemanden etc. Das ehrt dich. Aber wo soll dein Sohn hingehen, um sich der häuslichen Situation zu entziehen? Er ist ein Kind und kann nicht einfach gehen.

        Was nützt es euch, wenn ihr alle vor die Hunde geht? Du klappt zusammen und kannst dich weder um dich noch um deinen Sohn kümmern und/oder dein Sohn bekommt einen Schaden mit, weil er auch jahrelang unglücklich ist. Was denkst du, wie er sich fühlt, mit zwei chronisch kranken Erwachsenen um sich herum, die ihm eigentlich Sicherheit und Geborgenheit geben sollten. Dein Sohn wird sich schon genügend Gedanken um deine Gesundheit machen und vielleicht auch zeitweise Angst haben. Da braucht es nicht noch einen zugelaufenen Mann, der sich nicht helfen lassen will und euch mies behandelt.

        Wessen Wohnung ist es denn? Wer steht im Mietvertrag? Entweder gehst du und suchst dir etwas Neues oder setz ihm eine angemessene Frist (bzw. rede mit dem Vermieter, wenn ich beide im Vertrag steht, so dass er deinen Freund aus dem Mietverhältnis entlässt).

        Was stimmt mit deinem Freund nicht, dass er niemanden hat, wo er vorübergehend unterkommen könnte? Allein das ist schon merkwürdig, dass er so voll und ganz von dir abhängig ist.
        Ich bin erstaunt, dass du überhaupt noch an Intimitäten mit ihm denkst. So wie du ihn beschreibt, ist er der Abturner vor dem Herrn. Ein sich in Selbstmitleid suhlender Mann, der sich nicht einmal helfen lassen will und dich, die ebenfalls krank ist, dafür rotieren lässt.

        • (4) 21.01.18 - 18:21

          Es ist das Haus meiner Eltern und ich stehe alleine im Mietvertrag.

          Von der Seite her muss ich mir also keine sorgen machen. Trotzdem ist der gedanke einen schwer kranken mann, der nichts hat vor die tür zu setzen. Auch wenn es mir und meinem kind dann besser geht, tut es mir unglaublich leid und weh.

          Aber natürlich muss ich an mein kind denken und kann nur hoffen das seine mutter ihn aufnimmt.
          Er hatte selber eine schwierige Kindheit ubd bindungen eingehen fällt ihm schwer

          • (5) 21.01.18 - 20:10

            Hat er denn Krebs? Kannst Du uns ungefähr sagen in welche die schlimme Diagnose geht? Lebensbedrohlich?

            Trotzdem ist der gedanke einen schwer kranken mann, der nichts hat vor die tür zu setzen.
            -----

            Klar ist das schwer. Selbst wenn er nicht krank wäre. Er ist ja kein Schwerverbrecher oder grundsätzlich ein schlechter Mensch und man hat sich mal etwas bedeutet.

            Du kannst aber nur einen Tod sterben. Entweder liegt dir das wohlergehen von dir und deinem Kind mehr am Herzen oder seins. Dazwischen gibt es ja leider nichts. Und daran ist er auch nicht ganz unschuldig. Vielleicht wäre er psychisch schon mehr auf der Höhe, wenn er sich würde helfen lassen wollen. Und er hätte zudem vielleicht einen Therapeuten, mit dem er eine Trennung besprechen und verarbeiten könnte.

      Hallo

      schon im Interesse meines Kindes und meines eigenen Wohlergehens würde ich ihm eine Ultimatum stellen:

      <<<<Doch er lässt sich nicht helfen in Form einer Schmerz und Psychotherapie.<<<<

      Entweder er geht schnellst möglichst in Therapie oder er muss ausziehen.

      L.G.

      Ist es wirklich egoistisch, glücklich und gesund sein zu wollen? Für mich ist er der Egoistische, weil er auf Deinem Rücken ablegt, dass er sich nicht helfen lassen will. Und Kind und Tiere obendrein auch noch angeht.

      Ich würde ihn mal fragen, wohin die Beziehung noch führen soll und auch mitteilen, dass Du schon länger nicht mehr glücklich ist. An Deiner Stelle wäre mein Ziel definitiv eine räumliche Trennung.

      (9) 21.01.18 - 18:34

      Bitte trenn dich. Du musst an dich und deinen Sohn denken! Das ist wichtig! Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich!
      Du hast ihm lange genug Unterstützung und Hilfe gegeben.
      Depressionen hin oder her, das kann keine Entschuldigung für alles sein.

      Ich befürchte allerdings, dass du ihn so einfach nicht loswerden wirst.

      Hi,
      nein. Der Mensch, der an 1. Stelle stehen sollte, ist dein Sohn, ihn gilt es zu beschützen. Er leidet, so musst du diesem Leid in Ende setzen.
      Der Mann ist erwachsen und kann somit selbst Verantwortung für sich übernehmen - tut er aber wohl nicht...

      vlg tina

      (11) 21.01.18 - 18:56

      Halloo
      Also ich würde ihn jetzt nicht von einen auf den anderen Moment vor die Tür setzen ihr seid beide erwachsene Leute und ich würde erst mal ein offenes Gespräch suchen wo du ihm deine Sorgen und Anliegen erklärst und ihm auch eindeutig ein Ultimatum setzt und wenn das nicht Fruchten sollte hast du immer noch das letzte Wort und kannst ihn vor die Tür setzten aber vielleicht könnte es ja noch klappen wenn du ihm erst mal ein bisschen Druck machst damit er selber merkt jetzt muss sich was ändern !

      (12) 21.01.18 - 22:20

      Hallo,
      Dein Partner ist ein erwachsener Mann mit 100 % Eigenverantwortung für sich.
      Eine Krankheit und auch eine Depression ist kein Freifahrtschein sich davon zu verabschieden.
      Mein Partner hat nachdem wir 1,5 Jahre zusammen waren Depressionen bekommen. Meine Kinder waren da 9 u. 11.
      Ich habe viel mit ihm geredet, habe Rücksicht genommen und ihn unterstützt wo es ging.
      Als ich gemerkt habe es geht an meine Substanz und er zieht so viel Energie von mir, dass meine Kinder und ich drunter leiden, hab ich ihm gesagt, dass ich ihn unterstütze und immer zu ihm stehe , wenn er sich helfen lässt, professionell, von Ärzten, sonst muss ich mich zu meinem Schutz und zum Schutz meiner Kinder trennen. Und er war nie garstig zu uns, sondern nur Energieräuber durch sich hängen lassen, 16-18 stunden täglich im bett, dauergespräche über viele Nächte,...
      Er ist dann stationär in eine Klinik.
      Wir sind jetzt seit 9 Jahren zusammen und sehr glücklich. Aber ich hätte mich damals getrennt, wenn er nicht in Therapie wäre und das hat er gewusst.

      Ich an deiner Stelle würde ganz klar mit ihm reden und ihm sagen, unter welchen Umständen du zur Fortführung der Beziehung bereit bist, sonst trenn dich.

      Wo er unter kommt ist, so hart das klingt , sein Problem. Eigenverantwortung !

      Dein Sohn hat die Wahl nicht. Du musst schauen, dass es dir gut geht. Für dich und deinen Sohn.

      Ich wünsche dir viel Kraft.

      Hallo,

      nein, Du bist nicht egoistisch, Du hast auch Verantwortung für Deinen Sohn. Du opferst Dich auf und er behandelt Dich schlecht. Nein, das geht nicht, egal, ob krank oder gesund.

      Alles Gute für Dich!

      << Doch er lässt sich nicht helfen in Form einer Schmerz und Psychotherapie. >>

      Verlange beides ultimativ von ihm. Wenn er nicht will, wirf ihn hinaus. Du hast schon zu lange damit gewartet. Dein Sohn und du selbst bist wichtiger als er.

      << Auch.wenn wir mal welchen haben, nimmt er keine Rücksicht auf das was ich mir sexuell wünsche. Für ihn ist es gut so wie es ist und er will nichts ändern. >>

      So wenig Rücksicht bist du ihm auch schuldig.

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