Bin am Ende

    • (1) 23.01.18 - 15:23

      Hallo liebe mitstreiter,die vielleicht auch so ein ähnliches Problem haben wie ich.
      Wie soll ich anfangen.

      Ich war vor 5Wochen in stationärer Behandlung wegen Depressionen. Ich bin fürchterlich zusammen gebrochen.
      Ich konnte einfach nicht mehr. Ich habe ein 10Monat alten Sohn wo die Geburt nicht ganz glatt verlaufen ist und mein Kind danach auf der Intensivstation lag wegen schlecht Luft kriegen. Ich habe mir fürchterliche Vorwürfe gemacht. Dammschnitt mit saugglocke holen, zwei Mann auf den Bauch rum drücken. Danach hatte ich Probleme mit der blase. Waren dann fast zwei Wochen in der Klinik. Wo mir immer mehr zu viel wurde abpumpen, wunde versorgen, ständig Hosen waschen weil ich nicht halten konnte und dann nicht mehr stillen zu können. Jede Schwester hat was anderes gesagt. Ich konnte mein Kind die ersten Wochen überhaupt nicht lieb haben, mir war alles zu viel.

      Dazu kommt der ständige Stress mit urgroßeltern die ständig vor der Türe stehen und ausfahren wollen vor allem die uroma.

      Und dazu kommt noch beziehungsprobleme. Wir haben keinen Sex mehr seit der Schwangerschaft. Nach der Geburt auch nicht mehr. Ich hatte Lust nach dem wochenfluss wieder, aber mein freund kriegt keinen mehr hoch. Ich war am Ende, ich wusste nicht warum. Ich habe ihn gefragt warum, wieso. Keine Ahnung von ihm. Er nur es wird besser, doch nicht ist besser geworden.

      Bis jetzt der Zusammenbruch kam. Ich konnte jetzt auch nicht mehr mein Kind mehr lieb haben. Hatte Panikattacken, Selbstmordgedanken etc. War in der Klinik wurde besser. Doch jetzt bin seit drei Wochen wieder Zuhause. Medikamentös eingestellt etc. Psychotherapie erst im März beginnend.Und trotzdem weiß ich nicht mehr wie weiter gehen soll. Ich zweifele halt nach dem ganzem an den Gefühlen zu meinem Partner. Ich will einfach nur noch weg laufen doch dann würde mit Sicherheit alles schlimmer werden. Ich weiß keinen Rat mehr. Vielleicht kennt jemand die gleiche Situation oder kann Tipps geben wie man damit umgehen kann.
      Ich meinen Freund nicht verlieren, aber weiß nicht wie ich wieder fühlen kann.

      Lg susi

      • Hallo, lasse dich bitte umgehend professionell beraten. Vielleicht kannst du Hilfe vom Jugendamt bekommen, psychosoziale Beratungsstellen usw.
        Ruf mal bei der Stadt oder dem Landkreis an, die vermitteln dich dort.
        Alles Gute!

        (3) 23.01.18 - 16:12

        Hey,
        lass dich erst mal drücken.
        Auch wenn es sich jetzt gerade im Moment nicht so anfühlt und du es dir nicht vorstellen kannst, es wird besser. Es ist ein harter Weg aber den Anfang hast du geschafft und dass ist meist das schlimmste.
        Ich kann dir von mir berichten, es ist ein paar Jahre her, bei mir war damals noch kein Kind involviert aber die Situation mit meinem Partner war ähnlich. Ich war schlicht überfordert, Arbeit, Haus, Familienstreitigkeiten, irgendwann ging das nicht mehr, ich wollte es nicht mehr und ich landete gegen meinen Willen in der Klinik. Rückblickend betrachtet, das beste was passieren konnte um alles ins rollen zu bringen. Ich wurde ebenfalls medikamentös eingestellt und war lange in Therapie.
        Der harte Weg lohnt sich, die Probleme mit meinem Partner kamen nicht von ungefähr sondern von meiner Depression. Nachdem ich alles angegangen war wurde es stetig besser. Und auch mein Partner konnte endlich verstehen warum ich so war wie ich war. Man muss nur leider erstmal alles aufarbeiten was man ggf die Jahre über verdrängt hat.
        Ich kann dir nur raten offen zu sein, rede offen mit deinem Partner über deine Gefühle damit er die Möglichkeit hat dich zu unterstützen. Die Anfänge hast du gemeistert und durch die Therapie (vielleicht sogar mit Partner?) wird es bald besser werden glaub mir. Bleib auf jeden Fall dran!
        Alles Gute

        • Ich kann mir bloß im jetzigen Zustand nicht vorstellen es zu schaffen. Ich denke manchmal das ist doch nicht richtig was ich jetzt spüre bzw.nicht spüre und kann das meinen Partner nicht an tun,so wie ich bin. Man muss doch wissen ob man seinen Partner noch liebt und das auch zeigen können in so einer schwierigen Situation. Aber das kann ich nicht. Ich würde es so gerne. Das hat er nicht verdient.

          • (5) 23.01.18 - 16:41

            Du kannst aber nichts dafür, mach dir bitte keine Vorwürfe. In meiner schlimmsten Zeit war ich mir auch in nichts mehr sicher. Am liebsten hätte ich alles aufgegeben, Partner, Haus...einfach weg. Aber einfach nur deshalb weil mir alles zuviel wurde, nicht weil ich ihn nicht mehr liebte, ich brauchte ihn mehr denn je, damals wusste ich das nicht aber heute weiß ich es. Dass du dir deiner Gefühle im Moment nicht sicher bist ist leider in so einer Situation normal, man weiß erst mal nicht wie es weiter gehen kann bzw soll und würde am liebsten aus der Situation flüchten.
            Erkläre deinem Partner dass du Zeit brauchst um in dein Leben zurück zu finden, es ist nicht leicht als Außenstehender zu verstehen was in depressiven Menschen vor geht daher wäre es eventuell ratsam dass er mal an einer Therapiesitzung teilnimmt um es besser zu verstehen. Wie geht er denn damit um? Weiß er wie es in dir aussieht?

      (9) 23.01.18 - 23:43

      Ich denke, du solltest jetzt versuchen dich weniger auf deine Partnerschaft zu konzentrieren. Vorrangig bist doch jetzt erstmal allein du mit deinen tiefergreifenden "Problemen" bzw der Depression. Das solltest du weiterhin angehen und wenn es dir besser geht, kannst du immer noch einen Blick auf deine Partnerschaft werfen. Du musst ja momentan keine Entscheidung treffen bzgl Partner. Also schieb das doch erstmal beiseite. Er wird ja nicht die Ursache deiner Erkrankung sein.

      • (10) 23.01.18 - 23:48

        Kurzer Nachtrag:
        Mir ging es damals so, dass ich meine Probleme auf meinen Partner fokussiert habe. Nach der Trennung wurde es allerdings natürlich nicht besser...

        • Meine Freundin hatte fast die gleichen Probleme und ist in der Therapie gegangen. Und hast geschafft. Sie meinte auch du bist jetzt wichtig, kein anderer. Sie meinte auch das ich schon längst aufgegeben hätte und andere Wege für mich einfacher wären.
          Vll hat sie auch irgendwo recht, ich kann mir nicht vorstellen das eine Therapie was bringt. Ich hatte ja sowas noch nie.

    (13) 24.01.18 - 08:57

    Liebe Susi,

    ich kenne das. Ich hatte vor 2015 ebenfalls eine Depression und kämpfe immer wieder mit den Folgen.

    Auch ich bin damals fürchterlich zusammengebrochen und war dann im Krankenhaus. Du hast es erstmal richtig gemacht, dass du dir Hilfe gesucht hast.

    Ich war damals für zwei Wochen im Krankenhaus und bin im Anschluss für 12 Wochen in eine Tagesklinik gegangen. Diese ging an den Wochentagen von 7.30 bis 15 Uhr und war in meinem Wohnort. Der Vorteil für mich lag darin, dass ich weiterhin für meine damals 5 jährige Tochter da sein konnte. Solltest du die Möglichkeit der Betreuung für dein Kind haben, wäre es vielleicht auch etwas für dich. Im Anschluss folgte eine ambulante Therapie, wo ich noch ca. alle 4 Wochen hingehe, aber nun langsam ausläuft.
    Ich für mich kann sagen, dass es die besten Entscheidung war.

    Zunächst ist es wichtig - gib dir Zeit. Auch ich war ungeduldig und wollte mein "altes" Leben zurück. Leider funktioniert das nicht...
    Mein Mann sagte damals zu mir, dass man das, was sich so lange aufgebaut hat, nicht von heute auf Morgen gerichtet ist.

    Wichtig ist auch, dass du auf dich achtest...deine Uroma möchte dich vielleicht einfach entlasten. Wenn es dich aber eher stresst - rede mit ihnen und vereinbare einfach fixe Termine. Sie werden deine Situation sicher kennen und hoffentlich Verständnis haben.

    Hinsichtlich der Geburt - versuche diese mit professioneller Hilfe zu verarbeiten.
    Es gibt auch eine Klinik, die sich auf Mutter-Kind-Bindung und Wochenbettdepressionen (vielleicht hast du eine "verschleppt") spezialisiert haben. Hier wird man mit dem Kind aufgenommen.

    Und vielleicht kannst du zum Anfang einfach annehmen, dass dein Mann dich unterstützt und hinter dir steht. Mehr ist im Moment gar nicht wichtig. Es fällt einem in diesen Phasen unheimlich schwer sich selbst zu mögen, da ist es kein Wunder, dass man an der Liebe zum Partner und dem Kind zweifelt. Gib dir Zeit...

    Ich bewundere meinen Mann noch heute dafür, dass er für mich da war, zu mir gehalten hat und diese Krise mit mir zusammen gemeistert hat und wenn ich heute meine Tiefs habe (die immer mal wieder für ein paar Tage kommen), diese mit mir zusammen meistert.

    Auch wenn es schwer scheint, mit Hilfe kann man da rauskommen...ich habe danach in 2016 meinen Sohn bekommen, arbeite wieder und bin seit der Schwangerschaft ohne Medikamente unterwegs. Wenn du den richtigen Therapeuten an deiner Seite hast, schaffst du das...

    Fühle dich ganz herzlich gedrückt.

    Liebe Grüße

    Sandra

    • Liebe Sandra,
      Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich will nur weg laufen. Ich habe oft schon über Trennung nach gedacht. Nicht weil mein Partner schlecht ist oder so. Weil ich denke ich habe keine Gefühle mehr für ihn. Und ich weiß nicht wie die wieder kommen können. Ich stehe jeden Tag auf und mir geht's dreckig. Bauch und rückenschmerzen. ;-( und dazu kommt noch die Ungeduld. Ich will einfach nur aus dieser Situation fliehen, auch wenn sich das egoistisch anfühlt. Ich bin das allerletzte.
      Über die tagesklinik hab ich auch schon nach gedacht. Weil es ist schon eine lange Zeit bis März. Ich kann mir halt nicht vorstellen wie eine Therapie mir helfen soll?! Weil ich wie gesagt noch nie so tief drin steckte. Noch dazu mit Kind.
      Lg susi

      • (15) 24.01.18 - 10:09

        Sandra bist du an die Therapie auch skeptisch ran gegangen? Und hast auch jeden Tag darüber nachgedacht? Verzweifelt weil du einfach eine Entscheidung treffen wolltest? Jetzt auf gleich damit dir besser geht? Hast du in der Therapie auch gesagt was deine Gefühle angehen das du zweifelst, nicht mehr weißt ob da überhaupt noch was ist? Ich komm mir so hilflos vor.

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