Genervt, unzufrieden, traurig

    • (1) 28.01.18 - 23:10
      Schlechtdrauf

      Vielleicht nicht das richtige Forum aber ich möchte anonym schreiben.
      Bin 32, Mutter eines 15 Monate alten Jungen. Mit meinem Freund seit 5,5 Jahren zusammen. Absolutes wunschkind, es war etwas Nachhilfe nötig meinerseits. Schwangerschaft traumhaft, Glück und Freude riesengroß. Mittlerweile immer wieder schwankende Gefühle. Durch Geburtsverletzungen und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kein wirkliches Sexleben mehr...Er möchte, ich muss mich überwinden. Keine Lust, kein Verlangen.
      Und ich bin so oft genervt von dem kleinen. Und gleichzeitig schäme ich mich dafür solche Gedanken zu haben. Erst kürzlich erlebte Situation...Wir wollten ihn zu meinen Eltern zum übernachten geben (hat vorher schon mehrmals sehr gut geklappt) um uns einen gemeinsamen schönen Abend zu machen. Ich musste ihn nach kurzer Zeit wieder abholen weil er sich absolut nicht beruhigen ließ und nur nach mir geschrien hat. Wir sind aktuell in der Kita Eingewöhnung , war wohl einfach alles zu viel.
      Abends...Er schläft relativ gut ein aber im Laufe des Abends brüllt er. Manchmal klappt es dass er weiterschläft aber meistens muss zwischen 21 und 23 uhr einer von uns ins Bett gehen weil der kleine dann zu uns will und nur in unserem Bett weiterschläft. In solchen Momenten habe ich nur den Gedanken "warum zerstört er jeden Abend von uns ". Manchmal schaffen wir es nicht mit ihm zusammen schon 17:45 Abendbrot zu essen. Da .möchte ich dann in Ruhe wenn er im Bett ist für uns beide nochwas kochen. Und dann brüllt er. Wir müssen dann getrennt essen, damit immer einer oben sein kann um ihn zu beruhigen. Ich weiß dass das alles normal ist. Freunde von uns müssen nachts noch 3 mal Flasche geben, weitaus "schlimmer". Trotzdem bin ich so genervt dass er einfach alles bestimmt . Ja das ist mit Kind so, ich weiß das alles und weiß dass er das nicht mit Absicht macht aber ich kann nicht aus meiner Haut. Man plant etwas, freut sich darauf und er wirft alles über den Haufen.
      Keinen Schritt kann man ohne ihn tun. Müll raus bringen? Endet im Geschrei ...wäsche aufhängen...Geschrei....mal an den Briefkasten gehen... Geschrei...
      Ich stehe vom Sofa auf und gehe nur in die Küche, da ist nichtmal ne Tür dazwischen
      ...Geschrei....
      Jeden Abend ihn mit in unserem Bett haben. Ja kuscheln ist schön aber man will doch auch mal etwas Platz und Zeit für sich...
      Keine Frage ich würde alles für ihn tun und mir geht es ja auch nicht gut bei diesen Gedanken. Erst heute früh lag ich wieder weinend im Bett weil er schon um 5 wach war, dann um 6 wieder müde und ich mich mit ihm wieder zu Papa ins Bett gelegt habe. Er hat aber nur rumgeturnt und wenn man ihn hinlegen wollte gebrüllt. Mich hat das total genervt, ja ich wollte schlafen. Und der Papa fragt warum ich SCHON WIEDER so genervt bin. Da kommen mir die Tränen....aus Unzufriedenheit mit der Situation, aus Scham dass ich so negativ denke, aus Ärger über mich selbst dass ich mich da nicht besser imGriff habe.
      Bis vor ein paar Wochen hatte ich immernoch diese Auszeit ca.1 mal alle 1 bis 2 Wochen, die er bei Opa und Oma übernachtet hat, was mir immer etwas Kraft gegeben hat. Aber da das nun nicht mehr klappt, bin ich gleich wieder total frustriert.
      Ab nächste Woche muss ich wieder arbeiten. Keine Ahnung ob mich das etwas ablenkt weil ich endlich mal was anderes erlebe oder ob ich dann noch mehr überfordert bin.

      Ich weiß gar nicht was ich jetzt von euch lesen möchte...wollte mich einfach nur mal auskotzen, danke fürs zuhören und lesen.

      • Oh je, ich hab hier echt das Gefühl, du beschreibst meinen kleinsten Sohn. Er war als Baby und Kleinkind ganz genauso. Nichts konnt ich ohne ihn machen. Nichtmal spazierengehen (mit Kinderwagen) war möglich. Er wollte immer getragen werden. Also Babytrage und ein Tragetuch besorgt damit er näher bei mir ist.
        Inzwischen ist er 4,5 Jahre alt. Bis er 3,5 Jahre alt war, lag ich jeden abend bei ihm zum einschlafen. Mit knapp 4 Jahren hat er dann ein großes Bett bekommen. In der Hoffnung, das er Nachts nicht bei uns schlafen möchte (er ist sehr lebhaft und tritt gern um sich), weil sein neues Bett so toll. Klappt inzwischen mal so, mal so.
        Ich hab lange darunter gelitten das er so extrem auf mich fixiert war. Eben weil ich dachte, keine Luft mehr zu bekommen. Und immer wieder habe ich mir gesagt, er ist noch ein Baby/Kleinkind. Er brauch mich noch.
        Heute ist er immer noch doll Mamabezogen. Grade Nachts. Aber es ist im allgemeinen besser geworden.
        Du brauchst viel Kraft. Versuche Stark zu bleiben und deinem kleinem deine negativen Gefühle zu zeigen. Er spürt das und wird dadurch selber unsicher. Irgendwann habt ihr auch wieder bessere Zeiten. Ganz sicher :-)

        (3) 28.01.18 - 23:40

        Du hast EIN Kind, es ist 5 Monate und du bist genervt? Ich habe 3, bin Alleinerziehende und meine sind 5, 3 und 1 Jahre alt.
        Ich bin 24/7 mit den drei alleine. Seit 5 Jahren bin ich nirgends mehr gewesen. Kein ganzes Wochenende oder nur mal kurz die Kinder abgeben.
        Glaub mal die Zeit wird noch viel anstrengender, wenn dein Kind läuft und überall drauf krabbelt. Trotzt usw.

    (11) 29.01.18 - 00:03

    Hallo.

    Wenn du das alles weißt, dass solch ein Verhalten für ein Kleinkind diesen Alters normal ist.... dann ändere mal schleunigst was an deiner Einstellung!!! Dein Kind merkt selbst, ob es so angenommen ist, wie es ist... Er merkt deine Genervtheit! Und... das macht es nicht besser! Dann plane um... mach mit deinem Partner mal allein was am Tage... Oft brauchen Kinder diesen Alters Mama zum Einschlafen und was dazu gehört wie Kuscheln. Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Euer kleiner Mann befindet sich auch noch in nem Alter, wo er Schübe hat.
    Viell solltest du wirklich mal in dich gehen und in dich hinein horchen, wo DEIN Problem ist. Holst ja doch weit aus mit Geburtsverletzungen und dergleichen... dann arbeite alles mal auf, wenn es erforderlich ist.
    Wird zu nem Teufelskreis und euer Zwerg leidet darunter.
    Nur DU allein kannst da was dran ändern!
    VG

    Habe mir gerade ein paar antworten durchgelesen und bin doch
    sehr erstaunt.
    Ich habe 3 Kinder und manchmal sind 3 Kinder wirklich leichter als nur 1 - weil man sich nicht um jeden Pups kümmern kann und somit auch nicht auf jedes weh wehtuen reagiert .
    Ich fand die Zeit als ich nur 1 kleinkind hatte auch anstrengender - das heißt nicht, dass du mehr Kinder bekommen sollst.
    Ich will nur sagen, dass es Unsinn ist, dass mehrere Kinder anstrengender sind als eins und du dich nicht anstellen sollst 🙄.

    Ich persönlich finde das Kleinkind Alter furchtbar 😬 Mein kleiner ist jetzt 2 und er hat das auch die Gabe einfach mal brüllen und trotzen zu können was das Zeug hält .
    Das nervt - und trotzdem ist es wichtig für seine Entwicklung .
    Ich finde bis die Kinder so 3-4 sind wechseln sich lange anstrengende Phasen mit kurzen leichteren Phasen ab :) dann wird es im ganzen entspannter.
    Mache dir diese Zeit jetzt so angenehm wie möglich - so habe ich das überstanden 😂
    Immer geschlafen wenn sich die Möglichkeit bot usw.
    Ich denke die Arbeit wird dir helfen - es oft diese Art der Anstrengung die so schlaucht .
    Ein kleiner Mensch der gewünscht war und dann so nervt , der heult obwohl man alles macht und tut , der so ganz anders ist als man sich das vorgestellt hat - und das schlechte Gewissen so überhaupt zu denken !
    Alles normal :)
    Ja, es gibt so ein paar perfekte Mamas die nie genervt sind und dazu noch Vollzeit arbeiten ( vielleicht sind sie deshalb nicht genervt 😂) und alles immer super ist :)
    Hilft dir aber nicht .
    Was mir noch hilft : Ich war immer extrem genervt wenn ich etwas anderes lieber machen wollte oder etwas anderes geplant hatte und dann nix draus wurde- dass ich anstatt meine bestellte Pizza zu essen hundert mal La le lu singen musste usw.

    Rechne einfach damit :) nimm dir nix vor :)
    Dann ist die Enttäuschung kleiner .

    Es wird besser - ganz sicher .
    Ich warte auch auf die magische 4 ::)

    • (13) 29.01.18 - 07:18

      Vielen Dank für deine liebe Antwort. Es tut gut zu lesen dass sich andere auch ähnlich fühlen.
      Das mit dem nix vornehmen stimmt wohl. Ich habe auch immer das Gefühl wenn ich denke "ja, er schläft endlich, jetzt habe ich Zeit für mich " dass er sich genau in diesem Moment wieder meldet. Also trau ich mich gar nicht diesen Gedanken zu haben 🤣
      Nein weitere Kinder werde ich definitiv nicht bekommen ;) ist doch auch schonmal eine gute Erkenntnis ;)
      Ich bin mir des Spruches " kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen" auch bewusst aber ich denke oder habe die Hoffnung dass es alles etwas besser wird wenn wir uns miteinander verständigen können. 🤷‍♀️
      Wie gesagt es schwankt ja auch immer. Es gibt so viele tolle Momente, da könnte ich mich über ihn kaputt lachen, muss ihn abknutschen, kann es nicht glauben dass wir so nen tollen Kerl hinbekommen haben.
      Naja lassen wir mal alles weiter auf uns zu kommen und nehmen es so wie es ist :)

    Das kann ich nur unterschreiben!!!
    Immer, wenn ich mir vorgenommen hatte "heute abend telefonierst Du mal in Ruhe mit xy" oder "da kommt meine Lieblingsserie" etc. gab es das größte Geschrei und man ist noch genervter. Es ist manchmal schwer, aber mir hat (Galgen)Humor oft geholfen. Schon im Säuglingsalter haben wir oft getrennt gegessen, weil Junior genau DANN Hunger bekam, wenn das Essen auf dem Tisch stand. Klar ist das schade. Wir haben dann schon immer gewitzelt, dass wir eh nicht absprechen müssen, was es gibt, weil eh jeder für sich isst.

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