Ich weiß nicht weiter

Hallo

ich stehe seit einer Woche neben mir und weiß einfach nicht weiter. Eine Freundin von mir beschuldigt meinen Freund der sexuellen Belästigung. Ich dachte zuerst sie will mich veräppeln aber sie meint es echt ernst. Seitdem drehen sich meine Gedanken nur noch. Es soll schon letzten Sommer gewesen sein nach einer Kirchweih. Wieso sagt sie mir das jetzt wenn es wahr ist? Warum war sie nicht bei der Polizei? Alles in mir sagt sie lügt mich an. Ich habe ihn auch gefragt natürlich und auch er sagt es stimmt nicht. Er war richtig schockiert darüber. Aber ich frage mich was sie davon hat mir so etwas zu erzählen? Ich bin richtig fertig deswegen. Wem soll ich glauben?
Mein erstes Gefühl sagt ich glaube natürlich ihm. Doch sie ist eine Freundin die ich kenne seit wir in der Schule waren. Wieso soll sie so etwas erfinden? Es geht nicht in meinen Kopf. Und es verunsichert mich doch etwas. Wem würdet ihr glauben?
Ich danke euch.
Ilaria

Zuerst einmal solltest Du mit Deinem Partner reden: was genau sagt er zu dem angeblichen Vorfall? Wie erklärt er sich ihre Anschuldigungen? Wie reagiert er jetzt: fordert er eine Aussprache mit ihr? Das wäre wohl die logische Konsequenz, wenn mich jemand fälschlich beschuldigt: ich würde denjenigen direkt mit seiner Lüge konfrontieren wollen. Oder kneift er und will alles auf sich beruhen lassen?

Wie geht es weiter? Zeigt sie ihn bei der Polizei an? Dann muß er sich ja eh dazu äußern.
Oder verzichtet sie auf eine Anzeige? Wenn ja, warum?

Gibt es Zeugen dieses Vorfalls?
Klingt die Geschichte plausibel?
Hat sie Gründe zu lügen?
Hat er schon mal gelogen?

Er sagt es stimmt nicht und er war überhaupt nicht mit ihr auf dieser Kirchweih. Er versteht auch nicht warum sie das erfindet. Zuerst war er schockiert als ich ihm gesagt habe was sie behauptet aber dann hat er gesagt sie spinnt doch und hat psychische Probleme. (das stimmt auch) Sie hat gesagt sie hat ihn damals nicht angezeigt und wird es jetzt nach so langer Zeit auch nicht tun weil sie nicht glaubt dass ihr jemand glauben würde. Er hat sie angeblich nur in einer dunklen Ecke an die Wand gedrängt, geküsst und überall betatscht, also nichts wo es Spuren gegeben hätte. Aber auch das kommt mir so unmöglich vor. Es kann einfach nicht sein so einer ist er nicht. Ich weiß dass er mit Freunden 2 oder 3 Mal auf dieser Kirchweih war aber da war nie etwas auffälliges. Ich komme mir vor wie im falschen Film und möchte es einfach nur vergessen und überhaupt nicht mehr darüber nachdenken oder mich damit beschäftigen. Aber ich kenne sie schon 11 Jahre und es lässt mir trotzdem keine Ruhe irgendwie. Er hat nie gelogen, also nicht wegen solchen wichtigen Sachen, vielleicht so winzige Notlügen wo er keine Lust hatte irgendwas zu machen oder so. Aber nichts ernsthaftes.

Naja, Du kennst als Einzige von uns die beiden betreffenden Personen wirklich und kannst einschätzen, wem Du eher glaubst. Das kann man ja so aus der Ferne gar nicht beurteilen.
Wenn Du es für unmöglich hältst, dass er so etwas tut und noch nie gelogen hat und sie oben drein psychische Probleme hat, dann würde ich wohl eher meinem Partner vertrauen.
Dennoch frage ich mich, warum er sie nicht direkt dzur Rede stellen will. das finde ich komisch. Es ist ja nun keine Kleinigkeit, die da behauptet wird, sondern der Schilderung nach eine Straftat! Würde mich jemand fälschlicherweise einer Straftat beschuldigen, würde ich das nicht so einfach abtun mit der flapsigen Bemerkung, dass derjenige einfach spinnt.

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Er sollte vielleicht fachlichen Rat einholen.

Und ihr sagen, dass er sich selbst anzeigen wird und dann wird die Polizei ermitteln. Dann wird sie zur Sache befragt. Und es kommt dann vermutlich auch raus, ob eine Straftat begangen wurde oder ob eine Straftat vorgetäuscht wurde.

An der Reaktion könntet ihr vielleicht sehen, ob sie gelogen hat. Das würde ich übrigens Auge in Auge machen.

LG

Naja, wie soll da tatsächlich die Wahrheit rauskommen, wenn es keine Spuren und Zeugen gibt und letztlich Aussage gegen Aussage steht? Dann wird das Verfahren einfach eingestellt und die TE ist genauso schlau wie vorher...

Vielleicht, weil einer von beiden zugibt gelogen zu haben. Und weil es erst mal darum geht, die Freundin herauszufordern, wie sie mit dem, was da passieren KÖNNTE umgeht.

LG

Ist sie scharf auf Deinen Freund? Will sie Euch auseinander bringen? Eventuelle Rache oder Neid aufs Baby?

Frag sie mal, was er anhatte an dem Abend, um wieviel Uhr es war, wo es war, also sie soll Dir den zeitlichen Ablauf des Abends genau erklären, hör gut zu, dann bitte sie den Abend rückwärts zu erzählen. In den meisten Fällen können nur tatsächliche Opfer den Tathergang auch rückwärts erzählen, da selbst erlebt.
Die erfundene Geschichte klappt meist nur in die eine Richtung.

Kennst Du den Film hier?
http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-sexuelle-noetigung-luegen-vorurteile/film/index.html

Ich würde beiden sagen, dass du Klarheit brauchst und einen unabhängigen Dritten involvieren bspw. die Polizei. Die haben mehr Erfahrung und Abstand und finden heraus wer lügt. Der Lügner würde sich schnell von der Idee distanzieren...

schon mal dran gedacht, dass es die Halbwahrheit sein könnte? Die beiden haben tatsächlich rum gemacht, sie behauptet nur, es wäre von ihm ausgegangen, weil sie ein schlechtes Gewissen dir gegenüber hat? Er streitet ab, sie genötigt zu haben, weil es aus seiner Sicht einvernehmlich war?

Wie lange bist Du mit Deinem Freund zusammen?

Wir sind 3 Jahre zusammen.

Ich bin zwar auch dafür, einem möglichen Opfern ersrmal zu glauben. Aber es gibt auch Frauen, die das leider ausnutzen und falsche Beschuldigungen in den Raum werfen, weil sie ein anderes Ziel damit verfolgen. Ich möchte einfach nur, dass du diese Möglichkeit zumindest nicht außer acht lässt. Du kennst deine Freundin. Und wenn sie bereits psychische Probleme hat, sollte man da auch mal genauer hinschauen:
Besteht dein Möglichkeit, dass die beiden was miteinander hatten? Ich meine, er war alleine unterwegs und du schwanger bzw mit kleinem Baby zuhause. Vielleicht hat ihm was gefehlt (Aufmerksamkeit, Sex,..) und er hat es sich in der Nähe geholt? Das soll keine Anschuldigung sein, nur ein Denkanstoß. Vielleicht hat sie sich in ihn verliebt. Und er will aber bei dir bleiben und das ist ihre Rache und ihr Weg, einen giftigen Keil zwischen euch zu treiben. Nach dem Motto, wenn sie ihn nicht bekommt, sollst du ihn auch nicht mehr haben.

Das alles muss nicht so gewesen sein. Ein Opfer muss sich in Anwesenheit des Täters nicht zwangsläufig anders oder "opferig" verhalten. Vielleicht hat er ihr was getan. Oder sie es bei ihm versucht. Ich würde jetzt absolute Ehrlichkeit von meinem Mann verlangen. Wenn sie so eine (falsche) Anschuldigung öffentlich macht, kann sie ihm sehr schaden. Da wäre ein Geständnis, dass er fremdgegangen ist das kleinste Übel. Mach ihm das klar.

Ich habe zwei Dinge erlebt:
Zunächst einmal einen sexuellen Missbrauch, es war ein Bekannter und es entstand aus einer einvernehmlich begonnenen Situation - das Ende war definitiv nicht einvernehmlich, daran gibt es von beiden Seiten keinen Zweifel auch schon während in der Ausführung. Ich habe danach Rücksprache mit verschiedenen Menschen und Stellen gehalten und mich gegen eine Anzeige entschieden. Keine Beweise, die Befragungen - ich wollte da einfach nur einen Haken dran machen. Mit Bekannten (auch gemeinsamen Bekannten) habe ich da auch erst viel später drüber gesprochen, ich musste das erst für mich klar kriegen. Es waren teilweise auch gemeinsame Bekannte und die Reaktion war... naja... mäßig. Manche wussten auch, dass er regelmäßig "eskaliert", sahen das aber offensichtlich nicht als so ein riesiges Problem an.

Dann hatte ich ein anderes Erlebnis: Mann betrügt Frau und ich wusste nur allzu gut davon. Ich wollte es ihr erzählen, weil ich sie gerne habe, dann wurde sie schwanger. Ich weiss, dass dieses Kind ihr lang herbeigesehntes Wunschkind war und habe genau deshalb meine Klappe gehalten - ich weiss nicht, ob sie das Baby sonst evtl abgetrieben hätte oder ob es zu einem natürlich Abort gekommen wäre. Nach der Schwangerschaft habe ich für beide gehofft, dass er sich ändert und deshalb die Klappe gehalten... tja... dann ist ein geliebtes Familienmitglied gestorben und ich hatte besseres zu tun, als mich um anderer Leute Probleme zu kümmern - der von mir hautnah miterlebte Betrug war dann irgendwann zu lange her, deswegen hab ich weiter die Klappe gehalten, aber er bescheisst sie weiter munter mit wechselnden Weibern, mal länger mal ONS.

Es gibt also durchaus Gründe, warum man nicht anzeigt oder warum man erst später etwas sagt. Soviel dazu.

Noch kurz was zum Thema: Würde mein Freund NIE machen. Ein Mann, den ich beruflich kannte hat es als Sexualmörder auf alle Titelseiten geschafft. Bis zu Prozessbeginn dachten alle, mit denen ich darüber gesprochen habe, dass DER sowas NIE macht. Keiner hat seine Schuld auch nur ansatzweise für möglich gehalten. Tja, dumm gelaufen... seitdem würde ich das nie wieder behaupten...

Es kann natürlich auch sein, dass sie lügt - warum auch immer. Vielleicht hat er sie abblitzen lassen oder sie braucht Aufmerksamkeit... who knows. (Ich kann diese Position, da sie mir fremd ist, schwer nachvollziehen).

Was ich tun würde: Rausfinden, ob beide überhaupt auf dieser Kirchweih waren - das dürfte ja nicht allzu schwer sein. Wenn er da nicht war, war er woanders und wenn er da war, hat ihn jemand bestimmt gesehen... je unaufälliger gefragt wird, desto glaubwürdiger die Antworten.

Also, erstmal ich versteh dich voll. Auch wenn jetzt wieder alle schreien, man wüsste ja nicht "ob mein Mann so einer ist" - ich würd sagen: "Doch, ich weiß es!" Irren kann man sich dennoch immer.

Nun ist ja deiner Freundin zum Glück nichts schlimmeres passiert - so oder so. Ich würde einfach abwarten. WENN dein Mann tatsächlich "so einer" ist, der Frauen nötigt, dann wird es wieder auftreten. DANN würde ich hellhörig werden. Du beschreibst die Freundin als psychisch labil. Ich würde zu meinem Mann halten - erstmal. Im Vertrauen darauf, dass wenn was dran ist, das wieder aufkommt.

Ich habe - und ich bin eine Frau - mit etwas überspannten Damen schon mehr erlebt. Der Mann meiner besten Freundin ist ein ganz, ganz lieber, den ich schon ewig kenne. Ich würde mich problemlos mit ihm in ein Bett legen und wir würden uns wahrscheinlich die ganze Nacht durch königlich amüsieren ohne dass irgendwas passieren würde. Und zwar nicht, weil ich es bin, sondern weil er einfach so ist (ich kenne ihn schon seit immer und habe ihn in sehr vielen Situationen erlebt). Nun hat meine beste Freundin eine Freundin und wir haben zusammen die Hochzeitszeitung gemacht. Besagte Freundin ist ziemlich geltungsbedürftig, hat selber nur gescheiterte Beziehungen vorzuweisen usw. - eine sehr streitbare Person. Nun erzählte sie mir die gesamte Nacht (die wir an der Zeitung arbeiteten) was der - nennen wir ihn - Max mit ihr schon alles "gemacht" hat. Ich bin mir sicher, dass er ALLE DIESE DINGE gemacht hat, aber ohne jeglichen Hintergedanken bzw. im Scherz. Sie wiederum hat alle die Dinge so erzählt, als ob er was von ihr wollte. Wenigstens hat sie ihn nicht beschuldigt (sondern war noch eher stolz), ich könnte mir aber vorstellen, dass wenn sie sauer auf meine Freundin wäre, das auch noch kommen könnte. Sie ist einfach manipulativ. Mein Mann hat einiges mitbekommen und sagte zu mir danach: "Sag mal, die wollte es ja tatsächlich so hinstellen, als ob der Max was von ihr will. Hinter welchem Mond lebt die?"

Mein Mann würde sowas nicht auf sich sitzen lassen sondern sie wegen Verleumdung und übler Nachrede anzeigen. darauf würde ich es ankommen lassen.

Für mich liest es sich sehr danach, dass da was zwischen den Beiden war.
Vielleicht Silvester ein etwas zu heftiger Flirt oder auch mehr, sie hat sich mehr versprochen....er hat sie ein wenig ( ein paar Wochen ) hingehalten bzw. feige verarscht weil er nicht mehr wusste wie er heil aus der Sache rauskommt und das ist jetzt ihre Rache.

Man benutzt dann gerne eine Situation wo man nicht mehr nachgehen kann ob da was dran ist.Z.B damals die Kirschweih, da hat niemand "Pack an" dran...

Sie hat sich sonst nie was anmerken lassen und jetzt auf einmal wohl....

Wenn du Silvester früher weg warst, solltest du vielleicht mal die Leute fragen die noch dageblieben sind...vielleicht weiß einer mehr und ist nicht zu feige es dir zu sagen....

Ich habe in meinem doch recht langen Leben ALLES schon hautnah mitbekommen.
# Lehrer, die von ihren sinnlos verknallten Schülerinnen beschuldigt wurden und alle Hände voll zu tun hatten, dass ihre Existenz nicht den Bach runterging.
# Junge Männer, die ebenfalls von Mädchen beschuldigt wurden, die bei ihnen abblitzten.
# Väter, die von ihren Exfrauen beschuldigt wurden, die Töchter sexuell belästigt zu haben, darunter einen Fall, wo der Mann nachweislich an dem Tag beruflich nicht mal am Ort war - die Frau blieb bei ihrer Behauptung, bis sie vom Richter bestraft wurde. Beim anderen Fall hatte der betreffende Vater Gottseidank mit seiner Exschwiegermutter eine Stunde lang telefoniert und sie gab ihm dann sofort das nötige Alibi- sie war entsetzt über ihre Tochter. Die Ex blieb "bei den Leuten" trotzdem bei ihrer Beschuldigung und das Verhältnis zu den Kindern war zerstört.
# Auch ein ehemaliger Abteilungsleiter, der die Avancen einer Beschäftigten nicht beachtete, kam in den Verdacht - es dauerte bis zum Prozess, bis die dumme Kuh endlich zugab, gelogen zu haben. Ich kannte beide gut.

Ich weiß nicht mal, ob das alle Fälle waren - beim Bund, wo ich ja arbeitete, gab es ab dem Tag, wo Frauen zum Bund kamen, diese Beschuldigungen, die sich fast immer in Luft auflösten. So gut wie immer war "verletzte Eitelkeit" im Spiel. Selbst wenn ein Mann getascht hat, hätte eine Watschn die Lage schnell geklärt. Ich kenne die Situation!
Was ich damit sagen will: Wenn sich eine Frau kein bißchen wehrt (immerhin hatte Dein Partner ja kein Messer in der Hand) nicht schreit, ihm keine Gehörige klatscht - sondern erst ein Jahr später damit herumkommt, warum auch immer - würde ich ihr auf den Kopf zusagen, dass sie lügt wie gedruckt. Fertig.

An die, die immer nur den Frauen glauben: Den Aufschrei der empörten Frauensolidarität könnt ihr euch bei mir sparen. Leider habe ich in meinem doch etwas längeren Leben weitaus mehr Männer getroffen, die unter falschen Beschuldigungen leiden mussten als Frauen, die tatsächlich mißbraucht wurden.
Da kenne ich nur zwei und die gingen sofort zur Polizei und zeigten die Täter an.

Ich würde meinem Mann glauben und das rate ich Dir auch - Du kennst ihn ja sicher nicht erst seit gestern und die Fälle sind sehr selten, wo die Frau nicht merkt, mit einem Triebtäter zusammen zu leben. Diese Freundin wäre bei mir durch - für immer. Ich würde ihr wohl auf den Kopf zusagen, dass ich ihr nicht glaube und dass sie mit Konsequenzen zu rechnen hat, wenn sie den Mist weiter verbreitet. Dann siehst Du auch, wie sie reagiert.
LG von Moni

Dann hättest du auch mich als Lügnerin bezeichnet.
Ich habe mich nicht gewehrt.
Ich habe nicht geschrien.
Ich habe 12 Jahre gebraucht, um darüber zu sprechen.
Er hatte kein Messer. Er hatte die Hände um meine Kehle, würgte mich, schlug mich und sagte, dass er mich umbringt, wenn ich mich wehre. Wenn ich jemandem davon erzähle. Dass mir eh niemand glaubt.
Es war Vergewaltigung.
Ich weiß schon, warum ich nur wenigen, ausgewählten Menschen davon erzählt habe..

Hallo Moni!

Da liegst du leider falsch. Es gibt wirklich oft Belästigung, ganz reale Belästigung, die nur meistens mangels Beweisen und Zeugen gar nicht verfolgt wird.

Wir hatten erst neulich einen Fall in Nürnberg:

Mittfünfziger, höherer Rang bei der Polizei, klatscht der jungen Untergebenen in den 20ern mit einem Lineal auf den Po. Ihre Kollegin saß mit im Raum und hat alles gesehen.
Die junge Frau war zu perplex, um ihm eine zu Klatschen. Sie hat aber was gesagt in Richtung was das sollte. Der Vorgesetzte hat sich nicht entschuldigt.

Sie hat das eine Weile sacken lassen und dann nach Rücksprache mit der Kollegin Anzeige erstattet. Der Vorgesetzte hat erst da begriffen, dass das vielleicht nicht so prall war und noch Schmerzensgeld gezahlt, kurz vor dem Gerichtstermin. Er wurde dennoch strafversetzt und musste noch eine weitere Geldstrafe zahlen - ich glaube, mittlerer Vierstelliger Bereich.

Es gab überhaupt keinen Zweifel an dem Übergriff, und es gab eine Zeugin. Wie viele Übergriffe haben keine Zeugen?

Klar war das eigentlich harmlos, aber ich finde es durchaus verständlich, wenn eine junge Frau eben nicht gleich demjenigen eine klatscht. Da ist man im Moment echt erst mal einfach erschrocken.

Ich bin auch schon mehrmals betatscht worden und habe nie zugehauen, weil ich da eher versteinere. Trotzdem ist es mir sehr unangenehm und ich vergesse das auch nicht. Ich bin deswegen nicht traumatisiert, aber vergessen habe ich es auch Jahre später nicht. Und deswegen ist es auch gerechtfertigt, deswegen ein Fass aufzumachen.

Auch wenn die liebe Bundeswehr sowas gewohnheitsmäßig nur zu gerne unter den Teppich kehrt.

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Ich fürchte, ich würde deiner Freundin glauben.

Ich kann dir sagen, warum sie bisher nichts gesagt hat: Weil ja nichts (wirklich) schlimmes passiert ist, sondern nur eine Belästigung, ein versuchter Kuss, ein wenig Gegrapsche eines betrunkenen Typen. Weil du ihre Freundin bist und schwanger von dem Typen, der sich - nüchtern - auch normalerweise im Griff hat. Weil sie sich geschämt hat - weil sie vielleicht - selber auch nicht ganz nüchtern - ein wenig geflirtet hat mit deinem Mann. Und sie sich gefragt hat, ob sie schuld war daran, das er übergriffig wurde.

Und ich kann dir auch sagen, warum sie jetzt erst mit dir redet: Weil es jetzt die MeeTo.Debatte gibt, und sie sich dadurch bestärkt fühlt, darüber zu sprechen. Weil sie dadurch hofft, das man ihr eher glaubt. Weil sie dadurch erst wirklich erfasst, auch betrunkenes "gegrabsche" ein sexueller Übergriff ist. Und weil sie dadurch jetzt weiß, das ein paar lockere Sprüche ihrerseits es eben nicht rechtfertigen, das ihr der Typ ihrer Freundin unter den Rock fasst.

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Dein Freund hingegen weiß genau, das er lügt - steht aber auf dem Standpunkt, das er sich für so eine "Kleinigkeit im Suff" keinen Ärger mit seiner Partnerin einhandeln will, und deswegen lieber zu seinem übergriffigen Verhalten auch noch dafür sorgt, das sein Opfer als Lügnerin und als "psychisch krank" hingestellt wird.

Hallo!

Tut mir leid, aber ich finde, die Geschichte von Deiner Freundin klingt sehr glaubwürdig.

Dein Freund war alleine /mit Kumpels auf dem Fest. Er war also definitiv vor Ort und hat da wahrscheinlich nicht nur Limo getrunken, sondern war ziemlich betrunken.
Auf so einem Fest mit der Freundin der eigenen Frau flirten ist auch sehr wahrscheinlich, richtiggehend typisch.
Das ein Mann dabei unter größerem Alkoholeinfluss zudringlich wird, passiert sehr sehr oft - auch mit Männern, die das "sonst nie machen würden". Sorry, es passt einfach alles sehr gut zu der Version.

Warum sie es erst jetzt sagt?
- es ist ja "eigentlich" nichts passiert
- Du warst zu dem zeitpunkt schwanger
- sie konnte nichts beweisen
- sie wollte deine Beziehung, eure Familie nicht zerstören

Und dann kam #MeToo und hat sie ermutigt. Finde ich durchaus verständlich.

sie hat ja auch seitdem jede Begegnung mit Deinem Freund vermieden, sie hat zwar dich besucht, ist aber nicht dagewesen, wenn er auch zu Hause war. Und an Silvester waren noch zig andere Leute da.

Die Frage ist jetzt eher, was Du daraus machst. Vermutlich wäre sie schon zufrieden, wenn er sich aufrichtig und ernst gemeint bei ihr entschuldigen würde. Und von Deiner Seite aus - wenn er nie wieder ohne dich auf so ein Fest geht, und da erst recht nicht zu viel trinkt, sondern in Zukunft eben nur mit Dir zusammen hin geht und sich lieber an Radler hält, dann wäre zwischen euch auch alles wieder soweit ok.

Ich denke, alleine auf so ein Fest soll er so oder so nicht mehr gehen, oder? Um Dich zu trennen und fortan alleinerziehend zu sein - da finde ich jetzt eine volltrunkene Zudringlichkeit, die er bei Gegenwehr schnell aufgegeben hat ein bisschen wenig, um ehrlich zu sein. Vor allem, wenn sonst wirklich alles ok ist zwischen euch. Allerdings würde ich schon erwarten, dass er dann zu seinem Verhalten steht und sich wirklich entschuldigt.

Solange er alles leugnet, so tut als wäre nichts gewesen und selbstverständlich bei der nächsten Kirchweih wieder mit Kumpels saufen will, bis er blau ist - nein, damit würde ich ihn sicher nicht davonkommen lassen. Einfach weil die Freundin wirklich keinen Vorteil davon hat, dass sie es dir erzählt hat, sondern nur Ärger hat deswegen.

Hallo

ich glaube nicht, dass man dir hier helfen kann.
Selbst wenn wir deinen Freund und deine Freundin kennen würden, zumindest könnte ich nicht einfach so sagen, wem man glauben sollte.
Mir wäre es wichtig die Betroffenen an einen Tisch, zwecks Aussprache zu bekommen.
Immerhin handelt es sich um eine langjährige Freundin und deinen Partner.
Mein Mann würde sicherlich darauf bestehen.

L.G.

Du steckst da in einer ganz grauenhaften Situation und ich kann mir gut vorstellen, wie belastend das für dich ist.

Warum sollte sie lügen, warum sagt sie es erst jetzt, der Impuls, dem Partner zu glauben, dann die langjährige Freundschaft, ihre psychischen Probleme - aus dem Gedankenkarrussell findest du keinen Ausstieg, weil du schlicht und einfach nicht weißt und nicht wissen kannst, was wirklich passiert ist.

Es kommen ja alle möglichen Varianten in Frage:
- sie lügt dreist, warum auch immer
- er lügt, während sie geschwiegen hat, warum auch immer
- Wahrnehmungsverschiebungen in alle Richtungen: beide vielleicht nicht nüchtern, er sieht es als Rumalbern, sie schon damals oder im nachhinein nicht

Wir wissen es nicht und rekonstruieren lässt sich da ja auch nichts, nachdem auch wenn er er in Begleitung von Freunden war, die sicher auch nicht jede Sekunde mit ihm verbracht haben.

Es ist nicht möglich, sich da zu positionieren, abschließen kannst du mit der Sache so nicht. Daher kann ich im Ergebnis leider nur bejona zustimmen und würde auch erwarten, dass ihr euch alle drei an einen Tisch setzt.