Ich weiß nicht weiter Seite: 2

          • (26) 30.01.18 - 20:17

            Dann schreibst du noch:

            "Ich weiß nicht mal, ob das alle Fälle waren - beim Bund, wo ich ja arbeitete, gab es ab dem Tag, wo Frauen zum Bund kamen, diese Beschuldigungen, die sich fast immer in Luft auflösten. So gut wie immer war "verletzte Eitelkeit" im Spiel. Selbst wenn ein Mann getascht hat, hätte eine Watschn die Lage schnell geklärt. Ich kenne die Situation!"

            Es gibt auch wegen Vergewaltigung verurteilte Soldaten. Daraus schließe ich nicht, dass jetzt - weil ich Fälle dazu kenne - dass die Frauen immer recht haben. Du meinst aber umgekehrt, mal eben der Frau nicht zu glauben, weil ja so viele lügen.

            Nachdem man weiß, wie schwer es ist, zu einer Verurteilung zu kommen, lösen sich freilich viele Fälle in Rauch auf. Es liegt in der Natur der Sache, leicht davonzukommen, wenn wie im Regelfall kein Zeuge dabei war oder gerne bei leichteren Taten in der Öffentlichkeit gern weggesehen ist oder suggeriert wird, das ist alles nicht so schlimm, wenn mit einer Watschn doch alles in Butter ist.

            Erstaunlicherweise wird bei anderen Straftaten das Opfer nicht in diese Ecke gedrängt, sich derart rechtfertigen zu müssen.

            (27) 30.01.18 - 20:33

            Danke! #pro

            (28) 30.01.18 - 20:42

            Danke für deinen Beitrag!

            Als ich den anderen Beitrag gelesen habe, fühlte ich mich, als hätte mir jemand in den Bauch getreten.
            Es ist sowieso wahnsinnig schwer, darüber zu sprechen. Wenn man dann noch liest, mit "nicht-idealem" Opferverhalten sei man eh eine Lügnerin.. ich wünsche niemandem etwas Schlechtes. Aber solchen Menschen wünsche ich, sie könnten auch nur einen Moment lang den Schock, die Angst, die Scham und den Schmerz nachfühlen. Damit sie wissen, warum man erst stillhält und dann schweigt. Und wie es sich anfühlt, wenn der eigene Vergewaltiger geschützt ist durch sein blendendes Aussehen, seinen Status, seinen Charme. Dadurch, dass er das ja angeblich gar nicht "nötig" hat.
            Und wenn man nicht anzeigt oder die Anzeige nicht in einer Verurteilung endet, wie in über 90% der Fälle, na klar, dann war die Frau eine Lügnerin und hat sich alles ausgedacht.
            Das Schlimmste ist ja nicht nur die Vergewaltigung, sondern dass man hinterher noch dafür verurteilt wird.

        (29) 30.01.18 - 20:43

        Ich wurde missbraucht und ich habe mich nicht gewehrt - es gibt diese enorm hohe Dunkelziffer, die sich nicht wehrt, die versteinert, die einfach abschaltet, die - wie in meinem Fall die plötzliche Gewalt des Gegenübers einer Hochrechnung seiner und meiner Kräfte gegenüberstellen und sich dann spontan fürs tot stellen entscheiden, weil man sich in dem Kampf keine realistische Erfolgschance ausrechnet. Und ich wollte auch nicht zur Polizei, weil ich mir sicher war, diese Befragungen nicht durchzustehen, zumal er in der Lage gewesen wäre, sich Top-Anwälte zu leisten.

        Darüber gesprochen habe ich, ja, aber garantiert nicht mit Menschen wie Dir, die lautstark verkünden, dass man alles schaffen kann: drölfundachzig Kinder, Freizeit, Vollzeitjob, Enkel... ernsthaft, du hast hier im Forum schon immer eine Art an Dir, so dermaßen unempathisch für Menschen, die vielleicht nicht so gepolt sind wie Du... wer so perfekt durchs Leben "walzt" (oder sich zumindest nach aussen so präsentiert), muss sich nicht wundern, wenn er eben manches nicht mitbekommt.

      • Victim blaming at its finest.

        Es ist mir durchaus klar, dass ich eine unpopuläre Ansicht habe und dass es ein heißes Eisen ist.
        Aber ich sehe durch diese mir bekannten Fälle eben nicht mehr ein, dass Männer automatisch Täter sind bei solchen Beschuldigungen.
        Selbstverständlich weiß ich genauso gut, dass es furchtbare Mißbrauchsfälle gibt,
        auch genug verschwiegene, da toleriere ich keinen einzigen - aber wieviele Existenzen von Männern zerstört werden aufgrund einfach erfundener Vorfälle, darf genausowenig totgeschwiegen werden.
        Da stehen genauso Familien dahinter, Frauen, Kinder, die mitgerissen werden. Ich habe es erlebt.
        Beim Bund wird schon lange nichts mehr "unter den Teppich gekehrt" - weil sich das heute kein Einheitsführer mehr leisten kann.
        Da ich heute noch gute Kontakte zu einer Dienststelle habe, die sich genau mit diesen Fällen befasst, weiß ich, dass regelmäßig in der "hochsensibilisierten Gesellschaft" Männer erpresst werden von weiblichen Soldaten "entweder ich bekomme den und den Job, oder ich sage, Sie hätten mich belästigt". Vom letzten Fall erfuhr ich im November 2017. Das kommt übrigens auch in Firmen vor - wird aber auch totgeschwiegen. Warum? Weil die Männer oft genug sagen, es wird doch ohnehin der Frau geglaubt. Sorry - aber diese Frauen sind in meinen Augen keinen Deut besser als die Männer, die Frauen belästigen, in welcher Form auch immer.
        Da ist eine ganz große Schieflage im öffentlichen Verständnis. Es muss BEIDEN Seiten geglaubt werden - und nicht automatisch nur der Frau.
        Das sieht man schon daran, dass hier Userinnen, die den Mann der TE überhaupt nicht kennen können, ihm sofort unterstellen, dass er da wohl doch was am Laufen hatte. Der Mann hat keine Chance...... Da gehe ich lieber von der Unschuldsvermutung aus
        - bis das Gegenteil bewiesen wäre.
        Übrigens hat mein Mann genau diese meine Ansichten immer sehr geschätzt - und er lehnte Gewalt gegen Frauen genauso ab wie jeder andere normale Mensch.
        LG Moni

        • (32) 30.01.18 - 23:39

          "Da ist eine ganz große Schieflage im öffentlichen Verständnis. Es muss BEIDEN Seiten geglaubt werden - und nicht automatisch nur der Frau.
          Das sieht man schon daran, dass hier Userinnen, die den Mann der TE überhaupt nicht kennen können, ihm sofort unterstellen, dass er da wohl doch was am Laufen hatte."

          Das ist doch jetzt der pure Hohn.
          Du selber kennst den Mann der TE ebenso wenig und rätst, ihm mal einfach so zu glauben und die Freundin als Lügnerin in die Wüste zu schicken.

          Was auch immer dein Blickfeld zu dieser Frage so verengt: da spricht keine Lebenserfahrung aus dir, sondern du machst genau das, was du den angeblich falsch liegenden Userinnen vorwirfst: du ergreifst einseitig Partei ohne die geringste Ahnung, was eigentlich passiert ist.

          Noch zynischer finde ich deine Behauptung, es werde automatisch der Frau geglaubt. Ja, was meinst du denn, warum nur der geringste Teil der Anzeigen zur Verurteilung führt? Weil der Frau geglaubt wird, die aus Jux und Dollerei sich peinlichsten Befragungen in der Öffentlichkeit aussetzt?

          „Es ist mir durchaus klar, dass ich eine unpopuläre Ansicht habe und dass es ein heißes Eisen ist.„

          Du vertrittst absolut keine unpopuläre Ansicht, sondern die althergebrachte. Alles halb so wild, eine Watschn und wer sich nicht wehrt, dem kann man auch nicht helfen.

          Du tust hier geradewegs so, als hielten sich Falschbeschuldigungen und echte Übergriffe die Waage, so fifty-fifty. Blödsinn!
          Falschbeschuldigungen machen maximal 10% der Anzeigen aus, eher weniger. Mindestens 90% beruhen auf echten Übergriffen. Garantiert auch bei einigen der Fälle, die du selber miterlebt hast und die mangels Beweisen eingestellt wurden.
          Du sagst doch eigentlich nur das, womit Frauen seit jeher geknebelt wurden: Denkt doch an die armen Männer, ihr zerstört Existenzen, Übergriffe lassen sich durch eine "Watschn" regeln, und wer nicht watscht oder hinterher schweigt, der lügt.
          Ja dann.

          Die ersten Beiträge hier waren überwiegend auf der Seite des Mannes und unterstellten der Freundin, dass sie lügt. Ganz pauschal. Das hat sich erst geändert, als du hier mit deinem Beitrag ankamst und sich in Reaktion zwei Opfer zu Wort gemeldet haben, die klar sagten, dass diese Annahme, "wer schweigt, lügt/wer nicht kämpft, lügt", kompletter Bullshit ist.

          Fakt ist, dass niemand hier weiß, was war (die Statistik spricht für die Freundin). Gerade deswegen sollte man sich mit Vorverurteilungen zurückhalten. Damit tust du genau das, was du anprangerst.

          • (34) 31.01.18 - 09:36

            Danke für deinen Beitrag.

            Bei keiner anderen Straftat wird refelexartig so häufig die Glaubwürdigkeit des Opfers in Frage gestellt. Zu einer Verurteilung kommt es nur dann, wenn das Gericht von der Täterschaft so überzeugt ist, dass keine vernünftigen Zweifel aufkommen. Das ist auch völlig richtig so, nur liegt für diese Art der Straftaten genau dort das Problem: das Opfer ist zwar Zeuge, aber Zweifel an deren Glaubwürdigkeit reichen, um die Anklage zu Fall zu bringen.

            "Mir wird keiner glauben"
            "ich habe keinen Beweis"
            "Ich stehe es nicht durch, in der Öffentlichkeit immer wieder den Vorfall zu durchleben"

            Die polizeiliche Kriminalstatistik enthält für das Jahr 2015 rund 7000 und für das Jahr 2016 rund 7.900 Anzeigen aus dem Bereich Vergewaltigung/sexuelle Nötigung.

            Die Dunkelziffer wird unterschiedlich eingeschätzt, einig ist man sich insoweit, dass sie um ein Vielfaches höher liegt.

            2016 kam es in rund 1000 Fällen zu einer Verurteilung.

            Eine Vielzahl wird ohne Anklage eingestellt, und nach einer Anklage durch die Staatsamnwaltschaft kommt es dann in einem geringen Prozentsatz zu einer Verurteilung.

            Vor dem Hintergrund dann die Opfer falscher Anschuldigungen in den Vordergrund zu stellen, ist eine ganz deutliche Umkehr der tatsächlichen Verhältnisse. Die Strafverfolgung ist die Ausnahme.

            Das mag auch den spektakulären Fällen geschuldet sein wie Kachelmann und Lohfink, die dann, breitgetreten in den Medien, zu einer Wahrnehmungsverschiebung führen. Ein weiterer Grund ist weiter, dass man leichter damit lebt, wenn man verdrängt und sich einredet, dass alles einigermaßen in Ordnung ist und einem das ja nicht passieren kann, weil man im Ernstfall eine Watschen austeilt.

            Was ich nicht gelten lassen möchte, sind aber all die Fälle, die sich angeblich irgendwie in Rauch auflösen, weil sich alles als falsch herausgestellt hat. Da im Regelfall keiner dabei war und allseits bekannt ist, dass die Glaubwürdigkeit der Frau auf dem Prüfstand steht, die sich einem Befragungsfeuerwerk aussetzen muss, geben viele von vornherein auf, ziehen sich zurück oder -und das sind die meisten Fälle- trauen sich damit gar nicht erst, bei der Polizei anzutreten.

            Wie das Umfeld reagieren kann, ist am Beitrag von frühchenomi wunderbar sehen. Weiß man doch, wie viele Frauen lügen. Jetzt stammt auch noch der Großteil der Täter aus dem eigenen Umfeld. Der doch nicht, mein Freund/Sohn/Bruder/Saufkumpel ist doch nicht so einer.

            Hier im Forum gab oder gibt es einen Thread, in dem Userinnen über ihre eigenen Missbrauchserfahrungen berichtet haben und vor allem vom großen Schweigen.

            Ich glaube nicht, dass mein Beitrag komplett ignorante Leser erreicht, aber mir ist es wichtig, dass solche gefühlten Wahrnehmungen von der angeblich großen Zahl der lügenden Frauen nicht einfach so stehenbleibt.

            • (35) 31.01.18 - 09:48

              Danke für deine Beiträge.

              (36) 31.01.18 - 22:33

              Da bin ich ganz bei dir.
              Mir geht der Hut hoch, wenn bei diesem Thema als Erstes auf die falschbeschuldigten Männer verwiesen wird. Ja, das gibt es und ja, das ist tragisch, aber das sind Ausnahmen. Selten und seltener.

              Was dagegen häufig ist, ist sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Nahezu jede siebte Frau in Deutschland erlebt sie. Nur 5% zeigen an. Kein Wunder bei der Verurteilungsrate. Wobei "Urteil" ja noch nichts über den Inhalt sagt: bislang haben die Gesetze die Täter geschützt, nicht die Opfer.
              Da kam es dann zu so prickelnden Ergebnissen wie: "Nur weil der Täter dem Opfer die Kleidung vom Leib gerissen und gegen ihren erklärten Willen den Geschlechtsverkehr vorgenommen hat, bedeutet das keine Nötigung" - und ohne Nötigung keine Vergewaltigung.
              Oder: "Der Täter hat sich zwar auf das Opfer draufgesetzt, bis ihm die Luft wegblieb, damit es sich nicht gegen den Geschlechtsverkehr wehrt, aber das ist keine Gewalt" - wieder keine Vergewaltigung. Freispruch.

              Das ist so ein verdammt trauriges Thema, bei dem die Opfer seit jeher verleumdet, verhöhnt, der Lüge bezichtigt, kritisiert, zu Tätern erklärt und um Gerechtigkeit betrogen werden. Und dann entblöden manche Leute sich nicht, so zu tun, als wären das Ausnahmeerscheinungen, während die wahren Opfer die armen Männer seien, die reihenweise Gefahr liefen, zu Justizopfern falscher Beschuldigungen zu werden. Denn wo Frauen in neue Berufe kämen, hätten sie ja nichts Besseres zu tun, als ihre Kollegen aus Jux und Dollerei fälschlich anzuzeigen. Ausgerechnet bei der Bundeswehr, diesem Hort feministischer Frauenrechtler.

              Jedenfalls finde ich es gut, dass du Position bezogen und Ross und Reiter genannt hast. Schon die nackten Zahlen sprechen ja ihre eigene Sprache.

              • (37) 01.02.18 - 09:05

                Gut, dass du das ansprichst.

                Es gab bis 2016 tatsächlich eine Schutzlücke in dem Bereich, du hast ja schon Beispiele genannt, die die Finger in die Wunde legen.

                Vergewaltigung lag vor der Gesetzesänderung nur vor, wenn der Täter Gewalt angewendet hat, er mit Gefahr für Leib und Leben drohte oder eine schutzlose Lage ausgenutzt wurde.

                In einem Fall aus dem Jahr 2012 kam es vor dem LG Essen zu einem Freispruch, der heute zu einer Verurteilung führen würde. Eine 15-jährige befand sich in der Wohnung des Täters. Der Tathergang war weitgehend unstreitig, dazu gehörte auch, dass sie "nein" gesagt hat. Dem Opfer war bekannt, dass der Täter aggressiv und gewaltbereit ist. Er wurde übrigens auch wegen Körperverletzung veurteilt, nachdem er seine Freundin verdroschen hatte (nicht das Opfer hier). Die Jugendliche ließ daher alles über sich ergehen.

                Das Gericht hat dann nach alter Rechtslage zutreffend festgestellt, dass sie weder bedroht wurde noch Gewalt angewendet wurde. Sie sei auch nicht in einer schutzlosen Lage gewesen, da es sich um ein Mehrfamilienhaus handelte und sie um Hilfe schreien oder fliehen hätte können.

                Das unstreitig geäußerte "nein" zählte nicht und so kam es zum Freispruch, was heute nicht mehr so ausgeurteilt worden wäre.

                Der Gesetzgeber hat die Lücke dann geschlossen.

                Dass erst seit 2016 ein "nein" als solches zu verstehen ist, da sehe ich den eigentlichen Skandal und da ist das Recht schon auch ein Spiegel der Gesellschaft. Man sollte meinen, dass Frauen wenigstens nicht aktiv daran mitwirken, dass Taten gegen die sexuelle Sebstbestimmung nicht als Kavaliersdelikte behandelt werden und den Opfern die Schuld zugeschoben wird. Man muss nur einen Blick in die Foren werfen, in denen vor allem Mädchen und Frauen unterwegs sind. Dass heute überhaupt noch diskutiert wird, ob man mit der Auswahl der Kleidung nicht Männer zusätzlich (!) provoziert, die ja ohnehin ihren Trieb nicht im Griff haben, ist eine Beleidigung an den menschlichen Verstand und auch eine Beleidigung gegenüber Männern, die wie hirnlose Viecher dargestellt werden.

                Und was mich noch mehr ärgert ist die Ignoranz, mit der dann die zu Unrecht beschuldigten Männer in den Vordergrund schieben, während das Zahlenverhältnis umgekehrt ist. Den Opfern stehen ihre Gewalt- oder Belästigungserfahrungen nicht auf die Stirn geschrieben. Aufgrund der Verbreitung dieser Taten einerseits und der Dunkelziffer andererseits kann ich davon ausgehen, dass in der Reichweite meiner beruflichen und privaten Kontakte inklusive meiner Meinungsäußerungen in Foren stets auch Betroffene mitlesen. Die differenzierten Darstellungen des eigene Erlebten in dem Thread, in dem Betroffene von ihren Erfahrungen berichtet haben, spricht für sich.

                Bevor ich dann wie der Elefant im Porzellanladen herumtrampele und von meiner eigenen, kleinen Welt, in der die Männer nur Opfer sind (oder sein sollen) auf alle schließe, kann ich mich wenigstens vorher über grundlegende Tatsachen informieren und nicht dann auch noch von einem empörten Aufschrei der Frauensolidarität reden, um die Opfer zusätzlich in die Doof-Emanzenecke zu schieben. Solidarität mit den Opfern und ein Interesse an der Vermeidung jeder dieser Taten erwarte ich von jedem, von Männern und von Frauen.

        Möchtest Du wirklich behaupten, du würdest nicht dem einen oder anderen Soldaten unpassende Sprüche oder Grapschereien zutrauen?

        Und NEIN, eine Watschn reicht da nicht. So ein Verhalten sollte auch im Interesse von anständigen Männern deutlich bestraft werden - erst dann ist auch der Generalverdacht und das Misstrauen gegenüber Männern überflüssig geworden. Es geht einfach nicht, dass Vorgesetzte eine Frau bedrängen, nur weil sie in der besseren machtposition sind, oder unpassende Sprüche gebracht werden.

        Willst Du wirklich, dass Deiner Enkelin so eine Scheiße immer noch passiert? Sie eben nicht alleine in die Sauna geht, weil man bei 10 Saunabesuchen mindestens einmal erlebt, dass sich einer zu einer Frau ins Dampfbad setzt und anfängt sich einen zu schrubben? Man kann es sich auch sparen, da den Bademeister zu rufen. Es steht immer Aussage gegen Aussage, und das schlimmste was dem Kerl passiert ist, dass er für diesen Tag rausgeworfen wird. Polizei kann man mangels Beweisen weitgehend vergessen.

        Gerade die unschuldsvermutung macht Anzeigen wegen sexueller Gewalt so schwierig, weil eben normalerweise nur zwei Menschen beteiligt sind, und es eben nicht immer deutliche körperliche Spuren gibt. Trotzdem, es hinterlässt Spuren. Muss kein riesengroßes Trauma sein, aber dass ich nicht mehr alleine in die Sauna gehen mag, das ist ja auch schon eine einschränkung. Warum ich? Warum nicht ein lebenslanges Saunaverbot für jeden einzelnen Wichser und Grapscher?

        Glaub mir, die Verdächtigungen, eine Frau würde das ja nur nutzen um eine bessere Position zu bekommen und derart bösartige Gerüchte machen es extrem unwahrscheinlich, dass eine Frau das erfindet.

    (40) 23.03.18 - 09:37

    Erschreckend, dass Du auf Deinen Beitrag auch noch vier Sterne erhälts.

    Nur weil man älter ist, heißt das noch lange nicht, dass man "die Weisheit mit Löffeln gefressen hat".

    Wenn man Deinen Beitrag liest, kann man nur hoffen, dass sich niemand aus Deinem näheren Umfeld sich Dir anvertraur, wenn er in einer ähnlichen Situation ist.

    Dein Beitrag ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die schon einmal Opfer sexueller Belästigung oder MIssbrauch geworden sind - egal ob Mann oder Frau.

    Sorry, aber es fällt mir schwer, höflich zu bleiben........

(41) 30.01.18 - 17:43

Ich fürchte, ich würde deiner Freundin glauben.

Ich kann dir sagen, warum sie bisher nichts gesagt hat: Weil ja nichts (wirklich) schlimmes passiert ist, sondern nur eine Belästigung, ein versuchter Kuss, ein wenig Gegrapsche eines betrunkenen Typen. Weil du ihre Freundin bist und schwanger von dem Typen, der sich - nüchtern - auch normalerweise im Griff hat. Weil sie sich geschämt hat - weil sie vielleicht - selber auch nicht ganz nüchtern - ein wenig geflirtet hat mit deinem Mann. Und sie sich gefragt hat, ob sie schuld war daran, das er übergriffig wurde.

Und ich kann dir auch sagen, warum sie jetzt erst mit dir redet: Weil es jetzt die MeeTo.Debatte gibt, und sie sich dadurch bestärkt fühlt, darüber zu sprechen. Weil sie dadurch hofft, das man ihr eher glaubt. Weil sie dadurch erst wirklich erfasst, auch betrunkenes "gegrabsche" ein sexueller Übergriff ist. Und weil sie dadurch jetzt weiß, das ein paar lockere Sprüche ihrerseits es eben nicht rechtfertigen, das ihr der Typ ihrer Freundin unter den Rock fasst.

---
Dein Freund hingegen weiß genau, das er lügt - steht aber auf dem Standpunkt, das er sich für so eine "Kleinigkeit im Suff" keinen Ärger mit seiner Partnerin einhandeln will, und deswegen lieber zu seinem übergriffigen Verhalten auch noch dafür sorgt, das sein Opfer als Lügnerin und als "psychisch krank" hingestellt wird.

(42) 30.01.18 - 19:44

Hallo!

Tut mir leid, aber ich finde, die Geschichte von Deiner Freundin klingt sehr glaubwürdig.

Dein Freund war alleine /mit Kumpels auf dem Fest. Er war also definitiv vor Ort und hat da wahrscheinlich nicht nur Limo getrunken, sondern war ziemlich betrunken.
Auf so einem Fest mit der Freundin der eigenen Frau flirten ist auch sehr wahrscheinlich, richtiggehend typisch.
Das ein Mann dabei unter größerem Alkoholeinfluss zudringlich wird, passiert sehr sehr oft - auch mit Männern, die das "sonst nie machen würden". Sorry, es passt einfach alles sehr gut zu der Version.

Warum sie es erst jetzt sagt?
- es ist ja "eigentlich" nichts passiert
- Du warst zu dem zeitpunkt schwanger
- sie konnte nichts beweisen
- sie wollte deine Beziehung, eure Familie nicht zerstören

Und dann kam #MeToo und hat sie ermutigt. Finde ich durchaus verständlich.

sie hat ja auch seitdem jede Begegnung mit Deinem Freund vermieden, sie hat zwar dich besucht, ist aber nicht dagewesen, wenn er auch zu Hause war. Und an Silvester waren noch zig andere Leute da.

Die Frage ist jetzt eher, was Du daraus machst. Vermutlich wäre sie schon zufrieden, wenn er sich aufrichtig und ernst gemeint bei ihr entschuldigen würde. Und von Deiner Seite aus - wenn er nie wieder ohne dich auf so ein Fest geht, und da erst recht nicht zu viel trinkt, sondern in Zukunft eben nur mit Dir zusammen hin geht und sich lieber an Radler hält, dann wäre zwischen euch auch alles wieder soweit ok.

Ich denke, alleine auf so ein Fest soll er so oder so nicht mehr gehen, oder? Um Dich zu trennen und fortan alleinerziehend zu sein - da finde ich jetzt eine volltrunkene Zudringlichkeit, die er bei Gegenwehr schnell aufgegeben hat ein bisschen wenig, um ehrlich zu sein. Vor allem, wenn sonst wirklich alles ok ist zwischen euch. Allerdings würde ich schon erwarten, dass er dann zu seinem Verhalten steht und sich wirklich entschuldigt.

Solange er alles leugnet, so tut als wäre nichts gewesen und selbstverständlich bei der nächsten Kirchweih wieder mit Kumpels saufen will, bis er blau ist - nein, damit würde ich ihn sicher nicht davonkommen lassen. Einfach weil die Freundin wirklich keinen Vorteil davon hat, dass sie es dir erzählt hat, sondern nur Ärger hat deswegen.

(43) 31.01.18 - 09:58

Hallo

ich glaube nicht, dass man dir hier helfen kann.
Selbst wenn wir deinen Freund und deine Freundin kennen würden, zumindest könnte ich nicht einfach so sagen, wem man glauben sollte.
Mir wäre es wichtig die Betroffenen an einen Tisch, zwecks Aussprache zu bekommen.
Immerhin handelt es sich um eine langjährige Freundin und deinen Partner.
Mein Mann würde sicherlich darauf bestehen.

L.G.

(44) 31.01.18 - 10:24

Du steckst da in einer ganz grauenhaften Situation und ich kann mir gut vorstellen, wie belastend das für dich ist.

Warum sollte sie lügen, warum sagt sie es erst jetzt, der Impuls, dem Partner zu glauben, dann die langjährige Freundschaft, ihre psychischen Probleme - aus dem Gedankenkarrussell findest du keinen Ausstieg, weil du schlicht und einfach nicht weißt und nicht wissen kannst, was wirklich passiert ist.

Es kommen ja alle möglichen Varianten in Frage:
- sie lügt dreist, warum auch immer
- er lügt, während sie geschwiegen hat, warum auch immer
- Wahrnehmungsverschiebungen in alle Richtungen: beide vielleicht nicht nüchtern, er sieht es als Rumalbern, sie schon damals oder im nachhinein nicht

Wir wissen es nicht und rekonstruieren lässt sich da ja auch nichts, nachdem auch wenn er er in Begleitung von Freunden war, die sicher auch nicht jede Sekunde mit ihm verbracht haben.

Es ist nicht möglich, sich da zu positionieren, abschließen kannst du mit der Sache so nicht. Daher kann ich im Ergebnis leider nur bejona zustimmen und würde auch erwarten, dass ihr euch alle drei an einen Tisch setzt.

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