Schlechte Beziehung zu Eltern

    • (1) 05.02.18 - 14:57
      ellekit

      Ihr Lieben, ich bräuchte einmal Hilfe, oder einfach nur positiven Zuspruch.

      Ich muss meiner Familie bald mal von meiner Schwangerschaft erzählen. Leider haben sowohl mein Mann als auch ich keine besonders gute Beziehung zu unseren Eltern. Das macht uns sehr zu schaffen, vor allem, wenn man immer von diesen wundervollen Eltern-Kind-Beziehungen liest und hört im eigenen Umfeld. Unsere Eltern sind sehr distanzierte Menschen, ich wurde in meiner Kindheit gewalttätig erzogen und möchte bei meinem eigenen Kind so ungefähr alles anders machen in der Erziehung als das, was ich erlebt habe. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sich niemand für uns freuen wird und das erschwert es mir total, mir etwas Schönes zur "Bekanntgabe" zu überlegen. Wenn ich daran denke, es meinen Eltern zu sagen, wird mir schlecht (vielleicht hängt das auch noch mit der Schwangerschaftsübelkeit zusammen :D).

      An die Leute mit schwierigen Eltern: Wie habt ihr ihnen von der Schwangerschaft erzählt? Wie seid ihr mit Rückschlägen umgegangen?

      Mich belastet das Ganze momentan sehr, dabei möchte ich die Schwangerschaft einfach nur genießen. Wir sind so froh, bald unsere eigene Familie zu haben und unser Würmchen bald wieder im Ultraschall zu sehen. Ich schicke euch ganz liebe Grüße und bedanke mich im Voraus für Antworten #herzlich

      • Unter den Umständen würde ich kein großes Trara veranstalten und einfach bei nächster Gelegenheit sagen: Ich bin schwanger. Fertig.

        Gruss
        agostea

        Hallo

        Ich habe zwar nicht solche Eltern. Aber ich glaube, wenn es so wäre, wie du schilderst, würde ich einfach so lange nichts sagen, bis man es deutlich sieht und warten, ob sie von selbst was sagen#schwitz

        Ganz liebe Grüße und eine schöne Schwangerschaft!#herzlich

        (4) 05.02.18 - 15:08

        Hast du denn Kontakt zu deinen Eltern? Ich hatte mal eine ganze Weile keinen Kontakt zu meiner Mutter und nur sehr sporadischen Kontakt zu meinem Vater. Zu dieser Zeit ging ich auch davon aus, meine Mutter würde sowieso keine positiven Worte finden, hätte ich ihr von meiner zweiten Schwangerschaft erzählt, also ließ ich es. Meine Eltern erfuhren irgendwie von anderen davon. Fand ich in der damaligen Situation angemessen.

        Solltest du allerdings regelmäßig in Kontakt mit deinen Eltern stehen, sage es ihnen einfach und versuche auf deren Reaktion zu sch***, wenn sie negativ ausfällt. Das wäre ja sicher nicht deren erste potentiell verletzende Reaktion, sonst hättet ihr ja ein gutes Verhältnis zueinander. Du solltest doch inzwischen gelernt haben, damit umzugehen und dir sowas nicht zu Herzen zu nehmen.

      • (5) 05.02.18 - 16:36

        Hallo ellekit,

        ich kann dich gut verstehen, denn ich habe zu meinen Eltern ebenfalls kein gutes Verhältnis.

        Meine Kindheit wurde ebenfalls von Gewalt und Lieblosigkeit geprägt, so dass ich genau wie du niemals diese wundervolle "Eltern-Kind-Beziehung" erfahren durfte. Hinzu kommt, dass meine Mutter narzisstisch veranlagt ist und es immer noch schafft, dass ich mich schnell schuldig fühle wenn mal irgendwas nicht nach Ihrer Nase läuft bzw. wir uns streiten. Ganz egal was ich in meinem Leben erreicht habe, nichts war gut genug. Niemals war man auf mich stolz oder hat sich für mich einfach nur gefreut. Und so kommts, dass mein Selbstbewusstsein natürlich ganz schön im Keller ist...

        Ich bin mit 19 ausgezogen (bin jetzt 30) und halte seit dem Distanz zu meinem Eltern. Nichtsdesto trotz schaffe ich es nicht den Kontakt entgültig abzubrechen, auch wenn ich inzwischen weiß, dass sich meine Eltern NIE ändern werden geschweige denn Fehler eingestehen würden. Unser Kontakt beschränkt sich nur auf das Übliche...Geburtstag, Weihnachten, etc. Über Wichtige Ereignisse, die zwischenzeitlich in meinem Leben stattgefunden haben, informiere ich meine Eltern gar nicht. So wissen sie z. B. gar nicht, dass ich seit 10 Jahren in einer glücklichen Beziehung bin. Wir wollen auch nächstes Jahr heiraten und anschließend die Familienplanung angehen... nur hab ich JETZT schon Bammel es meinen meinen Eltern zu erzählen, denn freuen werden sie sich definitiv nicht... Ich habe nur gemerkt, je weniger sie wissen umso weniger können sie mir mies machen.

        Du bist also mit deinem Problem nicht alleine. Je nachdem wie kaputt die Beziehung zu den Eltern ist, würde ich eure Eltern über die Schwangerschaft einfach gar nicht informieren um mich nicht zusätzlich zu stressen. Sie werden es dann schon sehen oder von Dritten erzählt bekommen... Ob du dafür allerdings stark genug bist, weisst nur du...

        Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und eine schöne Schwangerschaft #ei #klee




        Ich habe zwar noch Kontakt zu meinen Eltern, aber eher aus einem Pflichtgefühl heraus.

        • (6) 06.02.18 - 11:01

          Ohhh, das klingt ganz ähnlich wie bei mir! Ich finde es sehr schön, zu wissen, dass ich nicht allein bin. Nachdem wir geheiratet haben, hat meine Mutter 3 Monate lang nicht mit mir gesprochen, weil sie beleidigt war. Ich habe wirklich Angst, ihr von der Schwangerschaft zu erzählen, aber ich nehme mir auch das zu Herzen, was die anderen hier geschrieben haben. Einfach raus damit – ihre Reaktion hat nichts mit mir, meinem Mann oder dem Baby zu tun. Das ist einfach ihr Problem.

          Dir wünsche ich auch alles Liebe, danke, dass du das mit mir geteilt hast #herzlich

      Ich habe auch ein eher distanziertes Verhältnis zu meinen Eltern. Das Verhältnis ist aus verschiedenen Gründen belastet. Wir haben es ihnen im 4. Monat ohne grösseres Brimborium gesagt und sie es halt zur Kenntnis genommen. Ich denke, man sollte sich da auch weniger davon leiten lassen, was andere über sich erzählen oder wie man es sich am liebsten vorstellen würde, sondern halt schauen, dass man aus den eigenen Verhältnissen das beste macht.

      • (8) 06.02.18 - 11:01

        Ja, das denke ich auch. Danke für die Antwort, das hat mir irgendwie Mut gemacht. Ich werde es jetzt einfach erzählen, fertig. Wie sie damit umgehen, ist dann ihre Sache.

    (9) 05.02.18 - 21:02

    Hallo,

    es tut mir wirklich leid, dass dir dieses tolle Lebensereignis so getrübt wird...

    Ich kann dir auch sagen: Du bist nicht allein!!! Das romantische "Ich denke mir was Tolles aus und alle freuen sich!" gab es bei uns üüüberhaupt nicht. "Mmmhmmm" war so die sinnvollste Reaktion.

    Viel schlimmer noch: Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich noch so naiv (und dann schnell geheilt), alles sofort zu erzählen. Ich hab mich einfach so gefreut. Das "Aha" war schon verletztend genug. Aber dann hab ich das Baby verloren und war am Boden zerstört. Ich hab es erzählt. Reaktion:

    "Mmmh. Ist, als ich studiert habe, vielen passiert. Aber sag Mal, hattet ihr euch das denn wirklich richtig überlegt?!"

    #augen #schock

    Pass auf dich auf! Und lerne in DEINEM Tempo, dich von diesen Leuten nicht runterziehen zu lassen!

    Und: Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!!!! <3

(11) 05.02.18 - 23:32

Hi,
ich wohne 800 km entfernt, habe keinen Kontakt zur Mutter....sie hat es urch Zufall von einer Schwester erfahren.

Wenn ihr die Eltern nicht mögt, dann reduziert ihr den Kontakt auf ein Minimum und sagt es einfach so.

lg
lisa

Hallo,

ich kann auch nur den Rat geben, Euch nicht zu sehr von der Reaktion Deiner Eltern abhängig zu machen.

Bei uns gab es seitens meiner Eltern auch keine Freude zu Schwangerschaften oder Hochzeiten.
Weder bei meinem Geschwistern noch bei mir sind sie zur Hochzeit erschienen. Und auch bei anderer Verwandschaft. Es ging nur um Prinzipienreiterei. Bei meiner Cousine kam sogar noch die freche Aussage, warum sie denn in weiß heiraten will, denn imerhin hätte sie ja bereits zwei uneheliche Kinder. Sie soll sich ein Kostüm kaufen und standesamtlich heiraten, später Kaffee und Kuchen zuhause, fertig.Mehr braucht man nicht.
Und auch unsere Hochzeit wurde abfällig als "Show" abgetan. Es wurde gemeckert, boykottiert und schlussendlich kamen sie nicht.
Ein Freund meines Mannes brachte es auf den Punkt. Wir sollen froh sein, keiner der rummeckert, keiner der eine "Fresse" zieht weil ihm irgendwas nicht passt, keiner der das Kommando an sich reißen will oder die Stimmung versaut.

Und glaube mir, bei meiner Schwangerschaft kam auch null Freude auf.
Von meiner Muter kam nur ein "Ach da ist das schöne Leben nun vorbei. Das Gequake und Geschrei, nein danke! Nie wieder!"

Aber ich habe mich inzwischen auch soweit distanziert bis auf ein paar Pflichtbesuche und Pflichttelefonate. Dabei wird meistens so oder so nur blabla geredet, es geht um oberflächliche Dinge.
Ich lebe mein Leben und zwar so wie ich es möchte.
Früher versuchte ich es mehr als nur einmal im Guten und gab auch oft nach. Auch, weil ich erpresst wurde, dass sie mich sonst rausschmeißen oder mir keinen Zuschuss mehr zum Studium geben oder mich enterben.
Inzwischen bin ich unabhängig und nehme von ihnen auch kein Geld an.
Und wenn sie irgendwann mal wieder mit der Drohnung "Wir enterben Dich!" kommen, dann nur zu. Sollen sie doch.

Meinen Eltern kann man es so oder so nicht recht machen, es gibt immer was zu motzen. Ob unser Haus, unsere Kaninchen, unsere Urlaube, unsere Freunde, ach Gott.
Mein Vater rastete mal aus, als er auf Facebook rumschnüffelte, dass ich heute immer noch gut mit einem Ex von mir befreundet bin. Er donnerte schon gleich wieder los und meinte, "er erlaubt das nicht! Den soll ich da wegnehmen!" Ich machte ihm klar, dass ich tun und lassen kann was ich will und mir von ihm sicher nicht irgendwelche Dinge "erlauben" lassen muss, die mir sowieso keiner verbieten kann.
Ich kann befreundet sein, mit wem ich will.

LG

  • (13) 06.02.18 - 11:06

    Es tut mir wirklich leid, dass deine Eltern so sind. Meine Güte, das kann man teilweise ja gar nicht glauben. Aber du hast recht … Ich habe in den letzten Jahren immer wieder versucht, die Stimmung zu kitten und ihnen alles recht zu machen. Damit muss irgendwann auch mal Schluss sein. Ich habe nur von so vielen Berichten hier gelesen und dachte, ich müsste etwas Spannendes vorbereiten, einfach, weil das bei "normalen" Familien dazugehört. Vielleicht war das der falsche Ansatz. Ab sofort stehen meine Eltern nicht mehr im Zentrum, sondern unsere eigene kleine Familie. Fertig, aus. Danke, dass du deine Geschichte mit mir geteilt hast! :)

    • Bitte sehr gerne.

      Ich finde auch, dass solche offenen Posts auch viel dabei helfen, es zu verarbeiten.
      Früher dachte ich immer, dass ich alles falsch mache, dass ich ein schlechter Mensch bin.
      Dass es an mir liegt, dass ich nicht gut genug bin.
      Meine Mutter konnte auch richtig höhnisch sein und mich nieder machen. Als ich zu Abizeiten einen Freund hatte, ging der nach seinem Abi für sechs Monate nach Australien, für ein Praktikum. Ich freute mich sehr für ihn, meine Mutter lachte mich aus und meinte "Schau Dich doch mal an. Glaubst Du denn im Ernst, dass der noch was von Dir will, wenn der zurückkommt? Da hat der so viele tolle Mädchen am Strand kennengelernt, was will der denn dann noch mit Dir?"
      Solche Spitzen kamen täglich. Oft auch vor Dritten, wenn z.B. am Kaffeetisch eine Bekannte von ihr saß oder eine Nachbarin. Dann kamen solche Sprüche auch gerne mal.
      Einmal ist es passiert, da stand eine ihrer damals guten Freundinnen plötzlich auf, warf die Serviette auf den Kuchenteller, schnappte sich ihre Handtasche und meinte zu meiner Mutter "Das wars! Wir sind fertig! So wie Du Deine Tochter hier vorführst, obwohl sie in meinen Augen nichts Schlimmes macht, das ist unter aller Kanone! Das hat kein Mensch verdient!" und ging raus.
      Das war für mich innerlich ein sehr starker Moment.

      Natürlich sahen meine Eltern das nicht ein. Plötzlich war diese Freundin halt einfach eine dumme Kuh.

      Inzwischen habe ich mich viel mit dem Thema auseinander gesetzt und weiß, dass meine Eltern uns nicht nur körperlich sondern auch seelisch misshandelt haben.
      Mein Bruder hatte mal einen Durchhänger in der Kollegstufe, da wurde er von meinem Vater schon als künftiger Hartzer und Würstelbrater dargestellt.

      Kürzlich staunte mein Vater bei einer Familienfeier darüber, dass ich zu meinen Kids ein sehr gutes und enges Verhältnis habe. Auch zu meinen Neffen und Nichten.
      Da gibt es meiner Meinung nach nichts zu staunen. Sondern er müsste sich mal einfach selber reflektieren, dass zu einer guten Erziehung neben den klassischen Spielregeln eben auch Einfühlungsvermögen und Miteinander gehört.

      Meine Quintessenz daraus: ich mache es bei meinen Kindern eben anders und ich bin froh, zu ihnen so ein harmonisches Verhältnis zu haben.
      Keine Ahnung, wie es wird, wenn sie älter werden. Aber ich habe mir geschworen, meine Kinder nie zu erpressen, kontrollieren, in ihre Beziehungen zu boykottieren, Briefe zu lesen oder sie emotional fertig zu machen.

      LG

      Wir haben kaum im Dialog geredet, sondern es gab weitgehend nur Monologe.

"Ach übrigens... ich bin in der 30 Woche schwanger...."
Habe da keine festliche Zeremonie draus gemacht, sondern sie lediglich in Kentniss gesetzt, als man mal zufällig geredet hat...
LG

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