K(eine) Affäre mit dem Chef...

    • (1) 11.02.18 - 16:55
      lieberheutanonym

      Hallo,
      wir hatten vor zwei Wochen ein Betriebsfest und seitdem ist nichts mehr wie es war.:-(
      Ich arbeite unbefristet seit drei Jahren in einer Firma mit etwa 100 Mitarbeitern.
      Bei uns ist alles nach einer Hierarchie aufgebaut, also Vorstand, oberster Chef, Abteilungsleiter und wir Angestellten auch nochmal in drei Kategorien.
      Es geht um meinen obersten Chef.
      Er ist ein interessanter Mensch und ein guter Chef- wir hatten immer gute Gespräche (beruflich) und eine nette Zusammenarbeit.
      Ich begegne ihm fast täglich bei der Arbeit. Jetzt ist es in den letzten Monaten schon öfters vorgekommen, dass er mich anderen gegenüber bevorzugt behandelt hat. Ich habe mich gefreut, mit niemandem darüber gesprochen.
      Beim Betriebsfest war er sehr traurig und trank viel.
      Ich weiß dass er Eheprobleme hat, das hat er mal in einem Gespräch kurz angedeutet und auch das habe ich einfach nur als "seelischer Mülleimer" zur Kenntnis genommen.
      Auf jeden Fall ging ich abends mal kurz vor die Tür und er saß da heulend auf der Treppe.
      Das ist keinesfalls normal, er ist ein starker Mann und gibt sich sonst unnahbar.
      Ich fragte ihn, ob ich ihn zum Hotel fahren soll, da es ihm offensichtlich nicht gut geht und er zuviel getrunken hat. Er hatte ein Hotel, da er 70km weit weg wohnt und nachts keine Züge mehr fahren.
      Er willigte ein, ich brachte ihn bis in sein Zimmer (mußte festgehalten werden weil er echt schwankte).
      Dann sagte ich ihm, dass ausschlafen oft hilft und ging wieder. Ich fuhr nach Hause.
      Ich bin kein Mensch, der lästert oder so, bin loyal und habe keinem etwas darüber gesagt.
      Auch hat es keiner mitbekommen, dass wir zusammen gegangen sind.
      Am nächsten Montag hat er mich auf der Arbeit so komisch angesehen.
      Dann ist er mir drei Tage extrem auffällig aus dem Weg gegangen.
      Und Freitag dann hat er mich in sein Büro bestellt und ist förmlich "zusammen gebrochen".
      Er wisse nicht mehr weiter, er wolle mich nicht ausnutzen, es tut ihm leid dass er nicht dazu stehe mit mir im Bett gewesen zu sein. Er möchte aber dazu stehen, es sei ihm wichtig, er werde sich etwas überlegen und dem Vorstand Bescheid geben.
      #schock
      Ich erst mal sprachlos! Dann sagte ich ihm, dass da wohl ein Missverständnis entstanden sei, wir waren nie zusammen im Bett!
      Er glaubte mir das nicht.
      Dann kam ein Kollege rein, es gab noch Aufgaben, wir sahen uns nicht mehr und das Gespräch war beendet.
      Jetzt stehe ich das ganze WE unter Schock und habe Panik vor morgen!
      Ich habe nicht seine private Nummer, ich kann nichts mehr dazu sagen und weiss nicht was ich jetzt glauben soll...
      Ist jetzt mein Job in Gefahr nur weil ich ein höflicher Mensch bin?#zitter

      • Du hast dich in dem Moment schon unprofessionell verhalten als du ihn zum Hotel gebracht hast.
        Hast du gar keinen Schimmer wie man sich im.beruflichen Umfeld korrekt verhält?
        Im.Beruf gibt es einen ungeschriebenen Verhaltenskodex noch nie was davon mitbekommen?
        Richtig wäre gewesen, Zustand zur Kenntnis nehmen, Taxi bestellen fertig.
        Warum hast du ihn gefahren?
        Es bestand absolut keine Notwendigkeit dazu.
        Kann sein dass du deinen Job los bist.

            • Gerabeitet.... Mein Leben lang. In einer großen Firma? Nein. Trotzdem würde ich niemals jemanden weinend auf der Straße zurück lassen! Egal, wer das ist. Sei es der Chef, n Arbeitskollege, ein Fremder oder Obdachtloser.
              Und für diesen Zug muss ich auch nicht in einer "großen" Firma gearbeitet haben. Das nennt sich "Menschlichkeit".

              • Das muss man aber nicht höchstpersönlich.machen.
                Beim Chef rufe ich dann ein Taxi und sorge dafür,dass er einsteigt, damit habe ich genug geholfen und auch im Rahmen meiner Pflicht zur Hilfeleistung das Richtige getan.
                Oder ich rufe einen Mann aus dem Kollegium dazu.

        Was für ein Schwachsinn, den du da verzapfst...das sind beides Erwachsene. Es ist nichts passiert und für die Wahnvorstellungen des Vorgesetzten kann die TE nichts. Und damit rechnet auch kein normal denkender Mensch.

        Ach, und Du willst also wissen, wie man sich professionell verhält?

        Unprofessionell verhält sich hier jemand anderes!

    (11) 11.02.18 - 17:15

    Also ich habe bisher in 2 großen Firmen gearbeitet mit Vorständen, Geschäftsführern, oberem Management etc, aber so ein unprofessionelles Verhalten von einem Vorgesetzten habe ich noch nie erlebt. Heulen auf Betriebsfest, Betrunkensein, über Eheprobleme berichten, dem Vorstand eine Affaire melden??? Sowas geht überhaupt nicht für einen Vorgesetzten, was bitteschön ist das für eine Firma? Du hättest ihn auch nicht ins Hotel bringen sollen, hör auf Deiner Eitelkeit schmeicheln zu wollen indem Du gern sein Liebling wärst. Der scheint einen Dachschaden zu haben, daher halte Dich lieber fern. Dass Du Angst hast verstehe ich gut, der ist ja total unberechenbar. Wenn der diese Lüge verbreitet, verlierst Du Deinen Job. Tut er nur so oder glaubt er wirklich ihr hattet Sex? Oder ist das eine Intrige?

Ach herrje. Also dein Chef ist wohl gerade auf einem Tiefpunkt. Vermutlich trinkt er zuviel und ist seid einiger Zeit verwirrt. Ich finde, Du hast dich richtig verhalten. Egal welche Verhältnisse bestehen...sehe ich eine hilflose Person, bin ich zur Stelle.
Leider kann ich dir bei deinem Problem keinen echten Rat geben. Ich glaube, Du hast es gerade mit einer Person zu tun, die vor lauter Problemen nicht mehr Herr seiner Sinne ist.

Das einzige, was Du machen kannst ist morgen zur Arbeit zu fahren. Und dann würde ich direkt um ein Gespräch mit ihm bitten. Und dann sagst Du nochmal, wie das alles abgelaufen ist.

Lg

(14) 11.02.18 - 17:26

Hi,

teile ihm morgen sachlich und freundlich mit, dass du ihn lediglich gefahren hast und kein privates Interesse an ihm deinerseits besteht.

Eine Kündigung wird er sich gut überlegen. Dann müsste er seine Gründe vor dem Arbeitsgericht erläutern. Zumindest bei mir müsste er das.

Gruß Ornella

Ich weiß momentan nicht, wo hier die Katastrophe ist?
Ich habe auch schon mal einen meiner Exchefs besoffen zuhause abgeliefert, seinen Schlüssel aus der Hosentasche gepfriemelt, rein mit dem Kerl ins Wohnzimmer, ihn aufs Sofa fallen lassen und bin wieder gegangen.
Am Montag darauf hat er sich bei mir bedankt (nachdem er mich sicherheitshalber fragte, ob ich sein Taxi gewesen war) und gemeint "gut, dass SIE mich heimbrachten, ich habe nämlich Filmriß und andere würden das wohl ausnutzen". Ich hab nur breit gegrinst und gesagt "schön brav sein, sonst kommt's noch". Da lachten wir beide und gut war's. Da wurde kein Wort mehr darüber verloren.
Ich würde Deinem Chef deutlich sagen, dass Du keine Lust hast, in den Vorfall etwas reininterpretieren lassen, was nicht stattgefunden hat und er solle das mit dem Vorstand mal schön sein lassen, sonst kann ja durchaus ER blöder dastehen als Du.
Nicht betteln oder bitten, sondern selbstbewußt auftreten, dann klappt das schon. Toi toi toi. LG Moni

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