Ungewollt kinderlos

    • (1) 15.02.18 - 21:35
      Eule10

      Hallo,
      ich bin 35 Jahre alt, mein Partner ist 12 Jahre älter. Wir sind seit fast 8 Jahren zusammen. Ich bin glücklich mit ihm und kann mir keinen besseren Partner an meiner Seite vorstellen. Wir haben die gleichen Interessen, können zusammen lachen und sind einfach ein perfektes Team... wenn es da nicht ein riesen großes Problem gäbe...

      Seit dem wir zusammen sind war uns beiden schnell klar, das wir uns ein gemeinsames Kind wünschen. Er hat bereits 2 Töchter aus seiner Ehe die mittlerweile schon 15 und 17 sind. Aber es klappt einfach nicht bei uns, wir haben beide viele Untersuchungen gemacht aber es konnte nichts festgestellt werden. Einzige Diagnose ist eine Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto). Durch diesen unerfüllten Kinderwunsch, konnte und kann ich ganz schlecht mit seinen Kindern umgehen und es gibt oft streit deswegen. Sein Wunsch nach einem weiteren Kind ist verständlicherweise auch nicht mehr so groß, ich wiederum kann mir ein Leben ohne ein Kind nicht vorstellen. Ich habe manchmal auch das Gefühl, das er das ganze Thema nur meinetwegen durchzieht. Der Schritt einer künstlichen Befruchtung kommt für ihn nicht in Frage, das muss ich akzeptieren.

      Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich bin jetzt 35 und ich höre meine Uhr ticken... Da auch er älter wird, frage ich mich manchmal ob es überhaupt noch Sinn macht über ein gemeinsames Kind nachzudenken. Er wird schließlich nächsten Monat schon 48 und dann nochmal ein Baby. Ich habe mir die ganze Zeit ein gemeinsames Kind gewünscht aber immer wieder kommen mir Zweifel und ich weiß nicht ob es vielleicht besser wäre mich zu trennen und einen jüngeren Partner zu suchen, der sich genau so wie ich ein Baby wünscht. Ich weiß es ist total gemein von mir so zu denken. Es zerreist mir auch das Herz, wenn ich mir vorstelle ihn zu verlassen. Man hört so oft das es nach langem unerfüllten Kinderwunsch mit einem neuen Partner direkt funktioniert hat. Ich weiß ja auch nicht. Habe mich auch schon dabei erwischt, in Gedanken potentielle Väter abzuchecken...dabei liebe ich meinen Partner. Aber der Wunsch nach einem Kind ist und bleibt in mir, egal was ich mache!

      Ist hier jemand der mich versteht und meine Gedanken nachvollziehen kann, oder vielleicht selbst in so einer Situation ist???

      • An wem liegt es denn? Wenn er schon 2 Kinder hat, wird er ja wohl zeugungsfähig sein....
        In dem Fall nützt Dir ja auch ein anderer Partner nichts.
        Warum kannst Du nicht mit seinen Kinder umgehen? Sie gehören doch zu ihm. #kratz

        • (3) 15.02.18 - 21:58

          Ich denke auch nicht das es an ihm liegt. Ich habe meinen Frauenarzt gewechselt und der checkt mich jetzt nochmal durch. Hormonstatus und Zyklusüberwachung.
          Das Problem ist, das ich mich nicht damit abfinden kann, das wir nicht alles probiert haben. Damit meine ich zum Beispiel eine künstliche Befruchtung. Ich habe Angst vor dem Tag wo ich 45 bin und mir dann Vorwürfe mache!

          Als mein Partner sich von seiner Frau getrennt hat waren die Kinder 7 und 9. Die Große ist etwas schwierig gewesen und hat mich nicht akzeptiert. Ist ja auch ok, ich habe ihr ja auch ihren Papa "weggenommen" Ich möchte eigene Kinder haben und wenn er seinen Kinder um sich hat werde immer daran erinnert das wir kein gemeinsames Kind haben. Das macht mich einfach traurig.

          Wie gesagt, es wurde ja bis jetzt keine Ursache gefunden. Vielleicht passen wir ja auch in dieser Sache einfach nicht zusammen?!?

      Guten Abend,

      ja ich finde es richtig unfair ihm gegenüber!
      Die Sache ist die, eh du einen neuen Partner gefunden hast mit dem auch alles passt kann schon einige Zeit ins Land ziehen, dann hast du vielleicht den richtigen gefunden aber auch da muss man sich ja erstmal kennenlernen und nicht gleich 1 Jahr später ein Kind machen, auch beim neuen Partner hast du absolut keine Garantie das es auf anhieb klappt und vielleicht dauert es auch Jahre...

      ...und zack bist du schon über 40 Jahre, immer noch ungewollt kinderlos und deine Uhr tickt noch schneller...

      Was möchtest du dann machen? Deinen Mann den du eigentlich liebst hast du verlassen für nichts, denn du bist immer noch ungewollt kinderlos in einer neuen Beziehung. Den zweiten Partner willst du vielleicht auch wieder verlassen weil es nicht klappt und dann beginnt alles von vorne. Oder gibst du dann auf?

      Es ist nicht böse gemeint aber ich finde es wirklich sehr unfair ihn einfach ,,auszutauschen,, indem du einen neuen jüngeren Mann willst wo die Chance 50/50 stehen.

    • (7) 16.02.18 - 04:22

      Hallo,

      Wir waren auch lange Zeit ungewollt kinderlos. Ich Hashimoto, mein Mann TESE. Also nicht die günstigsten Voraussetzungen.

      Die Erfahrung, die ich während unseres 4-jährigen KiWu-Weges gemacht habe: lasst euch / lass dich von jemanden untersuchen, der sich wirklich damit auskennt. Das ist NICHT der Frauenarzt, sonder eine KiWu-Klinik.

      Mein FA war auch sehr bemüht, hat einige BTs gemacht, mir ins Blaue hinein Spritzen gegeben, das aber ohne meinen Mann je untersucht zu haben. Nur im gesamten kann man sich ein Bild machen

      Eine KiWu-Klinik bedeutet nicht unbedingt künstliche Befruchtung. Sie können aber an der ein oder anderen Schraube drehen, die es schafft, dass man doch positiv aus der Geschichte rausgeht.

      So, nun zu deiner Frage, was du bzgl deines Mannes machen sollst: was soll das bringen? Auf den ersten Blick liegt ja die Unfruchtbarkeit bei dir (behaupte ich mal, obwohl sich auch SGs ändern können... Dein Mann kann genausogut Ursache sein)
      Dann suchst du dir nen neuen und der ganze Mist geht von vorn los. Auch weißt du nicht, ob der dann den KiWu-Weg mit dir geht. Das dauert auch wieder... Naja und jünger wirst du nicht.

      Ich würde eher reden, reden, reden...
      Meist brauchen Männer nur nen Anstoß.

      Mache einen Termin in einer KiUw-Klinik aus lädst euch beide untersuchen und dann schaut ihr mit den Ergebnissen, wie ihr weiter vorgehen wollt.

      LG und alles Gute!

      (8) 16.02.18 - 07:45

      Hallo
      Ich kann Dich verstehen und Deine Gedanken nachvollziehen.
      In meiner ersten Beziehung war es eine ähnliche Konstellation, ausser das Alter. Er hatte schon zwei Kinder und war durch eine autoimmunreaktion quasi unfruchtbar. Sein Körper bekämpfte die Spermien.
      Seine grossen Kinder sahen wir aufgrund der Distanz sehr selten (2x pro Jahr) und ich kam nur schwer mit ihnen zurecht.
      Uns konnte nur ICSI helfen und wir hatten dann im zweiten Versuch mit den letzten zwei Eisbärchen Zwillinge. Leider ging die Beziehung später auseinander.
      Ich hätte mich ehrlich gesagt von ihm getrennt, falls er nicht bereit gewesen wäre, eine Kinderwunschbehandlung mitzumachen. allerdings war ich damals 10 Jahre jünger als Du jetzt. Für mich stand der Wunsch nach eigenen Kindern klar über dieser Beziehung.
      Zum Thema Frauenarzt: Ein normaler Frauenarzt, und sei er noch so kompetent, kann Dich nicht adäquat beraten. Es ist sehr wichtig, dass Du eine Kinderwunschklinik besuchst. Zyklus und Hormonststus sagen gar nichts aus, um es mal etwas deutlicher auszudrücken.
      Ich spreche aus Erfahrung, denn in meiner jetzigen, zweiten Beziehung klappte es wieder nicht, bei mir wurde nie ein Befund gefunden, bei meinem Mann nur ein leichter.
      Mein drittes Kind kam auch durch ICSI zustande (mit 41 ;-)).
      Überstürze nichts, sprich nochmal mit deinem Mann und lege ihm deine Gedanken und Gefühle dar.
      Alles Gute

      (9) 16.02.18 - 08:02

      Hallo,

      warum geht ihr nicht endlich in eine KIWU-Klinik? Die Ärzte dort sind darauf spezialisiert. Wie lange willst du denn noch warten?

      Bitte wie kommst du auf die absolut bescheuerte (sorry) Idee dir einen jüngeren Partner suchen zu wollen? Weißt du sicher, dass es an ihm liegt und nicht vielleicht doch an dir? Bist du dir sicher, dass du nur einen Mann fürs Kinderkriegen willst und keinen Mann fürs Leben? Und natürlich wartet auch an jeder Ecke der potentielle Mann, der dir ein "Baby macht".

      Ich weiß, ein unerfüllter Kinderwunsch ist wirklich ganz schlimm, habe es selbst durch, aber bitte bitte verrenne dich nicht und gib eine, wie ich deinem Text entnommen habe, glückliche Beziehung auf.

      Versucht alles was geht! KIWU-Klinik bedeutet ja nicht automatisch, dass ihr eine künstl. Befruchtung braucht.

      Alles Gute

      • (10) 16.02.18 - 10:52

        Wenn die TE denkt, dass ihr Mann nicht mal zu einem zweiten SG bereit wäre, dann könnte ich mir vorstellen, dass er eben nicht bereit ist, alles weitere (außer künstl. Befruchtung) zu versuchen und sich u. U. auch einer KiWu-Klinik verweigert. Dass sie dann Zweifel an der Beziehung bekommt, kann ich schon verstehen, denn es ist ihr größter Wunsch und er zieht nicht richtig mit... Eine schwierige Situation...

    (11) 16.02.18 - 08:03

    Hattest du denn bereits eine Bauchspieglung und eine Durchlässigkeitsprüfung der Eileiter?

    Dazu kann dein FA dich überweisen.

    Bei uns klappt es seit Juni 15 nicht. Spermiogramm im August 16 war nicht so gut. Eileiterschwangerschaft im März 17. Seid dem wieder nix. Neues Spermiogramm im Dez 17, nachdem 2 Clomiversuche auch nichts brachten, um Welten besser. Deshalb ließ ich meine durchlässigkeit erst via Ultraschall untersuchen, da schienen sie dicht zu sein. Montag machte ich dann die Bauch- und GebärmutterSpiegelung mit Erneuter Durchlässigkeitsprüfung.

    Ich ärgere mich, dass wir so viel Zeit verloren haben, weil wir zunächst an die Hormone und das relativ schlechte Spermiogramm geglaubt haben.

    Nun ist klar, ohne ivf wird es nicht gehen. Ob wir diesen Schritt gehen werden, wissen wir noch nicht genau. Aber wir haben erstmal ein erstgespräch vereinbart, um Informationen zu bekommen.

    Bevor du darüber nachdenkst deinen Mann zu verlassen, um mit einem anderen schwanger zu werden, würde ich dir nahe legen, körperliche Ursachen bei dir wirklich auszuschließen. Wenn es nämlich an dir liegt, wird der Männerwechsel nix bringen.

    Alles gute!

    (12) 16.02.18 - 08:15

    Meine beste Freundin macht fast dasselbe durch wie du. Insofern kann ich dich total verstehen! Natürlich ist ein eigenes Kind etwas ganz anderes als die älteren Kinder vom Partner. Bei manchen Antworten kann ich mir echt nur an den Kopf langen!

    Meine Freundin hat auch schon seit Jahren diesen extremen Wunsch- so schlimm, dass Sie schon mal überlegt hat mit seinem Bruder zu schlafen- damals wußte Sie nicht dass es an Ihr liegt. Hat Sie nicht :-) Also- du bist nicht alleine mit solchen Gedanken...Aber eine funktionierende Partnerschaft aufs Spiel zu setzen ist natürlich Blödsinn- das weißt du selber, oder? ;-) Deine Gedanken sind nur aus der Verzweiflung entstanden.

    Mein Rat: Sprich mit deinem Mann und sag Ihm dass du es mit künstlicher Befruchtung probieren willst. Wenn dein Kinderwunsch so verzweifelt ist, wirst du dir ewig Vorwürfe machen nicht alles versucht zu haben.
    Dein Mann hat damit doch so gut wie keine Arbeit- 1x in den Becher w* - das wars. Ich finde das ist er dir schuldig, denn wenn du so unter deiner Kinderlosigkeit leidest muss er dir helfen!
    Wenn er komplett abblockt, kannst du dir immer noch überlegen ob die Beziehung so Sinn macht... bzw macht so ein Streitthema auf Dauer die Beziehung eh mürbe....Bedenke allerdings, dass kinderwunschgeplagte Frauen Mitte 30 nicht gerade der "Jackpot" für einen Mann auf Beziehungssuche sind ....jemanden zu finden der dann zeitnah mit dir ein Kind will ist extreme Glückssache. Ausserdem scheint es ja an dir zu liegen, also bringt dir ein neuer Mann auch erstmal nix.

    PS: Hast du es eigentlich schonmal mit Clomifem probiert? Da müsste dein Mann erstmal gar nix machen (ausser mit dir zu schlafen ;-) )

    • (13) 16.02.18 - 18:33

      Danke für deinen Beitrag. Wir haben schon so oft darüber gesprochen, habe ihm so viel Zeit gegeben und das Thema künstliche Befruchtung nochmal angesprochen aber keine Chance. Er meinte er hätte zuviel Angst das ich das nicht durchstehe und wenn es nicht klappt noch mehr enttäuscht wäre. Das ich nur damit abschließen kann wenn wir es probieren würden, versteht er nicht. Das Thema ist durch, entweder es klappt so oder gar nicht.

      Meine neue FÄ hat mir für den nächsten Zyklus Clomifen aufgeschrieben. Sie konnte gar nicht glauben, dass ich das nach so einer langen Zeit noch nicht ausprobiert habe. Und wie gesagt meine Schilddrüse möchte ich jetzt auch endlich auf einen TSH Wert von 1 einstellen. Es wäre zu schön um wahr zu sein wenn es nur daran liegen würde. Ich muss sehen was das nächste Jahr bringt...

      LG

(14) 16.02.18 - 09:12

Hast Du den Gedanken mal durch eskaliert?

Du trennst Dich. Wann? Heute? Nächste Woche? in 3 Monaten?
Wann bist Du danach bereit für einen neuen Mann? Heute? Morgen? in 2 Jahren?
Wie lange wird es dauern, einen Mann aufzutreiben, der Dir ein Kind machen will UND mit Dir zusammen sein will? 1 Woche? 1 Monat? 1 Jahr?
Wie lange braucht ihr um eine tragfähige Beziehung aufzubauen in der Du Dir sicher bist, mit diesem Mann ein Kind zeugen zu wollen? Sofort? 6 Monate? 1 Jahr?
Wie lange wird es dauern, bis Du schwanger wirst? Sofort? 6 Monate? Nie?

Wenn Du nur einen Samenspender brauchst, fahr nach Dänemark oder Holland, da gibts Sperma und dann such Dir als Alleinerziehende einen Partner.

Für mich war immer klar, ich will eine Familie mit dem Mann, den ich liebe. . Wir haben Familie klassisch als Mann, Frau, 2 Kinder definiert - nur klappte es mit den Kindern nicht... irgendwann hatte ich genug von den Ärzten und wollte eine Pause, mein Mann war zwar nie der "Verhinderer", aber er war auch nicht der "wir brauchen unbedingt ein Kind zum Glücklichsein" -Typ... wir haben gemerkt, dass Familie wir beide sind und haben heute beide keinen Kinderwunsch mehr. Der Prozess ging über 8 Jahre - an der Beziehung zu ihm habe ich nie gezweifelt zumal jedes Spermiogramm gut war.
Und wir hatten auch beide ethisch/moralische Tabus. Ich war von Anfang an gegen Adoption (im Gegensatz zu ihm), er gegen Bauchspiegelungen - später war ich dann gegen künstliche Befruchtung weil es mich und meinen Körper und auch Seelenleben zu sehr gestresst hat - ich wollte keine von denen werden, deren ganzes Leben sich nur noch darum dreht, einem gesellschaftlichen Ideal hinterher zu rennen, während das Leben vorbei zieht.
Eine Leihmutterschaft im Ausland wäre theoretisch in Frage gekommen, aber als wir so verzweifelte Maßnahmen in Erwägung gezogen haben, waren wir bereits wieder dabei, Spaß am Leben ohne Kinder zu entwickeln und jetzt sind wir seit 2 Jahren glücklich ohne Kinder.

Sollte es an Dir liegen, dass ihr keine Kinder kriegen könnt, dann kannst Du auch psycholgoische Hilfe in Anspruch nehmen, um den Kinderwunsch zu überwinden - genauso, wenn Du an der Beziehung festhalten willst, aber er irgendwann nicht mehr will oder es weiterhin nicht klappt. Aber: in jedem Fall ist der Kinderwunsch überwindbar und wenn man dazu HIlfe braucht, ist das keine Schande.

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