Weiß mir keinen rat

    • (1) 16.02.18 - 20:52
      Verzwickt

      Hallo

      Ich hoffe jemand kann mal von außen auf die Situation schauen und hat nen Rat für mich. Versuche mich auch kurz zu halten.

      Ich bin seit 3 Jahren getrennt vom Vater meines Sohnes. Der kleine ist jetzt sechs und wird im September eingeschult. Wir haben ein 50/50 Modell was sehr gut funktioniert. Mein ex und ich haben ein meistens entspannten Umgang.

      Nun habe ich seit zwei Jahren einen anderen Partner und es läuft wirklich sehr gut. Wir lieben uns sehr und auch mein Sohn hat ihn sehr gern. Andersrum sowieso.
      Mein Freund wohnt allerdings nicht gerade um die Ecke (100km) was uns zu einer Wochenend und einmal unter der Woche Beziehung zwingt.
      So langsam kommt der Wunsch auf zusammen zu leben und auch der Kinderwunsch wird langsam stärker.

      Nur weiß ich überhaupt nicht wie das machbar wäre.

      Ich kann mir nicht vorstellen das mein ex einverstanden wäre wenn ich unserern Sohn mitnehme.
      Hier lassen ist auch keine Option das würde mir das Herz brechen und ich hätte Angst das mein Sohn mir das nicht verzeiht.
      Die Schule auf die er hier gehen wird ist der absolute Traum und wir haben lange gezittert ob er dort überhaupt einen Platz bekommt. Also vier Jahre warten mit dem zusammen ziehen?
      Ich werde ja auch nicht jünger bin jetzt 34 und all zu spät nochmal Nachwuchs möchte ich eigentlich auch nicht.

      Es wäre aus finanziellen Gründen mehr als blöd wenn mein Freund herziehen würde. Er hat dort ein wunderschönes Haus mit genügend Platz und Garten und einen sehr gut bezahlten job in Führungsposition. Das wäre hier nicht so möglich und wir wohnen hier in einer 3 Zimmer whg mitten in der Stadt.

      Eine kleinere whg hier behalten für die Tage an denen mein Sohn bei mir ist ginge auch. Nur wie mach ich das mit meiner Arbeit? Ich würde bei ihm vor Ort sehr schnell eine Stelle finden und deutlich mehr verdienen als jetzt (Schweiz) das heißt ich könnte theoretisch auch reduzieren.

      Ach ja ihr merkt es zum Glück garnicht kompliziert ;-)

      Habt ihr noch Ideen Denkanstöße oder irgendwie sonst nen Rat?

      Grüße und einen schönen Start ins Wochenende

      • Na ja, Du kannst ja schlecht die Bindung, die durch das Wechselmodell sicher sehr eng ist zwischen Vater und Sohn zerstören.
        Es geht nunmal um das Wohl des Kindes, deshalb wird es schwierig sein, Deine Pläne so durchzuführen.
        Ich denke nicht, dass es eine andere Lösung gibt als entweder eine Wochenendbeziehung zu führen oder Dein Partner zieht zu Dir.
        Alternativ könntest Du ihn tatsächlich bei seinem Vater lassen, finde ich aber auch nicht so optimal.

        • (3) 17.02.18 - 00:08

          Danke für deine Antwort.

          Die Bindung zwischen Vater und Sohn ist seit jeher sehr stark. Ich möchte da eben nichts zerstören. Und das wohl meines Sohnes ist mir überaus wichtig deswegen mache ich mir ja auch so viele Gedanken.

          Nur stelle ich das wohl meines Kindes über alles?
          Was ist wenn wir in der Wochenend Beziehung bleiben aber unseren Kinderwunsch realisieren? Ist ja dann auch nicht fair 🤔
          Muss ich denn als Mutter auf mein persönliches wohl verzichten damit es meinem Sohn immer gut geht?

          Ich versuche eine Lösung für uns alle zu finden. Nur finde ich gerade keinen Weg der für alle passt

          • Muss ich denn als Mutter auf mein persönliches wohl verzichten damit es meinem Sohn immer gut geht?

            Ich sag mal so, ich würde es tun. Für ich käme sowieso kein Partner, der sonstwo wohnt, in Frage. Das wäre für mich viel zu kompliziert.
            Ich denke, der Kindsvater wird Dir aber eh einen Strich Du die Rechnung machen und selbst wenn Du klagst, wird kein Richter Dir zustimmen. Es geht einzig und allein ums Kindswohl und das ist auch richtig so.

      (5) 17.02.18 - 00:01

      Du schriebst es ja selbst, es sind finanzielle Gründe, warum dein Freund nicht Zu euch ziehen sollte.

      Wie hoch wäre denn der finanzielle verlust?

      Ein Haus kann man verkaufen, wenn er eine gute Führungsposition hat findet er auch eine andere bei euch in der Nähe.
      Alternativ kann er pendeln; bzw. die Woche über Nähe bei der Firma wohnen, machen ja viele andere auch. Gerade wenn er in der Schweiz arbeitet, wäre das ja gar kein so dummes Modell.

      • (6) 17.02.18 - 00:22

        Leider gibt es hier keine Industrie also würde er keine vergleichbare stelle hier finden. Er könnte was anderes machen aber über das Jahr verteilt wäre der finanzielle Verlust um die 40 000. Pendeln ist schwierig weil er dann um 4h hier los müsste.
        Unter der Woche in der Nähe bleiben dann braucht er sein Haus nicht verkaufen das ist nur 20 min von seiner Arbeitsstelle entfernt.
        Logisch betrachtet wäre es sinnvoller zu ihm zu ziehen.

        • (7) 17.02.18 - 01:39

          Nein, logisch betrachtet wäre es überhaupt nicht sinnvoller, weil da nämlich ein Kind mit dranhängt, das sonst den engen Kontakt zu seinem Vater verliert.

          Wenn er wirklich so viel verordnet, dass ein vergleichbarer Job bei euch 40000 Euro weniger (ich nehme mal an netto) bedeuten würde, dann verdient er wirklich so exorbitant gut, dass das in meinen Augen zumutbar ist.

          Und sonst, ja dann führt ihr halt eine wochenendbeziehung, das machen zig andere Menschen in Führungspositionen auch.

          (8) 17.02.18 - 01:42

          Ich aber jetzt nochmal nachgeschaut.

          Du Kannst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dAss er für 100km Entfernung um 4 Uhr morgens los müsste.

          So langsam habe ich den Eindruck, dass du hier zig Argumente vorschiebst, damit man dir erklärt, dass es richtig ist mit Kind zu ihm zu ziehen und dem Kind dem guten Kontakt zu seinem Vater zu erschweren.

          Dein Kind soll ein Riesen Opfer bringen, weil ihr nicht auf Geld oder Bequemlichkeit verzichten wollt.

          • (9) 17.02.18 - 04:51

            Wow du bist ja wirklich sehr freundlich.

            Wie ich schrieb arbeitet mein Freund in der Industrie. Arbeits beginn ist zwischen 5.30 und 6.00 also ich weiß ja nicht wie lang du so für 100km bzw. dann von hier aus 120km brauchst?

            Ich schiebe auch keinen Argumente vor sonder lege sie nur offen auf damit man für alle eine gute Lösung finden könnte.
            Ich möchte weder meinem Sohn noch seinem Vater irgendetwas wegnehmen erschweren oder sonst was.

            Es ist aber mal wieder ernüchternd zu lesen das man wenn man in den Augen der meisten urbianer sein Leben als Mutter nicht völlig aufgibt ein schlechter Mensch ist.

            • (10) 17.02.18 - 08:51

              Jetzt übertreibst du aber.

              Niemand hier spricht davon, dass du ein schlechter Mensch bist und niemand spricht davon, dass du dein Leben aufgeben solltest.

              Ich finde nur die monetären Aspekte gegenüber dem Wohl des Kindes weniger wichtig.

              Es gute ja noch andere Lösungen, nur gefallen dir diese nicht. Alles wird von dir als nicht möglich abgeschmettert.

    (11) 17.02.18 - 00:13

    Wie genau läuft denn Euer 50/50 Modell? Eine Woche beim Vater, dann eine Woche bei Dir?

    Könnte Dein Ex denn evtl. auch an den neuen Wohnort umziehen? Wenn Du dort einen besser bezahlten Job findest gilt das ja für ihn vielleicht auch?

    Die Schule würde ich als Grund dort zu bleiben streichen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Schulen/Kindergärten/Horte, die den besten Eindruck machen und wo man so super froh ist, einen Platz gekriegt zu haben, nicht unbedingt die Besten sind.

    Das Haus, in dem Dein Freund wohnt ist auch kein absolutes Kriterium, das kann er vermieten oder verkaufen.

    Könntet Ihr denn in der Mitte zwischen beiden Orten wohnen und Dein Freund muss dann eben 50km zur Arbeit pendeln?

    Echt schwierig, aber auf eine Zukunft mit dem Mann, den Du liebst und eine Familie würde ich nicht verzichten. Das Kindeswohl Deines Sohnes kann man auch innerhalb einer neuen Familie mit Geschwistern sehen.

    Wäre der Wechsel zu in der Woche bei Mama und am Wochenende plus Ferien bei Papa eine Möglichkeit?

    LG

    • (12) 17.02.18 - 05:03

      Ich danke dir von Herzen für deine Antwort!

      Bisher wechseln wir unter der Woche. 2 Tage Papa dann wieder bei mir und die Wochenenden im Wechsel.

      Mein ex kann leider nicht umziehen. Er ist hier vor Ort selbständig.

      Theoretisch wäre ein wohnen in der Mitte möglich allerdings ist da mehr oder weniger Niemandsland.

      Das Modell unter der Woche bei mir und Wochenenden bei Papa ist mir auch schon durch den Kopf gegangen.

      Mach mir keine angst wegen der Schule der Kindergarten war ein Traum und ich hoffe das es so weiter geht #schwitz

      (13) 17.02.18 - 17:57

      Sie muss ja nicht auf ein Leben mit dem neuen Partner verzichten, er kann ja zu ihr ziehen und dann pendeln.
      Die Idee mit dem 50 km weiter ziehen finde ich völlig Banane.
      Nur wenn der neue Partner nicht fahren will soll das Kind künftig die halbe Woche über einen Schulweg von 50 km haben ?

(14) 17.02.18 - 01:24

Das ist eine blöde Situation. Aber ehrlich gesagt sehe ich es nicht als richtig an, dass du zugunsten deiner Beziehung die Vater-Kind-Beziehung belastest. Mir ist auch nicht so ganz klar, warum sich so viele Frauen neue Partner suchen, die Elend weit weg wohnen.

Du musst auch ernsthaft damit rechnen, dass der Vater das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt, wenn ihr euch nicht einigt. Er ist genauso Bezugsperson wie du und du bist die, die das gewohnte Gefüge des Kindes kippen will.

Nein, Wegzug wäre für mich keine Option.

LG

  • (15) 17.02.18 - 05:18

    Danke für deine Antwort

    Ich habe nicht gesucht. Wir kennen uns schon lange weil ich selber mal dort gewohnt habe. Zugunsten meines ex bin ich dann weggezogen.

    Darf ich denn kein eigener Mensch mit Gefühlen und Bedürfnissen sein weil ich Mutter bin?

    Ich versuche eine Lösung zu finden die für alle tragbar ist.

    • (16) 17.02.18 - 12:00

      Doch darfst du, aber nicht über die Leichen von Vater und Kind. Und das wäre es, wenn du deinen Weg gehst.

      Dein Kind sollte im Fokus stehen. Und die Idee, unter der Woche bei dir und am Wochenende beim Vater ist keine Alternative. Als Vater würde ich dir knallhart sagen, dass du gehen kannst, aber das Kind bleibt. Jetzt ist es der Partner 150km weit weg, in drei Jahren vielleicht einer 500km weit weg.

      Ich verstehe deine Sehnsucht, aber in deinen Lösungen präsentierst du dich dann eben doch als den Elternteil mit "mehr Rechten". Denn sonst kämst du nicht auf die Idee, dem Kind den Vater zu nehmen. Nichts anderes ist es, das braucht man nicht beschönigen, auch wenn man Alternativen sucht.

      Wenn der Mann wichtiger ist als das Kind mit seinen Bedürfnissen, dann sei so konsequent und lass es beim Vater und hol es jeden zweiten Freitag nach der Kita/Schule ab und bring es Montag früh wieder dahin. Und sag bitte nicht, das kannst du nicht. Es ist genau das, was du dem Vater und dem Kind zumuten willst. Und wenn du genau nachdenkst, wird dein Kind auf jeden Fall verlieren, wenn du gehst. Einen von euch. Und das macht auch kein Haus mit Garten wett.

      LG

(17) 17.02.18 - 05:49

Hi

Ich denke ihr solltet beim Modell Fernbeziehung bleiben.
Dein Sohn scheint aktuell trotz Trennung der Eltern optimal betreut zu sein, nimm ihm das nicht.
120 km kann man pendeln, er hat doch ein Haus. Du behältst deine Wohnung. An den Tagen/ Wochenenden wenn dein Sohn beim Vater ist kann er doch dich und ggf. das Baby mitnehmen.
Ich kenne mehrere Familien wo der Vater nur am Wochenende kommt. Vielleicht kann er ja einen Tag Homeoffice machen oder einmal die Woche später anfangen?
Ich würde die nächsten 4 Jahre so lassen.
Mit 10 kann dein Sohn villeicht eher entscheiden ob er mit umziehen will, man das Wechselmodell verändert?

(18) 17.02.18 - 09:47

Man schreibt in einem Forum, weil man Rat sucht und natürlich gibt es viele unterschiedliche Meinungen zu jedem Thema! Ich aber versuche immer so zu antworten, wie ich in der Situation reagieren würde... ich bin ehrlich gesagt bisschen entsetzt, wie man dir versucht ein schlechtes gewissen zu machen und wie überzogen hier die Forderungen sind!! Dein Freund soll also entweder pendeln oder Haus verkaufen und auf 40000!!! € im Jahr verzichten?? Oder dein zweites Kind (zugegeben, noch nicht schwanger) soll mit einem Wochenend Vater aufwachsen? Du sollst weiter unglücklich bleiben?? Das sind alles keine guten Argumente für einen Umzug?? Ich weis ja nicht, meine Kinder liebe ich grenzenlos, aber so ist das auch nicht gedacht...
naja, bin kein großer Freund vom wechselmodell, ich würde umziehen, das Kind mitnehmen und die Wochenenden dem Vater überlassen!! Und unbedingt vorher ein ruhiges Gespräch mit dem Vater führen über das Thema!!

  • (19) 17.02.18 - 10:19

    Ich bezweifle diese 40000 Euro doch sehr. Da muss er schon in reiner extrem guten Position sein, dass er plötzlich 40000 Euro (800000 netto) weniger verdienen würde. In der Regel steht man da nicht um 5 auf und startet um 5:30.

    Und ja, zig Elternteile arbeiten die Woche über ein paar Kilometer entfernt, gerade in Führungspositionen.

    Ich findes seltsam, sich Gedanken zu machen, wie traurig es wäre, wenn das noch nicht einmal geborene Kind seinen Vater nur am Wochenende sehen würde, und dafür genau das dem Kind anzutun, dass schon geboren ist.

    Traurig auch, wenn man davon ausgeht, dass eine Frau, die mit 9hrem Kind lebt unglücklich ist, solange sie nicht mit einem Mann 24/7 zusammenleben darf.

    Und zum Glück darf sie nicht so einfach das Kind irgendwohin mitnehmen. Da mus der Vater schon zustimmen.

    • (20) 17.02.18 - 12:05

      >>Ich findes seltsam, sich Gedanken zu machen, wie traurig es wäre, wenn das noch nicht einmal geborene Kind seinen Vater nur am Wochenende sehen würde, und dafür genau das dem Kind anzutun, dass schon geboren ist.<<

      DANKE! Das trifft den Punkt exakt.

      LG

(21) 17.02.18 - 10:26

Und ich bin ein bisschen entsetzt, wie leichtfertig hier einige Leute die eigene Bequemlichkeit über das Kindeswohl stellen würden.

Du würdest dem Kind die Bezugsperson und sein vertrautes Umfeld wegnehmen, nur weil du dem neuen Partner die Pendelei nicht zumuten wolltest. Oder eine Wochenendbeziehung stressig fändest.

Ich frage mich gerade, wie deine Antwort ausfiele, wenn die TE geschrieben hätte: "Mein Exmann will zu seiner neuen Partnerin ziehen und unseren Sohn mitnehmen, weil er die Pendelei für sie zu stressig findet."

Hättest du da auch geschrieben: "Ja, das ist doch verständlich, dann siehst du deinen Sohn halt nur noch am Wochenende, alles andere ist der neuen Partnerin deines Exmannes nicht zuzumuten!"?

(22) 17.02.18 - 12:01

Ist ja gar nicht egoistisch! Das Kind GEHÖRT ihr nicht! Da gibt es einen gleichwerten und engagierten Vater zu!

(23) 17.02.18 - 15:53

Niemand zwingt sie ein zweites Kind mit einem Mann zu bekommen, der 100Km entfernt wohnt. Das jetzige Kind soll aber bitteschön mit einem Wochenendvater aufwachsen, obwohl schon eine enge Bindung da ist.
Ja, es ist schade, dass es sie traurig macht, nicht mit ihrem Partner zusammen zu wohnen, aber kann sie einfach entscheiden, dass es für sie wichtiger ist, mit ihrem Partner zusammen zu wohnen als für ihren Sohn bei seinem Vater bleiben zu können.
Warum sollte sie den Sohn denn mitnehmen dürfen, wenn sie entscheidet wegzuziehen? Warum sollte das Kind nicht beim Vater wohnen, der im gewohnten Umfeld mit der Traumschule bleibt?

Ich würde das Wechselmodell, das ihr ja schon lebt, so einrichten, dass du in deiner kinderfreien Zeit zu deinem Freund ziehen kannst. Die jetzige Wohnung würde ich dabei behalten - oder eine günstigere 2-Zimmer-Wohnung nehmen. Dein Sohn hätte damit kaum Änderungen, nur du musst eben pendeln.

Jobmäßig bzw. finanziell scheint es ja kein Problem zu sein.

Niemand will die hier dein Glück absprechen oder gönnt es dir nicht. Du wolltest Denkanstöße, here we go:

Ihr seid zwei Jahre zusammen, auch wenn ihr euch länger kennt. Da er vermutlich an allen Werktagen arbeitet, habt ihr maximal das Wochenende zusammen und jedes zweite ohne Kind. Ihr kennt keinen Alltag zusammen, das ist einfach Fakt.
Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Alltag im Patchwork ist so ziemlich das herausforderndste, was man sich familär so vorstellen kann. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ja, dein Sohn und dein Partner mögen sich und bla bla, aber das sagt gar nichts aus, wie gut ihr im Alltag mit all seinen Hürden harmonieren würdet. Wochenend-heiteitei ist das jedenfalls nicht.

Jetzt an ein gemeinsames Kind auch nur zu denken halte ich für grob fahrlässig und du hättest damit gut Chancen auf alleinerziehend mit zwei Kindern.
Du solltest den Übergang zum Schulkind mit all seinen Herausforderungen keinesfalls unterschätzen. Die Fremdbestimmung ist enorm, die Umstellung für das Kind hoch. Und jetzt soll das Kind auch noch umziehen, einen neuen Partner akzeptieren und ein kleines Geschwisterchen verknuspern? Dir ist schon klar, was du da von deinem Sechsjährigen erwartest?

Ich bin noch in der Kindergartenzeit mit meinem Kind nach 1,5 Jahren Fernbeziehung zu meinem Partner gezogen. Die ersten 1,5 Jahre waren super, danach sind wir beinahe krachend gescheitert und nur noch zusammen, weil ich wieder ausgezogen bin. Das muss dir nicht so gehen, aber die Realität mit neuem Partner und Kind ist sehr viel komplizierter, als man es sich mit der rosaroten Brille ausmalt. Ich hatte seinerzeit auch noch einen Kinderwunsch und bin mehr als dankbar, dass ich dem nicht nachgegeben hatte.

Also, mein Rat: lass alles so wie es ist. Euch geht es doch gut. Ihr habt Regelmäßigkeit und Ruhe im Leben, und das ist es, was dein bereits vorhandenes Kind beim Schritt in den nächsten großen Abschnitt braucht. Genieße die Zeit mit deinem Kind alleine. Das kommt nie wieder. Genieße die Zeit mit deinem Partner ohne Kind. Es ist gut so, wie es ist.

Wenn überhaupt, wäre es an ihm, sich räumlich in eure Stadt zu begeben. Stell dir mal vor, du ziehst mit Kind hin, schulst ihn da ein und ihr scheitert. Dann hockst du in der anderen Stadt und darfst gucken, wie du das gelöst bekommst. Nee. Echt nicht.
Dein Partner hat keinerlei Verpflichtung in seiner Stadt, Haus und Job zähle ich nicht dazu!! Das kann man beides problemlos ändern. Wenn du ihm wirklich so wichtig bist, vermietet er sein Haus, steht halt um vier Uhr auf und ihr probiert bei dir (!), wie das mit dem Alltag hinhaut. Nach 2 weiteren Jahren kann man dann immer noch mal schauen, gemeinsames Haus oder Nachwuchs oder so. Wenn man so weit überhaupt kommt..

Aber jetzt auf gut Glück ein Schulkind verpflanzen und mit einem Mann zusammenzuziehen mir dem du bisher maximal ein paar schöne Wochenenden hattest, halte ich echt für irre.
Bei aller Liebe. Du bist Mutter. Deine erste Sorge ist das Wohlergehen deines Kindes. Du wirst euch keinen Gefallen tun, euch beiden nicht, wenn du den Umzug durchziehst. Lass wenn überhaupt den Typ kommen und übt das Zusammenleben. Danach bist du schlauer. Und er auch. Nur wenige Männer haben auf die permanente Anwesenheit eines Patchworkkindes nämlich richtig Lust. Und nur wenige Männer begeistern sich noch für das Patchworkkind, wenn das leibliche Kind auf der Welt ist. Bedenke das gut.

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