Seid ihr finanziell abhängig?

    • (1) 24.02.18 - 10:46
      Geldfrage

      Frage steht ja oben.
      Könnt ihr euren Lebensunterhalt alleine bestreiten oder verdient ihr nur dazu?
      Wärt ihr in der Lage ohne das Gehalt des Partners eure Kinder allein zu finanzieren?
      Oder müsstet ihr in einer Partnerschaft ausharren, die nicht mehr glücklich ist weil ihr finanziell abhängig seid?
      Und wenn da eine Schieflage existiert, wie lange ist die tragbar?
      Ein Jahr, drei Jahre? Wie lange würdet ihr euch in diese Lage begeben?

      • ich bin unabhängig.

        mein partner und ich verdienen ungefähr gleich viel. wir haben auch ungefähr gleich viel angespartes in die beziehung eingebracht und haben uns zu gleichen teilen eigentum gekauft. jeder von uns könnte jederzeit gehen, finanziell hält uns nichts aneinander.

        mein kind habe ich noch während dem studium als alleinerziehende bekommen, es war also in den ersten jahren manchmal knapp. das war aber umso mehr ansporn für mich schnell unabhängig zu werden und es gibt kein besseres gefühl als zur gänze auf eigenen beinen zu stehen.

        (3) 24.02.18 - 10:57

        Ja, ich bin abhängig von meinem Mann.

        Ich habe einen Beruf „unter“ meinem Niveau angenommen, da dieser wesentlich besser mit Familie vereinbar ist. Ich habe den Job Vollzeit ausgeübt, damit wäre ein alleiniges Leben tragbar, aber ohne große Sprünge.

        Jetzt bin ich in (langer) Elternzeit und absolut abhängig von meinem Mann.

        ABER: wir haben oft zusammen gesessen und darüber geredet was wäre wenn und wie wir uns das vorstellen und wie es klappen soll, was die Erwartungen und auch Ängste sind und das ich dies als weitreichende Konsequenz mache, da ich auch auf Rente verzichte (sofern es die später überhaupt noch gibt). Es war also kein „abdrängen“, sondern eine bewusste gemeinsame Entscheidung. Nach der Elternzeit steige ich halbtags ein- dank ÖD kann ich meine Stunden mit Antrag immer abgeben, so das ich in zehn, fünfzehn Jahren vielleicht immer weiter hochstecken bis ich wieder bei Vollzeit bin.
        Mein Mann gibt mir das Gefühl, dass er es auch schätzt, was ich finanziell aufgegeben habe und er ist mir dankbar, dass ich dies für unsere Kinder mache.

        Da hilft nur reden, reden, reden. Und für UNS war es die richtige Entscheidung, dies muss aber nicht für andere Familien gelten. Zumal ich meinen Job sicher habe und mit den Stunden danach auch flexibel weiterarbeiten kann- mit der Möglichkeit, immer wieder die Stunden aufzustocken. Also wenn was schief gehen sollte, falle ich zudem relativ weich....

        (4) 24.02.18 - 10:57

        Mein Mann verdient ein Vielfaches von mir. Auch als ich noch Vollzeit gearbeitet habe war das so.

        Finanziell abgängig bin ich nicht, heißt ich müsste nicht „ausharren“ wegen Geld. Klar unser jetztiges leben könnte ich nicht allein finanzieren. Momentan haben wir nur 1 Konto und frei Verfügung über alle Einkünfte.

        Wenn du das schieflage nennst dann haben wir beide nicht vor diese zu ändern 😉

      • Ich habe erst studiert und gearbeitet, bevor ich geheiratet und eine Familie gegründet habe.

        Am Anfang war mein Mann von mir finanziell abhängig, weil er noch studiert hat während ich das Geld nach Hause gebracht habe. Zur Zeit bin ich von ihm abhängig, weil ich in Elternzeit bin und da bald das dritte Jahr kommt, wird das noch eine Weile so bleiben (Schwangerschaft, Geburt und stillen kann er mir ja schlecht abnehmen).

        Danach steige ich wieder in meinen Beruf ein und er nimmt Elternzeit, wird also wieder von mir abhängig sein.

        Und dann werden wir beide wieder arbeiten. Ich verdiene mehr als mein Mann, er hat damit aber kein Problem.

        Wir sehen unsere Familie als Teamarbeit. Da gibt es bezahlte und unbezahlte Arbeit, die gemacht werden muss. Deswegen ist das eine nicht besser als das andere.

        Aber ja, im Notfall könnte ich mich und die Kinder alleine durchbringen. In unserer Beziehung ist alles in Ordnung, jedoch kann immer mal ein Unfall passieren und mein Mann wäre arbeitsunfähig oder sogar tot. Allein schon deswegen finde ich es wichtig, nicht komplett vom Partner abhängig zu sein.

      (7) 24.02.18 - 11:16

      Nein. Ich verdiene ein Gehalt, durch das ich jederzeit allein leben könnte. Allerdings mittlerweile mit Schwierigkeiten in meiner aktuellen Wohngegend, weil die Mieten so exorbitant steigen.

      LG

      (8) 24.02.18 - 11:28

      Ich habe nach der Elternzeit wieder in meinem alten, sehr gut bezahlten Job angefangen. Allerdings arbeite ich nur 15 Stunden pro Woche, welche ich an 2 Tagen ableiste.

      Der Job hat einen entscheidenden Nachteil: den Arbeitsweg. Ich bin pro Strecke auf jeden Fall eine Stunde unterwegs.

      Sollte ich tatsächlich mal drauf angewiesen sein, könnte ich jederzeit mehr arbeiten. Allerdings müsste ich dann wohl in die Stadt ziehen, in der ich arbeite. Betreuungsplätze sind dort auch nicht gerade üppig vorhanden.
      Hier in der Nähe würde ich jedoch wohl keine Arbeit mit so guten Bedingungen finden. Mein Arbeitgeber ist sehr familienfreundlich.

      (9) 24.02.18 - 12:03

      Nein!

      Gerade bin ich zwar in Elternzeit, stehe aber in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis und könnte dort sofort wieder einsteigen. Teilzeit + Kindergeld würde reichen um ein angenehmes Leben zu führen.

      Mir war es wichtig, vor Familiengründung einen gefestigten Job und auch Erspartes zu haben.

      Sagen wir mal so, jetzt bin ich finanziell abhängig, weil ich es bzw. wir es uns so ausgesucht haben. Ich arbeite Teilzeit und verdiene natürlich dadurch auch sehr wenig. Ich bin zufrieden wie es gerade ist, denn mir ist es wichtig Nachmittags zu Hause zu sein wenn die Kinder heim kommen. Somit finanziert er 75 % unseres Familienlebens.

      Wäre ich allerdings unglücklich, würde ich es ändern. Ich könnte dann Vollzeit arbeiten, würde allerdings immer noch nur die Hälfte von dem verdienen was mein Mann verdient. Somit könnte ich im Falle einer Trennung nur eine kleine Wohnung bezahlen. Doch das wäre es mir wert wenn ich unglücklich wäre, ich würde nicht nur des Geldes wegen verharren.

      Ich war mein ganzes Leben nicht abhängig von einem Mann und immer in der Lage, meine beiden Kinder und mich durchzubringen - und das war ein sehr beruhigendes Gefühl. Ich habe es miterlebt bei Bekannten, wie Frauen "klein gehalten" wurden von ihren Männern, weil sie ja nichts verdienten und "nur" die Kinder aufzogen.
      Diese Ansichten gibt es ja leider heute noch - ist regelmäßig hier zu lesen.
      Ich finde, wenn es schon so ist, gehört das klar geregelt, wie lange -und zu welchen Bedingungen, sodass sich eine Frau nie als Bittstellerin vorkommen muss.
      Sie sollte wenigstens einen bestimmten Betrag automatisch zur Verfügung haben, über den sie frei verfügen kann - alles andere ist inakzeptabel....also um jeden Euro fragen zu müssen oder ähnliche Verfahren.
      Mein Mann und ich haben in etwa gleich verdient - so kam sich keiner "unterlegen" vor.
      Ich finde, heutzutage sollte jede Frau ihr eigenes Geld verdienen, denn ja, es kann ganz schnell eintreten, dass man keinen "Versorger" mehr hat - tja - und dann?
      Dann steht bei urbia zu lesen: "ich habe nichts gelernt, habe zwei Kinder und mein Mann will sich trennen, was steht mir zu vom Amt?" - oder noch viel schlimmer: "mein Mann ist gewalttätig und trinkt, kann mich aber nicht trennen, weil ich abhängig bin von ihm". Alles urbia-Alltag.......
      LG Moni

      • Das Problem ist heutzutage leider immernoch, dass Frauen viel weniger verdienen als ein Mann. Bei uns verdient man als Vollzeitkraft ca 2000 bis 2300 Euro. Wenn man bedenkt dass man mit 2 Kindern mindestens eine 3 Zimmer Wohnung davon bezahlen muss und mindestens ein Auto braucht, Betreuungsplätze zahlen muss und für die Unterhaltskosten auch aufkommen muss, da wird es schon hart im Falle einer Trennung. Also überleben würde man schon alleine, doch die Frage ist nach dem WIE. Und das sieht oft für Frauen mit Kindern alleine nicht sehr rosig aus.

        • (13) 24.02.18 - 12:23

          Warum verdienen Frauen denn häufig weniger?
          Das ist ja kein Naturgesetz. Muss ja auch was mit den Frauen selbst zu run haben , ihrer Berufswahl und ihrer Bereitschaft dann auch Zeit und Energie in den Beruf und Karriere zu stecken.

          • (14) 24.02.18 - 12:32

            Männer werden besser bezahlt.

            Das ist bekannt.


            Frauen werden bei gleicher Leistung und Position schlechter bezahlt.

            Ist dir das wirklich neu?

            • (15) 24.02.18 - 12:34

              Nein das ist mir bekannt, aber davon rede ich nicht.

              • (16) 24.02.18 - 12:41

                Weil es sich dein Beitrag so liest, als seien die Frauen selbst schuld.

                • (17) 24.02.18 - 12:50

                  Ja das sehe ich auch so.
                  Wenn ich als Ingenieur anstatt 5000 nur 4600 verdiene ist das sicherlich nicht das,was mich finanziell ruiniert.
                  Ich rede von hohen Einkommensgefällen zwischen Partnern.
                  Also er verdient das Doppelte oder Dreifache.
                  Dann kann man das nicht mit dem erklären was du meinst, wir reden dann von mehreren tausend Euro und nicht von wenigen hundert.

                  • Ich denke es ist einfach so, dass Frauen mehrheitlich soziale Berufe auswählen wie z.B Erzieherin, Krankenschwester, Altenpfleger, das sind nunmal sehr schlecht bezahlte Berufe. Wenn Männer diese Berufe wählen würden, würden sie auch ebenso schlecht verdienen. Genauso wie eine Ingenieurin deutlich mehr verdient, wenn auch weniger als ein männlicher Ingenieur. Also man muss unterscheiden, wie du schon sagst.

                    • (19) 24.02.18 - 13:25

                      "Ich denke es ist einfach so, dass Frauen mehrheitlich soziale Berufe auswählen wie z.B Erzieherin, Krankenschwester, Altenpfleger, das sind nunmal sehr schlecht bezahlte Berufe. Wenn Männer diese Berufe wählen würden, würden sie auch ebenso schlecht verdienen."

                      Nein, bei den entsprechenden Erhebungen wurde das entsprechend berücksichtigt. Es geht nicht um die "Gesamtheit" der Männer und Frauen (dann würde dein Argument greifen), es geht um Frauen und Männer mit der gleichen Qualifikation im gleichen Job. Und DA ist es bis heute so, dass Frauen weniger verdienen. Weil sie das Maul nicht aufreißen und gleich mehr fordern (würde jetzt der andere rückständige Teilnehmer hier vermutlich schreiben, der den Frauen die Schuld zuschieben will), weil ihnen erst gar nicht so viel angeboten wird, warum auch immer.

                      • Ja ich sagte ja da gibt es zwei Aspekte. Einmal eben dass gleich qualifizierte Männer und Frau deutlich unterschiedlich verdienen im gleichen Beruf! Ich glaube es waren 21 % weniger habe ich irgendwo gelesen. Das hattest du ja geschrieben, also quasi auf der gleichen Stelle und trotzdem ungleiches Gehalt für die gleiche Arbeit.


                        Aber eben auch der zweite Aspekt, dass Frauen immer noch oft Erzieherinnen, Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen sind, während Männer Berufe wählen, wo man deutlich mehr verdienen kann.
                        Zum Glück ändert sich das aber in den letzten Jahren immer mehr. Doch vergleichsweise gibt es immer noch viel mehr Frauen in sozialen Berufen, als Männer und viel weniger Frauen in technischen Berufen als Männer.

                        • (21) 24.02.18 - 13:48

                          "Doch vergleichsweise gibt es immer noch viel mehr Frauen in sozialen Berufen, als Männer und viel weniger Frauen in technischen Berufen als Männer."

                          Das ist richtig. Ich sehe es an meinem Mann und mir. Von der Ausbildung her liege ich sogar vor ihm. Wir haben inzwischen beide Jobs mit ungefähr gleich großem Schwierigkeitsgrad, gleich großer Verantwortung. Nur: Er im immer noch männerdominierten IT-Bereich (Bankwesen), ich im ÖD (ok, das ist generell ein Thema für sich, wenn man die Gehälter in der freien Wirtschaft so im Vergleich anschaut) im "sozialen Bereich". Er hat rund 20.000,- € mehr Bruttogehalt/Jahr als ich.

                          • Mein Mann ist Dozent an der Uni im Bereich Software Engeneering. Ich habe ihn gerade gefragt wie viel % der Anteil der Studentinnen ausmacht. Es sind ca. 10-15 %. An seinem Lehrstuhl arbeiten ca. 25 Männer und genau eine Frau. Ich denke da gibt es noch viel Potential.

                        (23) 28.02.18 - 14:46

                        das stimmt alles, aber ich bin überzeugt: Würden Männer mehr soziale Berufe wählen, würde man dort auch mehr verdienen. Die opfern sich nicht auf für ein nettes Lächeln vom Chef. Die posen einfach so lange rum, bis das Gehalt steigt.

                        Warum ist der Dienst am Menschen, der doch das allerwichtigste sein müsste, so schlecht bezahlt? Ich bin überzeugt, aus zwei Gründen:
                        1. Weil im Turbokapitalismus der Mensch weniger zählt als Geld, technik etc.
                        2. Weil diese Berufe vor allem Frauen ausüben

                        Und unabhängig vom Geld: Man kann gut sehen, dass in Berufen mit Machtverlust, z.B. Pastor, Gymnasiallehrer, plötzlich viel weniger Männer zu finden als vor 50 Jahren. Das ist sicherlich nicht der einzige Grund, aber es gehört zur Analyse dazu...

                        LG, Nele

                (24) 24.02.18 - 13:25

                Dann bist du sehr selbstgefällig und meinst die Frauen sind selbst schuld?

                Also hätten alle Studierenden müssen um hinterher diese von dir genannten Summen zu verdienen?

                Pflege, Handel, Friseure ect.
                Was meinst du was passiert, wenn diese Berufe nicht mehr vorhanden sind?
                Das muss ja auch jemand machen.

                Leute wie du schauen von oben herunter auf diese vermeintlich dummen, aber total unterbezahlten Menschen und meinen, sie seinen daran selbst schuld.

          Was meinst du denn genau? Ich hab die gleiche Arbeit wie männliche Kollegen gemacht zum Teil sogar besser und trotzdem hab ich nicht mehr verdient. Da Frauen auch oft in Teilzeit arbeiten ist es klar das Sie weniger verdienen.

          Ich hoffe das sich die Situation mit der Lohn Ungerechtigkeit bald ändert. Als Frau sollte man übrigens immer unabhängig sein. Würde niemals mich in eine Abhängigkeit begeben.

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