Er steht auf S/M - kann das gut gehen?

    • (1) 25.02.18 - 09:05
      Soll ich oder nicht

      Hallo,

      Ich weiß, seit Fifty Shades Of Grey ist S/M für viele faszinierend, aber ich hatte damit nie was am Hut. Habe nun einen Mann kennen- und liebengelernt, der anfangs schon entsprechende Andeutungen gemacht hat, die ich jedoch für Scherze gehalten habe. Jetzt hat er aber rausgelassen, dass er darauf steht, die Frau in sexueller Hinsicht zu dominieren und ob ich mir das für mich vorstellen könnte. Ich war zu ängstlich zu fragen, was er sich genau drunter vorstellt, weil ich Angst hatte, dass die Antwort mich schockiert und ich ihn dann nicht mehr mag.

      Hat jemand Erfahrungen damit? Ich meine, ich hab nichts gegen Dominanz im Bett, wenn ein Mann rangeht, weiß, was er will, ich lasse mich gern auch führen, würde auch Fesseln, Augenverbinden usw. in einer Vertrauensbeziehung mitmachen, aber ich kann mir nicht vorstellen, mich schlagen oder erniedrigen zu lassen bei sowas. Ich mag wirklich dominante Männer lieber als Unterwürfige, aber ich möchte trotzdem auf Augenhöhe bleiben, bin selbst auch eher dominant im normalen Leben.

      Komischerweise ist er im normalen Leben total zuvorkommend, rücksichtsvoll, angepasst, liest mir jeden Wunsch von den Augen ab, ist beschützend und besorgt, kümmert sich voll, hilft - wie passt das zusammen? Ich mag ihn sehr gern, dachte wirklich, es könnte die große Liebe sein. Er gab mir Zeit, drüber nachzudenken, meinte, es sei kein Muss und ändere nichts zwischen uns, wenn ich nicht will. Aber wenn er das braucht, kann es doch nicht klappen auf Dauer, wenn ich das nicht will, dann holt er sich das irgendwann woanders, oder?

      Sonntägliche Grüße!

      • Hallo,

        das wichtigste bei ALLEM! Miteinander reden. Du musst ihn fragen, sonst weißt du ja gar nicht, worum es geht und was er will.

        Lg

        • (3) 25.02.18 - 09:49
          Soll ich oder nicht

          Ja, ich habe nur Angst vor der Antwort. Ich mag ihn so sehr, aber wie immer, plötzlich kommt dann der Tag, wo dir die Luft aus Wolke 7 rausgelassen wird und es dir die rosarote Brille von der Nase haut. So schade, ich dachte bei ihm wirklich, das große Los gezogen zu haben. Er war vorher jahrelang mit einer zusammen, die ich flüchtig über drei Ecken kenne, die wirkte auf mich gar nicht devot, im Gegenteil, die hatte ihn laut gemeinsamen Bekannten total unterm Pantoffel. Hätt ich daher echt nicht erwartet...

      #winke

      das kommt darauf an, wie stark diese sexuelle Vorliebe ist. Es gibt Menschen, die zwar gerne diese oder jene sexuelle Vorliebe mal ausleben würden, aber dennoch mit dem "normalen" Sex befriedigt sind.
      Dann gibt es die, die auf Dauer darauf nicht verzichten können. Dann wird es natürlich schwierig, wenn in einer Beziehung auf Dauer dieses Bedürfnis nicht befriedigt wird.

      Da hilft nur nachfragen und darüber reden.

      Alles Liebe
      Deleyla

    • (5) 25.02.18 - 10:47

      Hallo,

      also erstmal hat eine sexuelle Vorliebe für BDSM nichts mit dem Charakter zu tun. Es gibt natürlich unter den dominanten BDSMlern auch echte Sadisten, die ihre Psychomacke sexuell ausleben wollen - das sind aber nach meiner Erfahrung (mehrere Jahre Dating im BDSM-Bereich) eher die Ausnahmen, und nach dem, was du über deinen Freund schreibst, gehört er wohl nicht dazu. Meine Erfahrung ist die, dass dominante BDSMler eher einfühlsamer und kommunikationsstärker sind als "Normalos", weil ihre sexuelle Orientierung das erfordert. Denn auch sie wollen in der Regel, dass ihre Partnerin Lust empfindet.

      Die meisten BDSMler leben das Machtgefälle ausschließlich sexuell aus und können im Alltag ganz anders sein - ich selber bin sexuell devot, aber ansonsten ziemlich eigenwillig. Meine BDSM-Kontakte verliefen bisher immer auf Augenhöhe, d.h. man hat vorher besprochen was geht und was nicht und hat dann gemeinsam ausprobiert und ansonsten auf freundschaftlicher Ebene miteinander kommuniziert (eine echte Beziehung mit einem BDSMler hatte ich noch nicht, weil ich Single bin und bleiben will). Es gibt auch Paare, die BDSM im Alltag leben, d.h. der dominante Part entscheidet alles und übt Macht aus - das nennt man dann 24/7 oder TPE (Total Power Exchange). Ist aber eher die Ausnahme, und auch das erfordert Absprache und wird dem devoten Partner nicht einfach so übergestülpt.

      BDSM ist sehr vielfältig, jeder mag was anderes. Für manche steht das Machtgefälle im Vordergrund, für andere der Schmerz, manche stehen auf Fesseln, andere auf Schläge oder beides - und selbst die Begriffe sind oft unklar, was z.B. erniedrigend ist, empfindet jeder unterschiedlich. Und vieles erkennt man auch nur durch Ausprobieren. Wenn du dominante Männer im Bett magst, sind deine Voraussetzungen doch schon mal nicht schlecht. Rede mit ihm! Und wenn du dann nicht völlig abgeschreckt bist, könnt ihr es miteinander ausprobieren, euch langsam heranzutasten. Wenn er deine Grenzen nicht respektiert, ist er nicht der Richtige. Ob ihm das, was er mit dir machen kann, ihm reicht, wird sich wahrscheinlich erst längerfristig zeigen - das ist natürlich ein Risiko für die Beziehung, aber sowas passiert bei "Normalos" auch.

      LG

      (6) 25.02.18 - 10:52

      Fifty Shades of grey ist ein toller Film - hat aber nicht wirklich was mit SM zu tun!

      Dir bleibt nichts anderes übrig als mit deinem Partner zu sprechen. Dir kann hier keiner sagen welche Spielart er meint.

    • Ich finde die Charakterzüge passen sogar sehr gut zusammen! Er umsorgt dich und will dich beschützen. Ist in 50 Shades ja genauso. Der größte Gentleman im Alltag. So einen habe ich auch mal kennen gelernt, da hauts einen erstmal um, weil man das dem Vorzeigekerlchen gar nicht zutraut. Aus einer Beziehung ist damals nix geworden, weil ich mir das für mich eben auch nicht vorstellen konnte. Rede mit ihm, sag ihm wo deine Grenzen liegen und ob er damit leben kann oder ob er "härter" drauf ist. Falls ja, bringt das in meinen Augen nichts, an der Beziehung festzuhalten, da du so auf Dauer nicht glücklich wirst. #liebdrueck

      Ich bin als passiver Part seit 15 Jahren in der Szene unterwegs und ich kenne viele Menschen (Mann/Frau aktiv/passiv), die sich auch in Beziehungen mit Nicht-SM'lern versuchen und bisher kamen alle wieder... in 3 Variationen: wieder single, in Form einer offenen Beziehung oder ohne Wissen des Partners.
      Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass die offenen Beziehungen bzw. Affären nicht unbedingt zum Schaden des Partners sind... meiner Erfahrung nach sind sie im Alltag und auch im Bett aufmerksam und tolerant und die Beziehungen halten lange und sind tragfähig... viele wollen (oder können) auch gar nicht die volle Bandbreite an BDSM mit dem Partner erleben, sondern ziehen es vor, wenn zum SM-Gegenspieler eine gewisse Distanz besteht.

      Dennoch würde ich Dir dringend raten, mit ihm darüber zu reden - nur Redenden kann geholfen werden. Auch da habe ich nämlich schon alles kennengelernt... da gibt es Menschen, dies ich selbst als Hardcore-SMler bezeichnen, aber mehr als festbinden und böse gucken ist da nicht, dann hab ich eine Freundin, die SM total ablehnt, aber fesseln, Augenbinde und Nippelklemmen sind ja wohl bitte auch Standardprogramm und alles andere dazwischen eben auch :)

      Sein Alltagsverhalten finde ich nicht im geringsten befremdlich, BDSM ist eine Facette des Sexuallebens, eventuell noch des Alltags - aber eben nur eine und ansonsten gibt es da alle Facetten des menschlichen Charakters zu bestaunen... von extrem positiv bis hin zu extrem negativ - die Traummannquote ist genauso hoch wie im Rest der Bevölkerung, genau wie die Idiotenquote ;)

      Und 50 Shades of Grey ist ein furchtbarer Film, das nur am Rande^^

      Hallo,

      Ich kann dir nur raten dringend mit ihm darüber zu sprechen, vor allem auch was er sich darunter vorstellt....(Das kann wirklich sehr unterschiedlich sein).
      Ich selbst lebe das seit 18 Jahren aus und könnte mit keinem Mann zusammensein, der nicht auch meine sexuelle Vorliebe für BDSM teilt. Habe es einmal mit einem Vanillamann probiert und die Beziehung ist aufgrund dessen leider auch gescheitert. Er wusste vorher worauf ich stehe und meinte er kann sich darauf einlassen. Wir haben es probiert - ging leider gründlich schief.
      Rede mit ihm und entscheide dann, würde dir allerdings davon abraten mit ihm eine Beziehung einzugehen wenn du jetzt schon absehen kannst, dass ihr sexuell nicht kompatibel seid.
      Ich habe so einige Beziehungen auch bei anderen miterlebt, wo es immer wieder darauf hinaus lief, dass sich die Paare getrennt haben oder aber fremdgegangen wurde. Macht auf die Dauer einfach nicht glücklich, wenn man unerfüllbare sexuelle Wünsche hat. Gerade wenn es z.B, um das Thema Schlagen/Erniedrigung geht.

      Übrigens passt es hervorragend zusammen, dass er sonst zuvorkommend, beschützend und liebevoll ist. Ein guter Dom braucht diese Eigenschaften. :)

      Das ist eigentlich öfter so, dass der Part, der im Alltag das Sagen hat, im Bett eher den devoten Part übernimmt und umgekehrt. Das ist ja auch eine Phantasiereise und dient dem Fallenlassen und Entkommen aus dem Alltag.

      Probiert doch mal aus und tastet euch langsam vor. Sei nicht so skeptisch :-)

      • Bett-Alltag hat einfach mal wenig miteinander zu tun... aber das Klischee vom Manager, der zur Domina geht um mal abschalten zu können hat nur soviel mit der Realität zu tun, wie der Klempner, der zur Nutte geht um mal ein Rohr zu verlegen...
        Natürlich gehen Manager zur Domina - aber eben prozentual nicht öfter als Familienväter in mittlerer Anstellung, Studenten, Rentner... selbiges gilt für dominante Männer.
        Zumal das von der TS beschriebene Verhalten nicht devot ist, sondern fürsorglich.

    Hi du! Ich kann ja verstehen das du dich schwer traust ihn zu fragen. Langfristig, wenn du es jetzt nicht tust, wird es noch schwieriger werden. Denn ich denke irgendwann wirst du dich eben damit auch auseinander setzen müssen und eben nicht drum herum kommen. Denn du willst ja auch glücklich sein in einer Beziehung eben auch in sexueller Hinsicht.

    LIebe Grüße Ela

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