Mit dem Freund auswandern?

    • (1) 01.03.18 - 13:10
      Sinalein94

      Hallo

      ich wollte fragen ob vielleicht jemand von euch schon ausgewandert ist oder jemanden kennt der ausgewandert ist. Mein Freund möchte gerne dass wir auswandern und ich habe schon etwas Bammel davor. Man hört so viel. Und wir bekommen bald ein Baby da ist es natürlich doppelt schwierig wenn ich meine Mama hier zurück lasse und meine ganze Familie. Er versteht das nicht, ist vielleicht so eine Mann-Frau Sache. Kann mir jemand etwas dazu sagen?

      Danke
      Sina

      • (2) 01.03.18 - 13:23

        Es muss EUER Traum sein. Es bringt nichts, wenn er es möchte und du ihm zu liebe mit gehst.
        Abgesehen davon:
        - wo soll es denn hingehen?
        - wie stehen deine jobchancen? Kannst du zuhause bleiben mit Baby? Musst du direkt wieder los, wie ist die Betreuung?
        - bist du ein Mensch, der Familie uns Freunde in deiner Nähe brauchst? Unter Umständen siehst du sie nur 1-2 mal im Jahr. Je nach Land und Distanz (flugkosten)
        - sicheres Land ? Ich jättebweniger Probleme mit Italien als mit Ägypten als Beispiel.
        - magst du die Kultur? Fühlst du dich wohl?
        - kannstbdu die Sprache? Sehr wichtig für soziale Kontakte und Jobchancen.

        Und vorallem: WILLST DU es überhaupt?
        Du musst da 200 % hinterstehen.

        • (3) 01.03.18 - 13:30

          Ach und noch eine Frage: warum will ER auswandern?
          Hat er einen besseren Job in Aussicht?
          Möchte er zu seiner Familie?
          Oder möchte er das 20. Restaurant in einem Ort eröffnen ohne die Sprache zu können?
          Klingt etwas gemein...aber es ist auch wichtig sich zu fragen ob seine Wünsche und Pläne realistisch sind.

          • (4) 01.03.18 - 13:36

            Er hat dort Familie und kann die Sprache. Wir wären also nicht allein dort. Ich mag das Land auch und kann mir schon vorstellen dort zu leben. Das einzige wo ich echt Angst habe ist wenn ich ohne meine Familie bin weil ich doch sehrfamilienfixiert bin und dann Heimweh habe. Oder ich meine Freunde vermisse. Das ist meine große Angst.

            • (5) 01.03.18 - 13:40

              Das wäre für mich ehrlichgesagt ein Argument dagegen. Natürlich vermissen die meisten Auswanderer Ihre Familie und Freunde.
              Aber wenn man sich schon ohne genaue Reisepläne so sehr dagegen ansieht und du selber sagst, dass du sehr auf deine Familie fixiert bist, dann könnte ich mir vorstellen dass es schwierig für dich wird.
              Aber jeder Mensch ist anders.
              Würde dir Videotelefonie reichen?
              Kannst du regelmäßig deine Familie besuchen?

              • (6) 01.03.18 - 13:58

                Und was man evtl. Beachten muss...wie wäre es bei einer evtl. Trennung?
                Könntest du dein Kind packen und gehen?
                Das klingt jetzt vielleicht sehr pessimistisch. Aber ich finde das sollte man unbedingt Bedenken.
                Würde er versuchen mit Kind da zu bleiben?immerhin ist es seine Heimat und seine Familie ist da.
                Wenn euer Kind dort geboren wird, können evtl. Gewisse Rechtslagen zutreffen, die es dir erschweren könnten mit Kind zurück zu reisen. Aber ich kenne mich da nicht so sehr aus. Das war nur ein weiterer Gedanke der mir durch den Kopf Schoß.
                Du klingst nicht so als ob du es willst. Bitte überstürze nichts.
                Vielleicht könnt ihr euch ja darauf einigen dass er auswandert und du ihn nur besuchst...oder er dich besucht.
                Ich wünsche dir Natürlich, dass alles gut geht.

            Er kann die Sprache....denk ich mir schon. Und Du? Hast Du nur die geringste Vorstellung, was es heißt, in einem Land zu leben, in dem Du gerade mal guten Tag sagen kannst?
            Du sitzt schön brav daheim und hütest Dein Kind - und kannst nicht mal auf einem Markt ein Pfund Tomaten kaufen, geschweige denn Deine und die Interessen Deines Kindes vertreten, sollte das erforderlich werden.
            Butter bei die Fische: Um welches Land handelt es sich und welche Rechte hast Du dort als Frau und Mutter SEINES Kindes?
            LG Moni

            • (8) 01.03.18 - 15:28

              Wieso bist du so patzig? Was habe ich dir getan? Es ist doch völlig egal ob ich nach Frankreich oder nach Timbuktu auswandere. Man kann mit Englisch überall kommunizieren, und ich würde es auch ganz gut schaffen auf dem Markt ein Pfund Tomaten zu kaufen. Es ist alles eine Sache der Einstellung. Vorsicht ist ja schön und gut aber man muss ja auch nicht alles gleich schlecht reden oder?

              • Hallo Sina,
                Ich muss dir leider widersprechen. Es ist absolut nicht egal, ob du nach Frankreich oder nach Timbuktu auswanderst. Das erste Land ist Teil der EU, in der als oberste juristische Instanz der europäische Gerichtshof fungiert. Übrigens wäre Frankreich ein Land, in dem du nicht ohne weiteres auf Englisch kommunizieren könntest. Ich habe beruflich mit Frankreich zu tun und weiß da, wovon ich spreche.
                Gerade weil du beim Auswandern alle Eventualitäten bedenken solltest, musst du dich damit auseinandersetzen, was es juristisch bedeuten würde, wenn euer Kind dort geboren würde. Könntest du im Falle einer Trennung das Land MIT deinem Kind verlassen? Kannst du dort Arbeit finden oder wärst du "nur" daheim und damit finanziell abhängig? Warum will dein Mann zurück? Warum jetzt?

                Also, beruflich gesehen, hätte ich schon oft Deutschland verlassen können. Ich wäre dem auch nicht abgeneigt. Aber ich würde niemals blauäugig einfach weg gehen. Das solltest du auch nicht! Gerade als Familienmensch und als zukünftige Mutter nicht! Das überlass doch lieber all den komischen Typen von "Goodbye Deutschland!". Dort kannst du wöchentlich sehen, wie Menschen, die denken, woanders sei das gelobte Land, brutal scheitern.
                Ich wünsche dir, dass du eine kluge Entscheidung triffst!
                Vg
                Damengambit

                (10) 01.03.18 - 21:38

                Und nicht zu vergessen: lebst du in dem Land, kannst du dir nicht einfach das Kind unter den Arm klemmen und mit ihm zurück nach Deutschland gehen, wenn der Vater nicht zustimmt. Google mal nach HKÜ.

                Mit Kind würde ich nicht freiwillig in ein anderes Land ziehen. Schon gar nicht außerhalb der EU.

                LG

                (11) 02.03.18 - 10:09

                Also diese Einstellung entspricht leider überhaupt nicht der Wirklichkeit. Es gibt genug Länder, wo Frauen gar nichts zu sagen haben und generell besser nicht ohne ihren Mann öffentlich unterwegs sein sollten, weil die Gesellschaft einfach so ist, dass sie eine Frau nicht ernst nimmt und unfair behandelt.

                Wenn meine Chefin und Hauptgeschäftsführerin beruflich in den Nahen Osten reist, nimmt sie oft ihren Ehemann mit. Der hat für unsere Firma rein gar nichts zu sagen, arbeitet nicht für uns ....nichts, aber die Tatsache, dass ihr Ehemann da ist, erleichtert ihr den Umgang mit den Geschäftspartnern und der Bevölkerung vor Ort. Mancherorts muss sie sich selber voll verschleiern, obwohl offensichtlich ist, dass sie eine Europäerin ist, die für einen Geschäftstermin auf der Durchreise ist und keine Muslima.

                Viele Werte, die für uns hier ganz selbstverständlich sind, sind in anderen Ländern ganz grundliegend anders. Es ist eine absolut berechtigte Frage, die Frage danach wohin es geht und was Du dort als Frau und Mutter für eine Stellung und für Chancen hast.

                Und ohne die Sprache auszuwandern, ist in jedem Fall für Dich ein gesellschaftlicher stark isolierenden Todesstoß. Zu erwarten, dass jeder Englisch kann, das mag sein. Aber dass jeder mit Dir Englisch sprechen WILL solltest du besser nicht.

                Sei bitte nicht naiv. Das ist keine kurzfristige Entscheidung, sondern wenn eine auf die du dich mit Sprachkursen und Landeskunde und der Übersetzung all deiner Zeugnisse und Zertifikate gut vorbereiten solltest, wenn Du dort eine berufliche Chance haben willst.

    (12) 01.03.18 - 13:44

    Punkt 1 bei so Plänen, zumal mit Nachwuchs, sollte sein, dass die Finanzen geklärt sind.
    Also, wo geht es hin und wie kommt da Geld in die Kasse?

    Wenn das nicht klar ist, ist das eine Schnapsidee und Du bleibst besser mal schön hier.
    Direkt den Unterhaltstitel mit ins Reisegepäck stecken....

    Bei uns ist es etwas anders, da ich der Liebe wegen ausgewandert bin. 2008 lernte ich während eines Auslandssemesters meinen Mann kennen. Er ist Brite, 2010 bin ich zu ihm nach London gezogen. Hier habe ich Karriere gemacht, und unsere Kinder sind inzwischen 3,5 und 1. Bisher habe ich es nicht bereut und wir kommen auch ohne Familie vor Ort bestens zurecht.

    Aber es muss euer gemeinsamer Wunsch sein. Sowas geht auf Dauer nur gut, wenn ihr beide dahinter steht. Für uns war klar, wir wollen zusammen sein wollen, aber da mein Mann kein deutsch spricht und ich es wesentlich leichter habe bzw hatte, mir in England einen Job zu suchen fiel die Entscheidung auf UK.

    Hättet ihr jemanden vor Ort, zb seine Familie?

    (14) 01.03.18 - 13:58

    Habt ihr euch überhaupt schon erkundigt ob du dich überhaupt in dem Land auf Dauer niederlassen kannst? Du hast im Moment vermutlich nicht vor dort bald zu arbeiten, du bist die Lebensgefährtin, du bist wohl keine Staatsbürgerin von dort. In den allermeisten Ländern wirst du keine Daueraufenthaltserlaubnis bekommen!

    LG

    Auswandern ist für mich, wenn ein Paar mit jeweils gutem Beruf, der in dem neuen Land auch sehr gute Chancen hat und das Paar mit einem stabilen Geldpolster versehen ist, sich eine Zukunft in einem anderen Land aufbaut.
    Das von Dir klingt nach einem Mann, der in sein Herkunftsland zurück will und eigentlich noch keinen Plan hat, wie das alles dort laufen wird, weil der Onkel des Cousins vom Opa seiner Mutter es schon richten wird ?!?! Natürlich hat seine Partnerin mitzukommen, wenn er das so will, egal, welche Perspektiven sie dort hat oder ob sie die Sprache spricht.
    So, nun sag mir mal, was zutrifft von den beiden Optionen.
    LG Moni

    (16) 01.03.18 - 14:16

    Es kommt stark auf das Land an. Es gibt ja Länder, da dürfen Frauen nur mit Einverständnis des Kindsvaters zusammen mit dem Kind ausreisen. D.h. es gibt Fälle, da dürfen zwar die Frauen ihre Familien in Deutschland besuchen, die Kinder aber nicht mitkommen, weil der Vater es nicht erlaubt. Weil z.B. die Ehe nicht mehr so gut läuft und die Männer Angst haben, die Frauen kommen nicht zurück.

    Ist es ein europäisches Land mit ähnlichen Rechten für Mütter, wie in Deutschland?

    • (17) 22.05.18 - 20:48

      Auch in Deutschland ist das so. Eine finnische Freundin dürfte auch nicht ohne Zustimmung des deutschen Kindsvaters mit ihrer Tochter nach Finnland reisen.

Das ist nicht das klassische Auswandern, wie man es kennt.

Das ist für Deinen Freund zurück in die Heimat und Du sollst mit.

Für mich wäre das gar nichts. Mein Mann ist auch kein gebürtiger Deutscher, es kam aber auch nie die Frage auf; ob er zurück will.

Hat er dort einen Job, eine Wohnung? Oder wärt Ihr irgendwo bei Verwandten untergebracht und müsstet erstmal Job suchen?

Das wird auf Dauer nichts. Ihm zuliebe ist kein Erfolgsrezept.

Er käme sicher irgendwie klar, aber kannst Du die Sprache, wie ist die Infrastruktur, gibts Kita's und Jobmöglichkeiten für Dich?

Alles nötige Infos um dort zu überleben und leben.

Auswandern macht nur Sinn, wenn ihr:
1. So viel Geld auf der Seite habt, dass ihr BEIDE ohne Job mindestens 2 Jahre überleben könnt.
2. Die Landessprache so gut beherrscht, dass ihr Euch SEHR GUT in Wort und Schrift verständigen könnt.
3. Die Kultur, wirtschaftliche Lage und die Jobaussichten gut recheriert habt und ihr sicher sein könnt, BEIDE schnell was zu finden.

Es macht also keinen Sinn, wenn ihr nach z.B. nach Kolumbien mit 3000 Euro auswandert, kein Wort Englisch, geschweige
denn Spanisch sprecht und irgendwo dort ne Pommesbude aufmachen wollt.

Das wollen viele Auswanderer nicht hören und scheitern dann kläglich...


Ach ja, und immer die Kohle für Rückflugtickets für die komplette Familie auf der Seite haben!

(20) 01.03.18 - 15:28

Ich bin 2006 nach Schweden, habe hier studiert und gearbeitet und Steuern gezahlt, die Sprache gelernt, Freunde gefunden und 2011 meinen jetzigen Mann getroffen (ist hier geboren), geheiratet, Kinder bekommen.

Diese Reihenfolge finde ich am besten, denn:

Ich kann mich hier alleine versorgen.
Ich spreche fließend schwedisch.
Ich habe Freunde hier.
Unser Haus gehört mir zur Hälfte.

Einfach so wäre ich nicht in ein anderes Land gegangen, schon gar nicht mit Kind und ohne Sprachkenntnisse.

Bevor du auswanderst, würde ich dir empfehlen, erst mal mehrere Monate dort zu wohnen und die Umstände zu erkunden. Die Sprache musst du unbedingt lernen. Hast du eine abgeschlossene Ausbildung? Wird die dort anerkannt? Wie sieht es mit Kinderbetreuung aus? Hast du eigene Ersparnisse? Kommst du mit seiner Familie klar? Wenn er dein Freund ist, musst du ihn heiraten, um dort eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen? Hätte das Kind das Recht auf doppelte Staatsbürgerschaft?

Noch ein Punkt: Wenn ihr gemeinsames Sorgerecht habt, darfst du das Kind nicht ohne seine Erlaubnis mit nach Deutschland nehmen.

  • (21) 01.03.18 - 15:33

    Das klingt natürlich toll bei dir aber du warst ja Single aus du ausgewandert bist. Wir sind aber nun schon länger ein Paar und natürlich wandern wir dann zusammen aus. Ich denke schon dass mein Kind immer auch die deutsche Staatsbürgerschaft hätte wenn es doch eine deutsche Mutter hat, oder? Ich bin auch sehr kommunikativ und offen und denke schon dass ich gut da leben könnte. Mit der Sprache ist es so lala, einige Wörte kann ich und manches verstehe ich auch aber natürlich nicht wirklich sprechen. Wenn man dort lebt geht es denke ich aber schneller und vor allem mit Kind. Ich dachte aber vielleicht ist es besser hier noch die Geburt abzuwarten und dann im Herbst er zu gehen. Er wäre dann im Sommer schon dort und kann vielleicht ein Haus und sowas suchen. Wobei das auch seine Familie machen kann aber es wäre schon besser er macht das. Vorteil wäre halt das Baby ist dann sicher deutsch von der Staatsbürgerschaft her.

    • Das mit der Staatsbürgerschaft kommt auch auf das andere Land an. Wenn die nur einen Pass erlauben, bekommt das Kind nur einen.

      Die deutsche Staatsbürgers des Kindes nützt dir aber nix, wenn ihr den Lebensmittelpunkt in einem anderen Land habt, und der Vater das Kind nicht nach Deutschland umziehen lassen will. Trifft auf praktisch alle Länder zu.
      Und in einigen kann er dir sogar verbieten, dass Kind auch nur auf Urlaub wohin mitzunehmen.

      LG

      Wenn dein Kind in DE geboren wird, bekommt es automatisch die dt.Staatsbürgerschaft, im Auswanderungsland vorrangig die Dortige....

      • (25) 01.03.18 - 15:59

        Naja deswegen bin auch ziemlich überzeugt von der Idee dass unser Baby hier geboren werden soll weil ich sicher sein will dass er deutscher ist und ich auch immer mit ihm zurück kommen kann. Und ich fühle mich auch hier wohler was die Krankenhäuser angeht und Hebamme und so.

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