So frustriert

    • (1) 04.03.18 - 09:45
      Immerschlimmer

      Guten Morgen.

      Ich muss mich jetzt mal auskotzen, sonst platze ich. Ich habe auch schon einige Male hier geschrieben wg meiner Eheproblemen.

      Noch mal die Kurzfassung:
      12 Jahre zusammen zwei kleine Kinder. Er aus einer von häuslicher Gewalt geprägten Familie stammend. Ja ich war so dumm, ihn zu heiraten und auch noch Kinder zu bekommen, obwohl er auch immer cholerisch war. Er hat mich zwar nie verprügelt, aber die Qualität der psychischen Gewalt war und ist enorm. 12 Jahre lang habe ich soviel versucht, seine psychischen Probleme zu heilen, aber mehr, als sie immer tiefer kennenzulernen und halt Zusammenhänge zu verstehen, ist nicht passiert. Wie auch, ER müsste schließlich diese Erkenntnisse haben, sowie den Wunsch und auch den Schneid, konsequent alles auf und abzuarbeiten. Das kann ich ihm halt nicht abnehmen.

      Nach kurzer Trennung letzten Sommer hat er begonnen sich zu therapieren und hatte tolle erste Erfolge. Nach der Neuauflage der Beziehung ließ er die Therapie wieder ausschleichen und es ist natürlich schnell alles beim Alten.

      Ihn zu sehen ist so ein Trauerspiel. Seine Launen fahren täglich mehrmals Achterbahn. Er liebt uns, ist wehmütig über seinen wieder anstehenden Auszug, wünscht sich so verzweifelt Harmonie, benimmt sich aber bei jeder kleinen Erschütterung wie eine tollwütige Kettensäge. Er ist immer unzufrieden, vermutet sein Glück stets hinter genau dem, was er gerade nicht hat. ABSOLUT JEDES Problem, was vermeintlich gelöst ist, wird nach 2 Tagen resetet und besteht wieder. Wir können nicht einen Punkt dauerhaft abarbeiten. Er rutscht immer wieder in den selben Trott. Es tut mir leid dass er leidet, aber die Kinder und ich leiden auch unter seiner Leugnung und dem Unvermögen, sich ändern zu wollen.

      Nun meine akute Frustration. Er ist so dermaßen nicht in der Lage sich selbst einzuschätzen. Ich gehe nach den anstrengenden Jahren mit ihm, zwei (auch durch die familiäre Situation) super anstrengenden und lebhaften Kindern dermaßen auf dem Zahnfleisch. Ich kann die Kinder fast nie bei ihm lassen. Zu seinen Eltern, die meinen Mann so dermaßen kaputt gemacht haben und auch heute alles bagatellisieren, gebe ich meine Kinder niemals freiwillig, leider ist auch meine Familie keine Option (hätte ich eine heile Familie, wäre ich nicht bei einem dermaßen kaputten Mann gelandet und so lange geblieben). Ich bin so auf, ich kann nicht mehr. Natürlich schaffe ich es immer wieder irgendwie, aber aktuell gehe ich daran kaputt, dass ich nichtmal 2.5 Stunden ohne Kinder weg kann. Ich hatte gleich eigentlich einen Termin. Gestern noch sagt mein Mann, dass ich ein gebuchtes Wochenende in 2 Wochen ruhig antreten kann (Was ich absagte, da er nicht zuverlässig ist). Zu der Behauptung gestern konnte ich mich heute nichtmal 20min fertig machen. Schon stürmt er mit heulendem Kleinkind (ist krank) ins Bad und sagt mir, es würde so keine 2 Stunden klappen. Sie schreit nach dir. Echt, mir platzt hier alles. Schon um 7 Uhr höre Ich, nein Kind, ich kann dich nicht mehr tragen, du bist schwer. Aber Handball geht. Weggehen geht. Saufen geht. Nachts Sky glotzen geht. Aber oh Wunder. Morgens müde und mit Muskelkater kann man sein krankes Kind keine 2 Stunden versorgen!!!! Ich kotz ab, echt.

      Immer diese Behauptungen:
      Fahr doch mal zur Kur. Ich schaffe das hier 3 Wochen.
      Fahr zu deinem Wochenende, natürlich schaffe ich das.
      Du willst morgen früh 3 Stunden weg? Natürlich. Kein Problem.

      Aaaahhhh.

      Nun denke ich darüber nach, mal beim Jugendamt vorstellig zu werden. Mit dem Hintergrund, dass sein Verhalten der häuslichen Gewalt entspricht, seiner absoluten Wankelmütigkeit usw möchte ich erreichen, dass er keinesfalls beide Kinder gleichzeitig betreuen darf. Auch soll die Kleine dort noch nicht nächtigen. Was unsere Kinderpsychologen übrigens auch so befürwortet. Am liebsten wäre mir auch, dass die Kinder nicht allein zu seinen Eltern dürfen. Aber ob das zu weit geht, weiß ich nicht. Allerdings lag ja dort wirklich schwere häusliche Gewalt vor und sein Vater bagatellisiert es noch heute.

      Mal sehen. Offiziell oder per Anwalt möchte ich erst vorgehen, wenn er sich gegen meine Wünsche sperrt. Aber erfragen kann ich die Lage beim Jugendamt ja schonmal. Habt ihr da Erfahrungen?

      Von Vorteil ist, dass wir nach unseren Umzügen sehr nah beieinander wohnen werden, wir haben also die Möglichkeit, den Umgang erstmal kurz aber häufig zu gestalten. Und ich bin nah greifbar, wenn es bei ihm nicht klappt.

      Naja.
      Mir bleibt nichts übrig, als abzuwarten, wie es sich entwickelt. Aber frustriert über meine geplatzte Freizeit bin ich immernoch.

      LG

      • Das alles ist echt schlimm. Ich finde es toll, das du ausziehst und dein Plan klingt wirklich gut. Jetzt frwge ich mich aber, wieso du dich denn auf seine Aussage verlassen hast, dass du weggehen könntest, wenn du doch weißt, dass er das eh nicht schafft bzw. Das er dir sagen wird, er schafft es nicht? Da wäre ein Plan B etwas, was du grundsätzlich brauchst. Du weißt, du kannst dich nicht auf ihn verlassen und tust es dennoch. Da würde ich mich nur über mich selbst ärgern, dass ich mir keinen Plan B zurecht gelegt habe.

        Meine Vorschreiberin hat recht mit dem Plan B.

        Da wir alle aber nicht einschätzen können, ob er tatsächlich so unzuverlässig ist oder nur versucht, Dich so bei den Kindern zu Hause festzunageln, würde ich in mich gehen und abwägen, ob ich es nicht doch einfach mal wage und einfach ausgehe.

        Denn der Frust wird so nicht weniger.

        Der Grund warum ich Dir eigentlich schreibe ist, dass ich noch sagen wollte, dass so eine kurze Trennung von höchstens drei Monaten sicher nicht ausreicht um seine Probleme mittels Therapie gelöst zu kriegen.

        Du scheinst mir unschlüssig, ob Du Dich trennst oder doch nicht. Konzentriere Dich doch auf eins. Wozu krampfhaft erzwingen wollen, dass er sich therapiert, wenn ihr euch trennt? Wozu die Trennung, wenn ihr an der Erhaltung der Beziehung arbeitet?

        Kein Wunder, dass Du fertig bist.

        • (4) 04.03.18 - 11:12
          Immerschlimmer

          Guten Morgen.

          Das habe ich schon oft. Mit dem Ergebnis, dass er mich dann nach kurzer Zeit anruft und nach Hause zitiert. Es klappt auch manchmal. Natürlich könnte ich einfach wegbleiben, aber ich höre ihm ja an, wie aggressiv er dann bereits ist. Dann kann ich die Kinder nicht ruhigen Gewissens bei ihm lassen. Es geht nur, wenn alles nach Plan läuft, die Kinder schlafen oder eben ohne Zicken nebenherlaufen. Er ist absolut nicht in der Lage, ein nölendes Kind zu betreuen und zu kochen. Oder ein Kind schläft abends nicht ein, aber er will bereits etwas im TV schauen. Das alles reicht bereits um ihn auf die Palme zu bringen. Seine Pläne müssen stets aufgehen, sonst gibt er sofort auf.

          Die Trennung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Das Haus ist verkauft, ich habe etwas neues gekauft, er eine Wohnung gemietet, die fast bezugsfertig ist.

          Ich würde eine Weiterführung der Beziehung nicht ausschließen, wenn er sich weiter therapiert und ändert. Aber auch ohne Beziehung würde ich eine Therapie begrüßen, was den Kinder zugute kommen würde. Ein gesunder Vater ist allemal besser, als so ein emotionales Wrack.

          • Siehst Du, dass kam beim ersten Posting gar nicht raus, dass die Trennung schon so weit fortgeschritten ist.

            Bei aller Ehre, dass Du Dich ihm noch so verpflichtet fühlst, denk daran, dass er nicht Dein Kind ist. Wenn er keine Therapie machen möchte ist das so.

            Du bist mit dieser Baustelle überfordert und solltest ihn lassen.

      Warte doch mal ab, ob er wirklich Umgang wahrnehmen wird, wenn ihr getrennt seid. Und dann führst du von Anfang an Protokoll, wie es läuft, Bsp.: 1.4.18 Kinder um 11 Uhr zu ihm gebracht, Anruf 12.10 Uhr, Clara würde nur heulen und ich soll sie abholen, Anton will nicht alleine bleiben. Habe die Kinder um halb eins mit Lisa (Tante der Kinder) zusammen abgeholt.

      Die Probleme in seinem Elternhaus wirst du schlecht beweisen können. Umgang ausschließen wird nicht einfach, wenn er zB in seiner Umgangszeit mit den Kindern zu den Eltern geht. Das ist sein gutes Recht.

      Ich vermute ja, dass bei permanenter Überforderung der Umgang einschlafen wird. Und sollte er das nicht, wäre es sinnvoll über die Vorkommnisse ein ehrliches Protokoll zu haben. Dann kann man überlegen, ggf. mit Stellungnahme der Psychologin, ob und wie Umgang weiter laufen kann oder nicht.

      Vielleicht solltest du nach erfolgtem Umzug mal versuchen, mit den Kindern zur Kur zu fahren.

      LG

      • (7) 04.03.18 - 12:44

        Hallo.

        Das Protokoll ist ein guter Tipp. Das werde ich versuchen konsequent zu führen.

        Dass sein Vater sich so verhalten hat, habe ich in Form seines Therapieberichts zumindest schriftlich. Ob das einen Ausschlag gibt, weiß ich nicht. Versuchen werde ich es auf jeden Fall.

        Dass er ggf wenig Umgang wahrnehmen wird, höre ich nicht zum ersten Mal, aber das kann ich mir absolut nicht vorstellen. Er liebt die Kinder sehr. Wenn er gute Laune hat, macht er auch sehr viel mit ihnen. Es hapert einfach an unangenehmen Verpflichtungen. In den drei Monaten war er sehr engagiert. Aber wer weiß was die Zukunft und ggf auch eine neue Partnerin bringt. Ich weiß gar nicht, was ich dahingehend hoffen soll...

        Eine Kur nehme ich ebenfalls ins Visier. Leider geht es wirklich erst nach dem Umzug. Vorher macht es keinen Sinn.

        LG

        • Eine neue Partnerin könnte eventuell Stabilität und auch Sicherheit für die Kinder bedeuten. Und für dich, dass du weißt, dass vier Augen über die Kinder wachen. Aber das ist ja noch ganz ferne Zukunftsmusik.

          Man kann halt keine genaue Prognose sagen. Du kannst aber mal zum Jugendamt gehen und dich vortasten, wie die zu solchen Problemen stehen und wie sie sich positionieren, falls es zu gerichtlichen Streitigkeiten kommt.

          LG

    Hallo!

    Bitte bedenke, dass es beim Umgang nicht um IHN und DICH geht, sondern vor allem um die Kinder.

    Wenn er sich sonst bei guter Stimmung auch mal richtig anstrengt, um beiden Kindern einen tollen Nachmittag im Zoo zu bieten, und der dann auch klappt, dann würdest Du das mit deinen Plänen verhindern - mit dem Ergebnis, das Kind, das nicht mitdarf, sitzt heulend zu Hause, die gute Laune ist im Eimer und auch das Kind, das mitdarf, bekommt dann keinen glücklichen Papa mit tollem Tag, sondern einen frustrierten und enttäuschten Papa und einen Scheißtag.

    Bitte zerstöre das nicht für eure Kinder. Bisher klappt es doch, dass er Dich anruft, wenn er nicht mehr kann und an Grenzen stößt, das hat was mit Vertrauen zu tun und ist unendlich wichtig. Wenn er irgendwann merkt, dass Du gegen ihn arbeitest, jedes vorzeitige Abholen beim nächsten Termin gleich gegen ihn ausgelegt wird, dann wird er in Zukunft vielleicht nicht mehr anrufen, wenn es ihm zu viel wird. Das wäre nicht gut für die Kinder.

    Vielmehr wäre es sogar besser, wenn er Dir da mehr Vertrauen könnte, sich gleich melden kann, wenn er merkt, die Grenze nähert sich, damit haben die Kinder wesentlich bessere Chancen, auf harmonischen Umgang, als wenn er versucht, über seine Grenzen zu gehen.

    Es ist ok, wenn du es notierst, aber bitte nicht umgehend aufs Butterbrot schmieren, sondern den Kindern zuliebe versuchen, zu unterstützen.

    Für die Kinder wäre es viel schlimmer, wenn der Umgang ganz abreißt.

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