Verbale Gewalt?!

    • (1) 04.03.18 - 11:44
      Estutsoweh

      Jetzt liege ich im Bett, heulend, neben mir ein Glas Sekt und unsere 4 Monate alte Tochter. Ich weiß nicht was ich mir von diesem Beitrag erhoffe, aber ich kann mit niemanden darüber reden. Meine Freunde sehen uns alle als Vorzeigepaar. Jung, beide machen Karriere, eine hübsche Tochter... wenn die wüssten!

      Mein Mann und ich kennen uns schon 10 Jahre, davon sind wir 5 Jahre zusammen und fast 1 Jahr verheiratet. Bis zur Geburt unserer Tochter war er ein wunderbarer Mensch, klar hat man sich mal gestreitet und sich verbal verletzt (er mich öfter als ich ihn). Aber es lief immer sehr harmonisch zwischen uns ab. Kurz vor der Geburt hat es dann angefangen: Er konsumierte während ich neben ihm schlief regelmäßig Pornos/Nacktbilder. Es tat weh, aber Vlt war es seine Art mit den Veränderungen umzugehen. Dachte ich. Kurz nach der Geburt machte er aber weiter. Während ich nachts raus musste, um die kleine zu wickeln, konsumierte er fleißig Bildchen. Ich sah es wenn ich wieder zurück ins Schlafzimmer bin, wie er sein Handy in der Hand hält, Bilder anschaut und sich mit einer Hand - ihr wisst schon. Ok ich dachte ihn stresst Vlt die Kleine. Aber ich mache seitdem alles - ich stehe jede Nacht auf, Wickel, fütter und Bade sie. Den Einkauf erledigen wir gemeinsam. Er arbeitet Vollzeit, dafür mache ich 100% den Haushalt. Nach zig Malen Pornokonsum störte es mich immer häufiger, wenn er morgens am Handy war (er greift immer als erstes danach, wenn er wach wurde). Früher haben wir morgens immer gekuschelt. Ich bat ihn das Handy morgens im Bett mal sein zu lassen. Seine Argumentation: Ich brauche es um wach zu werden. Und er lässt sich nichts verbieten. Ich sagte ihm, dass er gerne den lieben langen Tag am Handy sein kann, nur bitte morgens nicht. Sein Kompromiss: Wenn es mich arg stört, soll ich es sagen und er legt es weg. Ansonsten macht er aber weiter wie gehabt. Ich war arg enttäuscht, weil es für mich kein Kompromiss ist. Und ich keine Lust habe ihn jeden Tag daran zu erinnern. Jetzt ist er jeden Morgen am Handy. Und ich nehme es so hin. Ich glaube ich reagiere so gereizt weil er mit dem Handy Pornos schaut, nicht wegen dem Handy an sich. Paar Wochen später erzählte er mir bei einem Städtetrip, dass er sich eine Smartwatch zulegen möchte. Ich bin irgendwie explodiert und schimpfte über unsere egoistische Gesellschaft. Im Nachhinein tut es mir leid, ich hab mich auch entschuldigt.

      Nun häufen sich seit der Geburt auch seine verbalen Entgleisungen. Ich weiß, dass er aufgrund von Pornos auf rosa M... steht. In der Stadt sagt er zu mir einfach so beim laufen: Du bist ein Neger... untenrum. Das hat mich echt verletzt, ich hab es aber nicht gezeigt. Als es in der Küche mal gestunken hat, es war der Müll, lief er zu mir und beugte sich: Ist das deine M...? Lauter solche Sachen.

      Im Bett stellen wir uns öfter mal einen Dreier vor. Er bevorzugt mit meiner besten Freundin als dritte Person. Für mich reine Fiktion, die uns beide anmacht. Er meinte er aber: Ich würde sie so gerne mal nehmen. Ich hatte ja nur dich als M... und sie wäre perfekt. Das hat mich echt schockiert. Anscheinend nahm er es ernst. Seitdem er Pornos konsumiert nimmt er mich immer härter ran und „zwingt“ mich, wenn ich mal nicht will oder Bauchschmerzen habe. Früher hat er immer Rücksicht genommen. Und wir haben nicht wenig Sex.

      Vor ein paar Wochen ist es nochmal eskaliert, da er während der Elternzeit unbedingt für die Firma arbeiten musste. Er ist mehrmals den ganzen Tag ohne Vergütung arbeiten gegangen. Und hat auch abends am Laptop gesessen. Niemand hat es von ihm verlangt. Ich wollte aber gerne die paar Wochen als Familie verbringen und etwas Schönes unternehmen. Er versprach mir vor der Elternzeit mit uns wegzufahren. Endeffekt haben wir haben nichts gemacht. Und er hat in der Zeit von Zuhause aus unbezahlt weitergearbeitet. Als ich ihn beim 6. Homeoffice Tag darauf ansprach meinte er nur, dass ich ihn nicht nerven soll. Als ich ihn fragte ob er sich seine Arbeit nicht wenigstens bezahlen lassen will meinte er nur, dass es den Firmen wegen Leuten wir mir so schlecht gehe, da sich keiner engagiert. Und dass ich Sachen sage, die keinen interessieren. Ich war sauer und er rief mir nach, dass ich ihm sein Wochenende nun versaut habe. Und dann war er das ganze Wochenende kalt zu mir und hat nicht mehr mit mir geredet. Das war letzte Woche. Paar Tage später haben wir uns wieder vertragen.

      Was mich aber am meisten stört sind seine verbalen Schläge: Er sagt zu mir alle paar Tage: Ich Schlag dich. Er hat mich zwar noch nie geschlagen, aber er sagt es immer wieder. Ich verstehe nicht warum? Heute morgen sind wir aufgestanden und er so: Bald gehen wir in Urlaub, dann schlag ich dich und schubse dich von der Klippe. Ich: Bitte was? Währenddessen hat die Kleine gepupst und ich: Huch, da kam ja Luft raus. Er: Ja du bist wie Luft. Ich war dann richtig sauer und meinte zu ihm, er soll seine Erniedrigungen an jemand anderen auslassen. Er: Du kennst mich anscheinend nicht, das war doch nur Spaß. Ich fand es aber gar nicht witzig und hab das Schlafzimmer verlassen. Er: Geh mir nicht auf die Nerven. Ich spiel jetzt XBox, dann muss ich mir dein Gemecker nicht anhören.

      Vor paar Wochen hat unsere Kleine Bauchschmerzen gehabt und geschrien. Ich versuchte die zu beruhigen und er kam ins Zimmer gestürmt und drängte mich zur Seite mit „Verpiss dich“. Ich war extrem sauer und hab geweint. Er hat sich nicht entschuldigt, auch als ich ihn darum bat. Das stört mich am meisten. Er benimmt sich wie die Axt im Walde und immer wenn ich mit ihm reden will oder traurig bin, kommt nur: du bist zu empfindlich, du hast damals doch auch, du bist doch schuld daran, an mir liegt’s nicht usw. Ich kann es nicht mehr hören und es macht mich so traurig. Ich hab ihm auch eine Therapie vorgeschlagen aber er: Eher springe ich von der Brücke als dahin zu gehen. Er will nichts ändern. Aber so zanken wir uns fast jeden Tag, es herrscht so dicke Luft und unserer Tochter tut es nicht gut. Aber ich verstehe nicht was mit ihm los ist? Warum änderte er sich so plötzlich von total rücksichtsvoll uns liebevoll zu Vollarsch. Ich weiß nicht was ich falsch mache. Oder was ich tun soll :(

      • #zitter#zitter

        Ähm, warum lässt man sowas mit sich machen??? #gruebel

        Ich würde ihn raus schmeißen.... oder stehst du drauf erniedrigt zu werden? #klatsch

        (3) 04.03.18 - 11:58
        Ichkannnichtmehr

        Nein. Ich kenne ihn nur so nicht. Und er war bis zur Geburt so liebecoll. Hat mich überall hingefahren, mich massiert, hat die 72 Stunden lange Geburt keine Sekunde geschlafen auch wenn ich es ihm angeboten habe. Er war immer ein Gentlemen, hörte mir bei meinen Problemen stundenlang zu. Aber seit kurz vor der Geburt nun die 180 Grad Wende. Da stimmt doch was nicht?! Und wegen unserer Tochter gebe ich uns nicht einfach auf.

        • Naja, ein toller Mann wird nicht einfach so beleidigend und sagt solche Sachen zu dir. #gruebel Wie gesagt, ich hätte ihn schon beim ersten Mal wo er so etwas von sich gibt vor die Tür gesetzt und er hätte sich schon einiges an Entschuldigungen einfallen müssen, damit er irgendwann wieder rein darf. #nanana

          So merkt er, er kann es ja mit dir machen und wird immer respektloser.

          Für mich wäre der Käse gegessen.... so jemand hätte keinen Platz in meinem Leben #aerger

      Und das hat er vor der Schwangerschaft nie gemacht???

      Ich würde mir eher die Zunge abbeißen, als vor ihm zu heulen und ihn zu bitten, sich zu entschuldigen. Mach dich doch nicht selbst zum schwachen Weibchen!

      Seine Drohungen sind nicht witzig! Lies dich mal hier https://www.re-empowerment.de ein.

      Ich würde mit Kind mal für eine Weile verschwinden (Eltern, Geschwister, Freunde?) und dann mal in Ruhe überlegen, ob du unter diesen Umständen ein Kind großziehen willst.

      So wie dein Mann sich verhält, ist das keine "Phase" sondern niederste, widerwärtiger Chatakterzüge, die er da präsentiert. Schreib dir die Vorkommnisse auf. Wie eine Art Tagebuch. Du wirst es brauchen.


      LG

    und du bist noch bei ihm weil ...?

    • (10) 04.03.18 - 12:18
      Ichkannnichtmehr

      Ich liebe ihn, und er ist ein toller Vater. Er kümmert sich extrem gut um unsere Tochter. Ich will nicht, dass sie ohne Vater aufwächst. Vlt habe ich auch die Hoffnung, dass wir etwas ändern können. Nur wie? Ich will nicht einfach eine Beziehung aufgeben, die bis zu einem Zeitpunkt perfekt war. Ich denke dass jeder Mensch Fehler hat. Zur Background Story: Mein Mann hat seine Eltern verloren als er 11 war. Seine Mutter hat selbstmord begangen, sein Vater die Familie verlassen und ist im Rausch gestorben. Mein Mann hat es aus eigener Kraft geschafft aus solchen Verhältnissen rauszukommen und hat ohne fremde Hilfe (finanziell) studiert. Nun ist er erfolgreich und war meiner Meinung nach glücklich. Meine Familie kann ihn aufgrund seiner „Herkunft“ nicht leiden und akzeptiert ihn nicht als Schwiegersohn, aber ich stand immer hinter ihm. Das weiß er auch. Trotzdem mussten wir unsere hochzeit erstmal verheimlichen, weil auch meine Eltern extrem gemein zu mir und ihm sein können. Darum hielten wir den Abstand für bessere Idee. Vielleicht belastet ihn das... Dass es keine richtigw Familie gibt, keine Oma und Opa für unsere Tochter....auch wenn das keine Entschuldigung für sein Verhalten ist.

      • Du sagst es selbst: Es ist keine Entschuldigung für sein Verhalten.
        Wenn ihn das belastet, wie Du sagst, sollte er mit Dir darüber reden, statt sich wie ein "A..." zu verhalten. Er hat sicher viel erlebt aber gerade deswegen sollte er Bereitschaft zeigen, daran zu arbeiten. So ein Kindheitstrauma gehört ohnehin bearbeitet aber das ist ein anderes Thema.

        Du schreibst als Nickname "Ichkannnichtmehr" und das ist doch Aussage genug.

        Wenn ich Du wäre, würde ich mich an eine Beratungsstelle wenden, vorerst allein, wenn Dein Mann so dagegen ist - dort kannst Du erstens mit jemand neutralem sprechen und zweitens erarbeiten, was für Dich mögliche Wege sind, weiterzumachen...mal abgesehen davon, dass ich zuerst mal in eine menschenfreundlichere Umgebung mit meiner Tochter gehen würde - zumindest für ein paar Tage. Bis es Dir wieder etwas besser geht und Du eine Idee hast, wie es weitergehen kann.

        Zeit für euch beide zum Nachdenken.

        LG

        a79

        (12) 04.03.18 - 12:49

        “Zur Background Story: Mein Mann hat seine Eltern verloren als er 11 war. Seine Mutter hat selbstmord begangen, sein Vater die Familie verlassen und ist im Rausch gestorben.“

        Ist er traumatisiert?
        Vermutlich.
        Bist du ihm etwas schuldig?
        Bist du verantwortlich für sein Schicksal?
        Gibst du ihm Halt?
        Stehst du hinter ihm, egal was er tut?

        WO
        bleibst DU?

        ein toller vater behandelt die mutter seines kindes nicht so wie du es beschreibst.

        es liest sich als wrdest du ausreden für ihn finden und dich an das was frher war klammern.

        und: nur weil eltern sich trennen hat das kind trotzdem noch eine muttet und einen vater. willst du deiner tochter denn vorleben, dass so wie dein mann mit dir umgeht die norm ist? dass das ok ist? er sagt vorm kind verpiss dich und du weinst aber es ist ja so ein guter vater? nimm doch mal einen schritt zurück und betrachte nochmal ganz genau eure situation!

        er behandelt dich wie dreck und du lässt es zu. wieso sollte er dich auch anders behandeln, wenn du dich nicht wehrst?

        "Ich liebe ihn, und er ist ein toller Vater. Er kümmert sich extrem gut um unsere Tochter. Ich will nicht, dass sie ohne Vater aufwächst. "

        Und du tust deiner Tochter einen riesen Gefallen mit einem Vater aufwachsen der zu seiner Mutter sagt "verpiss dich" und sie SO behandelt. Du fügst deiner Tochter großen psyschicheb Schaden zu, ich hoffe dessen bist du dir bewusst

(15) 04.03.18 - 12:03

Warum lässt du das mit dir machen?

Top Diskussionen anzeigen