Wochenendehe

    • (1) 05.03.18 - 01:26

      Hallo,

      Ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Möchte einfach mal meine Traurigkeit von der Seele schreiben. Vielleicht ist jemand in einer ähnlichen Situation.

      Mein Mann ist bei der Bundeswehr und 500 km von unserem Wohnort entfernt stationiert. Das heißt er fährt jeden Sonntag Abend und kommt Freitag Abend erst wieder. Wir sind seit 3 Jahren verheiratet und haben einen kleinen Sohn. Als wir heirateten, hat er mir versprochen, sich so schnell wie möglich um die Versetzung an eine Kaserne hier in der Nähe zu kümmern, so dass wir normal zusammen leben können und uns jeden Abend sehen. Dann kamen immer wieder Vorschläge von seinem Chef. Er soll doch mal diesen und jenen Lehrgang mitmachen usw. Das hat er auch getan und die Versetzung immer weiter nach hinten verschoben. Ich warte auch heute noch darauf. Bin immer sehr traurig wenn er fährt. die Abende sind sehr einsam. Als ich schwanger war, war es oft unerträglich für mich. Unser Sohn lenkt mich jetzt gut ab aber mittlerweile will ich das einfach nicht mehr mitmachen. Ich bin so viel alleine. Kann einfach nicht verstehen, warum seine Arbeit offensichtlich eine höhere Priorität hat als seine Familie. Ich weiß nicht was ich tun soll. Manchmal bin ich so wütend auf ihn deswegen. Wenn er gewollt hätte, wäre er schon längst versetzt. Was ich mir wünsche ist nichts anderes als ein glückliches Familienleben. Alles reden und betteln bringt nichts. Immer heißt es, er will nur noch dies und das mitmachen und davor lässt sein Chef ihn eh nicht gehen, und dann lässt er sich versetzen..
      Ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Die Wochenenden sind oft auch nicht mehr so toll, weil ich weiß, dass er bald wieder weg ist. Und in der Woche warte ich dann wieder auf das Wochenende ....

      Traurige Grüße

      • Gibt es eventuell die moeglichkeit dass ihr zu seinem standort zieht? Ich stell mir deine situation hart vor!

        • Ja das ist hart. Ich werde auch oft genug bemitleidet und gefragt, wie ich das ertrage und das ist auch nicht so toll..
          Es gibt die Möglichkeit, aber dann müsste ich meine Arbeit aufgeben. Unsere Familien sind beide hier und Freunde.. Kinderbetreuung wäre dann auch nicht mehr so einfach. Das möchte ich nicht alles verlassen.

      (4) 05.03.18 - 03:31

      Für mich wäre so eine Beziehung toll, aber das ist wohl Typsache.
      So viele Möglichkeiten hast du ja nicht .... Umzug, Trennung oder du arrangierst dich mit der Situation und richtest dir dein Leben passend ein. Gehst abends zum Sport oder suchst nach anderen festen Beschäftigungen. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, dass er nur jedes 2. WE nach Hause kommt und dafür 4-5 Tage am Stück bleiben kann.

    (6) 05.03.18 - 09:00

    Hm, also wenn er dort gebunden ist- warum erwägst du dann nicht, zu ihm zu ziehen?

    • (7) 05.03.18 - 22:03

      Wie bereits oben geschrieben.. wegen Familie, Arbeit... aber das Problem ist ja eigentlich dass er noch dies und das erleben will, bevor er sich versetzen lässt. Und vielleicht sein Chef, der ihn scheinbar auch nicht gehen lassen will.

(8) 05.03.18 - 09:44

Er will also gar nicht versetzt werden, sondern an dem anderen Standort bleiben? Geht es dabei wirklich rein um die Arbeit und die Kollegen oder könnte er eine Nebenbeziehung führen?

  • Viele Soldaten genießen die Zeit unter der Woche......fern von Familienpflichten und einer Frau, die nach ihrer Ansicht zuviel "nervt" - da braucht wirklich keine Nebenfrau im Spiel zu sein. Die wollen einfach ihre Ruhe, abends einen trinken oder mit den Kameraden was unternehmen.;-) Es soll sogar Soldaten geben, die Lehrgänge erfinden, um mal von zuhause weg zu sein #schein
    LG Moni

    • (10) 05.03.18 - 11:29

      Das gibt es alles auch außerhalb des Soldatenlebens. ;-) Aber wenn noch eine zweite Frau im Spiel ist, gibt es oft weitere Hinweise. Und wenn sie dahingehend evtl. schon einen Verdacht hat, sollte sie dem auch nachgehen. Manchmal ahnt man ja auch nur etwas, Bauchgefühl und so.

      Insgesamt würde ich ihn aber einfach mal fragen, ob er denn überhaupt gedenkt sich versetzen zu lassen und ihm da auch eine Deadline aus der Nase ziehen. So Hinhaltetaktiken kann ich in Beziehungen überhaupt nicht gut heissen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es solche Soldaten gibt. Aber ich weiß eben auch, dass es nicht an mir liegt. Kann mir auch nicht vorstellen, dass er seine Kameraden und die Ruhe vermissen würde. Wir telefonieren abends oft per videochat. Er ist halt in einer Fallschirmjägerkaserne und die machen seiner Meinung nach interessantere Sachen als andere. Ich glaube eher, er denkt, dass seine Arbeit in einer anderen Kaserne nicht mehr so spannend sein wird.

(16) 05.03.18 - 22:05

Nein ich bin mir ziemlich sicher, dass er mir treu ist. Wenn da was wäre, hätte ich das schon mitbekommen.

(17) 05.03.18 - 22:11

Er hat mir schon einige Geschichten über seine Kameraden erzählt, die eine Frau zu Hause haben und sich unter der Woche im Puff Vergnügen.. Und schon weil er so angewidert darüber spricht weiß ich, dass er sowas nicht tun würde. Hat mir auch sonst nie einen Grund gegeben, misstrauisch zu werden.

1. Gibt es in eurer Nähe überhaupt noch eine Kaserne/Einheit, in die er sich versetzen lassen kann, d.h. die freie Dienstposten für seine Verwendung hat?
2. Ist er in irgendeiner Form "Spezialist", d.h. z.B. Fallschirmjäger oder auch im IT-Bereich?
Dann ist es verständlich, dass sein Disziplinarvorgesetzter einem Versetzungsantrag nicht zustimmt; gute Leute will man behalten.
3. Ist er Soldat auf Zeit oder Berufssoldat? Wenn er SaZ ist, ist die Zeit ja absehbar, in der ihr noch getrennt seid - sofern er nicht auflegt oder einen Antrag auf BS stellt.

Woher weißt Du das so sicher - "wenn er gewollt hätte, wäre er schon längst versetzt" ??
Bei der Bundeswehr wird definitiv NICHT so reagiert, wie es sich die Soldaten wünschen, auch wenn die liebe Verteidigungsministerin dauernd Familienfreundlichkeit propagiert. Die Bw ist davon so weit entfernt wie eine Wildsau vom Eislaufen.
Ich kenne soviele Soldaten, die Hunderte von km pendeln am Wochenende, weil sie z.B. wegen eines Hauses und der Kinder nicht so einfach umziehen können/wollen.
Letzte Frage: Wieso zieht ihr nicht standortnah um?
LG Moni

  • 1. Hier in der Nähe gibt es einige Kasernen, aber da müsste er dann einen anderen Job machen, da er momentan in einer Fallschirmjägerkaserne stationiert ist. Er wollte ja zu den fallschirmjägern. Deswegen ist er damals dahin gegangen.
    2. Ja er hat schon gesagt, dass sein Chef ihn nicht gehen lassen will. Aber das entscheidet der ja nicht.
    3. Ja er ist SaZ. Ist schon 6 Jahre da oben. Aber noch 2 Jahre ist mir echt zu lang..

    • Aus einem Fallschirmjäger wirst Du NEVER einen Logistiker machen oder Schreibtischhengst....ich dachte mir schon sowas, wie Du an meiner Fragestellung siehst. Damit wird er todunglücklich und damit ist Dir nicht gedient. Ich habe noch nie einen Fallschirmjäger erlebt, der zum Transportsoldaten wurde o.ä. (war 40 Jahre beim Bund).Ich sehe wirklich nur die Alternative des Umzugs für Dich in seine Nähe, wobei 2 Jahre doch eigentlich überbrückbar sind. Oder hast Du den leisen Verdacht, dass er auflegen wird? Gute Leute versucht der Bund zu halten....... und Fallschirmjäger sind eine besondere Spezies #cool LG Moni

      Sein Disziplinarvorgesetzter entscheidet die Versetzung nicht, aber er gibt eine Stellungnahme dazu ab. Wenn Dein Mann ein guter Ausbilder ist und seine Lehrgänge gut absolviert, dann sieht die Stellungnahme so aus, dass ihn kein Kommandeur versetzt. Leider gibt es mittlerweile soviele lasche und luschige Ausbilder, dass ein guter Mann gehalten wird - gerade bei solchen Spezialisten wie Fallschirmjägern, wo von einer guten Ausbildung ganz schnell das Leben abhängen kann, bei Auslandseinsätzen sowieso. LG

Er wollte sich 2016 versetzen lassen und hat gemeint, das müsste innerhalb eines Jahres klappen. Jetzt haben wir mittlerweile 2018...
Ja Familienfreundlichkeit... labern können die da oben.

(23) 05.03.18 - 14:55

Ist dein Mann Zeit-oder Berufssoldat?
Ich kenne es von meinem Mann, dass er sich das nicht unbedingt aussuchen konnte, wo er stationiert war. Wir haben das Wochenendspiel 10 Jahre mitgemacht...sind nun seit über 13 Jahren zusammen, über 7 davon verheiratet und haben 2 Kinder (6 und 2).
Wir wohnen in Ba-Wü und er war damals gefühlt fast überall....hoch im Norden, Bayern, Im Osten, hier um die „Ecke“....auch wir lebten so...freitags kam er und Sonntag abends fuhr wieder. Ich wusste das aber von Anfang an (als wir uns kennenlernten, war er schon 2 Jahre beim bund) und er sagte mir, dass er kein Berufssoldat werden wollte. Darauf verließ ich mich. Er studierte nebenher, machte viele Lehrgänge und ist super qualifiziert ins zivile Leben eingestiegen.

Ich verstehe es, dass du traurig bist. War ich am Anfang auch.
Ist die Zeit bei der Bundeswehr absehbar?

  • (24) 05.03.18 - 22:29

    Mein Mann ist Zeitsoldat. 2 Jahre müsste ich noch warten.

    • (25) 05.03.18 - 23:30

      Das schafft ihr! Mein Mann sagte gerade, dass er nur sehr sehr begrenzt Einfluss darauf hatte, wo er hinkam. Nimm es deinem Mann da bitte nicht übel.
      Für ihn ist es garantiert auch nicht einfach. Ich habe auch sehr viel geweint...konnte es kaum ertragen, so viel allein zu sein.
      Aber genau das hat uns stark gemacht. Wenn ihr das überstanden habt, könnt ihr sehr viel überstehen. Sieh es als Provilieg und Chance.
      Als mein Mann dann Zivilist und ständig zuhause war, musste ich mich auch erst Mega umgewöhnen #schwitz
      2 Jahre gehen um. Unsere Männer brauchen auch eine starke Frau an ihrer Seite, die sie unterstützen und zu ihnen stehen.
      Die Zeit ist absehbar!❤️❤️❤️❤️

Top Diskussionen anzeigen