Jahrelang ohne Sex mit Ehepartner - wie wieder anfangen

    • (1) 05.03.18 - 09:30

      Möchte in kurzfassung beschreiben, wie die Situation ist: Wir beide sind Ende 40 - keine Kinder - seit 20 Jahren verheiratet - davon hatten wir jetzt 15 Jahre keine gemeinsamen Sex mehr.

      Ich habe die vergangenen Wochen/Monate die Ursache gefunden und bin dabei sie zu beheben: Ich habe mich wie ein A....loch verhalten :-(

      Meine Frage nun: Im Moment ist alles noch sehr "zerbrechlich" - aber ich möchte den Schritt wagen, wenn wir demnächst Urlaub haben (der nächste ist in 14 Tage - oder dann auch der Sommerurlaub im Juli), dass ich die Initiative zum miteinander schlafen ergreife.

      Welche Tipps könnt ihr mir dafür geben?

      • Vielleicht wie beim ersten Mal? Ein schönes Date, Abendessen, Spaziergang, danach aufs Zimmer, kuscheln und reden. Was Du nicht tun solltest, ist, Dich unter Druck setzen. Es wäre ja für euch wahrscheinlich schon ein Erfolg, wenn ihr dabei wieder das Gefühl von Intimität aufbaut, dazu braucht es nicht unbedingt den Koitus.

        Also das Ziel sollte erst einmal emotionale und körperliche Nähe sein. Der Rest ergibt sich dann sowieso.

        Puh, das ist natürlich schon eine sehr lange Zeit und ich weiß nicht, ob man das mit unseren "mal einen Monat nicht" Sexflauten vergleichen kann ;-). Dennoch schreib ich dir mal, was mir dazu in den Sinn kommt: Bei mir kommt "der Hunger meist beim Essen", d.h. je öfter wir Sex haben, umso mehr Lust habe ich drauf. Wenn wir dagegen länger nicht haben, dann hab ich das Gefühl, es ginge auch ohne irgendwie. Dann geht's darum, den ersten Schritt wieder Richtung "Sex gehört dazu" zu machen und dann bekomm ich nicht mehr genug davon. Der zweite Aspekt ist, dass es oftmals grad beim "ersten Mal" gar nicht so prickelnd ist, wie man es sich vorstellt. Gerade wenn man es recht romantisch haben will, ist es dann oft gar nicht soooo super.

        Deshalb wäre mein Ansatz, das ganze völlig zu entemotionalisieren, keine Erwartungen zu haben und das mehr als technische Geschichte wie "joggen gehen" oder so zu sehen. Den besten Sex unseres Lebens hatten wir immer zur Kinderwunschzeit als wir ohne Rücksicht auf Müdigkeit, Lust, Befindlichkeiten mindestens jeden 2. Tag hatten. Was jetzt ganz schrecklich klingt, war super: Niemand hatte die Erwartung, dass es toll zu werden hatte und - oh - es wurde toll.

        Ich würde mir für heute Abend vornehmen: Heute gibt's Sex. Dann würde ich mich nackt an meinen Mann kuscheln, ihn sanft massieren, die Schenkel- und Leistenregion massieren, dann irgendwann seinen Penis stimulieren und am Schluss schlicht Sex haben. Wenn es schön wird, super. Wenn nicht, einfach weiter machen (klar, solange es nicht wehtut oder so), man vergibt sich dadurch ja nichts. Und am Schluss werdet ihr euch freuen, weil ihr es getan habt. Wenn du dagegen Mords Erwartungen dran hast mit Kerzen, Romantik, ..., dann bist du danach evtl. doch enttäuscht, weil es nicht so romantisch war wie gedacht.

        Hallo,

        nun, ich würde vorher mit meinem Partner darüber sprechen, denn das würde mir sehr viel Druck nehmen. Zum Beispiel im Fall, dass man zwar den Anfang macht, dann aber doch lieber abbricht, weil man noch nicht so weit ist.

        Alles Gute,
        lilavogel

      • (5) 05.03.18 - 14:42

        Vorab: Ich schreibe in schwarz, weil mich hier einige doch besser kennen und nicht alles von mir wissen müssen - auch wenn es in diesem Fall etwas Schönes ist:

        Bevor irgendwas da wirklich wieder losgeht, hilft nur "Reden, reden, reden". Auch wenn Du schreibst, dass Du die Ursache in Deinem Verhalten siehst: Dein Partner hat ja zumindest auch reagiert, indem er eben seinerseits auch nicht nach Sex mit Dir gesucht hat.

        Wir hatten auch eine längere, durch äußeren Stress bedingte Pause - und auch bei uns (hat eine andere Posterin ja geschrieben) war es dann irgendwie so, dass man sich dann irgendwie dran gewöhnt hatte und wechselseitig dachte: Dann soll es eben nicht sein.

        Bei mir war es im Sommer letzten Jahres so, dass ich auf einmal gemerkt habe, dass ich durchaus sexuelle Bedürfnisse habe, die ich doch lieber mit meinem Mann verwirklichen möchte als mit einem Fremden. Es hat mich dann viel Überwindung gekostet, da offen zu sprechen (obwohl ich sonst eher direkt bin), und es verging dann schon eine Zeit der gemeinsamen körperlichen Nähe und Vertrautheit mit unzähligen Gesprächen, auch mal wieder Zweifeln bis hin zu wirklichem gegenseitigen Begehren und einer erfüllten Sexualität. Und auch das mit dem Hunger stimmt, wenn es erst einmal wieder regelmäßig läuft, dann haben beide Seiten im Idealfall auch mehr Lust auf- und aneinander

        @Alle: So wie ich aus euren Anmerkungen schließe, sollte ich also nicht "einfach drauf los" es versuchen - spontane Initiave also - sondern eher "vorbereiten", dass ich immer noch daran interessiert bin und es gern wieder versuchen möchte.

        Denkt ihr, dass so ein "Wir müssen mal reden" -Gespräch da ein richtiger Ansatz ist.

        In der Vergangenheit liefen solche Gespräche, dich ich von meiner Seite aus gestartet hatte, immer in eine Art Monolog. Als Antwort bekam ich oft nur die nichtssagenden Floskeln "Weiß auch nicht" oder "Ist halt so" oder "Hmmmm" und "OK"

        Deshalb war meine Überlegung eher "überrumpeln" statt es zu "zerreden"

        • Also, ich würde es auch nicht zerreden. Ich bin überhaupt kein so großer Fan davon, immer alles zu "besprechen". Gerade mit meinem Mann ist das dann auch oft so, wie du beschreibst: "Ja, mhm." "Weiß nicht" "Keine Ahnung". Das ist kein böser Wille, sondern ein Stück Hilflosigkeit. Dann sagt er manchmal auch was Falsches - auch nicht böse gemeint - und schon ist meinerseits die Atmosphäre wieder kaputt.

          Ich würde einfach starten, außer dein Mann lehnt Sex natürlich ab. Aber ich dachte mir eher so, dass er sich wohl freuen würde. Ich würde es probieren, vornehmen à la: "Heute lege ich los." Natürlich auf den Partner acht geben, ob er auch wirklich will. Aber ich würde da nicht vorher einen Plan aufstellen. Sex sollte sich m.E. "ergeben". Ich stehe überhaupt nicht drauf, da vorher (in "unerotischer Stimmung") irgendwas zu bequatschen.

          (8) 06.03.18 - 08:45

          Also ums Zerreden soll es natürlich auf keinen Fall gehen - jeder "Fall" ist da ja anders, und bei uns haben wirklich offene Gespräche geholfen, aber dazu gehören ja immer zwei :-)

          Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht nicht das Schlechteste, einfach mal "Butter bei die Fische" zu tun und einfach zu handeln.

          Auf jeden Fall drücke ich Dir bzw. Euch die Daumen, dass ihr da wieder zueinander findet!

          LG

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