Immer seine Termine...

    • (1) 05.03.18 - 09:40
      termine.termine

      Hallo,

      bei uns hängt der Haussegen schief. Mein Mann und ich sind sauer aufeinander. Er versteht nicht, warum ich kein Verständnis für ihn habe und ich kann nicht glauben, dass es für ihn so abwegig ist, dass ich enttäuscht bin.

      Mein Mann arbeitet selbständig, was auch viele Reisen mit sich bringt. Das heißt für mich, dass ich Beruf, Familie und unsere Freizeit größtenteils ohne ihn unter einen Hut bringe bzw. plane.

      Ich habe mich im Mitte Januar für Ende Februar (!) mit einer Freundin verabredet. Wir wollten Essen und danach ins Kino gehen. Leider habe ich dieses Treffen einige Tage zuvor absagen müssen, weil mein Mann kurzfristig wieder auf Reisen war und ich die Kinder (11 und 9 Jahre alt) abends nicht alleine lassen wollte.

      Mein Mann meinte, ich könnte doch trotzdem ausgehen, die Kinder seien doch alt und selbständig genug, um sich abends alleine versorgen zu können.
      Für mich aber ein Problem: Ich könnte den Abend gar nicht genießen, sondern wäre in Gedanken bei den Kindern.
      Würdet ihr von ca. 18:00-22:00 Uhr ausgehen und eure Kinder alleine zu Hause lassen?
      Ich muss dazu sagen, dass meine Kinder sich ganz oft alleine für die Schule fertig machen müssen, da ich schon aus dem Haus bin, wenn sie aufstehen. Auch am WE sind sie tagsüber auf sich allein gestellt, weil ich arbeiten muss und mein Mann nicht da ist.

      Zum Geburtstag habe ich meinem Mann Karten für eine Veranstaltung geschenkt, die ihn interessiert. Das Datum stand drei Monate im Voraus fest. Eine Woche vor dem Termin erzählt er mir, dass er an genau diesem Tag zu seinem nächsten Job reisen muss und das auch gar nicht anders zu organisieren ist. Die Karten sind verfallen. Pech.

      An Ostern möchte ich meine Verwandten besuchen, die 800 km weit weg wohnen. Das steht seit Weihnachten fest. Jetzt kam er um die Ecke: er hat da einen Job und kann nicht mit. Ich fahre aber trotzdem, dann eben ohne ihn.

      Seine Tante feiert runden Geburtstag. Sie erholt sich gerade von einer schweren Krankheit und es ist ihr Wunsch, mit allen nochmal Geburtstag zu feiern. Aber wer wird nicht dabei sein: er!

      Im April ist Konfirmation meines Neffen. Der Termin steht ja ewig fest. Aber wer kann da nicht: mein Mann!

      Mich nervt es immer mehr, dass ich Termine und Verabredungen über Board werfen muss oder eben immer ohne ihn stattfinden. Klar, er ist arbeiten und wenn er zwei Wochen für Frankreich, Spanien, Japan, was weiß ich wo noch gebucht ist, kann er nicht zwischendurch nach Hause fahren. Aber im Grunde genommen ist er nur kurz zum Wäsche waschen zu Hause. Oder wie ein Gast, der hier ein paar Tage übernachtet.

      Vor Kurzem hat er bei einer Diskussion vor den Kindern geäußert, dass ich mich ja trennen könnte, wenn es mir nicht passt. Und dann noch, dass er mein Gemecker darüber satt hat und wörtlich "keinen Bock mehr auf mich" hat.

      Nun ist er gestern abgereist. Er kommt in ca. zwei Wochen wieder. Als er ging meinte er noch, dass er jetzt geht und am Besten gar nicht mehr wiederkommt.

      Meine Kinder sind durch seine Äußerungen verunsichert und fragen mich, ob wir uns wirklich trennen. Ich weiß darauf keine Antwort. Manchmal denke ich, was seine Abwesenheit betrifft, wäre zur jetzigen Situation kein Unterschied.

      Bisher habe ich mich immer nach seinen Terminen gerichtet. Es ist nunmal sein Job, er muss reisen und wenn er absagt weiß man nicht, ob er ein zweites Mal angefragt wird. Trotzdem kotzt es mich an, dass wir uns immer unterordnen müssen.

      Vielleicht ist es in einigen Jahren anders. Dann sind die Kinder ein wenig älter und man kann sie abends und am WE mit ruhigerem Gewissen alleine lassen...

      Ich bin einfach nur traurig und enttäuscht...

      Wer bis hierhin durchgehalten hat:

      Danke fürs Lesen #blume

      • Hallo, Du sagst ja selbst, dass es sein Job ist und er daran nichts ändern kann. Ich gehe davon aus, dass Ihr aufgrund dieses Jobs auch gut leben könnt, sprich, wenn Du es nicht schaffst, Deine Kinder mal an einem Abend alleine zu lassen, ohne konstant an sie denken zu müssen (und ja, ich denke, in dem Alter kann man sie gut für ein paar Stunden alleine lassen) könntest Du einen Babysitter engagieren. Das zu dem Thema.
        Dass Du mit Eurer Lebenssituation nicht mehr zurecht kommst, ist natürlich schade, aber es liegt allein in Deiner Hand es zu ändern. Dein Mann hat diesen Job und Du weißt, dass kurzfristige Termine anstehen können, ob Dich das nun ankotzt oder nicht, es ist sein Job!!! Und das sicher nicht erst seit gestern. Mit Sicherheit wird Dein Mann seinen Job nicht aufgeben, d.h., hier wird sich nichts ändern. Wenn Du damit nicht klar kommst und der Leidensdruck zu hoch ist, musst Du Deine Konsequenzen ziehen, vom Jammern alleine wird sich nichts ändern. Also entweder nimmst Du die Situation so hin und machst das beste draus oder Du trennst Dich und musst Dich nicht mehr ärgern.
        LG Dani

        Ich verstehe nicht, dass man, wenn man einen Mann hat mit so einem Job, nicht schon längst einen zuverlässigen Babysitter gesucht hat. Ich habe meine Kinder in dem Alter abends auch noch nicht stundenlang alleine gelassen. Wenn ich mit meinem Mann aufgrund unseres Nebengewerbes unterwegs sein musste, kam die Tochter einer Nachbarin und setzte sich in die Wohnung - fertig.
        Dass Dein Mann frustriert ist, wenn er wegen seines Jobs - der DIR ja auch offenbar die Lebensgrundlage gibt - dauernd angemault wird.
        Ich denke, bei der Heirat wird er den Job schon gehabt haben?!
        Gibt nur zwei Möglichkeiten - entweder Babysitter suchen und auch die eigenen Interessen wahrnehmen - oder Du trennst Dich wirklich. Ob es Dir dann besser geht, weiß ich nicht. Ihn jahrelang anmaulen, bis die Kinder keinen Babysitter mehr brauchen, ist sicherlich nicht ehefördernd.
        LG Moni

        • (4) 05.03.18 - 11:21

          Was ich aus deinem Beitrag herauslese: auch du hast deine Kinder nicht alleine gelassen, um dich zu vergnügen. Was anderes ist es, wenn es aus beruflichen Gründen sein MUSS.

          Wie ich schon schrieb, meine Kinder sind oft alleine, weil es eben nicht anders geht.
          Ich habe einen Job, der Schichtdienst und Wochenenden beinhalten. Wenn ich Nachtdienst habe oder ich sehr spät heimkomme, ist ein Babysitter da.
          Meine Kinder sind zuverlässig, sie können tagsüber alleine bleiben. Trotzdem will ich sie nicht noch mehr alleine lassen, als es eh schon der Fall ist. Ich habe ein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber, wenn ich noch öfter nicht da bin.

          Dass mein Mann frustriert ist, ist für dich verständlich, aber dass unser Familienleben praktisch ohne ihn stattfindet und ich frustriert bin, ist nicht verständlich?

          Ich werde an unserer beruflichen Situation nichts ändern können. Egal, ob getrennt oder nicht.

          • Doch, ich habe meine Kinder auch mal allein gelassen, wenn ich ein Jahrgangstreffen oder Stammtisch o.ä. hatte. Da ich selber auch voll berufstätig war, brauchte ich ab und zu auch mal einen netten Abend. Ein schlechtes Gewissen deswegen ist doch wirklich unnötig - sie schlafen ja. Mein Mann hatte seine Arbeit und sein Nebengewerbe schon bei unserem Kennenlernen - ich wusste, worauf ich mich einlasse und dass ich den ganzen Sommer über und auch ab und zu im Winterhalbjahr mit meinem Mann überhaupt nicht rechnen konnte. Elterntermine in der Schule, Veranstaltungen, unzählige meiner Geburtstage - keine Sorge, ich machte/erlebte sehr vieles alleine. Dass er sein Nebengewerbe aufgegeben hätte, wäre nie eine Option gewesen. Zum einen war es auch sein Hobby und mit sein Lebensinhalt - zum anderen - wie gesagt, das war schon vor mir da - ich wusste das. Ich bin ganz bestimmt niemand, der nicht seine Interessen vertritt, aber wenn ich damit hätte nicht leben können, hätte ich ihn nicht heiraten dürfen. Ich kann niemanden heiraten mit der Option, dass ich ihn schon hinbiegen werde, wie ich es will - klappt selten.
            LG

            • PS: Wenn eine Kommunion oder ähnliches auf ein Wochenende gefallen wäre, für das er vertraglich verpflichtet war - er wäre ganz sicher nicht dabei gewesen. Von der Beerdigung seines Bruders mussten wir beide sofort nach dem Requiem weg - weil wir an dem Wochenende ebenfalls Einsatz hatten - Vertretung gab es nicht. Seine Familie zog auch die Nase hoch, half aber nichts - die Konventionalstrafe hätten sie uns auch nicht bezahlt.
              Es gibt Jobs, da ist das eben so, dass die Familie nicht an erster Stelle steht.

              • >>>Von der Beerdigung seines Bruders mussten wir beide sofort nach dem Requiem weg -<<<

                Eine Beerdigung kann man nicht mit einem seit Monaten feststehenden Familienfest vergleichen.

                Mir drängt sich der Eindruck auf, dass es für den Mann der TE auch bequem ist, immer eine Ausrede zu haben, um lästigen Familienverpflichtungen zu entgehen.

                • Kann sein....durchaus.
                  Allerdings hätte mein Mann garantiert auch einen Auftrag angenommen, bei dem er an einem Wochenende 1000 bis 2000 DM verdienen hätte können, egal, welches Familienfest angestanden wäre. Zum einen weil wir das Geld brauchten, zum anderen, weil dieser Job einfach auch seine Leidenschaft war. Im übrigen sind Musiker meistens der genau gleiche Schlag, habe von der Sorte Unzählige kennengelernt. Deren Frauen haben auch oft genug geknurrt, aber die meisten lernten ihren Mann ja auch bereits mit diesem Job kennen, also.....hinterher schimpfen bringt nichts. Da muss man sich eben auch ein eigenes Leben einrichten.

                  • Hallo

                    In Teilen gebe ich dir Recht, aber deine Sicht: Einmal so, immer so, finde ich auf gewisse Weise beschränkt, da du ja praktisch voraussetzt, das man sich, oder seine Ansichten NIE verändern darf...

                    Entschuldige bitte, aber das finde ich ganz schrecklich. Die haben sich auch OHNE Kinder kennengelernt. Es soll vorkommen, das sich mit Familiengründung Ansichten verändern (Gott sei Dank!) Oder aber einfach durchs Alter.

                    Dieser Mann ist IMMER weg. Sorry, aber da könnte man den Herren ebenso gut Fragen, wozu er Frau und Kinder hat?!

                    LG

      Zuerst zu Deiner Frage: "Würdet ihr von ca. 18:00-22:00 Uhr ausgehen und eure Kinder alleine zu Hause lassen? "
      Ja würde ich. In dem Alter Deiner Kinder sehe ich da kein Problem, sofern sie einigermaßen selbstständig und verläßlich sind und Du notfalls übers Handy erreichbar und nicht allzu weit entfernt bist.
      Aber wenn Du Dich damit unsicher fühlst, wieso engagierst Du dann keinen Babysitter? #kratz

      "Meine Kinder sind durch seine Äußerungen verunsichert und fragen mich, ob wir uns wirklich trennen."
      Ich finde es sehr schlecht, solche Äußerungen/Streits in Gegenward der Kinder zu führen. Dass Kinder auch mal Auseinandersetzungen der Eltern mitbekommen, ist normal. Aber solche Äußerungen, wie Dein Mann sie getätigt hat, macht man doch nicht vor den Kindern! das geht gar nicht! Wieso kann man sich nicht so lange zusammen reißen, bis die Kinder in einem anderen Zimmer sind und die Sachen dann unter 4 Augen besprechen?

      Deinen Frust kann ich verstehen. Es gibt wohl wenige, die diese Lebensumstände freudestrahlend akzeptieren würden. Aber das ganze ist doch bestimmt keine neue Situation. Wahrscheinlich lebt ihr 4 doch schon seit vielen Jahren so. Warum stört es Dich gerade jetzt auf einmal?
      Mir scheint, bei euch zweien liegt noch viel mehr im argen, als "nur" die Absage von verschiedenen Verabredungen. Irgendwie scheint ihr den Draht zueinander verloren zu haben bzw. habt euch beide ein Stück weit auseinandergelebt.
      Wenn euch beiden noch irgendetwas an eurer Ehe/Partnerschaft liegt, dann solltet ihr schnellstmöglich daran arbeiten, um euch wieder näher zu kommen und euch gegenseitig mehr Respekt entgegen bringen - notfalls mit Hilfe einer Paartherapie.

      • (11) 05.03.18 - 11:43

        Hallo,

        die, die ich ich gefragt hatte, konnten an dem Tag nicht und ich wollte meine Kinder nicht schon wieder alleine lassen. Manchmal ist es nicht vermeidbar, dann ist es eben so. Aber wenn es rein ums Vergnügen geht? Ich hatte ein schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber. Deshalb habe ich ganz abgesagt.

        Was mich gerade jetzt stört ist, dass die Termine direkt hintereinander fallen und er sie praktisch alle verpasst:

        - Karten für die Veranstaltung geschenkt. er kann nicht, muss weg
        - Unser Sohn hat Geburtstag, er ist nicht da.
        - Seine Tante hat Geburtstag, er ist nicht da
        - Ostern bei meiner Familie, er ist nicht da
        - Konfirmation meines Neffen, er ist nicht da

        Wir sind seit 16 Jahren zusammen und es ist immer wieder der Fall, dass er zu bestimmten Terminen nicht da ist. Mit der Zeit bin ich zunehmend genervter von seiner Abwesenheit.

        • "Mit der Zeit bin ich zunehmend genervter von seiner Abwesenheit."
          Ja, aber das ist doch der Punkt, an dem Du ansetzen solltest. Jahrelang hast >Du es hingenommen, JETZT stört es Dich.
          Warum?
          Habt ihr euch durch seine viele Abwesenheit voneinander entfermdet?
          Wenn ja: wollt ihr daran etwas ändern?
          Liebt ihr euch noch? Oder seid ihr nur eine Bedarfsgemeinschaft?

    Mit einer Trennung wirst Du nichts gewinnen. Du wirst mit den Kindern alleine da stehen, Termine allein wahrnehmen usw. genau, wie Du es jetzt auch tust.

    Dein Mann kann ja nichts dafür, er muss ja innerhalb seines Jobs, diese Reisen machen und das sicher nicht seit gestern.

    Für die Kinder wäre es sicher schöner, wenn sie nicht die Trennung der Eltern durchleben müssten und ich spreche da aus Erfahrung.

    Wie ist es denn wenn Dein Mann da ist?

    • Er kann natürlich schon etwas dafür. Er wird ja schliesslich auch nicht lange feststehende Termine mit seinen Kunden absagen, weil er Termine mit einem anderen Kunden hat, also müsste er prinzipiell auch nicht familiäre Verpflichtungen absagen, sondern könnte Kundentermine darum herum organisieren.

      (15) 05.03.18 - 12:11

      Hallo,

      nein, eine Trennung würde an MEINER Situation rein gar nichts ändern. Wir könnten nicht einmal einen regelmäßigen Umgang vereinbaren, weil er eben nicht regelmäßig vor Ort ist.

      Die Trennungsäußerung kommt von ihm. Er hat mein Gemecker satt. Für ihn ist es ja normal, dass ich alle Termine um ihn herum organisiere und ihn nie mit irgendwas behellige.

      Meine Kinder haben Freikarten für das Sealife gewonnen. Ich habe vorgeschlagen, diese an einem Tag einzulösen, wenn Papa auch da ist. Wir hatten diesen Tag fest vereinbart, aber dann hat es doch nicht geklappt, Papa konnte doch nicht.

      Wenn wir erzählen, dass wir ins Kino/ Schwimmbad/ Zoo/ wohin auch immer wollen sagt er: "Wie, ohne mich?" Dann verschieben wir es, damit er dabei sein kann und letztendlich klappt es dann doch nicht, weil ihm dies oder jenes dazwischen kommt.

      Wenn er da ist, muss er Rechnungen schreiben, Buchhaltung machen und den neuen Job vorbereiten. Zum Spielen mit den Kindern oder ähnliches hat er keine Zeit. Wir als Paar unternehmen selten etwas miteinander und wenn dann nur auf meine Initiative. Er ist dafür zu müde...

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