Immer seine Termine...

    • (1) 05.03.18 - 09:40
      termine.termine

      Hallo,

      bei uns hängt der Haussegen schief. Mein Mann und ich sind sauer aufeinander. Er versteht nicht, warum ich kein Verständnis für ihn habe und ich kann nicht glauben, dass es für ihn so abwegig ist, dass ich enttäuscht bin.

      Mein Mann arbeitet selbständig, was auch viele Reisen mit sich bringt. Das heißt für mich, dass ich Beruf, Familie und unsere Freizeit größtenteils ohne ihn unter einen Hut bringe bzw. plane.

      Ich habe mich im Mitte Januar für Ende Februar (!) mit einer Freundin verabredet. Wir wollten Essen und danach ins Kino gehen. Leider habe ich dieses Treffen einige Tage zuvor absagen müssen, weil mein Mann kurzfristig wieder auf Reisen war und ich die Kinder (11 und 9 Jahre alt) abends nicht alleine lassen wollte.

      Mein Mann meinte, ich könnte doch trotzdem ausgehen, die Kinder seien doch alt und selbständig genug, um sich abends alleine versorgen zu können.
      Für mich aber ein Problem: Ich könnte den Abend gar nicht genießen, sondern wäre in Gedanken bei den Kindern.
      Würdet ihr von ca. 18:00-22:00 Uhr ausgehen und eure Kinder alleine zu Hause lassen?
      Ich muss dazu sagen, dass meine Kinder sich ganz oft alleine für die Schule fertig machen müssen, da ich schon aus dem Haus bin, wenn sie aufstehen. Auch am WE sind sie tagsüber auf sich allein gestellt, weil ich arbeiten muss und mein Mann nicht da ist.

      Zum Geburtstag habe ich meinem Mann Karten für eine Veranstaltung geschenkt, die ihn interessiert. Das Datum stand drei Monate im Voraus fest. Eine Woche vor dem Termin erzählt er mir, dass er an genau diesem Tag zu seinem nächsten Job reisen muss und das auch gar nicht anders zu organisieren ist. Die Karten sind verfallen. Pech.

      An Ostern möchte ich meine Verwandten besuchen, die 800 km weit weg wohnen. Das steht seit Weihnachten fest. Jetzt kam er um die Ecke: er hat da einen Job und kann nicht mit. Ich fahre aber trotzdem, dann eben ohne ihn.

      Seine Tante feiert runden Geburtstag. Sie erholt sich gerade von einer schweren Krankheit und es ist ihr Wunsch, mit allen nochmal Geburtstag zu feiern. Aber wer wird nicht dabei sein: er!

      Im April ist Konfirmation meines Neffen. Der Termin steht ja ewig fest. Aber wer kann da nicht: mein Mann!

      Mich nervt es immer mehr, dass ich Termine und Verabredungen über Board werfen muss oder eben immer ohne ihn stattfinden. Klar, er ist arbeiten und wenn er zwei Wochen für Frankreich, Spanien, Japan, was weiß ich wo noch gebucht ist, kann er nicht zwischendurch nach Hause fahren. Aber im Grunde genommen ist er nur kurz zum Wäsche waschen zu Hause. Oder wie ein Gast, der hier ein paar Tage übernachtet.

      Vor Kurzem hat er bei einer Diskussion vor den Kindern geäußert, dass ich mich ja trennen könnte, wenn es mir nicht passt. Und dann noch, dass er mein Gemecker darüber satt hat und wörtlich "keinen Bock mehr auf mich" hat.

      Nun ist er gestern abgereist. Er kommt in ca. zwei Wochen wieder. Als er ging meinte er noch, dass er jetzt geht und am Besten gar nicht mehr wiederkommt.

      Meine Kinder sind durch seine Äußerungen verunsichert und fragen mich, ob wir uns wirklich trennen. Ich weiß darauf keine Antwort. Manchmal denke ich, was seine Abwesenheit betrifft, wäre zur jetzigen Situation kein Unterschied.

      Bisher habe ich mich immer nach seinen Terminen gerichtet. Es ist nunmal sein Job, er muss reisen und wenn er absagt weiß man nicht, ob er ein zweites Mal angefragt wird. Trotzdem kotzt es mich an, dass wir uns immer unterordnen müssen.

      Vielleicht ist es in einigen Jahren anders. Dann sind die Kinder ein wenig älter und man kann sie abends und am WE mit ruhigerem Gewissen alleine lassen...

      Ich bin einfach nur traurig und enttäuscht...

      Wer bis hierhin durchgehalten hat:

      Danke fürs Lesen #blume

      • Hallo, Du sagst ja selbst, dass es sein Job ist und er daran nichts ändern kann. Ich gehe davon aus, dass Ihr aufgrund dieses Jobs auch gut leben könnt, sprich, wenn Du es nicht schaffst, Deine Kinder mal an einem Abend alleine zu lassen, ohne konstant an sie denken zu müssen (und ja, ich denke, in dem Alter kann man sie gut für ein paar Stunden alleine lassen) könntest Du einen Babysitter engagieren. Das zu dem Thema.
        Dass Du mit Eurer Lebenssituation nicht mehr zurecht kommst, ist natürlich schade, aber es liegt allein in Deiner Hand es zu ändern. Dein Mann hat diesen Job und Du weißt, dass kurzfristige Termine anstehen können, ob Dich das nun ankotzt oder nicht, es ist sein Job!!! Und das sicher nicht erst seit gestern. Mit Sicherheit wird Dein Mann seinen Job nicht aufgeben, d.h., hier wird sich nichts ändern. Wenn Du damit nicht klar kommst und der Leidensdruck zu hoch ist, musst Du Deine Konsequenzen ziehen, vom Jammern alleine wird sich nichts ändern. Also entweder nimmst Du die Situation so hin und machst das beste draus oder Du trennst Dich und musst Dich nicht mehr ärgern.
        LG Dani

        Ich verstehe nicht, dass man, wenn man einen Mann hat mit so einem Job, nicht schon längst einen zuverlässigen Babysitter gesucht hat. Ich habe meine Kinder in dem Alter abends auch noch nicht stundenlang alleine gelassen. Wenn ich mit meinem Mann aufgrund unseres Nebengewerbes unterwegs sein musste, kam die Tochter einer Nachbarin und setzte sich in die Wohnung - fertig.
        Dass Dein Mann frustriert ist, wenn er wegen seines Jobs - der DIR ja auch offenbar die Lebensgrundlage gibt - dauernd angemault wird.
        Ich denke, bei der Heirat wird er den Job schon gehabt haben?!
        Gibt nur zwei Möglichkeiten - entweder Babysitter suchen und auch die eigenen Interessen wahrnehmen - oder Du trennst Dich wirklich. Ob es Dir dann besser geht, weiß ich nicht. Ihn jahrelang anmaulen, bis die Kinder keinen Babysitter mehr brauchen, ist sicherlich nicht ehefördernd.
        LG Moni

        • (4) 05.03.18 - 11:21

          Was ich aus deinem Beitrag herauslese: auch du hast deine Kinder nicht alleine gelassen, um dich zu vergnügen. Was anderes ist es, wenn es aus beruflichen Gründen sein MUSS.

          Wie ich schon schrieb, meine Kinder sind oft alleine, weil es eben nicht anders geht.
          Ich habe einen Job, der Schichtdienst und Wochenenden beinhalten. Wenn ich Nachtdienst habe oder ich sehr spät heimkomme, ist ein Babysitter da.
          Meine Kinder sind zuverlässig, sie können tagsüber alleine bleiben. Trotzdem will ich sie nicht noch mehr alleine lassen, als es eh schon der Fall ist. Ich habe ein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber, wenn ich noch öfter nicht da bin.

          Dass mein Mann frustriert ist, ist für dich verständlich, aber dass unser Familienleben praktisch ohne ihn stattfindet und ich frustriert bin, ist nicht verständlich?

          Ich werde an unserer beruflichen Situation nichts ändern können. Egal, ob getrennt oder nicht.

          • Doch, ich habe meine Kinder auch mal allein gelassen, wenn ich ein Jahrgangstreffen oder Stammtisch o.ä. hatte. Da ich selber auch voll berufstätig war, brauchte ich ab und zu auch mal einen netten Abend. Ein schlechtes Gewissen deswegen ist doch wirklich unnötig - sie schlafen ja. Mein Mann hatte seine Arbeit und sein Nebengewerbe schon bei unserem Kennenlernen - ich wusste, worauf ich mich einlasse und dass ich den ganzen Sommer über und auch ab und zu im Winterhalbjahr mit meinem Mann überhaupt nicht rechnen konnte. Elterntermine in der Schule, Veranstaltungen, unzählige meiner Geburtstage - keine Sorge, ich machte/erlebte sehr vieles alleine. Dass er sein Nebengewerbe aufgegeben hätte, wäre nie eine Option gewesen. Zum einen war es auch sein Hobby und mit sein Lebensinhalt - zum anderen - wie gesagt, das war schon vor mir da - ich wusste das. Ich bin ganz bestimmt niemand, der nicht seine Interessen vertritt, aber wenn ich damit hätte nicht leben können, hätte ich ihn nicht heiraten dürfen. Ich kann niemanden heiraten mit der Option, dass ich ihn schon hinbiegen werde, wie ich es will - klappt selten.
            LG

            • PS: Wenn eine Kommunion oder ähnliches auf ein Wochenende gefallen wäre, für das er vertraglich verpflichtet war - er wäre ganz sicher nicht dabei gewesen. Von der Beerdigung seines Bruders mussten wir beide sofort nach dem Requiem weg - weil wir an dem Wochenende ebenfalls Einsatz hatten - Vertretung gab es nicht. Seine Familie zog auch die Nase hoch, half aber nichts - die Konventionalstrafe hätten sie uns auch nicht bezahlt.
              Es gibt Jobs, da ist das eben so, dass die Familie nicht an erster Stelle steht.

              • >>>Von der Beerdigung seines Bruders mussten wir beide sofort nach dem Requiem weg -<<<

                Eine Beerdigung kann man nicht mit einem seit Monaten feststehenden Familienfest vergleichen.

                Mir drängt sich der Eindruck auf, dass es für den Mann der TE auch bequem ist, immer eine Ausrede zu haben, um lästigen Familienverpflichtungen zu entgehen.

                • Kann sein....durchaus.
                  Allerdings hätte mein Mann garantiert auch einen Auftrag angenommen, bei dem er an einem Wochenende 1000 bis 2000 DM verdienen hätte können, egal, welches Familienfest angestanden wäre. Zum einen weil wir das Geld brauchten, zum anderen, weil dieser Job einfach auch seine Leidenschaft war. Im übrigen sind Musiker meistens der genau gleiche Schlag, habe von der Sorte Unzählige kennengelernt. Deren Frauen haben auch oft genug geknurrt, aber die meisten lernten ihren Mann ja auch bereits mit diesem Job kennen, also.....hinterher schimpfen bringt nichts. Da muss man sich eben auch ein eigenes Leben einrichten.

                  • Hallo

                    In Teilen gebe ich dir Recht, aber deine Sicht: Einmal so, immer so, finde ich auf gewisse Weise beschränkt, da du ja praktisch voraussetzt, das man sich, oder seine Ansichten NIE verändern darf...

                    Entschuldige bitte, aber das finde ich ganz schrecklich. Die haben sich auch OHNE Kinder kennengelernt. Es soll vorkommen, das sich mit Familiengründung Ansichten verändern (Gott sei Dank!) Oder aber einfach durchs Alter.

                    Dieser Mann ist IMMER weg. Sorry, aber da könnte man den Herren ebenso gut Fragen, wozu er Frau und Kinder hat?!

                    LG

      Zuerst zu Deiner Frage: "Würdet ihr von ca. 18:00-22:00 Uhr ausgehen und eure Kinder alleine zu Hause lassen? "
      Ja würde ich. In dem Alter Deiner Kinder sehe ich da kein Problem, sofern sie einigermaßen selbstständig und verläßlich sind und Du notfalls übers Handy erreichbar und nicht allzu weit entfernt bist.
      Aber wenn Du Dich damit unsicher fühlst, wieso engagierst Du dann keinen Babysitter? #kratz

      "Meine Kinder sind durch seine Äußerungen verunsichert und fragen mich, ob wir uns wirklich trennen."
      Ich finde es sehr schlecht, solche Äußerungen/Streits in Gegenward der Kinder zu führen. Dass Kinder auch mal Auseinandersetzungen der Eltern mitbekommen, ist normal. Aber solche Äußerungen, wie Dein Mann sie getätigt hat, macht man doch nicht vor den Kindern! das geht gar nicht! Wieso kann man sich nicht so lange zusammen reißen, bis die Kinder in einem anderen Zimmer sind und die Sachen dann unter 4 Augen besprechen?

      Deinen Frust kann ich verstehen. Es gibt wohl wenige, die diese Lebensumstände freudestrahlend akzeptieren würden. Aber das ganze ist doch bestimmt keine neue Situation. Wahrscheinlich lebt ihr 4 doch schon seit vielen Jahren so. Warum stört es Dich gerade jetzt auf einmal?
      Mir scheint, bei euch zweien liegt noch viel mehr im argen, als "nur" die Absage von verschiedenen Verabredungen. Irgendwie scheint ihr den Draht zueinander verloren zu haben bzw. habt euch beide ein Stück weit auseinandergelebt.
      Wenn euch beiden noch irgendetwas an eurer Ehe/Partnerschaft liegt, dann solltet ihr schnellstmöglich daran arbeiten, um euch wieder näher zu kommen und euch gegenseitig mehr Respekt entgegen bringen - notfalls mit Hilfe einer Paartherapie.

      • (11) 05.03.18 - 11:43

        Hallo,

        die, die ich ich gefragt hatte, konnten an dem Tag nicht und ich wollte meine Kinder nicht schon wieder alleine lassen. Manchmal ist es nicht vermeidbar, dann ist es eben so. Aber wenn es rein ums Vergnügen geht? Ich hatte ein schlechtes Gewissen meinen Kindern gegenüber. Deshalb habe ich ganz abgesagt.

        Was mich gerade jetzt stört ist, dass die Termine direkt hintereinander fallen und er sie praktisch alle verpasst:

        - Karten für die Veranstaltung geschenkt. er kann nicht, muss weg
        - Unser Sohn hat Geburtstag, er ist nicht da.
        - Seine Tante hat Geburtstag, er ist nicht da
        - Ostern bei meiner Familie, er ist nicht da
        - Konfirmation meines Neffen, er ist nicht da

        Wir sind seit 16 Jahren zusammen und es ist immer wieder der Fall, dass er zu bestimmten Terminen nicht da ist. Mit der Zeit bin ich zunehmend genervter von seiner Abwesenheit.

        • "Mit der Zeit bin ich zunehmend genervter von seiner Abwesenheit."
          Ja, aber das ist doch der Punkt, an dem Du ansetzen solltest. Jahrelang hast >Du es hingenommen, JETZT stört es Dich.
          Warum?
          Habt ihr euch durch seine viele Abwesenheit voneinander entfermdet?
          Wenn ja: wollt ihr daran etwas ändern?
          Liebt ihr euch noch? Oder seid ihr nur eine Bedarfsgemeinschaft?

    Mit einer Trennung wirst Du nichts gewinnen. Du wirst mit den Kindern alleine da stehen, Termine allein wahrnehmen usw. genau, wie Du es jetzt auch tust.

    Dein Mann kann ja nichts dafür, er muss ja innerhalb seines Jobs, diese Reisen machen und das sicher nicht seit gestern.

    Für die Kinder wäre es sicher schöner, wenn sie nicht die Trennung der Eltern durchleben müssten und ich spreche da aus Erfahrung.

    Wie ist es denn wenn Dein Mann da ist?

    • Er kann natürlich schon etwas dafür. Er wird ja schliesslich auch nicht lange feststehende Termine mit seinen Kunden absagen, weil er Termine mit einem anderen Kunden hat, also müsste er prinzipiell auch nicht familiäre Verpflichtungen absagen, sondern könnte Kundentermine darum herum organisieren.

      (15) 05.03.18 - 12:11

      Hallo,

      nein, eine Trennung würde an MEINER Situation rein gar nichts ändern. Wir könnten nicht einmal einen regelmäßigen Umgang vereinbaren, weil er eben nicht regelmäßig vor Ort ist.

      Die Trennungsäußerung kommt von ihm. Er hat mein Gemecker satt. Für ihn ist es ja normal, dass ich alle Termine um ihn herum organisiere und ihn nie mit irgendwas behellige.

      Meine Kinder haben Freikarten für das Sealife gewonnen. Ich habe vorgeschlagen, diese an einem Tag einzulösen, wenn Papa auch da ist. Wir hatten diesen Tag fest vereinbart, aber dann hat es doch nicht geklappt, Papa konnte doch nicht.

      Wenn wir erzählen, dass wir ins Kino/ Schwimmbad/ Zoo/ wohin auch immer wollen sagt er: "Wie, ohne mich?" Dann verschieben wir es, damit er dabei sein kann und letztendlich klappt es dann doch nicht, weil ihm dies oder jenes dazwischen kommt.

      Wenn er da ist, muss er Rechnungen schreiben, Buchhaltung machen und den neuen Job vorbereiten. Zum Spielen mit den Kindern oder ähnliches hat er keine Zeit. Wir als Paar unternehmen selten etwas miteinander und wenn dann nur auf meine Initiative. Er ist dafür zu müde...

      • Ich würde versuchen, möglichst viel spontan zu machen.
        Karten fürs Sealife kann man ja wahrscheinlich innerhalb eines Jahres oder so einlösen.
        Wenn Dein Mann zu Hause ist, DANN fahrt Ihr da zusammen hin.
        Anders ist es natürlich bei Geburtstagen usw. Da musst Du dann entscheiden, ob Ihr ohne Papa hinfahrt oder gar nicht.

Du kannst daran gar nichts ändern, außer Ihn dabei zu unterstützen.
Was glaubst Du, wie zerrissen er manchmal innerlich sein wird, wenn er irgendwo in Spanien oder Japan im Hotel sitzt am WE und nicht nach Hause kommt, weil es für 24h zu Hause zu teuer ist.

Selbst wenn Du arbeiten gehen würdest und Kohle ins Haus bringen würdest, es würde sich recht sicher nix ändern, weil er seinen Job nur zu 100% oder 120% machen kann. Eine 80% Lösung gibt es da nicht.

  • (18) 05.03.18 - 11:50
    termine.termine

    Ähm... wie meinst du "wenn du arbeiten gehen würdest"?

    Ich bin berufstätig.

    • Sorry wenn es oben drin stand, ich habe die Tapete nur überflogen.

      Er wird an seinem Job nix ändern können meine ich.
      Den gibt es nur ganz oder gar nicht.

      • (20) 05.03.18 - 13:39

        Sie hat es nicht nur 1x geschrieben und wenn man Texte nicht vernünftig liest, kann man sich auch die Antwort sparen...wie soll man die denn ernst nehmen?!

        Abgesehen davon, dass diese schon sehr einach denkend ist.

Ich verstehe nicht, wie man sich dermaßen abhängig machen kann von einem Mann, der einen so zeitaufwendigen Beruf hat (und den hat er ja nicht erst seit gestern?!)

Die Kids sind 9 und 11 und du hast ernsthaft keinen Babysitter und null soziales Netzwerk, sodass du deine Freizeit Termine wahrnehmen kannst?

Du hast deinen Mann entweder in dem Wissen um seinen Job geheiratet, oder ihr habt das später gemeinsam beschlossen. Spätestens zu dieser Zeit wäre es logisch gewesen, sich darauf organisatorisch und emotional einzustellen.

Wäre an Stelle deines Mannes auch ziemlich angepisst. Er fährt ja nicht von Freudenhaus zu Freudenhaus, er ARBEITET!

LG

(22) 05.03.18 - 12:15

"Würdet ihr von ca. 18:00-22:00 Uhr ausgehen und eure Kinder alleine zu Hause lassen?"

Ja, damit hätte ich kein Problem, nachdem du einigermaßen selbstständige Kinder beschreibst. Du wärst ja per Mobilfunk erreichbar und wenn du dann zusätzlich noch die Nachbarn verständigen könntest, wäre das für mich so in Ordnung.

Einen Grund für ein schlechtes Gewissen sehe ich da trotz Schichtdienst und Wochenendarbeit nicht. Wenn ich dich richtig verstanden habe, kommt es ohnehin ausgesprochen selten vor, dass du überhaupt etwas für dich unternimmst, nachdem du diesen Abend mit einer Vorlaufzeit von flotten sechs Wochen Vorlaufzeit geplant hast.

Ich meine aber, dass es sich dabei gar nicht um dein eigentliches Problem handelt. Auch bei den übrigen Beispielen hat er doch überwiegend das Nachsehen: Karten für Veranstaltungen verfallen, sein Pech, er ist bei Familienfesten nicht dabei, auch sein Pech, da verpasst er ja was.

Den eigentlichen Knackpunkt sehe ich hier:

"Aber im Grunde genommen ist er nur kurz zum Wäsche waschen zu Hause. Oder wie ein Gast, der hier ein paar Tage übernachtet."

Das liest sich für mich nicht so, als wäre er immer mal wieder unterwegs, sondern als sei die Abwesenheit die Regel und nicht die Ausnahme. Sehe ich das richtig und ihr habt eigentlich kein richtiges Familienleben, weil er nur zwischen den Terminen mal reinschaut?

Damit hätte ich allerdings auch ein Problem, auch wenn ich nicht wirklich sehe, worin für ihn denn die Handlungsalternativen bestehen sollen. Wenn seine Tätigkeit das so zwingend mit sich bringt, kann er ja kaum was machen. Deinen Frust verstehe ich da schon, denn das ständige Glänzen durch Abwesenheit ist halt nun mal kein klassisches Familienleben. Ich meine zwar nicht, dass man brav jeden Abend aufeinandersitzen muss, aber meiner Vorstellung würde ein Familienleben auch nicht entsprechen, bei dem einer so selten wie ein entfernter Verwandter zu sehen ist.

Das scheint aber doch schon lange so zu sein oder liege ich falsch? Hat dich das schon immer gestört, sind die Abwesenheiten jetzt häufiger und/oder länger oder warum spitzt sich deine Unzufriedenhiet gerade jetzt so zu, wo die Kinder immer selbstständiger werden?

Völlig daneben sind natürlich Auseinandersetzungen vor den dadurch zwangsläufig völlig verunsicherten Kindern. Wenn schon von Trennung die Rede ist und er vor der Abreise sagt, dass er besser gleich nicht mehr nach Hause kommt, scheint auf beiden Seiten die Frustrationstoleranz langsam gegen null zu gehen.

Einen echten Rat habe ich da leider nicht, da das grundsätzliche Problem, also seine berufsbedingte Abwesenheit nicht lösbar ist. Er wird kaum bereit sein bzw. du wirst auch nicht fordern wollen, dass er sich eine andere Tätigkeit sucht, daher wirst du nur an deinem eigenen Umgang mit den vielen Abwesenheiten arbeiten können oder eben... weißt du ja selbst.

  • (23) 05.03.18 - 12:57
    termine.termine

    Hallo,

    mein schlechtes Gewissen basiert darauf, dass ich meine Kinder nicht häufiger als unbedingt notwendig alleine lassen möchten. Möglicherweise liegt das in meiner eigenen Kindheit begründet.

    Ja, natürlich hat er das Nachsehen, aber wir als Familie auch.

    Ein klassisches Familienleben haben wir nicht. Sonntags gemeinsam zu frühstücken gleicht einem Feiertag. Eine gemeinsame Mahlzeit am Tag ist eher die Ausnahme. Einer von uns ist arbeiten. Ich bin morgens um 5 Uhr schon weg, mein Mann kommt in der Regel nicht vor 20 Uhr heim.

    Das Reisen ist davon abhängig, wer ihn bucht. Mein Mann ist sowohl deutschland- als auch weltweit unterwegs. Immer unterschiedlich lang, von fünf Tagen bis drei Wochen, alles dabei. Manchmal sind evtl. zwei Tage zu Hause drin, manchmal sogar eine ganze Woche. Wenn er mal Glück hat, wird er in der Nähe gebucht und kann abends heim kommen.

    Es nervt mich immer wieder mal, dass wir unsere Pläne umschmeißen müssen, weil er nicht teilnehmen kann. Dann verschieben wir, und beim nächsten Mal klappt es wieder nicht. Und im jetzigen Fall klappen viele Termine hintereinander nicht.

    • Ich kann dich vollkommen verstehen. Für mich wäre sein Arbeitslosengeld einfach nicht vereinbaren mit Familie. Und ich frage mich auch, ob ihm überhaupt etwas an euch als Familie liegt. Es scheint so, als läge er extra jeden Termin so, dass er nichts mit euch unternehmen muss. Und genau das würde mich ankotzen. Dass er reisen muss, ok. Aber das er Termine, die lange vorher abgesprochen sind kurzfristig wegen dazwischen kommenden Terminen verschieben oder ausfallen lassen will, geht einfach nicht. War er denn schon immer so? Ich würde ihn fragen, ob er denn überhaupt Interesse an Familie hat. Eure Kinder tun mir am meisten leid, denn ihr Vater ist nie da, wenn sie etwas(gemeinsame Erlebnisse) mit ihm teilen wollen. Und genau das würde mich am meisten traurig machen. Dass ihm seine Familie unwichtiger ist als seine Arbeit.

Hallo!

Also, zur Ausgangsfrage: Nein, ich würde die Kinder nicht allein lassen von 18-22 Uhr um gemütlich weg zu gehen. Warum? Ich hatte in dem Alter eine Heidenangst allein im Haus zu sein (das mag im MFH vielleicht anders sein) und das wollte ich meinen Kids nicht zumuten. Sie schlafen ja ist Mist, da kein Kind um 18 Uhr schläft und ich gar nicht geschlafen hätte, weil ich immer irgendwelche Bohlen knarzen gehört hätte. Und ich verstehe voll, dass du sauer bist.

Ich bin absolut gegen Trennungen und würde fast immer raten, es nochmal zu versuchen. Aber das, was dein Mann betreibt, hat mit meiner Vorstellung von Familie null zu tun. Er hat sich doch eigentlich schon verabschiedet. Meine Frage ist nur, wie konnte es soweit kommen? Und diese "Ausrede" er würde ja arbeiten? Na sorry, ich arbeite auch, bringe gutes Geld heim und bin mittags zu Hause. Für mich ist Arbeit auch Vergnügen, ich liebe meinen Job und würde sehr gerne noch viel mehr Zeit dort verbringen. Aber das geht nun mal nicht, eben WEIL ich Familie habe. Ich weiß nicht, wie ihr das alles ausgemacht habt. Sowas bespricht man doch VOR der Ehe bzw. vor den Kindern.

Fazit: Ich verstehe dich, aber ich hätte mich von vornherein nicht auf sowas eingelassen.

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