Narzisstische Beziehung, wie komme ich raus an der Abhängigkeit?

    • (1) 05.03.18 - 17:35

      Liebes Urbia Team,

      Erstmal zu mir:
      Ich bin weiblich, und werde dieses Jahr 23. Ich bin Studentin, und lebe bei meinem Freund (28). Wir sind seid fast 3 Jahren zusammen, und wohnen seid 2 Jahren zusammen in einer gemeinsamen Wohnung.

      Wie soll ich am besten anfangen? Ich habe meinen Freund im Internet kennengelernt. Wir haben uns getroffen, und optisch hat er mir schonmal super gefallen. Er war auch ganz charmant, und beim erstem treffen (da hätten schon alle Alarm Glocken bei mir leuten müssen) hat er direkt geweint, als ich ihn gefragt habe, wie lange er schon Single ist. Er meinte alle Frauen hätten ihn nur verarscht, waren voll die schlampe, und sie haben nie wirklich gewusst, was sie an ihm hatten. Er tat mir natürlich erstmal leid.
      Die nächsten Monate verliefen auch ganz harmonisch ab. Er ist nach seiner Arbeit immer zu mir gekommen (ich hatte damals noch eine eigene kleine Wohnung), und wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Ich konnte von seiner Nähe nie genug bekommen. Ich war süchtig nach ihm.

      Nach seiner "Liebe". Mit der Zeit wurde alles anders. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, da meine Wahrnehmung irgendwie verzerrt ist. Ich weiß trotzdem, das ich nichts schlimmes getan habe. Er hat aber immer was gefunden, um gegen mich zu sticheln. Er hat aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Wenn ich mich gewehrt habe, weil er mich auch beleidigt hat als schlampe usw. Ich habe zu ihm gesagt: Warum beleidigst du mich jetzt als schlampe , das hat doch gar nichts mit dem Thema jetzt zu tun? Bei ihm war es so: Wenn ich versucht habe ihm was zu sagen was mich stört , oder das ich mich ungerecht behandelt fühle ( ich habe es wirklich ganz normal gesagt) ist er ausgerastet und ist mit Beleidigungen vom feinsten ausgerastet. Er hat IMMER das Thema komplett verfehlt. Er hat es nie verstanden, das ich es nicht böse gemeint habe. Er war immer gekränkt " das ich es wage, mich über ihn zu beschweren, bzw mich überhaupt aufrege, nach allem, was er für mich getan hat". Das sind dann seine Worte.

      Ich versuche mich kurz zu halten:
      Ich habe weiter ausgehalten, in der Hoffnung das alles besser wird. Es ist aber Zuckerbrot und Peitsche. Er hat es geschafft, mich von meinen Freunden zu isolieren. Er hatte immer was gegen sie, weil er gespürt hat, das sie mich ihm ausreden wollten. Er hat alle Beziehungen zerstört. Meiner Beste Freundin hat er ins Gesicht geschlagen. Er erzählt die Story aber so rum, das er als Opfer da steht. Er verdreht die Wahrheit immer so wie es ihm passt, und glaubt seiner eigenen Lüge. Da könnte ich 1000 Beispiele aufzählen, ich lass es lieber. Selbst wenn man ZEUGE war, oder dabei war, behauptet er immer noch dreist, es wäre anders gewesen, und ob ich einen weg habe. Ich habe mich mit Sicherheit verhöhrt, sowas würde er niemals sagen.

      Er war auch mal spielsüchtig, aber das hat sich wieder gelegt. Mein eigentliches Problem: Ich fühle mich in der Beziehung seid einem Jahr nicht mehr wohl. Ich fühle mich nicht geliebt. Ein gefühl der Einsamkeit macht sich breit in mir. Ich kann nicht normal mit ihm reden, ohne das er alles in den falschen Hals bekommt, zudem ist der Mann auch EXTREM kindisch. Wenn es über ernste Dinge geht, die mir wichtig sind, lenkt er voll vom thema ab, und macht auf einmal Baby Geräusche. Kennt das jemand ??Trotzdem will ich nicht das vertraute Nest verlassen. Ich weiß total dumm, aber ich bin ehrlich. Ich habe so Angst alleine da zustehen. Zu meinem Eltern kann ich nicht zurück, und sonst habe ich keine Familie mehr. Meine damaligen Freunde sind auch alle weg gezogen. Die aus der Uni sind alle älter als ich. Um die 34-38. Ich studiere auf einer Privat Uni, der Kontakt zu den Frauen dort ist eher oberflächlich. Will auch niemanden mit meinen Problemen belasten, die haben alle Kinder und Familie zuhause.

      Ich weiß nicht was ich machen soll. Auf der anderen Seite will ich raus, und auf der anderen Tagen denke ich mir, ach das wird schon, du hast doch auch schöne Momente mit ihm, immerhin bist du nicht alleine. Klar gibt er mir das Gefühl alleine zu sein, aber trotzdem wenn es hart auf hart kommt kann ich auf ihn zählen. Das ist leider war. Auch wenn man mit ihm keine tief gründigen Gespräche führen kann.

      Ich weiß auch gar nicht, wie ich das mit ausziehen usw überhaupt meistern könnte. Ich habe wie gesagt niemanden , mit dem ich über sowas reden könnte ( die Wahrscheinlichkeit ist zu gross, das er es erfährt ) und ich würde es auch gar nicht schaffen finanziell. Bafög bekomme ich nicht, da die Uni privat ist. Ich habe einen 400 Euro Job zu meiner Schule. Ich bekomme noch mein KG, ab und an verdiene ich auch noch was dazu, aus meiner Freiberuflichen Tätigkeit. Ich habe maximal 800 Euro Lohn im Monat. Ich bekomme keine Wohnung, da ich fett in der Schufa stehe. Mein kleiner Mops müsste ja auch dann zu mir mit in die neue Wohnung. Das wird bestimmt dann auch noch ein Problem. Niemals würde ich ihn abgeben. Das ist mein Kind, er war immer für mich da als es mir schlecht ging. Die Kaution könnte ich auch nicht bezahlen mit meinen 800 Euro zum Leben. Selbst wenn ich irgendwann eine Wohnung finden würde , wie bekomme ich meine Sachen in die Wohnung ? Ich habe doch niemanden :( Man, so viele Baustellen. Ich weiß nicht weiter. Ich bin so unselbstständig wie ein kleines Kind. Ich habe einfach Angst. Angst vor der Einsamkeit die kommt. Vom komplett alleine sein. Angst vor Neuanfänge. Angst zu verhungern. Angst es doch vielleicht irgendwann zu bereuen usw............

      Hat jemand Erfahrung mit solchen Menschen, und möchte mir davon berichten? Habt ihr einen Rat für mich? Ich weiß: Trennung. Das ist aber alles nicht so einfach, wie ich unten bereits schon erwähnt habe. Fühle mich Einsam, Hilflos, habe das Gefühl nie wieder glücklich werden zu können, und fühle mich einfach zu dumm für dieses Leben. Noch nichtmal ausziehen würde ich auf die Reihe bekomme . :(

      DANKE :(*

      • Wie und wo hast Du denn gewohnt, bevor Du bei ihm eingezogen bist.

        Du bist jung, keine Kinder, keine Ehe, gar nichts ... Koffer packen, Schlüssel an den Haken hängen und #winke#winke machen. Kann eigentlich nicht so kompliziert sein.

        Wenn deine bleibe weg ist, wäre Punkt 1 also, Studentenzimmer, Platz im Studiwohnheim oder Mietwohnung suchen. Als Notlösung funktioniert es vielleicht auch bei den Eltern für ein halbes Jahr, wenn das halbwegs in der Nähe des Studienortes liegt.

        Oder Du ziehst zu einer Studifreundin....

        • Danke für deine Antwort. :)

          Wohnung damals:
          Ich habe damals noch nicht studiert, habe aber nach etwas gesucht. Ich habe aufstockende Leistungen bekommen, um mir mein Leben (Wohnung) zu sichern. Ich habe immer irgendwie gearbeitet. Zu der Wohnung hat mir damals eine Mitarbeiterin von der Caritas geholfen.

          Studentenheime: Man muss eingeschriebener Student sein. Mein Studium ist nicht staat annerkannt. Was ist mit meinem Hund? Ich kann ihn unmöglich hier lassen. Dann sehe ich ihn nie wieder.

          Mietwohnung suchen? Ja, da müsste ich mir aber ein Wohnungs Berechtigungs Schein ausstellen lassen. Ob ich überhaupt eine Wohnung bekomme, bei meiner Schufa und meinen Hund , und meinem Einkommen, ist fraglich. Würde dann aber versuchen , an wohngeld zu kommen.

          Zu meinem Eltern kann ich nicht: Sie wohnen in Kiel, und ich in der Nähe von Köln.

          Ich müsste den Auszug auch dann heimlich planen. Ich habe Angst vor ihm, wenn er ausrastet. Er ist nicht der Mensch, mit dem ich normal reden könnte, das ich mich trenne, und das wie ein Mann nimmt. Der wird dann zum Tier.

          Vielleicht könnte ich die von der Caritas Fragen, wenn es soweit ist, ob sie mir hilft meine Sachen mit dem Auto in die Wohnung zu fahren? Ich bezweifle trotzdem, das ich eine Wohung finde mit Schufa.

          • dein Einkommen reicht nicht
            du hast einen Hund, mit dem du kaum zu einer Wohnung kommen wirst
            hergeben willst du ihn auch nicht
            du kannst nicht ins Studentenwohnheim .....

            Viele Wünsche, wenig Substanz. Du bist genau der Typ der jemanden braucht, der ihn unterstützt und dich damit in Abhängigkeit hält.

            Was ist eigentlich mit deinen Eltern, warum könnten sie dir nicht helfen? Die Entfernung ist doch kein Argument.

            Es gibt m.E. nur einen Weg: dass du an deinen Vorstellungen Abstriche machst und dein Leben selber in die Hand nimmst. Jetzt denkst du die Caritas wirds schon richten. .... Ich hab so meine Bedenken.

      Ich finde auch, wenn es einem nicht mehr gut geht, dann sollte man es beenden. Warum lässt du das mit dir machen? Du bist doch nicht 40 und stehst mit 3 kleinen Kindern alleine da. Du musst nur für dich sorgen. Es gibt so viele WG's ich bin selbst Studentin, denkst du die haben alle eine eigene Wohnung? Häng einen Zettel an das schwarze Brett deiner Uni, sicher wird jemand ein Zimmer haben. Das ist doch kein Grund weiter in einer unglücklichen Beziehung zu bleiben #gruebel Wer will, kann alles schaffen, wer nicht will, findet immer Gründe warum er es nicht tun kann.

Er ist ein waschechter Narzisst und du bist anscheinend das Pendant (das passende Gegenstück) dazu. Er braucht dich, um bewundert zu werden, gebraucht zu werden, für seine Selbstbestätigung und du brauchst ihn, weil du wie ein hilfloses kleines Kind nicht alleine im Leben zurecht kommst. Damit machst du dich so richtig erpressbar.

Ich kenne etliche (eher ältere) Paare, wo mindestens einer ein Narzisst ist und von keiner Beziehung hatte ich je den Eindruck dass sie glücklich wäre. Zwei Paare haben sich inzwischen getrennt, in zwei Paaren hat der männliche Narzisst die Familie in den finanziellen und gesellschaftlichen Ruin geführt, und ein Paar ist zusammen, aber der Narzisst ist anstrengend für die Umgebung.

Ich rate dir die Bücher von Dr. Bärbel Wardetzki (Psychotherapeutin) zum Thema Narzissmus zu lesen. Eins heißt "Narzisstische Liebe". Da gehen dir vielleicht Kronleuchter auf.

Es gibt anscheinend auch psychotherapeutische Seminare für Angehörige von Narzissten. Es ist sehr schwer, mit Narzissten zusammenzuleben, in der Familie genauso wie im Beruf.

Geh zur Caritas, lass Dich beraten.

(16) 05.03.18 - 19:18

Nicht nur dein Freund hat ein Problem, sondern du hast ebenfalls eines. Du lässt dir sein Verhalten gefallen und findest Ausreden, dich nicht trennen zu müssen. Da solltest du ansetzen. Ob jemand Erfahrung mit Menschen wie deinem Freund hat, ist egal, denn es geht viel mehr um dich. Objektiv betrachtet gibt es -wenn überhaupt- nur einen einzigen Umstand, der deinen Auszug verkomplizieren würde und das ist deine finanzielle Situation. Wer zahlt eigentlich dein Studium an einer privaten Hochschule? Wieso erhältst du kein BaFög?

Im Übrigen sind die User hier nicht das Urbia-Team.

  • Ja, meine Finanzielle Problem ist echt beschissen :(. Ich werde morgen mal bei der Caritas anrufen, und einen Termin ausmachen. Ich glaube schon das ich es irgendwie schaffen werde, mit Hilfe. Ich hoffe nur nicht, das sie mich direkt in ein Frauenhaus steckt. Es geht um meinem Hund. Der kann da bestimmt nicht mit. Ich kann ihn nicht alleine lassen. Das ist meine Verantwortung und ich will nicht, das er ihn hinter meinem Rücken verkauft, oder ihn ins Tierheim steckt, um mir einen Reinzudrücken. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, das die Sachbearbeiterin mir hilft, alles schriftliche zu beantragen und zu klären. Das sie vielleicht mitkommt, bei den Besichtigungsterminen. Vielleicht habe ich eine Chance, trotz Schufa eine Wohnung zu erhalten, wenn jemand vom Fach mich unterstützt. Das ich das alles hinter seinem Rücken mache , und erst ausziehe, wenn ich eine Wohnung habe. Dann nehme ich auch meinen Mops mit. Das wäre meine Wunschvorstellung. Ob sich das auch in Realität machen lässt, wird sich zeigen. Möbel kann ich ja auch in der Nachbarschaftshilfe erhalten. Ich hoffe ich schaffe es irgendwie. Auch wenn ich weiß, das es das beste für mich ist, tut es einfach unnormal weh. Das man nie aufrichtig geliebt worden ist, und ich ganz genau weiß, das ICH nach der Trennung, schön durch den Kakao gezogen werde. Klar kann es mir egal sein, aber trotzdem tut es weh. :(

    Danke ihr Lieben

    • Zur Not kann ggf. auch ein Tierschutzverein deinenMops aufnehmen, es gibt viele die mit Pflegestellen arbeiten, also der Hund einfach in einer Familie unterkommt, und da dann auch eine Weile bleiben kann, bis du ihn wieder nehmen kannst. Das ist bei weitem nicht so schlimm wie Tierheim, sondern eher so, als würden Freunde auf ihn aufpassen.

(19) 05.03.18 - 23:14

Bedenke bitte auch den Hund ! Danke

Bitte wende dich an ein Frauenhaus. Selbst wenn man dich nicht aufnehmen kann, hat man da auch Möglichkeiten, schnell und unbürokratisch zu Wohnungen zu verhelfen und Anträge zu stellen, ggf. ein wenig Geld auszulegen für ein paar gebrauchte Möbel.

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