Mutter des Partners versucht Beziehung zu spalten

    • (1) 07.03.18 - 13:22
      ichmoechteanonymsein

      Hallo,

      ich weiß nicht ob mir jemand helfen kann, aber allein anonym einmal über das Problem zu schreiben tut mir wahrscheinlich schon gut...

      Mein Partner und ich sind seit etwas über 2 Jahren zusammen und erwarten gerade unser erstes Kind. Unsere Beziehung würde ich eigentlich als sehr gut bezeichnen, wenn da nicht das Problem mit der Mutter meines Partners wäre.. Ich kann nicht richtig einschätzen, wie ich damit umgehen soll und beschreibe die Situation einfach einmal:

      - Als wir uns kennen lernten und er mich seiner Mutter vorstellte, war die sehr abweisend zu mir und hat eigentlich kaum mit mir geredet.
      - Mit der Zeit wurde es besser und sie bezeichnete mich als "ideale Schwiegertochter"
      - Dann gab es erste Konflikte, weil sie immer wieder erwartete, dass wir jederzeit 24/7 zur Verfügung stehen (als Hundesitter, Gärtner, Chauffeur etc). Sie wollte das wir Weihnachten bei ihr feiern (meine Familie lebt 800km weit weg und ich sehe meine Eltern nur 2-3 mal pro Jahr u.A. an Weihnachten). Da brach sie das erste mal den Kontakt ab
      - Später gab es einen Trauerfall und deshalb eine ziemliche Krise bei ihr, weshalb wir sie da durch begleiteten. Sie erwartete nach kurzer Zeit allerdings, dass wir täglich wieder vorbei kommen, weil es ihr nicht gut ging (Was wir als VZ-Berufstätige gar nicht schaffen konnten)
      - Dann wurde ich schwanger und sie schien sich zunächst zu freuen, kam dann aber schnell an den Punkt, wo es (nach meinem Empfinden) sehr übergriffig wurde. Es kamen immer wieder Aussagen, dass sie nicht verstehen könne, warum das für mich so etwas besonderes sei, dass das Beschäftigungsverbot, das ich erhalten hätte eine Farce sei und dass man früher die Kinder einfach schnell zwischendurch bekommen hätte. Dass eine Freundin meines Partners vieeel sympatischer sei und besser zu ihm passen würde usw.
      Kurze Zeit später gab es täglich mindestens einen Kontrollanruf oder ein SMS. Ich reagierte immer freundlich, doch dann an einem Tag wies ich sie in die Schranken, weil sie wirklich beleidigt war, dass ich aufgrund von Krankheit und weil ich geschlafen hatte nicht ans Telefon gegangen bin. Da bin ich dann explodiert und habe sie gefragt was das soll.
      Daraufhin schrieb sie meinem Partner, dass mein Verhalten nicht ok sei und wie ich es wagen könne so zu reagiert, rief meine Eltern an und beschwerte sich bei ihnen und seither haben wir keinen Kontakt mehr.
      Sie weigert sich, mit mir zu reden, lästert hinter meinem Rücken bei allen möglichen Leuten und sagt zu ihrem Sohn, dass sie ihn nicht besuchen möchte, solange ich da bin.
      Sie möchte das Enkelkind gern sehen, aber mit mir weiterhin keinen Kontakt.

      Für mich ist das sehr belastend, weil ich es wichtig finden würde, dass mein Partner hier auch sehr klar und souverän auftritt. Meine Eltern haben auch einmal versucht sich gegen meinen Patner zu stellen und ich bin daraufhin dann gegangen, um klar zu zeigen, dass so ein Verhalten nicht geht.
      Er hingegen besucht seine Mutter nun regelmäßig allein und ist dann meistens stundenlang bei ihr. Wenn ich anspreche, dass mich die momentane Situation belastet tut er es als "Befindlichkeit" ab und sagt, dass es seiner Mutter genauso ginge, aber wir wohl beide keine Klärungsbereitschaft haben.
      Selbst wenn sie mich offen beleidigt, verteidigt er sie und sagt, dass er doch "das Einzige" sei, was sie noch hat...
      Ich mache mir über diese ganze Entwicklung ernsthaft Sorgen und befürchte, dass die Situation nach der Geburt weiter eskalieren könnte.
      Ich merke eben leider, wie seine Mutter es schafft mit Schuldgefühlen seine Prioritäten wirklich nachhaltig zu verschieben bspw. hat er den Termin einer Wohnungsübergabe abgesagt, weil er sich um seine Mutter kümmern musste, da deren Hund seinen Todestag hatte - es tut mir leid, aber ich habe dafür wenig Verständnis, wenn ich grade im siebten Monat bin und ab und zu Frühwehen habe und dann schön allein den ganzen Stress haben muss.

      Ich merke, wie dieses Thema die Beziehung, die sonst gut läuft und wirklich schön ist, immer mehr überschattet und frage mich, was ich tun kann.
      Ich habe unglaubliche Angst davor, dass seine Mutter immer weiter in die Beziehung drängt und es schafft, dass wir am Ende es nicht mehr schaffen als Paar eine Einheit zu sein.
      Sie nutzt immer wieder wichtige Themen und sein Erbe um ihn zu "erpressen" (wenn Du xyz machst, enterbe ich dich, lasse die Eigentumswohnung einfach leer stehen, das ist mir lieber als sie Euch zu geben) und ich weiß nicht, wie ich mich als Schwiegertochter und Ziel dieser Angriffe verhalten kann, ohne die Situation schlimmer zu machen.
      Vor allem habe ich Angst, dass sie nun anfängt das Kind gegen mich aufzubringen, da sie es ja mit meinen eigenen Eltern versucht hat....

      Hat jemand ähnliches erlebt und vieleicht Erfahrungen oder Ideen, wie man mit so einer Situation am besten umgeht?

      Danke an Alle fürs Lesen dieses langen Textes. #danke

      • Hallo.

        Könntest du nicht vorrübergehend bei deinen Eltern wohnen. Auch wenn es jetzt weit weg ist. Erklär es deinem Partner, dass du das Gefühl hast, er steht nicht hinter dir und ihr seid ihm egal. Vielleicht braucht er mal eine Zeit zum überlegen. Ich würde dieses Theater nicht mitmachen.

        Alles Gute noch.

        LG

        (3) 07.03.18 - 14:46

        Vielleicht würde eine Paartherapie helfen. Klingt im ersten Moment dramatisch aber die Therapeuten sind ja dafür da, zwischen den Partnern zu vermitteln. Gibt es auch kostenfrei. Musst dich mal schlau machen im Internet.

        LG

        • Meine schwiegereltern waren vom anfang an so und sind es immer noch. Du hast recht - nach der geburt des kindes wird es nur schlimmer. Mein mann hat auch nicht grossartig reagiert, bzw hat nicht verstanden, warum ich mich so aufrege.

          Damals habe ich das problem unterschätzt, da sie weit weg wohnen und wir uns selten sehen. Auch das war falsch! Die können es auch von distanz.

          Wenn ich die zeit zurückdrehen könnte, würde ich meinen mann vor die wahl stellen - entweder regelt er das mit seinen eltern - sofort auf der stelle - oder ich bin weg. Notfalls würde ich wirklich gehen. Auf dauer kann es nicht gut gehen, die beziehung wird immer mehr darunter leiden.

          Rede mit deinem mann, nicht mit deiner schwiegermutter. Er ist derjenige, der handeln muss. Ihre wohnung kann sie behalten.

          Ich wünsche dir alles gute!

      Drum prüfe, wer sich ewig Binde - nicht nur Mann, sondern auch Schwiegermutter ;-)

      Die Priorität deiner Freundes ist ganz klar seine Mutter, er stellt sich auf ihre Seite! Das kann nicht gut gehen, mit Kind wird es nicht besser..Mach ihm klar, dass du dich trennst, wenn er sich nicht klar zu dir positioniert und seine Mutter deutlich in ihre Schranken weist! Die Mutter ist nach deinen Beschreibungen manipulativ hoch 10.

    • Hallo!

      Meine Mutter ist der Mutter deines Freundes extrem ähnlich. Sie hätte es fast geschafft, einen Keil zwischen meinen Mann und mich zu treiben. Der letzte böse Schritt in fast drei Jahrzehnten. Denn dann bin ich endlich aufgewacht und habe den Kontakt extrem reduziert und stehe kurz davor endlich frei zu werden. Ich möchte nicht auf meine persönliche Geschichte eingehen, aber emotionale Erpressung seitens meiner Mutter und unrealistische Erwartungen sind unter anderem seit meiner Kindheit auch Thema und haben mich krass geprägt. Zu Gunsten meiner Mutter und zum Nachteil meiner Umwelt und auch mir. Mein Mann hat es schon immer gesehen. aber ich konnte und wollte nicht. Der Prozess des Loslösens ist extrem schmerzhaft. :-( Aber ich merke wie mir der Abstand gut tut und meiner Ehe und meinen Kindern auch. denn auch meine Kinder wurden teils in die emotionale Erpressung mit rein gezogen und wurden instrumentalisiert. Das letzte Mal im November. Seither durfte sie die Kinder nicht mehr sehen. Das aber nur am Rande.

      Dein Mann muss es selbst erkennen. Ansonsten hast du keine Chance. Je mehr du gegen seine Mutter redest, desto größer wird sein Hals auf dich. ich bin damals in Therapie gegangen, weil ich eine Erkrankung und ihre Konsequenzen nicht verpackt bekam und dort mit professioneller Hilfe fiel es wie Schuppen vor den Augen weg. ich habe mich sehr geschämt, so manches nicht eher erkannt zu haben und war unendlich dankbar, dass mein Mann mich nicht verlassen hat. Durch meine Mutter und mein Nichterkennen hatte er einen echt schweren Stand.

      Erst als ich es selbst erkannt hatte, konnte ich beginnen, mich frei zu kämpfen von dem Fesseln meiner Kindheit und ich befinde mich leider noch immer in diesem Prozess...

      Welchen Tipp habe ich? Ich würde tatsächlich eine Auszeit verlangen oder ins eigene Elternhaus gehen für einige Zeit oder auch zu einer Freundin. Wenn er dich liebt, wird er fragen, was los ist, wie ihr das regeln könnt. Dann würde ich eine Paartherapie verlangen. Dort wird seine Mutter thematisiert von deiner Seite und mit Glück erkennt er, dass da was schief läuft und geht in Einzeltherapie, um seine Beziehung zu retten. Wenn so ein drastischer Schritt nicht zieht, würde ich mich wohl oder übel trennen. :-( Wenn dein Partner so krass unter den Pantoffeln seiner Mutter steht und das nicht erkennt, würde ich das nicht ertragen. Rückblickend hätte ich mich selbst und meine Mutter auch nicht ertragen. ich bin echt froh, dass ich die Kurve bekommen habe und so einen geduldigen Mann habe!

      Alles Gute

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