Schwierigkeiten in Sicht

    • (1) 12.03.18 - 22:11
      Patchworkfragezeiche

      Hallo,

      nach langer Zeit des Daseins als Alleinerziehende habe ich nun einen Partner der gerne mit mir und meinem Kind (11Jahre) zusammenziehen möchte.

      Ich habe 2 Kinder, mein großer ist aber schon Student und wohnt seit einem halben Jahr nicht mehr bei uns.

      Mein Partner hat einen leiblichen Sohn der 16 Jahre alt ist und zwei behinderte Pflegekinder eines geistig behindert, das andere nur körperlich, die er an seinen freien Wochenenden jede zweite Woche für einen Tag sieht. Es ist für ihn eine schwierige Situation, da er im Schichtdienst (Krankenpflege) arbeitet, und seit seiner Trennung in einer kleinen Wohnung lebt, wo die Kinder können nicht bei ihm übernachten können, so dass er an den Besuchstagen immer mit ihnen etwas unternimmt.

      Seine Familiensituation war schon sehr lange Probelmbelastet, weil sein Frau kurz nach der Geburt schwer erkrankt war und die ersten drei Lebensjahre des Kindes kaum zu Hause war und sich nicht kümmern konnte.

      Das Kind war mit einem Herzfehler geboren worden und hatte 6 Operationen. Zusätzlich war es in der Tagespflege, weil der Vater weitergearbeitet hat und die Mutter krank war. Über die Tagespflegefamilie sind die beiden als die Mutter wieder hergestellt war, dann auf die Idee gekommen auch Pflegekinder aufzunehmen, und es waren zeitweise bis zu 4 behinderte Kinder mit in der Familie. Eines ist gestorben, eines ist im Heim und nun sind noch zwei da.

      Getrennt hat sich das Elternpaar dann als die Mutter plötzlich einen neuen Partner hatte der nun den Platz des Vaters eingenommen hat inklusive der Abzahlung des Hauses, da die Mutter keinen Beruf also kein Einkommen ausser dem Pflegegeld für die Kinder hat.

      Diese Wochenende habe ich seine drei Kinder kennengelernt und der von mir geplante Tag endete etwas unschön.

      Eigentlich wollten wir zuerst ins Restaurant und danach in ein Museum. Den Restaurantbesuch habe ich noch durchgestanden, im Museum in der Garderobe habe ich mich verabschiedet und bin heimgegangen.

      Ich konnte es nicht ertragen, wie der Vater und auch die anderen Beiden Kinder sich total und absolut auf das geistig behinderte Kind das etwa auf dem Niveau eines dreijährigen im Körper eines 12 Jährigen ist. Will alles haben, drückt alle Knöfpe, inklusive Notruf an der U-Bahnstaion, macht alle Türen auf rennt herum nimmt sich was ihm einfällt quasselt ununterbrochen, es war kein Gespräch möglich ohne dass unterbrochen wurde. Einfach gruselig.

      Ich bin selbst Pädagogin und arbeite in der Behindertenhilfe und musste sehr an mich halten nicht einzuschreiten.

      Mein Partner hatte das Kind die ganze Zeit an der Hand, konnte aber nicht alles verhindern. Auch die beiden anderen Kinder waren bemüht den Jungen im Zaum zu halten.

      Ich habe meiner Partner als tollen fürsorglichen Mann erlebt und liebe ihn sehr, aber wenn ich mit ihm zusammenziehe, hole ich mir diesen Stress direkt in mein Leben und in das Leben meines Kindes.

      • (2) 12.03.18 - 22:19

        Wie wärst du denn eingeschritten?
        Wie lange seid ihr schon ein Paar, dass du jetzt erst seine Kinder kennenlernst?
        Du arbeitest selber in der Behindertenhilfe. Der Vater wird sicherlich von den Kindern erzählt haben. Da sollte dir doch klar sein, dass dein liebevoll geplanter Ausflug nicht unbedingt etwas für ein Kind mit GB ist. Da wäre der Besuch eines Indoor Spielplatzes sinnvoller gewesen. Vielleicht war das Kind von den ganzen Eindrücken total überfordert und hat sich deshalb so verhalten. Vielleicht ist er im häuslichen Umfeld/gewohnte Umgebung ganz anders drauf.
        Wenn dich das jetzt schon überfordert, gerade wenn du vom Fach bist, ersparst du euch wohl besser den Zusammenzug

        • (3) 12.03.18 - 22:40
          Patchworkfragezeiche

          Nun ja die Planung war schon so, dass da möchlichst viel zum Anfassen und Mitmachen sein sollte, das hatte ich mit meinem Partner abesprochen und er fand es gut. Auch das U-bahnfahren war damit sich der Junge daran erfreue. Hat er ja auch, nur dass er dann so grenzenlos ist und alle anderen, inklusive der Kinder hinter ihm anstehen müssen, darauf war ich nicht vorbereitet.

          WIr achten darauf, dass die Behinderten trotz Einschränkungen sozialverträglich erzogen werden, weil sie später im Leben auch nicht immer im Mittelpunkt stehen werden.

      Vollkommen unabhängig ob du Pädagogin bist oder nicht, bist du immernoch ein Mensch mit Gefühlen. Du hast dich einfach nicht wohlgefühlt und das würde ich an deiner Stelle gegenüber deinem Partner genauso kommunizieren. Ich arbeite selbst mit Kindern. Soll ich ehrlich sein? In meiner privaten Zeit "flüchte" ich vor ihnen!

    • Ja, das tust du und das war doch von Anfang an klar. Also verstehe ich deinen Post nicht. Du wusstest, worauf du dich einlassen würdet und da du selbst in der behindertenpflege arbeitest, ist dir auch von vorne herein bewusst gewesen, das Menschen mit Handicap eben viel und intensive Betreuung benötigen. War dir alles vorher klar. Entweder kommst du damit klar oder du lässt es. Wo ist jetzt die Frage?

      • (6) 13.03.18 - 07:57

        Trotzdem ist sie mit der Situation überfordert.
        Kann ich total verstehen. Ich muss gestehen,das ich das nervlich warscheinlich nicht ertragen könnte.
        Es ist definitiv eine schwierige Situation. Bedenke evtl, das wenn ihr zusammenzieht, er die Kinder evtl auch über Nacht nimmt. Das bedeutet dann am Wochenende Stess pur.
        Grade auch, weil dein Kind auf Dauer warscheinlich sehr drunter leiden wird. Das muss man immer abwägen. Wär es das Wert?

        • (7) 13.03.18 - 08:33

          <<<Grade auch, weil dein Kind auf Dauer warscheinlich sehr drunter leiden wird.>>>

          Es wird definitiv darunter leiden, und auch mehr als man denkt.

          <<<Wär es das Wert? >>>

          Mir nicht. Ich würde zumindest nicht zusammenziehen in solch einer Beziehung. Man braucht ein Rückzugsort.

          • (8) 13.03.18 - 11:44

            Eben, genau das will ich damit sagen. Das Risiko ist einfach zu groß, das erstens, das eigene Kind unter dieser Situation kaputt geht und zweitens, würde die Beziehung diese Belastung auf Dauer nicht stand halten.
            Man würde sich jedesmal vor dem Wochenende grauen wenn die Kinder kommen.
            Irgendwann würde man wegen dieser Situation warscheinlich hassgefühle entwickeln.
            Und genau das soll ja nicht sein.
            Jeder würde am Ende drunter leiden.

    Morgen.

    <<<Über die Tagespflegefamilie sind die beiden als die Mutter wieder hergestellt war, dann auf die Idee gekommen auch Pflegekinder aufzunehmen, und es waren zeitweise bis zu 4 behinderte Kinder mit in der Familie. Eines ist gestorben, eines ist im Heim und nun sind noch zwei da.>>>

    Ich verstehe nicht, wie man als Pflegefamilie in Frage kommt, wenn man selber mit Problemen zu tun hat. Dass dazu. Mein erster Gedanke.#schein

    Jetzt zu dir. Ich verstehe dich, auf der einen Seite. Aber du wusstest doch, worauf du dich eigentlich einlässt. Und dein Partner, denke ich mal, wird nie so werden, wie du dir es wünschst. Er wird immer zur Hälfte bei seinen Kindern sein "müssen". Du bist Pädagogin in der Behindertenhilfe. Weißt es eigentlich, wie stressig es ist. Am meisten wird DEIN Sohn drunter leiden, denn er müsste (vielleicht auch unbewusst) immer zurückstecken. Liebe hin oder her, aber ich würde mir das nicht antun. Zumindest würde ich nicht zusammen ziehen. Du und auch dein Sohn, ihr braucht ein Rückzugsort.

    Alles Gute und viel Kraft.

    LG

    • (10) 13.03.18 - 17:07
      Patchworkfragezeiche

      Das hatte ich ihn auch gefragt. Es ist wohl so, dass die Jugendämter den Pflegeeltern förmlich die Tür einrennen wenn diese signalisieren auch Behinderte aufnehmen zu wollen.

      Ich gehe davon aus, dass die Ehe letztendlich daran zerbrochen ist und beide Ehepartner nun neue Partner haben die sich beruflich mit Behinderten befassen.

      Ich halte das für ein ausbeuterisches Verhalten des Jugendamtes. Die Familien gewöhnen sich an die Pflegekinder zerbrechen aber daran und belasten auch noch die Folgebeziehungen.

      Ich möchte nicht in der Haut des neuen Partners der Exfrau stecken mit einer Partnerin ohne berufliche Aussichten mitte 40 einem depressiv wirkenden Teenager, einer körperlich behinderten beziehungsgestörten Teenagermädel und dem nervigen GB Jungen, jeden Tag zu Hause nachdem er von der Arbeit kommt und nun auch die Verantwortung für die Finanzierung des Hauses hat. Sollte mich nicht wundern, wenn der bald die Biege macht.

Hallo,

ich habe eins nicht ganz begriffen (vielleich auch überlesen): Willst du mit deinem Partner zusammenziehen oder nimmst du deinen Partner UND das behinderte Kind mit auf?

Ich glaube ersteres wäre kein Problem für mich... wenn er das Kind 2 Mal im Monat sieht, so wie du beschreibst, könnte ich persönlich das gut händeln.

Aber ich vermute, dass ich auch sehr große Anpassungsschwierigkeiten hätte, wenn ich einen 12 Jährigen aufnehmen müsste, der auf dem Stand eines 3 Jährigen ist. von deinem Kind ganz zu schweigen. Das ist eine wirklich sehr krasse Konstellation mit der nicht jeder zurecht kommt.

Vielleicht gibt es Alternativen? Einen festen Betreuungsplatz für den Jungen, eine Art Behindertenwerkstatt, wo er sich unter seinesgleichen bewegt und lebt?

LG

Da hilft nur eines, offen mit dem Mann reden. Ich weiß sehr gut, wie schwer Behinderte manchmal zu händeln sind; ich wüsste nicht, wie ich einen körperlich 12jährigen mit dem Benehmen eines 3jährigen bändigen könnte, wenn man das nicht von Geburt an als Mutter gewöhnt ist. Wenn eine komplette Familie nur mit der Bändigung beschäftigt ist, hat das nichts mehr mit Spaß zu tun. Ich bin sicher, dass ich unter diesen Umständen nicht zusammenziehen möchte. LG Moni

  • (13) 13.03.18 - 16:52
    Patchworkfragezeiche

    Hallo, Danke für Deine Antwort.

    Ich habe heute offen mit ihm geredet und er hat mir ausführlich über den Jungen berichtet und im Grunde gesagt, dass er auf die Erziehung dieses und auch der anderen Kinder nur noch geringen Einfluss hat, weil seime EX und ihr neuer Partner der so ganz nebenbei auch Pädagoge in der Behindertenhilfe ist, die Erziehungsverantwortung gegenüber dem Jugendamt wahrnehmen.

    Mein Partner ist seit bald 3 Jahren dort ausgezogen, der Junge ist seit 4 Jahren in der Familie, er hat ihn also eigentlich lediglich ein Jahr miterzogen.

    Mein heimlicher Wunsch ist eigentlich, dass er sich um seinen eigenen Sohn kümmert und um das andere Kind, das er seit 9 Jahren mit erzogen hat, und den Kontakt zu diesem Jungen nicht gleichwertig zu den anderen pflegt, sondern einschränkt. Das kommt für ihn nicht in Frage.

    Bei dem Zusammentreffen ist mir aufgefallen, dass die beiden anderen 16 und 13 Jahre alten Kinder regelrecht um seine Aufmerksamkeit buhlen mussten, während sie sich zusätzlich um den nervigen Jungen kümmerten.

    Gespräche wurden unterbrochen, Restaurant nach dem Willen des GB-Jungen ausgewählt, obwohl der leibliche Sohn lieber in ein anderes gehen wollte.

Hallo,

ich muss sagen, ich habe keine eigenen Kinder und bisher nur sehr eingeschränkt Kontakt mit geistig behinderten Kindern gehabt.
Du schreibst, der 12-jährige Junge ist geistig auf dem Stand eines 3-jährigen Kindes. Ich muss sagen, dass ich genau dieses Verhalten von ihm erwartet hätte. Ich hätte mich darauf eingestellt, nicht eine ruhige Minute zu haben und dauerhaft auf den Jungen aufpassen zu müssen. Mit Sicherheit hätte ich keinen normalen Familienausflug erwartet. Logisch, dass alle anderen Kinder irgendwie darunter leiden, wenn sich der Fokus dauernd auf ein Kind richten muss.

Darum bin ich auch verwundert, dass du als Pädagogin, die in der Behindertenhilfe tätig bist, dich so über das Verhalten des Jungen wunderst. Oder liegt es vielmehr daran, dass du einen netten Ausflug mit deinem Partner und den Kindern erwartet hast, bei dem alles glatt läuft??
Geh mal davon aus, dass das so vielleicht nie der Fall sein wird, wenn der Junge mitkommt.

Und nein, ich persönlich würde nicht mit diesem Mann zusammenziehen. Dir geht das Verhalten des Jungen und deines Partners im Umgang mit ihm ja schon jetzt auf die Nerven. Wenn ihr zusammen wohnt, kannst du dich mal nicht so einfach für einen Tag verabschieden und nach Hause gehen, weil du ja mit deinem Kind dann auch dort wohnst.
Ich sehe es wie einige andere User hier: bewahre dir einen Rückzugsort in Form deiner Wohnung. Ansonsten kann es aufgrund der Umstände, in denen dein Partner lebt, ganz schnell das Aus für eure Beziehung bedeuten.

Alles Gute

Nici

  • Es ist ja nicht jeder behinderte gleich. So wie ich es damals kennengelernt habe, gibt es ganz viele behinderte Menschen, die sich teotz allem benehmen können.
    Meine Mutter hat früher auch in einer Behindertenwerkstatt gearbeitet und soweit ich weiß, waren die meißten davon wirklich lieb. Man konnte auch mit ihnen als Gruppe weggehen. So waren sie zb immer jeden Dienstag abend zusammen beim Arzt.
    Also es kann auch klappen :-D ( Man könnte also, soweit sich das Kind benehmen kann, schon irgendwie erwarten, das es ein schöner Tag werden könnte).
    Aber wie du eben auch schon sagst, so eine Situation bringt einem auf den Boden der Tagsachen zurück. Die rosa rote Brille wird so ganz schnell schwarz. Und das wäre auf Dauer dann eben echt das Ende der Beziehung.

    (16) 13.03.18 - 17:24

    Danke für Deine überzeugende Antwort,

    demnach müsste ich ihm einen Korb geben für einen Zusammenzug, für immer, oder bis der Junge erwachsen, und anderseitig versorgt ist oder sich eine Verhaltensveresserung eingestellt hat.

    Ich bin entschlossen, meinem Sohn nichts anzutung, was ich hinterher zu bereuen hätte.

    Mir tut auch der leibliche Sohn leid, seit er 4 Jahre ist, sind da ständig andere Behinderte Kinder in der Familie gewesen.

Ein geistig behindertes Kind ist schon eine Herausforderung. Das muss man sich einfach klarmachen. Falls ihr wirklich zusammenziehen solltet, sorgt dafür, dass ihr den Familienentlastenden Dienst (wie z.B Lebenshilfe) als Entlastung mit ins Boot nimmt.
Das ihr mal einen halben Tag für euch habt. Das ist kein Abschieben, sondern eine notwendige Geschichte. Ich selber habe einen frühkindlichen Autisten, der ziemlich verhaltensoriginell ist. Und da sind die Entlastungsangebote goldrichtig. Und so etwas nehmen wir zu Hause gerne in Anspruch. Wollt ihr zusammen in Urlaub fahren besteht
auch die Möglichkeit, falls Pflegegrad vorhanden ist, Kind in Kurzzeitpflege zu geben.

Trotz Entlastung sag ich mal, wird die Familie bei so einem Kind trotzdem zurückstecken müssen. Also wirklich gut überlegen.

  • (18) 13.03.18 - 16:58
    Patchworkfragezeiche

    Es geht im Grunde nur um zwei Besuchstage im Monat, wobei auch die Überlegung im Raum steht, dass er die Kinder getrennt sieht, weil sein leiblicher Sohn sich von den gemeinsam geplanten Unternehmungen in letzter Zeit zurückzieht. Ist wohl der Pubertät geschuldet, war bei meinem großen in dem Alter auch so. Zuhause zeiht er sich wohl in sein Zimmer zurück und kommt nicht immer zum gemeinsamen Essen.

    • Ich denke die Kinder getrennt zu sehen , macht Sinn, wenn er nicht den Kontakt zuu seinem Sohn verlieren will.
      Zwei Besuchtage sind aus meiner Sicht zu verkraften, wenn klar ist, dass Du an diesen Tagen nicht die Verantwortung für die Besuchskinder hast sondern er.
      Je nach deiner Lust würde uch dann getrennt etwas von ihm unternehmen.

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