Verliebt in die Lehrerin?

    • (1) 16.03.18 - 12:00
      dieLehrerin

      Liebe Urbia-Gemeinde,
      Zuerst einmal passt das Thema nicht so ganz in dieses Unterthema. Aus diversen Gründen möchte ich aber diesmal gern anonym bleiben.

      Erst einmal zu mir: ich bin Mitte 30, Lehrerin und aktuell in der Inklusion von Lern-und Erziehungshilfe Schülern tätig. Konkret bedeutet das, dass ich doppelt gesteckt im Klassenunterricht einer Hauptschule unterrichte, sowie Einzelförderung in diversen Bereichen anbiete. Aktuell bin ich mit einigen Stunden in einer Abschlussklasse eingesetzt, um die Lehrkraft zu unterstützen und die Schüler/innen auf den Abschluss vorzubereiten. Meine Arbeit erfordert immer wieder ein Ausloten der Lehrer-Schüler-Beziehung, gerade im Bereich Erziehungshilfe. Ich muss immer wieder schauen und überlegen, wie viel Nähe oder Distanz die SuS brauchen um mit mir zu arbeiten.

      Mein Problem: Seit ich in der Abschlussklasse unterrichte (deren Schüler ich bereits aus eigenständigem Unterricht vor 2 Jahren kenne), fällt mir insbesondere ein Schüler auf und sein Verhalten verunsichert mich massiv und ich bitte euch um die Einschätzung seines Verhaltens. Dieser Schüler war immer ein schwieriger Schüler, allerdings hatte ich in meinem Unterricht nie Probleme mit ihm. Im Gegenteil, er war immer Leistungsträger, von auffälligem Verhalten keine Spur. Ich konnte ihn gut leiden und schob sein zahmes Verhalten mir gegenüber drauf, dass ganz einfach „die Chemie stimmt“. Seit ich den Klassenlehrer nun in der Prüfungsvorbereitung unterstütze, fällt mir dieser Schüler immer wieder auf. Er starrt mich regelrecht an, wenn ich ihm etwas erkläre. So lange ich neben seinem Tisch stehe oder neben ihm sitze, fängt er gar nicht erst an zu arbeiten. Erst wenn ich gehe, arbeitet er weiter. Er unterhält sich in den 5-Minuten-Pausen gerne mit mir und dem Klassenlehrer, mit seinen Mitschülern hingegen so gut wie gar nicht. Nach dem Unterricht würde er vermutlich noch mit mir ins Lehrerzimmer marschieren, wenn ich ihn nicht stoppen würde. Er schreibt mich privat auf WhatsApp an (wir haben eine Klassengruppe). Und in der letzten Woche hat er zweimal Bemerkungen gemacht, die darauf abzielten, sich mit mir privat zu treffen. Ich befürchte, er hat sich verliebt? Oder bewerte ich das Verhalten über?

      Sollte es tatsächlich so sein, habe ich arge Bauchschmerzen.
      1. möchte ich dieses Thema nicht gerne bei meinem Kollegen ansprechen, da ich Angst habe, er stellt den Schüler vor allen bloß.
      2. Ich muss mit den Schüler/innen arbeiten. Dazu gehören auch Einzelgespräche/Coachings um individuelle Lernpläne zu erstellen. Ich fürchte mich vor einer 1 zu 1 Situation.
      3. Ich befürchte, dass er dicht macht und seinen Abschluss versaut, wenn ich ihm direkt eine Abfuhr erteile (was passieren könnte, wenn er konkreter in seinen Anbandelungsversuchen wird).

      Momentan grenze ich mich insofern ab, dass ich nicht weiter darauf eingehe und ihn wie immer behandele. Mir tut die ganze Situation sehr leid. Ich mag den Buben als Menschen und Schüler gut leiden, merke aber, wie mich die Gesamtsituation verunsichert und nicht wie sonst souverän handeln lässt. Ich frage mich ständig, ob ich ihn irgendwie ermutigt habe, ob mein aktuelles Verhalten noch okay ist, sodass ich ihm als Lehrerin gerecht werden kann, er aber nicht mehr in mein Verhalten hinein interpretiert, usw.
      Nach den Osterferien habe ich einen Termin mit meinem Chef, den ich informieren werde.
      Was denkt ihr, wie gehe ich am Besten mit dem Jungen um? Und wie werde ich wieder souveräner?

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      • (2) 16.03.18 - 12:21

        Keine Ahnung, ob sich der Knabe verknallt hat. Soll vorkommen und gerade in jungen Jahren kann man sich da bestimmt mal in eine Schwärmerei reinsteigern und den Bezug zur Realität verlieren.

        Ich würde an deiner Stelle folgendes machen:
        1. Überhaupt nicht auf private Whats Apps reagieren. Niemals. Nie. Gar nicht. Und das würde ich auch mit der Klasse allgemein kommunizieren: Korrespondenz zu Unterrichtsbelangen: ja, privat: nein. Sonst Sperrung, weil sonst die Distanz nicht gewahrt ist, die man für eine professionelle Arbeit braucht.
        2. Wenn ein 1 zu 1 Gespräch ansteht, würde ich einen Kollegen ins Vertrauen ziehen und bitten, dass sich dieser korrigierender Weise mit in den Raum setzt. Bei uns finden solche 1 zu 1 Gespräche gerne in Besprechungsräumen statt und da kommt ihr dann rein und da sitzt dann Hans-Peter und korrigiert und du sagst: Mensch, Hans-Peter, wir wollen mal eben was besprechen. Stört es dich oder sollen wir einen anderen Raum suchen? Und Hans -Peter antwortet: Nein, natürlich nicht. Und korrigiert weiter.

        Wenn es erst gar nicht zu einer persönlichen Begegnung unter vier Augen kommt, wird er dir wohl keine Liebeserklärung machen und dann brauchst du ihm keine Abfuhr zu erteilen.
        Lass dir doch nicht so ins Bockshorn jagen. Er ist jung... Lass ihn schwärmen.

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        • (3) 16.03.18 - 12:46

          Danke für die Tipps! WhatsApp ist kein Problem. Da habe ich es ignoriert und halte mich auch in der Gruppe weitestgehend zurück- es sei denn, es steht etwas bzgl. der Schule an.
          Der Tipp mit dem korrigierenden Kollegen hilft mir schon mal sehr weiter. So bin ich auch nicht auf den Klassenlehrer angewiesen.

          Grundsätzlich ist das vermutlich schwierig für mich, da es mir schon privat Stress bereitet, wenn mich jemand netter findet als ich ihn und ich damit schlecht umgehen kann :-/ Dann noch im dienstlichen Kontext, das ist blöd für mich und diese Situation hatte ich bisher auch noch nie.

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      Hallo,
      Das ist schwierig und ich verstehe deine Verunsicherung. Ich habe einige Jahre in einer Nachhilfeschule mitgearbeitet und kenne das Problem. In dem konkreten Fall habe ich mich total doof gestellt und die "Anspielungen" einfach immer ignoriert. Das waren ja immer 1:1 Situationen. Der Junge hat mich dann auch mal gefragt, ob ich mit ihm Eis essen gehe und das habe ich dann höflich abgelehnt , weil ich das ja leider nicht darf. Dann hat er seinen Abschluss gemacht und ward nicht mehr gesehen. Ich würde ihm gegenüber höflich reserviert bleiben und ihn nicht bloß stellen. Denn das hat blöderweise mal ein Kollege von mir gemacht und das Mädchen hat danach, aus verletztem Stolz heraus, behauptet, er hätte sie angefasst.
      Alles Gute und es ist ja nicht mehr lange, bis zur Abschlussprüfung

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    • (5) 16.03.18 - 12:30

      Du hast keine Supervision? Du musst in einem Allerweltsforum um pädagogischen Rat bitten?

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      • (6) 16.03.18 - 12:41

        Das ist zwar jetzt total unpädagogisch dir Überhaupt Beachtung zu schenken, aber damit die Frage für andere geklärt ist:
        1. Nein, das haben wir leider nicht.
        2. Ja, zumal es nicht vorrangig um päd. Rat geht, sondern darum, mit der evtl. Verliebtheit eines fast Erwachsenen umzugehen. Insbesondere im Hinblick auf mich selbst.
        3. Wieder typisch: Pöbeln nur in Schwarz.

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      • (7) 16.03.18 - 13:06

        Supervision für Lehrer?

        #rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl

        Wer soll die denn bezahlen?

        #rofl#rofl#rofl

        Grüße aus der Welt der Röhrenfernseher und Overheadprojektoren, auch Kassettenrekorder werden noch regelmäßig gesichtet und in den Kloschüsseln kannst du das Wachstum von Stalagmiten und Stalaktiten beobachten, aus Urinstein versteht sich...

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        • Keine Ahnung wo du wohnst. Aber bei uns sieht das anders aus und wir sind nicht aus Bayern 😉

          Zur Kollegin: vielleicht sucht der Junge einfach Halt. Wie sieht sein familiäres Umfeld aus? Dein soziales? Vielleicht sieht er eher Mamaersatz, als eine Beziehung? Ich würde an deiner Stelle mit eurem Vertrauenslehrer reden. Dein Kollegium kennt den Jungen ja auch. Gespräch mit Chef ist schon mal gut und Handynr an Schüler geben, finde ich problematisch. Mir fehlt da die Abgrenzung.

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          • (9) 16.03.18 - 14:18

            Danke auch für deine Antwort :)
            Die familiäre Situation gibt es durchaus her, dass er in mir auch einen Mama-Ersatz sehen könnte, oder eine Mischung aus beidem.
            Ich tue mich aktuell einfach schwer, Jemanden im Kollegium zu finden, mit dem ich „sicher“ darüber sprechen kann.

            Zumal ganz offensichtlich eine persönliche Komponente mitspielt bei mir, nämlich die Unfähigkeit mit der Sache an sich umzugehen (privat wäre das nämlich auch schwierig für mich).

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            (10) 16.03.18 - 14:48

            Also, wir haben Supervision, sogar kostenlos. Da war ich mal im Referendariat. Lang, lang ist es her. Da saß ein Alt-68er mit Rentierpulli und GEW-Tasse in einer Abtellkammer und hat versucht so eine Art Selbsthilfegruppe gescheiterter Lehrerexistenzen zu moderieren.... also, wenn du das meinst. DAS haben wir auch. Da frag ich aber lieber in einem Allerwelts-Forum um Rat....

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        (11) 16.03.18 - 14:16

        Ich finde den Hinweis gar nicht so nicht verkehrt, denn sie arbeitet nach eigener Auskunft mit Kindern, die Lern- oder Erziehungshilfe bekommen. Sollte mich wundern, wenn es dort keinerlei Supervision oder zumindest Kollegiale Fallberatung gibt.

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        • (12) 16.03.18 - 14:28

          Kollegiale Fallveratung gibt es. Nächster Termin ist angesetzt Mitte Mai. Ich habe JETZT ein Problem damit.

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Hallo,

ich würde dir tatsächlich auch raten, dass du die Sache aussitzt bis es vorbei ist.

Blende seine Versuche/ Blicke aus, versuche trotzdem fair gegenüber ihm im Umgang zu bleiben.
Sollte er dir Angebote machen oder Treffen vorschlagen, lehnst du diese nett ab, wie eben schon gesagt wurde.

Und die Idee mit dem korrigierenden Kollegen, der in dem Raum sitzt, die finde ich auch ganz gut :)

Halt durch, der junge Mann wird ja bald die Schule verlassen :-)

LG

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(14) 16.03.18 - 14:03

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  • (15) 16.03.18 - 14:21

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