Mit dem Feuer spielen?

    • (1) 18.03.18 - 18:31
      xydurchgefoehnt

      Dumme Überschrift, aber doch irgendwie passend. Ich stecke in der Klemme und kann mit meinen Freundinnen darüber nicht sprechen, deswegen hoffe ich hier auf Meinungen, gerne auch deutliche Worte.

      Die Situation ist folgende: Kurz vor meiner Hochzeit vor zwanzig Jahren stellte mit meine Schwester ihren damaligen Freund vor. Was soll ich sagen, da war von Anfang an ... irgendwas. Was weiß ich auch nicht. Wir haben uns gut verstanden, ein Jahr später hat er sich von meiner Schwester getrennt mit der Erklärung, er wäre mit dem Kopf zu sehr bei einer anderen. Daraufhin haben wir uns natürlich kaum mehr gesehen, höchstens im Vorbeigehen flüchtig, haben ein paar Worte gewechselt, fertig.

      Dann sind wir uns zufällig mal begegnet, waren beide alleine unterwegs, sind Kaffeetrinken gegangen. Wir haben geplaudert und er hat mir erzählt, dass er eine Scheidung hinter sich hat, seine letzte Beziehung gerade gescheitert ist. Da habe ich - um die Stimmung aufzulockern - gemeint, bei ihm wäre es wohl kompliziert mit der großen Liebe, woraufhin er meinte, das würde wohl auch so bleiben, solange ich verheiratet sei. Ich bin dann recht schnell gegangen, weil das zu nichts geführt hätte.

      In den nächsten Jahren wie gehabt, flüchtige Begegnungen, kurze Unterhaltungen, aber der Kontakt ist nie abgerissen. Gestern hat er mir auf Facebook geschrieben, ob ich nichtmal wieder Lust auf einen Kaffee hätte. Bei ihm ist es gerade schwierig, sein Sohn macht Ärger wegen Ausbildung und so weiter und er würde einfach gerne mal wieder mit mir reden.

      So. Grundsätzlich, ja, kein Problem. Aber, meine Situation hat sich verändert. Mein Mann und ich leben seit Jahren nebeneinander her und seit etwa zwei Jahren hat sich auch bei mir die Überzeugung eingeschlichen, dass es das war und nicht mehr besser wird. Über eine Trennung haben wir noch nicht nachgedacht, wir verstehen uns ja, es ist nichts Besonderes vorgefallen. Nur sind wir kein Paar mehr und das in jeder Hinsicht. Tatsache ist jetzt, ich traue mir selbst nicht. Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich zu diesem Treffen gehe. Da ist einfach was, das ich nicht wegreden kann, das die ganzen Jahre über da war, das mich aber nicht erreicht hat, weil ich in einer mehr oder weniger glücklichen Ehe war.

      Nein, ich plane natürlich nicht, meinen Mann zu betrügen. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, würde ich mich vermutlich auch nicht dagegen wehren. Mein Mann und ich leben seit sechs Jahren wie Brüderchen und Schwesterchen und je älter die Kinder werden, je älter ich werde, desto mehr frage ich mich, ob es das wirklich gewesen sein soll. Ich bin jetzt 43, also eigentlich würde ich schon ganz gern noch ein bisschen leben. Möchte aber meinen Mann nicht enttäuschen. Himmel, ich habe neulich erst meinem Sohn (19) erklärt, dass ich nicht schweigend zusehen werde, wie er mit zwei Mädchen spielt, weil er sich nicht entscheiden kann. Und jetzt schwirrt mir sowas im Kopf rum!

      Also, was machen? Hingehen oder lieber nicht? Kann ja auch sein, dass es läuft, wie geplant, Kaffee trinken, quatschen, getrennter Wege gehen. Vielleicht will ich es aber auch anders und denke deswegen drüber nach? Kennt jemand eine solche Situation und wie habt ihr sie gelöst?

      • Hallo,

        Wenn du und dein Mann euch noch mögt (wie Bruder und Schwester) dann Rede mit ihm vor dem Kaffee darüber.
        Und beim Kaffee sollte es erst einmal bleiben. Weil du dir selber nicht ganz traust.

        Gruß Sol

        • (3) 18.03.18 - 21:39
          xydurchgefoehnt

          Danke für deine Antwort. Ja, der Plan ist - oder wäre - definitiv, es bei einem Kaffee zu belassen. Nur, wenn ich mir jetzt vergangene Begegnungen ins Gedächtnis rufe, weiß ich eben nicht, ob ich heute noch so souverän wie damals reagieren würde - es ist schon sehr, sehr lange her, dass sich ein Mann für die Frau in mir interessiert hat.

          Klar würde ich meinem Mann sagen, dass ich mich mit xy zu einem Kaffee treffe. Er wird sagen, dass ich machen kann, was ich möchte und damit wäre das Thema erledigt. Löst nur mein Problem nicht wirklich. Ist kompliziert, ich weiß.

      Bring deine Beziehung mit deinem Mann in Ordnung!

      Wenn nicht, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du alles in Scherben verwandelst, und in 20 Jahren mit deiner neuen Flamme wieder exakt an derselben Stelle stehst wie derzeit mit deinem Mann.

    • Trenn dich!

      Im Ernst. Sprich mit deinem Mann und frag ihn, wie er es sieht mit der Zukunft. Auch für ihn wird es offene Fragen geben. Es muss ja nicht gleich der grosse Scherbenhaufen geben, vielleicht wäre eine neue Form des Zusammenlebens für euch eine Option?
      Diesen Kaffee würde ich erst nach dem Gespräch trinken gehen.

      • (6) 19.03.18 - 08:07
        xydurchgefoehnt

        Eine Trennung kommt für mich nicht in Frage. Noch nicht. Vielleicht würde ich ein ein paar Jahren darüber nachdenken. Aber im Moment spricht einfach zu viel dagegen und es würden zu viele Menschen darunter leiden. Ich bin ein gebranntes Scheidungskind und habe schon immer gesagt, dass ich das meinen Kindern nicht zumuten werde. Zumal sie unter der aktuellen Situation nicht leiden.
        Außerdem ist mein Schwiegervater, der ein sehr wichtiger Mensch für mich ist, schwer herzkrank, ich kann ihm diese emotionale Belastung nicht zumuten.

    Wie würde dein Mann darüber denken? Würde er eine Affäre akzeptabel finden?
    Ihr versteht euch gut, er lässt dich arglos zum Kaffee trinken gehen. Vertraut er dir einfach, kommt ihm nicht in den Sinn, dass du jemanden treffen könntest, der dich interessant findet und umgekehrt oder käme es ihm sogar ganz gelegen?

    An deiner Stelle würde ich die Ehe reorganisieren. Ist dein Mann so zufrieden? Weiß er , dass du unzufrieden bist? Was sind eure gemeinsamen Ziele? Gibt es überhaupt ein gemeinsames Ziel oder seid ihr einfach ein gutes Team und aus Gewohnheit und Bequemlichkeit noch zusammen?

    Ich würde nicht mit dem Feuer spielen und die Karten auf den Tisch legen. Ihr versteht euch jetzt noch gut. Das würde ich nicht aufs spiel setzen, denn womöglich wird eine folgende Trennung und euer späteres Verhältnis zueinander sehr hässlich.

    • (8) 19.03.18 - 07:52
      xydurchgefoehnt

      Ja ... was denkt mein Mann. Er nimmt es gerne so, wie es ist. Sicher ist da auch ein Teil Bequemlichkeit und Gewohnheit dabei, bei uns beiden. Vielleicht hätten wir irgendwann auch noch einmal die Wende schaffen können, wenn wir beide daran gearbeitet hätten. Haben wir aber nicht getan. Er ist sich meiner sicher, weil er ganz genau weiß, dass eine Trennung für mich im Grunde so gut wie unmöglich ist. Wenn ich genau drüber nachdenke, wäre ihm eine Affäre vielleicht sogar egal, solange niemand etwas davon mitbekommt.

      Dass ich unzufrieden bin weiß er nicht, nein. Weil ich das selbst bislang nicht wusste. Ich habe mich mit der Situation arrangiert und war durch Haus, Kinder, Job, so ausgelastet, dass für anderes kein Platz war. Gemeinsame Ziele haben wir keine mehr. Im Grunde haben wir nichts mehr gemeinsam. Abgesehen davon, dass wir gemeinsame Kinder haben und zusammen wohnen. Genau genommen kann ich mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal über uns gesprochen haben. Unsere Gespräche bestehen aus der Organisation der Familie und dauern in der Regel fünf Minuten. Zwischen Tür und Angel, ehe er zum Sport, Freunden oder sonst wo hin geht.

      • Vielleicht solltest du das deinem Mann mal sagen?

        Ich finde es in gewisser Weise normal, dass Routine einkehrt, "langweilig" ist nicht immer die schlechteste Option. Aber warum geht ihr nicht einfach mal Essen? Oder macht sonstwas zu zweit? Ihr dürft natürlich nicht drauf wEgen, dass der andere Initiative ergreift.

        Ich sehe bei deinem Mann und Dir durchaus noch Potential!

Definitiv nicht zum Kaffee trinken gehen!

Und mit deinem Mann reden.

Ich würde heute Abend mit meinem Mann Sex haben. Genau so, wie ich es jetzt beschreibe. Ohne Erwartungen, ohne "Vorspiel" und "Verführung" - ganz platt. Im Sinne von: "So kann es nicht weitergehen. Wenn wir unsere Beziehung nicht ganz schnell wieder flott bekommen, dann kann ich für nichts mehr garantieren. Wie wäre es, wenn wir es einfach noch einmal probieren."

Das würde ich dann mal 1-2 Monate durchziehen mit Sex jeden 2. Tag - ohne Ausreden und ohne Erwartungen. Wenns schön wird, prima. Wenn ich keinen Orgasmus hab, auch gut, dann war es eben Mittel zum Zweck.

Berührungen sorgen für die Ausschüttung von Oxytocin und das ist ein Bindungshormon. Kannst du mit dem Bonding bei Babys vergleichen. Schaut, ob es funktioniert. Wenn nicht, dann wisst ihr danach immerhin wirklich Bescheid.

Ich bin echt keine "Sexgöttin" und kann auch gut mal ohne. Aber 6 Jahre?!?!?

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