Ostern - wie feiern?

    • (1) 19.03.18 - 16:13
      traurig und genervt

      Hallo zusammen,

      ich habe mich heute so über meine Schwiegermutter geärgert und irgendwie komm ich zu dem Schluss, dass ich gar keinen Bock mehr auf dieses heile-Welt-Getue am Ostersonntag habe. Meine Schwiegereltern interessieren sich irgendwie gar nicht mehr für uns, eigentlich ist ausgemacht, dass meine Schwiegermutter dienstags vormittags vorbei kommt (sind 10 km), weil mein Mann da zwar daheim ist, aber Home Office macht und ich arbeiten bin. Da könnte/würde/sollte (wie auch immer) sie dann auf die Kleine schauen (geht auch anders, aber das wäre einfach und doch eigentlich auch schön). Die Kleine ist 1,5 Jahre alt und ein süßer Sonnenschein, total offenes Kind. Meine Schwiegermutter ist noch jung und gelernte Kinderpflegerin. Ich dachte eigentlich, ihr würde es Freude machen, wenn sie - in meiner Abwesenheit (ich bin da eigentlich recht offen und bei meinen Kindern darf jeder eigentlich immer fast alles, aber ich verstehe sogar noch, dass sie sich in meiner Anwesenheit irgendwie nicht so frei fühlt im Umgang mit der Kleinen) - schalten und walten kann wie sie will, gleichzeitig noch ein bisserl Zeit mit ihrem Sohn verbringen kann etc. pp.

      Nun ist es so, dass sie jede Woche eine neue Ausrede daher bringt, warum es nicht klappt oder - noch schlimmer - warum sie nur schnellstmöglich wieder abhauen kann. Fährt mein Mann sonntags mit den Kindern hin, müssen sie zum Stammtisch. Meine Schwägerin (die Schwester meines Mannes) holt offenbar gerade die Pubertät nach und ich höre nichts als: "xy, lass das! Komm, jetzt hör auf damit. Die Tante braucht ihre Ruhe..." - dazu ist sie seit Kurzem Vegetarierin und analysiert jedes Essen. Meinen Schwager (Bruder meines Mannes) mögen wir gern, der ist auch immer nett und hilfsbereit, aber von sich aus kommt da auch nicht viel.

      So, nun ist es so, dass es sich so eingebürgert hat, dass alle am Ostersonntag bei uns sind und ich immer ein riesiges Menü zaubere (Rehrücken vom Jäger, also wirklich qualitativ hochwertig und auch nicht gerade billig, tausend Beilagen, Suppe, Nachtisch, Kuchen, Abendbrotzeit etc. pp.) - was halt dazu gehört. Da kommen meine Schwiegerfamilie (4-5 Leute, je nachdem ob die Kleine auch noch ihren Freund mit anschleppt), meine Eltern, Bruder und Oma. Wir sind selber auch 4, macht also 12 Leute.

      Meine Schwiegereltern laden uns quasi nie ein (und wenn, dann gab es letztes Mal ungelogen MaggiFix Zwiebelfleisch und weder Suppe noch Salat und beim vorletzten Mal wurde meinem Sohn im Gasthaus gesagt, dass ein Getränk 0,25 l reicht und er kein zweites mehr bekommt) und fressen sich an allen Festtagen (Nikolaus, Weihnachten, Ostern, 2 Geburtstage der Kinder, unsere Geburtstage und gern auch nochmal zwischendrin) bei uns durch. Ich hab da eigentlich nichts dagegen, aber wenn es die nicht mal stört, wenn sie die Kinder manchmal 1-2 Monate nicht sehen (und das obwohl wir 10 km weg wohnen), dann habe ich irgendwie keine Lust mehr.

      Heute dann der Knaller. Mein Vater hatte Krebs-Nachsorge und ich war nervlich eh angespannt. Er hatte schon zwei Tumore, Bestrahlung geht nicht mehr, wer weiß, ob er es ein drittes Mal überleben würde. Da ruft meine Schwiegermutter an, dass der Schwiegervater wegen Nierenkolik (hat immer mal Grieß, trinkt zu wenig, dann bekommt er Infusionen und das ganze wird wieder ausgespült) im KH ist. Ich so: "Ja und schlimm und der Arme, aber weißt, das wird schon wieder, #bla" - was man eben so sagt. Sie mir eine halbe Stunde Panik gemacht (versteh ich sogar auch noch), hinfahren will sie nicht, weil sie nicht gern Auto fährt, anrufen kann sie nur auf Station, weil der "alte Herr" (mit 65) sich gegen ein Handy wehrt und ihm das Telefon im KH zu teuer ist #augen, ich getröstet, gut zugeredet und eben aber auch gesagt, dass mein Vater heut Untersuchung hat. Dann der Schlusssatz: "Ja, und morgen, da werdet ihr es schon allein hinbekommen. Weil, wenn es meinem Mann so schlecht geht, da kann ich nicht bei euch rumsitzen." Ich nur noch so: "Naja, da schadet Ablenkung eigentlich nicht. Aber wenn du nicht willst, dann musst du es wissen." Ich bin normal nie patzig, aber da ist mir echt die Hutschnur hochgegangen. Hab es eh in freundlichem Ton gesagt, aber ich bin immer noch sauer. Blöde Kuh!

      Nun aber zurück zu Ostern: Mein Sohn (7) liebt diese Feierei mit allen. Mich kotzt der Tag heute schon an. Ich schufte Karsamstag und Ostersonntag vormittags durch und bis mein Vater den Rücken zerlegt und ich die Beilagen serviert hab, ist nichts mehr da vom Reh, weil sie sich alle schon aufgeladen haben. Mein Mann hilft schon, aber "die Köchin" bin ich. Dann flackt sich Schwiegervater auf die Couch und schnarcht, meine Eltern (wohnen nebenan) verziehen sich und ich sitz mit der Schwiegermutter da und hör mir ihre Storys von der Verwandtschaft an - mein Mann baut zumeist mit dem Großen irgendwelche Ostergeschenke zusammen. Dann richte ich Kuchen, danach Abendessen und dann räum ich 2 Tage zusammen.

      Soll ich mir das wirklich wieder antun? Aber was ist die Alternative? Wegfahren (evtl. würden wir sonst am Ostermontag nach Italien fahren)? Mittags irgendwohin zum Essen? Uns bei Mama einladen (der ists wurscht, mein Bruder kocht auch gern und gut)? Der Rücken liegt schon in der TK-Truhe. Mein Sohn wird halt enttäuscht sein, er freut sich heute schon. Schwierig. Meinem Mann ist - mal wieder - alles recht.

      • (2) 19.03.18 - 16:19

        Es geht mir nicht um die Arbeit an sich und es bringt nichts, wenn ihr mir ratet, dass jeder was mitbringen soll. Darum geht's nicht. Ich mache das alles eigentlich recht gern, koche und richte und tu, aber halt für Leute, die auch Interesse für uns haben. Auch mein Mann beteiligt sich ausreichend, putzt das Haus, trägt die Tische rein, räumt nachher ab, geht mir auch beim Kochen zur Hand. Kuchen mach ich eh mit Oma die Lämmchen und da geht der Biskuitboden auch gleich "mit". Außerdem mag ich das Essen auch so haben, dass es mir schmeckt. Meine Mama bringt für abends eh den Nudelsalat und mein Bruder hilft mir auch gern beim Kochen. Das ist es nicht.

        Sondern dass die Veranstaltung hauptsächlich für die Leute ist, die sich eh nicht für uns interessieren.

        • (3) 19.03.18 - 16:37

          für wen ist das Fest denn hauptsächlich? für euer Kind, oder?

          ich würde es so machen: die anderen laufen mit und das Kind genießt es, dass so viele Leute um ihn rum sind...
          außerdem wissen wir alle nicht, wie lange man in der großen Runde noch feiern kann (so geht es mir...) aber dazu auch ein spannendes Buch von Barbara Bleisch "Warum wir unseren Eltern nichts schulden"

          Desinteresse oder keine Kapazität, sich für andere zu interessieren... das tut immer dann weh, wenn man mehr erwartet. Aber es lebt sich auch ganz gut, wenn man das nicht von den Schwiegereltern erhofft ;-)
          lg

      Hi,
      Du erzählst von meiner Familie oder!?

      Habe nach der letzten Feier jedwede Einladung zu.mir gestrichen.

      Die letzten 2 Weihnachten waren wir last Minute weg ;-)

      Schöne Grüsse
      Marina

      • (5) 19.03.18 - 16:31
        traurig und genervt

        Und wie nehmen es deine Kinder an? Ich mag ja selber gern daheim sein an den Festtagen. Wir sind gläubig und mir ist es wichtig, mit den Kindern die Traditionen zu begehen, in die Kirche zu gehen (grad die Osternacht finde ich sehr berührend und auch mein Großer mag das schon sehr, obwohl er eigentlich nicht gern in die Kirche geht). Mir widerstrebt es irgendwie, da zu "flüchten" WEGEN denen. Aber so wie bisher ists auch nichts. Das weiß ich heut schon, dass es mich ankotzt und ich dann das ungerechterweise meinem Mann auch noch vorwerfe, dass ich wegen seiner Familie, die sich eh nicht interessiert, so viel Arbeit habe, etc. Das verletzt ihn verständlicherweise noch mehr als dass seine Eltern kein Interesse zeigen. Und fair ist es auch nicht.

        Vielleicht doch einfach nur zu Mama?

        • Mach doch einfach nicht so einen Aufriss.

          Und klär mit deiner Schwiegwrmutter mal ordentlich, ob sie diesen Dienstagstermin wirklich will - oder ob sie ja sagt weil sie denkt,dass ihr das erwartet...

        • Einfach nur zur Mama hätte bei uns Knies gegeben, weils einseitig wäre.

          Last Minute gibt's auch in Orten mit Kirchen;-)
          Letztes Jahr hatten wir auch unseren Weihnachtsbaum dabei:-)

          Es war sehr schön und stressfrei!

          Grüsse
          Marina

    Ich würde es mal mit dem Urlaub probieren. Einfach nur deine Familie und du.
    Auch wenn ihr gläubig seid, mal ehrlich, du knechtest da tagelang um die Familie satt zu bekommen und gedankt wird es dir irgendwie doch nicht. Da kommt man ja gar nicht in Osterstimmung.
    Dein Sohn wird enttäuscht sein, weil er es ja nicht anders kennt, dass an den Feiertagen alle beisammen sind. Aber wiederum denke ich, dass er sich über einen schönen Osterurlaub mit Mama und Papa genauso freut.
    Es gibt schöne Plätze, wo man als kleine Familie Urlaub machen kann.

    Vielleicht probiert ihr es einfach mal aus. Für dich vielleicht auch mal ganz entspannend

    (9) 19.03.18 - 16:54

    oder wie wäre es, alles zeitlich im Vorhinein zu begrenzen?
    Zum Beispiel Ostereiersuche im Park oder im Garten mit anschließendem Umtrunk und dann geht wieder jeder?

    oder den Aufwand begrenzen und das leckere Fleisch dann auf den Tisch zu bringen, wenn alle wieder weg sind?

    oder ihr geht zur Mama und du birgst auch etwas mit. dann ist die Arbeit nicht nur bei deinem Bruder und der Mutter

    oder oder oder?

    in jedem Fall: such dir eine Lösung, so dass du ohne Vorwurf deinem Mann gegenüber, weil sich seine Familie nicht gut benimmt, bleiben kannst.

    (10) 19.03.18 - 17:03

    Ich würde es generell anders machen - so würde es bei uns nie klappen, weil meine Geschwister auch alle verheiratet sind und Kinder haben...& Schwiegerfamilien...ebenso hat mein Mann Geschwister und Anhang... Wir machen ein bißchen was mit jedem und ein bißchen was alleine.

    Ich würde beim Essen schon mal keinen so großen Aufriss machen. Eher was, wo ich auch dabei sein kann und genießen kann. Oder nur Kaffee und Kuchen. Oder Frühstück/Brunch.

    Wenn ich allerdings wen einlade, dann weil ich das so möchte. Dieses aufrechnen a la „da bekomme ich nur MaggiZwiebelfleisch“ usw finde ich (gelinde gesagt) lächerlich. Könntest du doch auch so handhaben - aber angeblich kochst du doch gerne und tischst auf.

    Was an der Aufzählung das kurze VegtarierGehabe usw soll erschließt sich mir nicht. Jeder Jeck ist anders.

    Die Dienstagstermine würde ich generell lassen - oder mal ehrlich fragen ob deine Schwiegermutter das so möchte. Verpflichtet ist sie zu nix!
    Und wenn mein Mann im Krankenhaus läge hätte ich auch keine große Lust auf Babysitten - zumal sie sicher weiß das ihr nicht drauf angewiesen seid.

    Hallo!

    So ganz grundsätzlich finde ich es schwierig, eine Oma als "feste" Kinderbetreuung einzuplanen, wenn sie das von sich aus eigentlich gar nicht will. Egal wie alt sie ist oder ob sie da beruflich erfahren ist - im Moment ist es ihr einfach zu viel, da fest eingespannt zu werden, und weil sie wohl nicht ganz offen "nein" sagen will, kommen eben Ausreden.

    Vielleicht solltet ihr als allererstes an der Stelle nachbessern: sie will es eben nicht, und eigentlich geht es dich auch nichts an, warum sie das nicht will. Vielleicht ist sie auch nur heilfroh, nicht mehr jeden Tag von einer Horde Kleinkinder umgeben zu sein und packt das einfach nicht mehr, auch wenn es der liebste Sonnenschein der Welt ist.

    Und offenbar hat sie ja vor 10km Auto fahren so viel Angst, dass sie sogar ihren Mann nicht im Krankenhaus besuchen kann. Das ist ja auch ein Punkt. Wenn sie so viel Angst hat, wie schafft sie es dann, dienstags zu euch zu fahren? Erst recht bei winterlichem Wetter? Ich kann das sogar nachvollziehen, seit einem Unfall bin ich auch echt schisserig geworden, was Autofahren angeht.

    Wegen dem Osteressen: am meisten freut sich euer Sohn, wenn alle kommen. Und es kommt ja nicht nur die Schwiegermutter, sondern auch deren Kinder, die ganz ok sind, und deine Familie. Vielleicht kannst du aber deinen Mann oder deine Eltern bitten, dir diesmal die Schwiegermutter vom Hals zu halten, und ganz laut und deutlich sagen, dass sie dir was aufheben sollten - und vielleicht ein paar Beilagen weniger, die man besser vorbereiten kann. Willst du das Osterfest was vor allem deinem Sohn und Dir so viel bedeutet wirklich verderben, weil du im Moment schlecht auf deine Schwiegermutter zu sprechen bist?

    Und vielleicht kann man ja beim Essen wirklich ein bisschen langsamer treten. Wenn es schon Kuchen gibt, braucht es doch nicht auch noch Dessert, und nach dem Kaffee kann man eigentlich auch alle rauswerfen, wenn deine Eltern dann noch mit euch Abendessen wollen, ok, aber nicht mehr mit der Schwiegerfamilie.

    Entweder, dir macht das ganze Spaß, weil du gern kochst und backst und gutes Essen genießt und es für deinen Sohn schön ist, die große Familie um sich zu haben, dann ist es auch nicht so tragisch, wenn da Leute kommen, die es nicht richtig zu würdigen wissen, dann machst du es weiter.
    Oder es macht dir keinen Spaß, dann würde ich mich nicht verpflichtet fühlen und was anderes machen.

    Geht doch gemeinsam Essen und danach noch zum Kaffee zu Euch oder so.
    Auf jeden Fall würde ich nicht so ein Bohei machen, wir machen Ostern gar nichts besonderes.

    Also mal ganz dreist gesagt: Wenn die buckligen Verwandten alles zsamfressen und der Koche ( also du) nichts mehr abkriegt ( wieso sagt dein Mann hier nichts??) dann finde ich das schon sehr frech.
    Aber kurz und einfach: Wenn du es nicht mehr machen willst lass es doch. Du bist nicht gezwungen.

    Liebe Grüße Ela

    Unsere letzte Familienfeier war eine absolute Katastrophe. 2 Gäste haben sich völlig daneben benommen und den anderen das Fest richtig ( sorry ) versaut. Ich hab dafür stundenlang in ner Küche gestanden, die Stimmung war hin und es wurde fast nichts gegessen. Eine Entschuldigung kam nicht. Im Gegenteil, man war sich keiner Schuld bewusst.
    Wir laden nun nur noch diejenigen ein, die wir wirklich dabei haben möchten. Ist einerseits ungerecht, aber für uns so richtig.

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