Das leidige Thema Arbeit

    • (1) 23.03.18 - 13:13

      Ich bin es irgendwie fast schon Leid, mir immer noch über das Thema den Kopf zu zerbrechen, aber vielleicht finde ich ja hier ein paar objektive Meinungen.

      Mein Mann und ich diskutieren schon seit der Geburt darüber, wie es bei uns beiden beruflich weitergeht. Er ist Ingenieur, arbeitet 35 Stunden in Vollzeit. Ich habe mit der Geburt meiner Tochter mein Studium abgeschlossen und direkt einen Vertrag (für 1 Jahr) in meinem alten Ausbildungsunternehmen bekommen. In diesem Jahr nehme ich gerade Elternzeit, danach sollte der Vertrag verlängert werden. Mein Mann war bereits 8 Wochen in Elternzeit und bleibt dann nochmal im Sommer 8 Wochen daheim. Ab Oktober sollte es für mich dann in Teizeit, also 20 Stunden weitergehen. Unsere Kleine geht ab August in de Kita. Alles schön und gut. Nur bin ich mit der ganzen Vereinbarung nicht glüklich. Mein Mann wollte erst, dass ich 3 Jahre bis zum KiGa zuhause bleibe, zum Glüxk habe ich mich durchgesetzt, da ich als Berufsanfnger mit Kind und 3 Jahre ohne Arbeit echte Schwierigkeiten sehe. Deswegen habe ich mich nach vielen Streits dann für die Teiklzeitstelle entschieden, mit der ich zwar beruflich nicht sooo glücklich bin, aber immerhin ein Einstieg ist bzw. ein Weg nicht komplett von meinem Mann abhängig zu sein.

      Naja, nun wurde ich über ein Unternehmen per Xing angeschrieben, die momentan in meiner Stadt Stellen besetzen. Ich dachte nur wow, das ist genau DER Beruf, den ich schon immer wollte. Einzige Hürde: Meine Elternzeit, die Arbeitszeiten und mein Mann. Nach einem ersten Gespräch stellte es sich heraus, dass alles wirklich wie die Faust aufs Auge passt. Junges, dynamisches Unternehmen, Unterstützung von Familien, flexible Arbeitszeiten, Gehalt, Lage, einfach alles! Auch die Elternzeit wäre kein Problem, das Unternehmen möchte auf mich bis Oktober warten. Nur: Ich müsste erstmal 37,5 Stunden arbeiten, erst bei Beförderung, die man nach 1-2 Jahren erwartet, habe ich Anspruch auf Homeoffice. Immerhin gibt es Kernarbeitszeiten von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Mein Mann hat ebenfalls flexible Arbeitszeiten. Meine Idee: Vielleicht kann man das Kita-Hin-und-zurückbringen irgendwie aufteilen. Zum Beispiel, dass er die Kleine um 9.00 Uhr zur Kita bringt, ich um 7.30 Uhr zu arbeiten anfange und um 16 Uhr Feierabend mache und mein Mann bis 18.30 Uhr weiterarbeitet (das macht er zurzeit eh). Naja, davon war er eben gar nicht begeistert.O-Ton: Wir hatten doch vereinbart, dass du in Teilzeit anfängst und dann zum KiGa aufstockst.

      Nur fühle ich mich iin meinem jetzigen Unternehmen gar nicht wohl :-( Die Sparte ist am aussterben, und unser Standort wird bis 2020 geschlossen bzw. mit einem anderen Standort zusammengelegt. Das heißt, dass ich entweder 80 km versetzt werde oder meinen Job verliere, spätestens 2020. Zum anderen macht mir der Verkauf von Postleistungen wenig Spaß. Es ist ganz ok, die Leute sund ganz nett, aber als einzige 26 Jährige unter über 50 Jährigen fühlt man sich einfach niczht soooo wohl. Es ist einfach anders. Mein Mann hat das "Problem" mit dwer alten Belegschaft auch, aber sein Konzern bzw. seine Abteilung hat ständig Praktikanten, Bacheloranden etc. da. Ist bei mir nicht so. Außerdem wurde das Personal von 12 Personen nach 2 Jahren auf 6 Personen reduziert. Es ist in unseren Büros mittlerweile unheimlich ruhig. Ich hab mal eine Pro und Contra Liste gemacht und es spricht momentan echt viel für die neue Stelle. Aber mein Mann ist einfach dagegen. Elternzeit kann er nicht menr nehmen, da dann das Geld fehlt (er verdient deutlich mehr). Stunden reduzieren will er nicht bzw. sagt, dass das als Projektleiter nicht geht. Obwohl die IG Metall das gerade durchgesetzt hat, dass man 28 Stunden/Woche als Vater/Mutter arbeiten darf. Zumal das auch nur für 1-2 Jahre wäre und ich dann von Zuhause arbeiten würde, wenn ich die neue Stelle annehme.

      Meine Pro/Con-Liste:

      Alter Arbeitgeber:
      +Arbeitszeit von 20 h/Woche (mehr Zeit für unsere Tochter und so Fremdbetreuung nur für 4-5 Stunden am Tag)
      +Weniger Stress, da sowieso undynamisches Unternehmen und Kenntnis durch Ausbildung vorhanden
      +Bezahlung ist ganz gut
      -fester Arbeitsbeginn, keine Flexibilität
      +Homeoffice nicht möglich (d.h. später in Vollzeit bin ich den ganzen Tag nicht Zuhause, wenn die Kleine in die KiGa/Schule geht)
      -Unsicherheit bezüglich Arbeitsort/-stelle falls Standort dicht gemacht wird
      -keinen Spaß an der Arbeit (ältere Kollegen, wenig Leidenschaft für das Produkt)
      -keine Entwicklungsmöglichkeiten, Seminare werden erst bei Kundenverantwortung angeboten, die ich nicht habe in TZ

      Neues Unternehmen
      +Flexible Arbeitszeiten, Kernarbeitszeit von 10 - 16 Uhr
      +Homeoffice ab 1-2 Jahre oder früher bei Beförderung möglich (langfristig für die Kleine Zuhause)
      +Leidenschaft für den Beruf
      +unglaublich modernes Unternehmen, Duz-Kultur, sozial engagiert, international
      +Wechsel an andere Standorte weltweit möglich (mein Mann und ich wollten sowieso mal auswandern)
      +junges Team, in meinem Alter
      +Standort passt auch super, 15 min von Zuhause und Kita entfernt
      +wachsendes Unternehmen/Branche
      +persönliche Förderung, ich hätte ab Tag 1 einen Mentor und Weiterentwicklungsprogramm
      -leider ist ein Einstieg in TZ nicht möglich, unsere Tochter wäre dann ganztags fremdbetreut, zumindest bis zum KiGa bestimmt 7-8 Stunden/Tag
      -mehr "Stress" zumindest zu Beginn, da neuer Job

      Das Unternehmen wollte mich nach dem Telefoninterview zum Vorstellungsgespräch einladen,, ich soll mich aber übers Wochenende noch mit meinem Mann austauschen, wie wir die Arbeit z.B. bei Krankheit der Kleinen regeln wollen.
      Klar ist, dass es nicht sooo toll ist, dass die Kleine mit 1 Jahr schon ganztags fremdbetreut wird, aber ich sehe auch lagfristig mehr Möglichkeiten, sowohl für mich persönlich, unsere Familie und die Kleine, wenn sie mit 2-3 Jahren ihre Mama Zuhause im Homeoffice hat, anstatt Vollzeit auf der Arbeit, Und das langfristig! Aber mein Mann versteht meine Argumentation nicht. Für ihn ist es keine Option zurückzustecken, es geht ja nicht, er verdient ja eh mehr, für mich ist es einfacher in TZ zu arbeiten usw. #zitter

      Wie seht ihr das? Wie würdet ihr das machen? Und wie macht ihr eurem Mann klar, dass 1-2 Jahre Fremjdbetreuung besswer ist, als jahrelang in Vollzeit zu arbeiten und weg zu sein, wenn sie z.B. von der Schule nachhause kommt. Oderlieber doch 2 Jahre warten und hoffen, einen vergkleichbaren Job anzunehmen und den alten zu behalten (da hab ich aber übrigens auch noch keinen Anschlussvertrag). Hilfeee#augen

      • Fremdbetreuung ab 1 Jahr ist nicht schlimm fürs Kind, das sind eher die Mütter, die sich das schlimm vorstellen. Normal merken die Kleinen nicht mal wie lange das ist, weil sie ihre Freunde da haben und sie so viel machen können. ;-)
        Und ich finde es total okay, dass Bringen und Abholen aufzuteilen, habe ich mit meinem Ex damals auch gemacht. Ist schließlich auch sein Kind.
        Ich würde den neuen Job annehmen, so eine Chance kommt so schnell vielleicht nicht wieder und auch du sollst ja glücklich sein und nicht nur der Vater. Finanzielle Gründe anzuführen, finde ich doof von ihm. Ist doch egal wer mehr verdient, darum geht es überhaupt nicht. Ich finde er argumentiert hier recht egoistisch und nach alten Rollenvorstellungen.

        • Alte Rollenvortellungen, du sagst es! Aber wie überzeuge ich ihn?

          • Auf jeden Fall deutlich machen, dass du den neuen Job machen möchtest, auch wenn er nicht einverstanden ist. Und dass sich Lebensplanungen nun mal ändern, wenn sich eine günstige Gelegenheit ergibt. Er kann ja nicht auf Teilzeit bestehen nur weil das vor ein paar Monaten noch so geplant war. Jetzt hast du halt diese Möglichkeit und die solltest du auch wahrnehmen. Und ich bin sicher, wenn er in der Situation wäre, würde er auch den neuen Job wählen.
            Wir sind im 21. Jahrhundert und jeder Elternteil hat die Möglichkeit sich zu verwirklichen und das Kind dabei trotzdem im Blickfeld zu behalten. Er muss sich da halt auch einbringen und nicht einfach sagen, "Nö, will ich nicht." Er ist erwachsen und kein bockiges Kleinkind. ;-)

            • Ja da gebe ich dir schon Recht. Er sagt aber, dass Entscheidungen als Familie gemeinsam gefällt werden und er auch nicht einfach im Ausland arbeitet, wenn ich das nicht will. Auch meint er, dass ich total egoistisch bin und nur an mich denke, wenn ich Vollzeit arbeite und nicht an die Familie. Das macht schon ein schlechtes Gewissen #schwitz#schock

                • Außerdem ist zwischen im Ausland arbeiten und Vollzeit arbeiten ja wohl ein gehöriger Unterschied.
                  Klar müssen bestimmte Dinge in einer Familie besprochen werden, aber was er tut ist dir deine Karriere verbauen, weil er etwas nicht will und nicht bereit ist seinen Anteil zu leisten.

                  • Haha ja schon... Das mit der Karriere verhauen hab ich auch schon gebracht, da war er richtig sauer. Ich kann ja auch noch in 3 Jahren Karriere machen und wäre so pessimistisch, wenn ich glaube dass das dann eben schwieriger wird #klatsch Aber im Gegensatz zu mir bleibt er kein Jahr zuhause, sondern arbeitet auch als abends nach 19 Uhr von Zuhause aus oder am Wochenende, ohne dass die Zeit je von der Firma erfasst wird. Und wenn ich was dazu sag, dass das so unbezahlt nicht ok ist, dann bin ich die dumme... Er arbeitet eh immer bis 19 Uhr und ich soll daheim bleiben und mich um alles kümmern. Er ist auch gegen Vollzeitarbeit, da er weiß dass der Haushalt eben mal öfter liegen bleibt - ene Putzfrau will er nicht (jemand Fremdes im Haus). Wie bekehrt man so einen Mann? Einfach machen? Er hat schon mal im Streit gesagt, dass wenn ich Vollzeit arbeiten gehe, dass er sich von mir trennt #schock

                    • Da hast du ja nen tollen Partner gefunden. Klingt jetzt böse, aber bei seinen Äußerungen wäre ich keine Ehe eingegangen und hätte auch kein Kind bekommen.
                      Und was Karriere auch in 3 Jahren angeht: dann kann er ja gerne mal 3 Jahre Zuhause bleiben und schauen was dann noch möglich ist.
                      Warum muss unbedingt die Frau Zuhause bleiben und sich komplett um alles kümmern. Das ist absoluter Quark und würde bei mir dazu führen, dass ich die Konsequenzen ziehen würde. So ein Mann wäre für mich nichts und total unsexy.

                    Ganz ehrlich, mit netten Worten kommst Du bei dem Sturkopf ja nun nicht weiter. Er fühlt sich 100% im Recht und sieht überhaupt nicht ein, auch nur den geringsten Kompromiss einzugehen - nicht mal eine Putzfrau, aber selbst im Haushalt mit Anpacken will er auch nicht.

                    Es geht also gar nicht so sehr darum, dass Du Teilzeit arbeiten sollst, um qualitativ hochwertige Zeit mit eurer Tochter zu verbringen, sondern das Kind soll schön brav sich still beschäftigen oder doch länger in der Kita sein, damit du derweil putzen, waschen, kochen und seine Hemden bügeln kannst. Das kostet ja auch Zeit, die man nicht sinnvoll mit dem Kind nutzen kann.

                    Wenn das Kind in der Kita essen kann, und ihr beide Mittags nicht daheim seid, gibt es halt Abends nur ein Käsebrot, und die Wohnung wird auch nicht besonders dreckig, wenn keiner zu Hause ist. Da würde also auch so weniger an Hausarbeit anfallen - aber natürlich dürftest du da erwarten, dass er mit anpackt. und darauf hat er wohl wenig Bock.

                    Kindern ist meistens gar nicht so wichtig, wie lange genau sie in der Kita sind, solange sie nicht als letztes noch da sind, wenn alle anderen längst weg wären. Das könntet ihr dank flexiblen Zeiten ja locker umgehen. Dein Mann müsste die Kleine nur vor der Arbeit in die Kita bringen, und du fängst sehr früh an zu arbeiten und holst sie dann zeitig ab. Das ist also echt nur vorgeschoben, dass es dabei um das Wohl des Kindes geht.

                    Bitte was?! Wenn er dir wegen so einer Kleinigkeit wie einer Vollzeitstelle, die in absehbarer Zeit teilweise in Homeoffice erledigt werden kann, droht, sich von dir zu trennen, dann musst du dich unabhängig von ihm machen! Auch wenn es im Streit war, dass er überhaupt auf so eine Idee kommt, würde mir echt zu denken geben!
                    Am besten sagst du ihm das! Du kannst dich nicht abhängig von ihm machen, weil er ja schon an Trennung denkt, wenn du nicht machst, was er will...

            (13) 23.03.18 - 20:09

            Dann frag ihn doch mal, ob es nicht egoistisch von ihm ist, dir eine gute Chance nicht zugestehen zu wollen.
            Er ist der Vater, du die Mutter, aus welchem Grund genau ist es zwingend notwendig, dass du zurücksteckst. Genauso gut kann er einen Teil der Betreuung und der Aufgaben übernehmen.

            (14) 27.03.18 - 08:03

            Würdest du denn im Ausland arbeiten, ohne ihn vorher zu fragen? ;-)

            • (15) 27.03.18 - 08:12

              Nein natürlich nicht, aber er ist auch alle paar Monate 1-2 Wochen im Ausland unterwegs. Muss ich so hinnehmen. Auch dass er wegen „uns“ länger arbeitet und immer erst um 19-20 Uhr heim kommt. So hat er von der Kleinen auch nichts. Da werde ich auch nicht gefragt. Es geht mir ja nur um eins: Teilzeit um 13 Uhr Feierabend machen oder mit Abstimmung mit dem Mann um 15.00 Uhr um die Kleine abzuholen. Wir sind beide zeitlich flexibel, er will aber nicht flexibel sein da es ihm zu stressig ist.

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