Spenderkind als Single?

    • (1) 30.03.18 - 11:01
      in.vivo

      Hallo zusammen,

      ich bin Mitte 30, single, kinderlos. Mit Männern hatte ich bislang nicht viel Glück - vier Beziehungen, seitdem ich 20 bin, die längste dauerte 1,5 Jahre. Dazwischen war ich die meiste Zeit ohne Partner (und nicht unglücklich damit, ich komme gut allein zurecht und hab ein enges Netz aus Familie und Freunden).

      Ich möchte Kinder haben, das wurde mir in den letzten Jahren immer bewusster. Nur wie, ohne Partner?

      Ich bin über die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung gestolpert. Nicht hier in Deutschland, hier geht das ja nicht für alleinstehende Frauen, sondern in Dänemark. Alternativ per "privatem" Samenspender (ein Freund, dem ich davon erzählt habe, hat von sich aus angeboten, leiblicher Vater zu werden).

      Das ist ein großer Schritt. Kennt ihr jemanden, der ihn gegangen ist? Und wie es demjenigen heute geht?

      Ich scheue davor zurück, weil ich nicht weiß, ob das dem Kind gegenüber fair ist. Selber bin ich mit beiden Eltern aufgewachsen, und beide waren gleichermaßen wichtig für mich. Gerade zu meinem Vater hatte ich ein ganz tolles, enges Verhältnis. Eigentlich würde ich mir für mein Kind das auch wünschen.

      Auf der anderen Seite weiß ich, dass es viele Alleinerziehende mit glücklichen Kindern gibt. Die schaffen das ja auch. Aber vielleicht macht es ja doch einen Unterschied, ob der Vater zumindest alle 14 Tage "verfügbar" ist? Meine Kollegin, die AE ist, meinte, ihr Sohn hat immer den Kontakt zu fremden Vätern gesucht, weil ihm doch etwas fehlte..

      Und geldtechnisch ist das ja auch eine Nummer. Ich verdiene extrem durchschnittlich, etwa 3500 brutto, macht ca. 2000 netto. Wenn ich aber mal arbeitslos werden sollte - ich hab schon gelesen, dass Spenderkindern kein UHV zusteht. Irgendwie hab ich Angst davor, die Kosten für ein Kind alleine nicht stemmen zu können. Und die Entscheidung für ein Spenderkind wäre gleichzeitig die Entscheidung gegen Geschwister. Ein Kind lässt sich mit dem Einkommen vielleicht noch händeln, für zwei sehe ich schwarz. Oder kommt mir das nur so vor?

      Jetzt hab ich auch nicht mehr ewig Zeit, mir das zu überlegen..

      Was denkt und meint ihr zu dem Thema? Eure Erfahrungen und Denkanstöße würden mich sehr freuen.

      Viele Grüße!

      • (2) 30.03.18 - 11:06

        Wie gut ist denn der Freund? So gut, dass ihr engen Kontakt haben könntet, er das Kind auch betreut und offiziell Vater ist?
        Das wäre das Beste.

        Ich verdiene ähnlich wie du, kann aber nur Vollzeit arbeiten weil Sohnemann zu 50% vom Vater betreut wird. Ob man da nun vorher zusammen war oder nicht ist ja irrelevant.

        • (3) 30.03.18 - 11:16

          Er ist schon ein guter Freund, aber Kinder kommen in seiner Lebensplanung bisher nicht vor. Es wäre wirklich nur ein Gefallen um meinetwillen. Inzwischen wohnen wir auch einige hundert km voneinander entfernt. Als Betreuender wäre er damit sowieso nicht verfügbar.

          Ja, Vollzeit arbeiten müsste/ wollte ich auch weiterhin.

          (4) 30.03.18 - 11:26
          Anonymous123457869

          Ich habe mit ähnlichem Gehalt 1,5 Jahre getrennt mit unseren beiden kindern vom meinem Mann gelebt. Ich habe von ihm keinen unterhalt haben wollen, es ging. Große Sprünge waren nicht dabei, aber uns hat es auch an nichts gefehlt.

          Je nach dem wie eng das Verhältnis zu dem Freund ist, könnte er als guter Patenonkel und somit als "Männer Kontakt" einspringen.

          Heute gibt es viele Kinder die aus verschiedenen gründen ohne Vater (auch ohne dir 14 Tage Regelung) aufwachsen. Und es heißt ja nicht, dass du für immer alleine bleibst.

          Du musst abwägen wie groß dein Wunsch ist... Meine Tante (führt eine ehe) hat mit Ende 30/Anfang 40 ein Kind haben wollen. Kiwu Klinik inkl und dennoch hat es nicht geklappt. Sie hat auch Jahre später, bei jeder ss im freundes-&Familienkreis damit zu kämpfen.

          Zum Thema spenderkind, weiß ich nur über Ecken, dass im Bekanntenkreis zwei lesbische Paare 3 Kinder haben, die per spritzenmethode entstanden sind. Eisprung bestimmt, Samen im Becher aufgefangen, mit spritze aufgezogen und selbst "eingeführt".
          Wie oft sie das versuchen mussten bis es geklappt hat, weiß ich allerdings nicht

          • (5) 30.03.18 - 11:39

            Genau, ein lesbisches Paar in meinem weiteren Bekanntenkreis ist auf die Art auch Eltern zweier (ganz süßer) Kinder geworden.

            Das Beispiel deiner Tante ist sehr treffend, genau das möchte ich nicht - vor allem, weil ich ja jetzt noch könnte..

            Wenn du mit einem ähnlichen Gehalt zwei Kinder und dich selbst ernährt hast - wie funktionierte das? Konntest du VZ arbeiten, während die Kinder betreut wurden? War ab und zu ein Urlaub drin? Sorry für die neugierigen Nachfragen, ich versuche nur, es mir vorzustellen, wie das praktisch aussieht.

            (6) 30.03.18 - 12:32

            Ich habe das Geld mit einer 75% stelle verdient. Die Zeiten waren gut mit der betreuungszeit der Kinder vereinbarbar.
            Sportverein musste ich nicht zahlen. Theater/ausflugsgeld wurde immer abhängig der Woche von mir oder meinem Mann bezahlt. Klamotten, essen etc haben wir jeder für die Kinder selbst besorgt. Fahrräder wahren in der Zeit nicht fällig. Hätten dann aber eben zusammengespart und gebraucht gekauft werden müssen.
            Ja, wir waren auch im Urlaub, aber wir eine sowieso camper, von daher bewegt sich das in einer anderen Preiskategorien als Flug/hotelurlaub. Trotz allem konnte ich immer ein paar Rücklagen bilden.

            Ich glaube 1 Kind sollte kein Problem sein. Man passt sein leben ja auch immer den Umständen an. Wenn ich überlege, dass wir zu Hause 4 Kinder sind, mein Vater alleinverdiener (schichtarbeiter in der Industrie) war, meine Eltern keinerlei Zuschuss vom Staat bekommen haben, wir trotzdem in Urlaub sind, ein gebrauchtes Haus gekauft haben und eigentlich immer irgendwie unsere wünsche erfüllt bekommen haben (OK ein pony habe ich nicht bekommen, dafür aber ponyhofurlaub)... Mir hat es an nichts gefehlt, weil sie immer Rücklagen gebildet haben, weil sie bescheiden gelebt haben und weil sie geplant haben.

            • (7) 30.03.18 - 16:24

              Danke für deinen Erfahrungsbericht!

              Ja, zurückblickend denke ich auch, dass Kinder früher schließlich auch glücklich groß geworden sind, obwohl keine Reichtümer da waren.
              Ich kann einfach schlecht abschätzen, wie teuer Kinder sind. Mit meinem Gehalt habe ich, nur für mich, ein gutes (nicht konsumreiches, aber das brauche ich auch nicht) Leben und spare auch jeden Monat was an. Ein Kind müsste eigentlich durchzufüttern sein. ;-)

              • (8) 30.03.18 - 20:46

                Hast du mal ausgerechnet wieviel du steuerlich einsparst durch ein Kind? Dir bleibt ja auch mehr netto. Dann gibt es ja auch noch 190 Euro Kindergeld. Sollte locker drin sein, ein Kind von deinem Gehalt durchzufüttern. Zwei würden auch bestimmt satt, da müssten dann kleine Abstriche gemacht werden- aber Urlaub ist auch dann noch drin.

                Lg

                • (9) 30.03.18 - 21:44

                  Das hab ich gar nicht mit einberechnet. Danke für den Hinweis!
                  Was der Brutto-Netto-Rechner ausspuckt, sieht tatsächlich nicht so schlecht aus.
                  Dann bleibt erstmal nur die moralische Frage über. :-)

                  • (10) 31.03.18 - 19:38

                    Ich finde überhaupt nichts unmoralisches an deinem Wunsch. Ich kenne sehr viele Frauen und Männer die ohne Vater aufgewachsen sind- meist Trennungskinder wo der Vater kein Interesse an den Kindern hatte. Die haben keinerlei Erinnerungen und müssen auch noch damit leben das der Vater das Interesse an Mutter und Kind verloren hat. Trotzdem geht es allen gut und sie führen ein schönes Leben.

                    Deinen Wunsch kann ich gut verstehen. Allerdings solltest du bedenken das es kräftig anstrengend ist ein Kind aufzuziehen- ich hab zwei davon und bin auch 35. Manchmal würde ich sie gerne gegen zwei Katzen tauschen. Und ich habe einen Partner und muss nicht Vollzeit arbeiten..

                    Natürlich irgendwie zu schaffen, es gibt so viele Alleinerziehende die da durch müssen. Aber gründlich überlegen sollte man es sich schon. Hast du ein Netzwerk? Familie?

                    • (11) 31.03.18 - 21:10

                      Ja, ich hab hier ein stabiles Netzwerk vor Ort - meine Mutter und ihr Partner leben hier. Beide sind gerade Rentner geworden, sehr aktiv und tatkräftig. Meine Mutter sagt schon seit Jahren, dass sie sich darauf freut, ihre Enkel hüten zu dürfen. Aber klar, die beiden genießen ihren Ruhestand, reisen, sind im Verein und ehrenamtlich aktiv - die will ich auch nicht über Gebühr in Anspruch nehmen. Ich könnte aber jederzeit auf sie zählen.
                      Dazu habe ich hier auch einen langjährigen, gefestigten Freundeskreis (bzw. mehrere kleine), teils schon seit der Schulzeit. Ich stünde nicht alleine da.

                      Aber ja, vor der Aufgabe hab ich tüchtig Respekt. Meine Schwester und ihr Mann sind vor einem halben Jahr zum ersten Mal Eltern geworden. Es ist kräftezehrend und zeitintensiv. Beide kümmern sich zu gleichen Teilen und ganz klasse um die Kleine. Wenn ich mir vorstelle, das alleine zu stemmen... hm. Deshalb frage ich hier auch nach, ich will nicht unvorbereitet ein Abenteuer beginnen, bei dem am Ende schlimmstenfalls ein Kind das Leidtragende ist.

                      • (12) 01.04.18 - 16:02

                        Ich finde das klingt alles ganz durchdacht. An deiner Stelle würde ich mich trauen- es spricht kaum etwas dagegen. Man trägt ja immer das Risiko ein Kind alleine aufzuziehen- du hast gute Voraussetzungen dafür.

                        (13) 01.04.18 - 16:42
                        Anonymous123457869

                        Restpekt vor dieser neuen Aufgabe hat wohl jeder... Egal ob es das erste, zweite oder xte ist. Man wächst damit. Mein Mann war die ersten 8 Wochen beim ersten Kind vor Ort arbeiten, danach bis zum 11. Lebensmonat am anderen Ende der Republik und kam nur alle 1-3 Wochenenden für 2 Tage nach Hause. Ich war quasi auch alleine. Ab und an kam mal meine mum oder meine SIS und sind ne std spazieren gegangen, in der Zeit habe ich meist gelernt.. Es ist gut machbar, vorallem wenn man es eh nicht anders kennt.

                        Ich finde Du gehst das sehr bedacht an und hast gute Eckpfeiler... Hast du mal mit Familie und freunden über dein Vorhaben geredet?

                        Ich würde es wohl an deiner stelle wagen.

      (14) 30.03.18 - 11:22

      hallo,

      ich hätte früher gesagt, dass gegen eine Spende nichts spricht... kürzlich habe ich auf der Mediathek einen Beitrag gesehen, wo eine Ki_Wu Praxis auf die Herausgabe des Namens des Spenders verklagt wurde, weil die inzwischen Erwachsenen, auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater waren.
      Was das psychisch macht, dass man nicht mal erzählen oder ahnen kann, wer der Vater ist... ich meine, solche Geschichten gibt es auch ohne Spende, dass die Mutter nichts über den Erzeuger erzählt... oder dass der Erzeuger verteufelt wird und schlecht gemacht wird...

      es ist echt eine schwierige Entscheidung...

      mir war es wichtig, nur mit einem Mann, den ich liebe... aber das kann man nicht zaubern... und in den oft doch noch stark patriachaischen Gesellschaftsstrukturen frage ich mich aber auch, ob das nicht anders geht... ;-)

      • (15) 30.03.18 - 11:30

        Ja, ich glaube auch, dass es für Kinder wichtig ist, ihre Wurzeln zu kennen.

        Bei den dänischen Samenbanken kann man sich für eine "offene" Spende entscheiden, also für einen Spender, der einwilligt, dass das Kind ihn kennenlernen darf, wenn es 18 ist.
        Das ist besser als nichts.. aber wiegt das die 18 Jahre auf, in denen das Kind nicht wusste, wer er ist?

        Am liebsten wäre mir auch ein Mann, der mich liebt und den ich liebe, bevor wir zusammen eine Familie gründen ;-) aber den kann ich mir halt schlecht backen. Die richtige Beziehung einzugehen, dafür hab ich ja noch den Rest des Lebens, aber für Kinder tickt die Uhr halt.
        Und ja, irgendwie gibt es wenig Alternativmodelle abseits von Vater-Mutter-Kind bzw. komplett alleinerziehend..

    (16) 30.03.18 - 11:24

    Kinder akzeptieren meistens die Situation, in der sie sich befinden. Meine Freundin ist lesbisch und von daher finde ich es normal, sich Spendersamen zu besorgen oder in Holland künstlich befruchten zu lassen. Wichtig für Kinder scheint eher nicht zu sein, eine Mutter und einen Vater zu haben, sondern mehrere Bezugspersonen, die sich auf unterschiedliche Arten um das Kind kümmern. Das können aber auch andere Menschen sein, wie Großeltern. Wenn nur eine Mutter bzw. nur ein Vater für das Kind existieren, dann ist das anscheinend zu einseitig und offenbar versuchen die Kinder das dann eher auszugleichen.

    Meine Lösung wäre also für eine alleinstehende Frau eher die Spendersache, bei der sich ein Vater gleichberechtigt mit um das Kind kümmert. Man gewinnt ja so auch eine Bezugsperson für das Kind dazu.

    • (17) 30.03.18 - 11:45

      Die weitere Bezugsperson finde ich eigentlich ganz wichtig. Auch, wenn einem selber mal was passiert.

      Meine Mutter und ihr Partner leben beide hier im Ort und würden sich sicherlich gerne kümmern - sie sind aber auch schon Mitte 60 und genießen ihren Ruhestand, die beiden würde ich also nicht "fest" einplanen.

      In dem Sinn wäre ein Co-Parenting-Modell vielleicht die klügere Wahl?
      Puh. Das klingt nach einer Herausforderung, ich bin ja schon mit einer 08/15-Beziehung überfordert. #schwitz

(18) 30.03.18 - 15:22

Ein Pflegekind wäre sinnvoller.Du schenkst jemandem ein Leben und bist dann für alles alleine verantwortlich.Und das was du schreibst klingt sehr einseitig,als ob du dir nicht genug Gedanken aus der Kindperspektive gemacht håttest.Und was wenn das Kind krank ist bzw.behindert?Vielleicht passt es dir wenn du Vollzeit arbeitest aber mit dem Kind geht es vielleicht nicht.An deiner Stelle würde ich das Geld für die künstliche Befruchtung in einen geilen Urlaub investieren und mir einen Hund anschaffen.

  • (19) 30.03.18 - 16:35

    Versuchst du gerade, mich zu trollen?

    Inwiefern mache ich mir zu wenig Gedanken aus Kindersicht? Was sollte ich noch bedenken? Kannst du konkret was benennen?

    Vollzeit müsste ich arbeiten, um das Kind und mich zu ernähren, wie du wahrscheinlich gelesen hast. Wenn das nicht ginge, weil das Kind behindert oder krank ist - ja, dann würde ich mich damit arrangieren und für uns beide das Beste aus der Situation machen. Was sonst?

    Ein Pflegekind möchte ich nicht (ganz davon ab, dass ich als Vollzeit berufstätiger Single auch nicht Nr. 1 auf der Wunschliste des Jugendamtes wäre). Wenn ich einen Hund wollte, würde ich nach Hundeerfahrungen fragen. Will ich aber nicht. Und ich finde es auch reichlich daneben, mir dazu zu raten. Als seien Kinder und Hunde austauschbar.

    • (20) 30.03.18 - 19:44
      Reiner Egoismus

      Den Kinderwunsch in allen Ehren, ich halte es allerdings für extrem egoistisch.

      Wenn du eh den ganzen Tag arbeiten willst bzw musst und keinen Vater zum Sitten hast, wozu dann ein Kind?

      Es sind zwei verschiedene Paar Schuh, ob jemand ein Kind bekam und wenigstens die Hoffnung bestand, dass da ein Papa ist oder ob eine Frau mangels Partner wissentlich in Kauf nimmt, dass das Kind keinen Vater haben wird und dann so knapp finanziell ist, dass Mama den lieben langen Tag arbeiten ist.

      Ich selbst bin ohne Vater aufgewachsen. zumindest ab meinem 9. Lebensjahr bestand kein Kontakt mehr. Es geht. Klar, irgendwie immer. Ich habe aber sehr gelitten. Vor allem emotional. Aber auch finanziell. Obwohl es Unterhalt gab und meine Mutter mit zwei abgeschlossenen Ausbildungen ganz gut verdiente, war es extrem knapp. Die Stadt ist teuer... Ich mache es ihr nicht zum Vorwurf. Immerhin dachte sie, mein Vater sei der Richtige. Sie waren verheiratet und bekamen 2 Kinder. Wenn ich mir vorstelle, ich sei wissentlich aus dem Egoismus meiner Mutter gezeugt worden und wäre in der Situation gewesen (Mutter arbeitet viel und Geld ist immer knapp usw) wäre ich echt sauer. Kann ja jeder anders empfinden. Aber ich wäre echt wütend.

      Die lesbischen Freundinnen der anderen waren in Partnerschaften und somit nicht alleine. Eine ganz andere Geschichte...

      Am Ende gibt es leider keinen Elternführerschein. Wenn du schon kein Pflegekind bekämst - wieso willst du es einem anderen antun?

      Einen schönen Abend

      • (21) 30.03.18 - 22:10

        "Es einem anderen antun" klingt irgendwie nach "Höchststrafe für das arme Kind".
        Hm.
        Über Pflegekinder hab ich mich nur kurz informiert, aber Tenor war, dass viele Kinder ein ziemliches Päckchen an "Umweltschädigungen" mitbringen und deshalb intensivste Betreuung brauchen. Und dass deshalb vollzeitarbeitende Pflegeeltern nicht die erste Wahl sind. Das kann ich auch absolut nachvollziehen. Nur, ist das mit einem Kind vergleichbar, das (sofern es gesund zur Welt kommt) diese Intensivbetreuung eben nicht braucht?

        Meine berufliche Situation sieht so aus, dass 100% = 35 Stunden/Woche sind. Das finde ich persönlich noch recht human. Über den Tarifvertrag sind regelmäßige Gehaltssteigerungen inbegriffen.
        Ob und wie lange ich die Stunden reduzieren könnte - müsste ich sehen. Davon ab, ist mir durch den Thread klar geworden, dass es derart knapp vermutlich nicht ist, zumindest nicht mit nur einem Kind. Aber sicher, das hängt auch davon ab, wie man "knapp" definiert.

        Wieso will ich ein Kind, obwohl die Voraussetzungen so doof sind? Keine Ahnung.
        Ich wünsche mir ein Kind. Ganz tief drin. Ich möchte es aufwachsen sehen, möchte es tragen, stillen, seine Kindergartentasche packen, mit ihm im Park Steine sammeln und Rehe füttern, seine tausend Fragen beantworten, es die Welt erleben lassen, mich über sein chaotisches Zimmer ärgern, mich an seinen Fortschritten freuen und es irgendwann mit wehem Herzen in die Welt hinausziehen lassen.
        Ist das egoistisch? Ja, schon. Das stimmt. Kennst du irgendeinen Kinderwunsch, der nicht egoistisch ist?
        Für mich ist die Frage nicht, ob es egoistisch ist, sondern ob es dem Kind schadet.

        Ich nehme deine Worte und deinen Erfahrungsbericht so mit und lasse ihn sacken. Auch das Contra hilft mir weiter. In dem Sinn, danke dafür.

(22) 30.03.18 - 15:43

Leider kann ich Dir weder mit Erfahrungswerten dienen, noch wirklich Tipps geben.

Ich möchte Dir aber sagen, dass ich es eine tolle Voraussetzung für Deine Entscheidung finde, dass Du so reflektiert und überlegt an die Sache herangehst. Du scheinst Dich ja wirklich intensiv über die verschiedenen Möglichkeiten informiert zu haben und versuchst, alle Folgen für Dich und Dein Kind zu bedenken.

Was ich aber dennoch sagen möchte:
Ein Kind liebt man normalerweise so sehr, dass Geld, persönliche Wünsche, etc. in den Hintergrund treten. Ganz bestimmt kannst Du mit einem Kind so leben, dass Du damit glücklich bist. Gegen ein Einzelkind spricht doch auch nichts, wenn das nun eben anders nicht möglich ist.
Kinder, die ohne Vater aufwachsen, können selbstverständlich auch glücklich sein! Familie ist, wo Liebe ist - das habe ich mal gelesen und finde, das sagt alles aus.

Ich wünsche Dir den Mut, Deinen eigenen Weg zu finden und zu gehen.

  • (23) 30.03.18 - 16:48

    Vielen Dank für deine aufmunternden Worte! Ja, den Weg versuche ich gerade zu finden.. ;-)

    Wahrscheinlich mache ich mir wirklich zu viel Gedanken um die Finanzen. Ich kann nur schwer abschätzen, was ein Kind wirklich braucht, was es kostet.. da will ich mich nicht komplett vertun. #schwitz Und wahrscheinlich fühl ich mich auch verpflichtet, dem Kind zumindest finanziell alles Notwendige bieten zu können, wenn ich ihm schon keinen Vater bieten kann. Also - von übertriebenem Konsum halte ich nichts, aber von geplanter Armut halt auch nicht.

    Geschwister finde ich schön, weil ich selber welche hab. Aber sicher sind Einzelkinder genauso glücklich. Man muss halt schauen, was für einen selber passt.
    Das finde ich hoffentlich gerade heraus..

    • (24) 30.03.18 - 18:08

      Letztlich kann man ohnehin nicht sagen, wie teuer genau ein Kind ist. Es wird eben alles teuer: größere Wohnung, evtl. ein anderes Auto, Urlaube nur noch zu Ferienzeiten (= Hochsaison), etc. Von den direkten Kosten für Essen, Kleidung, Spielzeug, Sportverein, Musikinstrument, Schulsachen, Klassenreisen, etc. mal ganz abgesehen. Und natürlich sind die Bedürfnisse auch unterschiedlich.
      Aber: soooo viele Menschen haben Kinder und Du verdienst Dein eigenes Geld, das bestimmt auch für zwei reicht. Das Leben mit Kind ist natürlich unvergleichlich anstrengender als ohne, aber für all diese wunderschönen Momente und das unvergleichliche Zusammengehörigkeitsgefühl würde ich es wohl in Deiner Situation wagen.

      Und natürlich wäre es schön, ein Kind MIT Vater großzuziehen, aber wer verspricht Dir dies, wenn Du jetzt einen tollen Mann kennenlernst, ein Kind mit ihm bekommt und dann passiert wer weiß was? Tod des Partners, Unfall, Ende der Beziehung, Arbeitslosigkeit, was auch immer? Dann schaffst Du Dein Kind ja auch nicht wieder ab, oder?

      • (25) 30.03.18 - 18:39

        Nein, da hast du Recht. Auch eine glückliche Partnerschaft kann plötzlich enden.
        Vielleicht mache ich mir so viele Gedanken, weil es ja noch immer nicht der "Norm" entspricht, ein Kind ohne Partner zu planen.
        Aber... auf die Partnerschaft kann ich verzichten. Auf ein Kind? Eher nicht. Sagt mein Bauchgefühl.

        Den Satz, dass du es in meiner Situation wohl wagen würdest - den hab ich mir grad dreimal durchgelesen. Der macht Mut. Danke!

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