Spenderkind als Single? Seite: 2

      • (26) 30.03.18 - 18:27

        Und dein „Spenderfreund“ und du seid euch über die Konsequenzen wirklich sicher?

        Das er damit Unterhaltspflichtig wird, er ein Umgangsrecht hat. Er also „vollwertiger Vater“ wird? Er theoretisch also auch das Sorgerecht einklagen kann?

        • (27) 30.03.18 - 18:32

          Nein, das wäre nicht das Ziel. Zumindest nicht nach dem ersten Gespräch.
          Wenn es "samenspenderähnlich" abläuft, dann wird er nicht in der Geburtsurkunde eingetragen. Denke ich zumindest, da muss ich mich noch schlau machen. Ich würde keinen Unterhalt von ihm fordern, selbstverständlich auch keinen Unterhaltsvorschuss vom Staat, und hätte das alleinige Sorgerecht.
          So wäre es bei einer regulären Samenspende ja auch.

          Mit seiner Beteiligung wäre es ein Co-Parenting-Modell. Grundsätzlich könnte ich mir das zwar vorstellen, aber er wohl nicht.

      (28) 30.03.18 - 21:04

      Ich denke so ziemlich jedes Kind/jeder Mensch, der auf die Welt gesetzt wurde ist froh darüber, auch wenn die Familienverhältnisse nicht "perfekt" sind. Und wer weiß, welche positive Rolle dein Kind (falls es entsteht) auf dieser Welt spielen kann. Ich glaube auch, dass es für ein Kind einfacher ist einen "nicht existenten" Vater zu haben, als einen, der es verstoßen hat. Ich kenne Adoptivkinder, die ihre Wurzeln nicht kennen. Natürlich war das nicht leicht für sie, aber aus ihnen sind glückliche, wertvolle, Menschen geworden! Wenn dein Kinderwunsch so stark ist: geh ihm nach! Eine männliche Bezugsperson kann auch jemand anderes als der Vater des Kindes sein! Ich habe Freunde mit Kindern die beide Vollzeit arbeiten...alleinerziehend sein stell ich mir schwer vor, aber vielleicht hast du ja familiäre Unterstützung, oder über den Freundeskreis, kannst dich mit anderen Alleinerziehenden zusammen tun. Lieber alleinerziehend als unglücklich ob des unerfüllten Kinderwunsches!

      • (29) 31.03.18 - 00:17

        Auf familiäre Unterstützung könnte ich zählen, ja. Und gute Freunde habe ich auch.
        Meine Familie ist in mehrerlei Hinsicht ein bisschen "ungewöhnlich", deshalb ist da generell mehr Verständnis für.. alternative Lebensformen, so würde ich es mal sagen.
        Ich glaube halt, dass ich es eher bereuen würde, kein Kind zu haben, als dem Kind zu erklären, wie es entstanden ist.

        Danke für deine mutmachenden Worte. Ich nehme sie und die anderen Beiträge aus dem Thread mit und lasse sie mir noch einmal durch den Kopf gehen.

    (30) 31.03.18 - 07:55

    Hallo,

    Ich war vor einigen Jahren an einem ähnlichen Punkt wie du. Seit Jahren Single, letzte Beziehung gradios gescheitert danach nur noch Nieten gezogen. Über 30, und ich wusste definitiv das ich ohne Kind(er) nicht leben will. Mein Einkommen war etwa so wie bei dir.

    Ich hatte für mich entschieden das ich (sollte sich meine Situation bis 35 nicht geändert haben) eben alleine ein Kind bekomme. Ich habe mich umfassend über die Möglichkeiten informiert, und wäre ggf nach Holland oder Dänemark gegangen.

    Ein guter Freund von mir hatte sich auch angeboten. Wir kennen uns seit vielen Jahren, waren früher sogar mal ein Paar und schätzen uns sehr. Unterhalt hätte er gezahlt (finanziell geht es ihm sehr gut), Vaterschaft auch anerkannt, aber praktische Unterstützung wäre wohl schwer gewesen (er arbeitet extrem viel, und lebt eher so in seiner eigenen Welt).

    Es kam anders. Ich bin seit fast fünf Jahren mit meinem Mann zusammen, seit letzten Herbst auch verheiratet. Unser Sohn kam einen Monat nach meinem 35. Geburtstag auf die Welt, und wir erwarten im Oktober unser zweites Kind. Tja. So kann es gehen. Darauf hätte ich allerdings nicht gewettet.

    Ich kann dir nur von mir berichten. Ja, ich hätte alleine ein Kind bekommen. Zur Not von einem Spender. Weil ich 100% weiss das ich mich mit Kinderlosigkeit nicht auf Dauer abgefunden hätte. Und nicht bis in alle Ewigkeit auf den „Richtigen“ gewartet hätte, der vielleicht nie kommt oder dann wenn ich keine Kinder mehr bekommen kann.

    Ich kann dir allerdings auch sagen- die erste Zeit mit einem Baby ist hart wenn man gar keine Hilfe hat. Ich war sehr, sehr froh meinen Mann zu haben der mich unterstützen konnte und wollte. Allerdings kann man sich natürlich auch im Vorfeld anderweitig Hilfe organisieren (Wellcome Programm, Hebamme, Babysitter, Müttergruppen von Alleinerziehenden etc).

    Und zum Thema „wie geht es dem Kind ohne Papa?“- tja, wie? Wieviele Kinder werden ohne Vater gross weil sich der Erzeuger aus dem Staub gemacht hat und nichts von seinen Kindern wissen will? Sie verleugnet, ignoriert und sich vor der Verantwortung drückt? Und diese Kinder werden auch gross. Wichtig ist eine konstante, liebevolle Bezugsperson. Meiner Meinung nach.

    • (31) 31.03.18 - 21:19

      Danke für deinen Bericht! Es ist echt erleichternd, zu lesen, dass ich nicht die Einzige mit diesen Gedanken bzw. diesem Problem bin.
      Vor der ersten Zeit mit Baby habe ich auch Respekt. Die Situation geht ganz schön an die Substanz, wenn man hier so querliest. Ich würde mich auf jeden Fall informieren, welche Hilfen und Entlastung hier vor Ort angeboten werden, über Familie/Freunde hinaus.

(32) 31.03.18 - 09:34

Hier, ähnliches Gehalt, ein Kind, null Unterstützung vom Kindsvater, tolle Mietwohnung, einmal im Jahr Urlaub möglich. Vom KV bin ich seit kurz nach der Geburt getrennt. Das Babyjahr war angenehm weil du dir deine Zeit selbst einteilen kannst, danach benötigt man gute Kinderbetreuung.

Hast du Familie vor Ort? Kinderbetreuung kann auch recht teuer werden, vor allem für Kinder U3. Ich hätte glücklicherweise einen AG, der die Kosten anteilig übernommen hat.

Erst mit der Schulbetreuung wäre ich ins Rudern gekommen wenn mein Papa nicht Frührentner wäre. Die Schulbetreuung ist nicht so gut abgedeckt wie die Kita- bzw. Kindergartenbetreuung. Ist natürlich unterschiedlich und hängt auch davon ab, ob du ländlich wohnst oder auf der Stadt. Es gibt aber noch mehrere Optionen - andere Eltern, Leihomas oder Tagesmutter die man bei fehlender Betreuung fragen bzw. organisieren kann.

Noch was: Ich arbeite seit Jahren, auch mit therapeutischer Hilfe, daran, irgendwann auch mal eine feste und längere Beziehung eingehen zu können. Das war/ist auch mein Problem. Bis jetzt habe ich mich nicht getraut, mein Kind wird dieses Jahr 8. Ich sehe das noch entspannt. Allerdings wird mein Kind auch irgendwann mal flüge.

Vielleicht hilft dir mein Erfahrungsbericht bei deiner Entscheidung. Du solltest auf jeden Fall selbständig und mutig sein, entscheidungsfreudig und auch realistisch. Manche Zeiten sind hart, aber das sind sie bei Paaren mit Kindern auch. Bereut habe ich mein Kind nicht. Im Gegenteil, es bereichert mein Leben in jeder Phase seines Lebens.

  • (33) 31.03.18 - 21:30

    Ja, ich hab Familie vor Ort. Freunde auch. Die Kinderbetreuung ist, typisch Westen, ausbaufähig, aber zumindest keine Vollkatastrophe.

    Was meine Bindungsängste angeht.. tja, da sollte ich wirklich mal dran arbeiten. Ich weiß in etwa, woher es kommt, aber eben nicht, wie ich es abstelle. Zumindest sind meine sozialen Beziehungen sonst nicht beeinträchtigt.

    Dein Bericht hilft mir auf jeden Fall! Es ist gut, dass du so realitätsnah davon berichtest, wo es hapern kann und warum es sich trotzdem lohnt. Danke!

(34) 31.03.18 - 11:29

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Co-Parenting
Wäre das was für Dich? Deinen Bekannten würde ich nicht dazu heran ziehen ausser er will effektiv am Leben des Kindes teilhaben und es mitfinanzieren. Ansonsten fände ich die Idee mit der Samenbank ganz interessant. Würde mich aber wegen der rechtlichen Seite beraten lassen.
Als Alleinerziehende musst Du schon damit rechnen das Du nicht mehr 40 Stunden arbeiten kannst...

  • (35) 31.03.18 - 21:35

    Co-Parenting finde ich als Idee ganz klasse und für das Kind sicherlich eine Bereicherung, wenn zwei Bezugspersonen da sind statt einer.
    Ich stelle es mir nur schwierig vor, hier vor Ort jemanden zu finden, der dafür bereit ist. Ich lebe ländlich, nicht komplett in der Pampa, aber halt in einer Kleinstadt.

    Warum würdest du den Bekannten außen vor lassen, was sind da deine Bedenken?

    Vollzeit sind bei mir 35 Stunden. Stunden zu reduzieren, war zumindest für meine alleinerziehende Kollegin kein Problem. Sie arbeitet 30, seitdem ihre Jüngste ein Jahr alt ist. Ich müsste mir ausrechnen, wieviel ich arbeiten muss, um uns beide zu finanzieren, und damit abgleichen, was für das Kind vertretbar ist. Wie gesagt, auf UHV hätte mein Kind ja keinen Anspruch. In sofern muss ich gucken, was da machbar und realistisch ist.

Eine gute Bekannte von uns hat sich selbst mit dem Sperma ihres besten Freundes befruchtet. Dank ihrer medizinischen Ausbildung und ihres Zugangs zu geeigneten Utensilien dürfte sie im Prinzip zum Selbstkostenpreis das gemacht haben, was in dänischen Kliniken sonst gemacht wird.

Die beiden haben damals vorgängig Vereinbarung getroffen, dass das Kind bei ihr aufwächst und er quasi der Onkel ist, der immer mal vorbeikommt. Es hat sich herausgestellt, dass es dann doch etwas anderes ist, wenn das Kind dann da ist, meine persönliche Vermutung ist auch, dass von seiner Seite die unausgesprochene Hoffnung bestand, irgendwann mehr als der beste Freund zu sein. Das persönliche Verhältnis zwischen den Beiden ist vollkommen zerstört, sie verkehren nur noch über Behörden, immerhin ist auf beiden Seiten genügend Geld da, damit ist wenigstens diese Seite abgedeckt.

Der Sohn kommt demnächst in die erste Klasse, er ist ein aufgeweckter, gesunder Junge. Ich bin halt zwiegespalten. Auf der einen Seite ist der besagte Junge, dem es gut geht und der altersgerecht entwickelt ist, auf der anderen Seite vor allem auf der Seite des biologischen Vaters ein an die Wand gefahrener Lebensentwurf. Beste Freundin verloren, sieht seinen Sohn nie etc. Ich selber würde es einem anderen Mann eher nicht anraten, vor allem dann nicht, wenn er insgeheim noch irgendwelche Hoffnungen hat, der Frau dadurch näher zu kommen.

  • (37) 31.03.18 - 21:40

    Ohje, das klingt ja wirklich nicht schön.
    Bei der Vorgeschichte kann ich verstehen, wenn du anderen Männern davon abrätst.

    Spontan und aus dem Bauch raus würde ich ausschließen, dass mein Freund da Hintergedanken hat. Wir kennen uns lange genug, um zu wissen, dass zwischen uns nichts funkt. Aber ich sollte vielleicht noch mal ein ehrliches Gespräch mit ihm über das Thema führen, um sicherzugehen, dass er weiß, was das bedeuten würde. Wenn er dann einen Rückzieher macht, wäre ich ihm nicht böse.

    Den Vorteil sehe ich, wie deine Bekannte, darin, dass das Kind wüsste, wer sein Vater ist.

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