Vor 60 Jahren

    • (1) 09.04.18 - 23:39

      Hab ich gerade bei meiner Mutter in einem Ratgeber für Ehefrauen gefunden.
      Der Knaller, besonders der letzte Satz: eine gute Ehefrau weiß stets wo ihr Platz ist.#schock
      Kaum zu glauben was vor gerade mal 60 Jahren hier in Deutschland für eine Rolle für Frauen vorgesehen war.
      Da wundert es mich nicht, dass meine Mutter so ihre Probleme hat mit meiner Einstellung zu Familie, Beruf und Partnerschaft.

      • (2) 10.04.18 - 00:02

        Ja, echt gruselig, im Jahre 1955. Und dann hat es nochmal 20 Jahre gedauert, bis eine Frau selbst ein Konto eröffnen durfte und ohne Einverständnis ihres Mannes arbeiten gehen konnte.....
        Sollte manch einer sich mal mal vor Augen führen, der immer über die „zurückgebliebenen“ Staaten ohne Frauenrechte schimpft. Ist bei uns auch noch nicht lange her und es ist ja auch noch immer genug zu tun.
        Umso erstaunlicher, daß sich auch heute noch so viele Frauen ganz freiwillig in Abhängigheit zu ihrem Mann begeben #klatsch

        Das hat mir heute noch meine Kollegin vorgelesen. Geht wohl gerade per Whatsapp rum. Welch Zufall, dass du es heute bei deiner Mutter gefunden hast. 😜

        Dieser Ausschnitt ist doch allgemein bekannt. Hat mir letztens noch jemand zum Schmunzeln über Whatsapp geschickt.
        Ja, so war das nunmal. Auch wenn zu der Zeit viele Familien schon fortschrittlicher war, ist es nunmal Tatsache, dass die Rolle der Frau so definiert war. Und auch wenn es sicher viele Probleme und unglückliche Ehen gegeben hat, denke ich, dass viele Frauen mit ihrer Rolle und der Sicherheit, die diese beinhaltete, gar nicht so unzufrieden waren.

      • Aber nur in Westdeutschland 😉

        Der Osten brauchte die Arbeitskraft der Frauen. Da war es ganz normal, dass die einen Job hatten, dadurch Unabhängigkeit und sich einfach scheiden ließen, wenn es nicht lief in der Ehe. Kinderbetreuung war eh gewährleistet...

        Meine Oma (Jahrgang 32) hat 3 Kinder und immer Vollzeit gearbeitet - als Schweinebesamerin 🙈. Meine Mutter ist Lehrerin und hat auch immer voll gearbeitet. Ich kenne das gar nicht anders.

        • (6) 10.04.18 - 09:10

          jaja, im Osten war alles Besser .
          Vor und nach dem Krieg haben auch im Westen die Frauen gearbeitet und diese Werbefrauen, die gerade durch Whats app geister gab es auch, genauso wie es Fliesband Arbeiterinnen gab, Lehrerinnen, etc.

          Und übrigens, Hausfrauen gibt es auch heute noch, die ihren Job lieben und sehr gerne für die Familie Vollzeit tätig sind...ist aber bei Urbia ein verpönter "Beruf".

          lg
          lisa

          • (7) 10.04.18 - 10:27

            "Und übrigens, Hausfrauen gibt es auch heute noch, die ihren Job lieben und sehr gerne für die Familie Vollzeit tätig sind...ist aber bei Urbia ein verpönter "Beruf"."

            Komisch, dass es (viele) Frauen gibt, die sowohl beide Seiten, also Job und Familie, zu 100% wuppen können und häufig auch noch allein erziehend sind. Solche Frauen verdienen meinen Respekt. Bei 3/4 Kindern aufwärts kann eine Frau wegen mir zu 1000% Hausfrau sein. Darunter ruht sich eine Frau zu sehr auf ihre Mutter- und Hausfrauen-Rolle aus, wenn sie vorgibt, nicht arbeiten gehen zu können,

            Und ja, was die arbeitende Frau in der DDR angeht, war die ostdeutsche um einiges fortschrittlicher. Damals sind fast alle Mamas arbeiten gegangen. Die, die nicht arbeiten gegangen sind, hatten echte gesundheitliche Probleme. Damals wurde aber auch jedes Kind in Kigas, Krippen und vor und nach der Schule betreut, wenn es nötig war. Es gab Haushaltstage für Mütter. Sie wurden nicht schief angeschaut, wenn mal ein Kind schon wieder krank war. Man kann viel über die DDR schimpfen, aber gerade in diesem Bereich war die DDR sehr sozial. Da kann sich das heutige Deutschland einiges abgucken.

            • (8) 10.04.18 - 11:18

              "Komisch, dass es (viele) Frauen gibt, die sowohl beide Seiten, also Job und Familie, zu 100% wuppen können und häufig auch noch allein erziehend sind"

              Warum komisch? Diese Frauen verdienen natürlich meinen Respekt, haben auch auch mein ganzes Mitgefühl. Denn 100% wuppen funktioniert vielleicht in Ausnahmefallen, in der Realität kommt doch trotz des Stresses fast immer etwas zu kurz.
              Es mag gehen, aber ob es erstrebenswert ist?

              Das System in der DDR, dabei vorallem die Tatsache, dass ich meine Kinder gezwungenermaßen quasi schon ab dem Babyalter vom Staat erziehen lassen musste, finde ich erschreckend.
              Außerdem mögen die Frrauen im osten berufstätig gewesen sein, gleichberechtigt waren sie aber nicht.

              • Hallo,

                du musstest dein Kind auch in der DDR nicht gezwungenermaßen vom Staat erziehen lassen. Du hättest auch zu Hause bleiben können.
                Es wäre definitiv niemand gekommen, der dich an den Haaren zur Arbeit geschleift hätte. In meinem persönlichen Umfeld (bin Jahrgang 1971 und in der ehemaligen DDR aufgewachsen) gab es auch eine Hausfrau - ein absoluter Exot damals. Ihre Kinder waren immer "Mittags"-kinder, weil Mutti sie schon mittags abholen konnte. Ansonsten war alles easy. Wir waren Freunde, ich konnte keinen Unterschied zu meinen Eltern feststellen. Ok, vielleicht war dort der Fußboden besser geputzt oder es gab mehr selbstgebackenen Kuchen. Das kann ich heute nicht mehr sagen.
                Im Übrigen hat sich der Vater meiner Freundin aus besagter Familie einige Jahre später scheiden lassen, weil er sich in seine Arbeitskollegin verliebt hat.

                Wieso bist du der Meinung, dass die Frauen in der ehemaligen DDR nicht gleichberechtigt waren?

                LG

                Nici

                • "Wieso bist du der Meinung, dass die Frauen in der ehemaligen DDR nicht gleichberechtigt waren?"
                  Jedenfalls nicht gleichberechtigter als die Frauen in der BRD.
                  Oder waren sie gleich bezahlt und hatten Führungspositionen inne? Wer hat in der DDR Karriere gemacht? Und wer Politik?
                  Wer hat in der Regel den Großteil der Hausarbeit erledigt? Natürlich mag es hüben wie drüben auch Männer gegeben haben, die auch zu Hause ordentlich mit angepackt haben, aber war es der Normalfall?
                  Die Scheidungsrate war ja zB auch deshalb so hoch, weil nur Verheiratete zusammen eine Wohnung bekommen haben, sprich Paare mehr oder weniger zur frühen Ehe gezwungen wurden.
                  Die Flächendeckende Kinderbetreuung wurde auch sicherlich nicht eingeführt um den Frauen etwas Gutes zu tun...

                  • Hallo,

                    ja, in der DDR wurden Männer und Frauen gleich bezahlt. Selbstverständlich.
                    Es gab viele Frauen in Führungspositionen. Ich weiß nicht, wo du aufgewachsen bist, aber dort wo ich Kindheit und Jugend verbrachte, gab es viele Frauen in höherer und mittlerer Leitungsebene. Z. B. war in den Betrieb, in dem ich die Ausbildung absolviert habe (ein großer Lebensmittelbetrieb), die Betriebsleiterin eine Frau. Ebenso gab es in meinem beruflichen und privaten Umfeld viele Frauen in Leitungspositionen. Sogar meine Oma väterlicherseits hatte in der Verwaltung eine Führungsposition.
                    Wenn du dich recht erinnerst, hatten wir in der DDR auch eine Ministerin.
                    Und warum ging das?
                    Weil es eine flächendeckende gut ausgebaute Kinderbetreuung gab.
                    Weil niemand den Frauen Karrieregeilheit unterstellt hat bzw. sie als schlechte Mütter hingestellt wurden. Im Gegenteil, diese Leistung wurde geachtet und sogar ausgezeichnet.
                    Meine Eltern haben beide Vollzeit gearbeitet, mein Vati als Brigadier im Schichtsystem. Trotz stressigem, körperlich anstrengendem Job hat er zu Hause getan, was getan werden musste. Ob im technischen Bereich oder im Haushalt. Ebenso hat er uns Kinder betreut, wenn meine Mutter arbeiten war. Ich bin mit diesem Selbstverständnis einer gleichberechtigten Partnerschaft auf Augenhöhe aufgewachsen und meinen Eltern unglaublich dankbar dafür.

                    Sicherlich gab es damals Ehescheidungen. So wie heute auch. Der Unterschied ist der, dass die Frauen berufstätig waren und sich vermutlich nur sehr wenige fragen mussten, wie es finanziell nach einer Trennung weitergehen wird. Hier bei Urbia wird man diesbezüglich gut fündig. Aufgrund der sehr guten Kinderbetreuung konnten auch Alleinerziehende einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Kinder galten also nicht in dem Maß wie heute als Armutsrisiko. Sieht man übrigens auch an der höheren Geburtenrate damals ...

                    Ob es der Normalfall ist, dass Männer im Haushalt mithelfen? Das kann ich dir für mich beantworten: eindeutig ja! Ich bin seit 18 Jahren mit einem Mann verheiratet, der wie ich mit anpackt, wo er kann. Weil es unser Garten, unser Haus, unser Haushalt, unsere Haustiere sind. Wie das in anderen Familien abläuft, kann ich dir nicht sagen. Aber da du dies ja so in Zweifel ziehst, gehe ich davon aus, dass das nicht deinem persönlichen Selbstverständnis entspricht.
                    Ob ein Mann seine Frau in seinem Haushalt unterstützt, hat für mich im Übrigen nur untergeordnet etwas mit Gleichberechtigung zu tun. Oder hast du schon einmal gehört, dass ein Mann sich nicht gleichberechtigt fühlt, weil seine Frau ihm nicht hilft, das Auto zu reparieren bzw. die technischen Dinge am Grundstück zu erledigen? Ich glaube nicht.
                    Gleichberechtigung bedeutet für mich, gleiche berufliche Chancen ungeachtet des Geschlechts bei gleicher Bezahlung zu haben.
                    Wenn sich Frauen dafür entscheiden, nicht berufstätig zu sein und sich um die Kinder zu kümmern, ist das ihr gutes Recht und eine sehr persönliche Entscheidung, für die ich mich persönlich auch bei niemandem rechtfertigen würde.
                    Wenn sich Frauen dafür entscheiden, ihre berufliche Laufbahn zu gehen und Karriere neben einer Familie zu machen, sollten ihnen dafür ungeachtet dessen, dass sie Frauen sind, alle Türen offen stehen. Und dazu gehört für mich eine gut ausgebaute Kinderbetreuung.

                    LG

                    Nici

                Meine Schwiegereltern sind beide aus der DDR und beide unabhängig von einander (ich hoffe, es versteht sich von selbst, dass sie verschiedene Eltern haben) nie in eine Kita gegangen. Beide Schwiegeromas waren Hausfrauen.

          Absolute Zustimmung! #pro

          " Damals wurde aber auch jedes Kind in Kigas, Krippen und vor und nach der Schule betreut, wenn es nötig war."

          ist das wirklich vorbildlich, die Kinder den ganzen Tag "abzuschieben"?????

          • War ja klar, dass Du mit sowas wieder um die Ecke kommst... #augen
            Jedenfalls wurde keine Frau gezwungen, jahrelang zu Hause zu bleiben, weil sie keine Betreuungsmöglichkeit gefunden hat. Sie hatte die Wahl, arbeiten zu gehen oder zu Hause zu bleiben. In Westdeutschland hatten die Frauen jahrzehntelang (!) und teilweise jetzt noch immer, gar keine andere Wahl, als zu Hause zu bleiben und die Kinder zu hüten, weil es schlicht keine Betreuung gab/gibt.

            • und war ja klar, daß die meisten es fortschrittlich finden, wenn die Kinder am besten 24 Stunden fremdbetreut werden können.

              Für die Arbeiteswelt ein großer Fortschritt, für die Kinder sicher nicht!

              • Hä? Wo steht denn was von 24 Stunden? #kratz
                Du neigst, wie immer, zu maßlosen Übertreibungen.
                Ich bin in der DDR aufgewachsen und bin nur halbtags in die Kita gegangen. Meine beste Freundin damals ebenso. Und keine meiner anderen Freunde ist länger als bis nachmittags in die Kita gegangen.

                • Ich bin auch früh in die Einrichtung gegangen und meine Ma ging Vollzeit arbeiten. Das war übrigens immer so, denn sie war alsbald alleinerziehend. DAS finde ich ist hart. Wenn man Vollzeit arbeitet und auch noch Haushalt und Kind betreut. Natürlich geht nicht jeder Teil zu 100%, das gebietet schon allein die Logik, die dahinter steht. #kratz

                  Aber sind Kinder nur dann glücklich, wenn sie zu 100% von ihren Eltern betreut werden? Ich denke nicht... Zumindest mein eigenes Kind wäre wahrscheinlich nicht so besonders erfreut, wenn sie jeden Tag nur 100 % Mama und Papa zu Gesicht bekommt.

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            (22) 10.04.18 - 17:20

            Sachlichkeit ist nicht so dein Ding, oder?

            Wer will denn sein Kind 24h abeschieben? Davon war nirgendwo die Rede.

            Und es ist doch heute Gott sei Dank jeder Familie selbst überlassen, ob und in welchem Umfang sie ihre Kinder betreuen lassen will. Und genau darum geht es doch: um die Wahlmöglichkeit, die wir heute haben und die es früher so nicht gab.

            Empfindest du die echt als Rückschritt? Und wenn ja, warum?

            • (23) 10.04.18 - 18:04

              Vom Regelkindergarten zur Ganztagesbetreuung, für die sogar jedes Kind einen Rechtsanspruch bekommen soll.
              Von der Ü3-Betreuund zur Rechtsanspruch für U3 Betreuung.
              So, und schwupps gibt einen Personalnotstand........was glaubst du denn, wo die ganzen Erzieherinnen herkommen sollen?
              Gut, dann macht man halt als Quereinsteiger ein paar Weiterbildungen und darf dann Kinder betreuen.
              So wird das nichts, darunter leidet die Qualität, aber hauptsache Betreuungsplätze geschaffen.


              So geht es doch grad weiter.
              Es gibt ja sogar schon Tageseinrichtungen, bei denen man sogar über Nacht bleiben kann.

              Jetzt wartest noch ein paar Jahre, dann haben die Kitas 7 Tage/Woche 24 Stunden geöffnet.

              Nicht die Betreuungszeiten müssen sich ändern, sondern sie Einstellung der Arbeitgeber gegenüber Mütter, die arbeiten wollen/müssen.


              Einen Ausbau der Betreuungsplätze sehe ich überhaupt nicht als Fortschritt an..........gut, ich bin da halt etwas familiärer und möchte, daß die Hauptbetreuung in der Familie stattfindet, bei Menschen, die es bedingungslos lieben

              • Mal nur für Dich als Erklärung.

                Es gibt Frauen in Berufen, wie Pflege und Verkauf (um nur mal zwei zu nennen).
                Diese Frauen WOLLEN auch keinen anderen Job machen. Also einen Job mit "Mutti Zeiten" von 8 bis 13 Uhr.

                Die wollen IHREN Job auch mit Kindern machen.
                Weil Beruf etwas mit Berufung zu tun hat.

                Und für die sind die starren Betreuungszeiten ein Problem.
                Die wollen eben nicht schön daheim aufm Popo sitzen.

                Da gehört Spätdienst und Wochenenddienst mit zum Beruf.

                Es könnten viel mehr gut ausgebildete Mütter zurück in den Job, wenn die Betreuungszeiten angepasst werden würden an die heute üblichen Arbeitszeiten.

                Das bedeutet übrigens nicht, dass deren Kinder dann von 7 bis 23 Uhr im Kindergarten sind.

                Nein, die Kinder gehen dann auch erst um 13 Uhr in den Kindergarten wenn Mama Spätdienst hat.

                Wow.

                Bitte verkaufe nicht deine Meinung als allgemein gültig für ALLE Mütter.

                • Nein, nicht die Betreuungszeiten müssen sich der Arbeit anpassen, sondern die Arbeitszeiten den Betreuungszeiten!

                  Ein Kind braucht einen verlässlichen Alltag, nicht eine Woche morgens Kindergarten, die nächtste Woche dann nur mittags , die dritte Woche dann womöglich noch abends......Kinder brauchen Regelmässigkeiten und Verlässlichkeit!

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