Mann ist krank, wie geht's weiter

    • (1) 13.04.18 - 01:07
      Plan B

      Mein Mann hat letztes Jahr eine potentiell lebensbedrohliche Diagnose erhalten.
      Bis Anfangen des Jahres ging es noch, jetzt sieht es so.aus, dass er nicht mehr arbeiten kann.
      Ich bin selbständig, er hat hauptsächlich die beiden Kinder betreut, bald kommt das dritte.
      Finanziell wird es kein Problem.sein, aber wer betreut die Kinder, ich arbeite.
      mindestens bis 20.00, muss auch oft am Wochenende ran.
      Vertretung kann ich für ein paar Wochen organisieren aber dann?
      Ich muss arbeiten um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Außerdem wird mein Mann mich brauchen, ihm stehen langwierige Behandlungen und Krankenhausaufenthalte bevor.
      Was wird aus den Kindern? Da bleibt mir ja gar keine Luft mehr für. Ferienzeiten, Krankheitstage der Kinder?
      Kinderfrau suchen? Au Pair?
      Ich muss Prioritäten setzen und die sind klar.
      1.ich muss arbeiten, habe 25 Angestellte.
      2.mein.Mann unterstützen
      3.die Kinder.
      Ich weiß, das hört sich bestimmt sehr rational an, aber ich muss da mit Verstand dran gehen, denn sonst geht hier alles den Bach runter.
      Hab ich was übersehen?

      • (2) 13.04.18 - 08:55

        Das tut mir leid dass du vor so einer großen Herausforderung des Lebens stehst....es hört sich leider so an als wird die nächste Zeit für dich sehr anstrengend. Ich schick dir schon mal unbekannterweise ganz viel Kraft.

        Das wichtigste bist du!!!

        Nur wenn du funktionierst dann funktioniert das System. Also achte auf dich!!!!

        Au pair bzw. Kindermädchen klingt gut. Am besten jemand der bei euch wohnt wegen deinen unregelmäßigen Dienstzeiten . ( wenn das platzmässig möglich ist) Oma und Opa wenn vorhanden als Ersatz . Ev. mobiler Pflegedienst für deinen Mann.

        Lg faxl

        (3) 13.04.18 - 09:55

        Wenn ihr euch das leisten könnt, such dir eine Kinderfrau, die auch den Haushalt mit erledigt.
        Au Pairs sind jung und haben wenig Erfahrung.

        Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit,

        Viele Grüße
        Julia

        Ich finde, du hast die falsche Reihenfolge bei deinen Prioritäten... Bei mir käme als erstes mein Mann, danach die Kinder und ganz hinten die Arbeit... Aber die setzt ja jeder anders.

        • Hi,
          Du hast aber schon verstanden, daß die TE mit ihrem Einkommen für den Lebensunterhalt von bald 5 Menschen sorgt? Soll sie ihren Betrieb dichtmachen und von Nudeln mit Ketchup leben, damit sie mit ihren Kindern auf dem Spielplatz sitzen kann?

          #gruebel

          • Sag ich doch, jeder setzt seine Prioritäten anders. Bei mir steht die Familie an erster Stelle. Und wenn ich mir vorstelle, dass mein Mann lebensbedrohlich erkrankt ist, wüsste ich, dass ich mich als erstes um diesen und die Kinder kümmern würde. Und...in Europa wird man nicht verhungern.

            • Verhungern vielleicht nicht.
              Aber ich stelle es mir unfaßbar hart vor, wenn die Familie ihren Vater / Partner verlieren sollte, dann noch der Betrieb aufzulösen und danach alleinerziehend vor dem Nichts zu stehen.
              Ist doch Käse.
              Bei der TE steht auch die Familie an 1. Stelle (so lese ich das) - denn sie macht sich Gedanken darüber, wie sie allein alle versorgen kann. Jetzt wehklagend nur am Bett ihres Mannes zu sitzen und alles andere den Bach runtergehen zu lassen wird sie nicht weiterbringen, und ihre Kinder auch nicht.

              • (8) 13.04.18 - 11:38

                "Jetzt wehklagend nur am Bett ihres Mannes zu sitzen und alles andere den Bach runtergehen zu lassen wird sie nicht weiterbringen, und ihre Kinder auch nicht."

                #pro

                Ich gehe sogar noch weiter: Wie wird sich das auf Psyche und Gesundheit des Mannes auswirken, wenn er sieht, dass "wegen ihm" alles den Bach runtergeht...?!

            Nein, verhungern vielleicht nicht, aber glaub bitte nicht, dass die Krankenkasse/Pflegekasse alles für Schwerkranke bezahlt. Da musst Du ordentlich aus eigener Tasche dazubezahlen, um das Leben eines Kranken ein bisschen leichter zu machen. Das geht dann natürlich den Kindern und der Mutter auch ab. Mein Mann war in unserer Ehe auch ein paarmal richtig krank und ich war SEHR froh, ganz passabel zu verdienen, sonst hätte ich ihn mit den Kindern nicht mal regelmässig im 100 km entfernten Krankenhaus besuchen können, in dem er Monate lag. Von den immensen Telefonkosten ganz zu schweigen, um ihn psychisch aufrecht zu halten; Flat und günstiges Handys gab's noch nicht. Solche Kosten zahlt Dir niemand, auch keine Besuchsfahrkosten u.v.m.
            Ich würde - ich hätte......kann man leicht sagen, wenn man nicht in der Situation ist.
            LG Moni

            • Das ist ja auch alles richtig und verständlich. Allerdings würde ich trotzdem eine andere Reihenfolge bei der Auflistung der Prioritäten machen. Ich muss doch als erstes die Familie stellen. Und danach die Arbeit. Wie soll man denn ordnungsgemäß arbeiten und etwas leisten (gerade mit Angestellten, für die man auch Fürsorgepflicht hat) wenn die eigene Familie schwer krank ist? Sollte man dann nicht den Job darum herum gestalten, eben damit man es bezahlen kann, und nicht den Job an erster Stelle ansiedeln...?

              • In dem die TE das Familieneinkommen voranstellt, sorgt sie für die Familie. Sollte sie ihre Arbeit einschränken, die Firma vernachlässigen und den ganzen Tag um ihren Mann rumhopsen? Davon wird der nicht gesünder. Da düfte er bei Medizinern besser aufgehoben sein. Desweiteren ist der Abstieg des Lebensstandards für die Psyche des Mannes wahrscheinlich auch nicht brilliant, da er sich dafür verantwortlich fühlen wird.

                Außerdem wird es ihm und den Kindern nicht helfen, wenn die Frau 40% ihrer Zeit mit und auf Ämtern verbringt um in unserer Luxusrepublik nicht zu verhungern.

                Manchmal ist Pragmatik angebrachter als Gefühlsduselei

                Wir wissen beide nicht, ob das im Fall der TE einfach so geht. Ein Unternehmen in dieser Größe ist heutzutage ganz sicher schwierig zu führen. Einen Geschäftsführer einstellen, kostet eine Menge Geld und anderen Angestellten vielleicht den Arbeitsplatz (Einsparung).Sicher ist ihr Mann sehr wichtig, aber knallhart gesagt, deswegen eine Firma einfach verkaufen (wenn das überhaupt machbar ist) und sich selber UND der Familie jegliche Lebensgrundlage nehmen? Angenommen im schlimmsten Fall, der Mann stirbt - dann gehen sie und die Kinder zum Amt? Liebe und Idealismus sind wirklich auch für mich wichtig - aber der Sinn für die Realität auch. Selbstständige sind im Zweifelsfall weitaus schlechter dran als Angestellte mit einem 8-Stunden-Tag und sicherem Gehalt. Da stehen wirklich nicht immer Millionenvermögen dahinter sondern auch Sorgen und Existenzängste. Ich möchte nicht mit ihr tauschen müssen, ich kenne den Spagat zwischen krankem Mann und Job, der wirklich nicht einfach ist - und ich hatte Gottseidank nicht die Verantwortung für eine Firma. LG

                • Wann habe ich gesagt, dass sie ihren Job aufgeben soll? Aber man könnte das vielleicht einfach etwas umgestalten. Ich würde nur gedanklich eine andere Reihenfolge wählen und alles andere darum herum gestalten. Wenn gedanklich alles als erstes um den Job geht, wird es schwierig, noch Gedanken für das wesentliche zu haben.

          (14) 13.04.18 - 11:23

          Die Frau hat (inkl. ihrer Person und der Kinder) finanzielle Verantwortung für 30 Menschen - und an ihren 25 Angestellten hängen auch noch mal eine unbekannte Anzahl an Personen, die davon abhängig sind, dass die Firma weiterläuft.

          Sie hat im Moment große Sorge, ob und wie sie allem gerecht werden kann mit dieser hohen Verantwortung, die auf ihr lastet.

          Ich finde es daher ungehörig, übergriffig und anmaßend, ihr nun auch noch - insgeheim moralinsauer den Zeigefinger hebend - Sachen wie "jeder setzt seine Prioritäten anders. Bei mir steht die Familie an erster Stelle." hinzuwerfen! Mit profanem nine to five-Job oder Teilzeittätigkeit ist es sehr leicht, auf dem moralisch ganz hohen Ross zu sitzen und sagen sich solche überheblichen Dinge sehr leicht, zumal es inzwischen ja auch Pflegezeit gibt.

          Sicher, es wird in Deutschland keiner verhungern, sie nicht, die Kinder nicht, der Mann nicht, die 25 Angestellten nicht. Aber wenn es sich vermeidet, die Familie und die Familien der Angestellten ins Sozialsystem und die Armut zu schicken, sollte, nein muss sie alles versuchen, ebendies zu tun.

          Dein Spruch tut so, als wärest du die verantwortungsvollere Person, weil du ja weiß, wo angeblich die Prioritäten nun zu liegen hätten. Ich bin der Ansicht: Die TE ist weit verantwortungsvoller!

      Sie hat 25 ANGESTELLTE! die dann samt Familie mit unter gehen wenn sie den Laden dicht macht. Da sieht man mal wieder wie wenig Plan ein Angestellter davon hat wie ein Selbständiger denken muss.

      Diese Entscheidung der Prioritäten fällt nicht leicht, aber sie hat Recht, es ist die vernünftigste.

      Was glaubst du denn was eine Selbständiger vom Staat bekommt wenn er sein Geschäft dicht macht? Im besten Fall Hartz 4

      • Hallo

        Sehe ich auch so. Mein Schwager ist auch selbständig und hatte irgendein Jahr mal ne schlechte Auftragslage und meine Schwägerin (kinderlos) hat freiwillig ihr teures Auto verkauft damit keine Angestellten gekündigt werden mussten.

        Der posterin geht es echt schon nicht gut und dann so ein Tipp. Natürlich hat Gesundheit immer Vorrang aber bei ihr hängt viel dran.

        Ich wette wenn ein Mann diesen Beitrag verfasst hätte wäre die Antwort nicht gekommen.

        Lg

        Seh ich genauso...manche denken Echt das Leben spielt sich im rosaroten Elfenbeinturm ab..

    Aha...und dann zu dem ganzen anderen Stress und Belastung noch von Hartz4 leben müssen! Ich glaub Du kannst Dir nicgt vorstellen was gerade im Leben der TE abgeht! Das ist eine sxhreckliche Zeit jetzt. Als Selbständiger läuft es nunmal so! Da kann man nicht reduzieren! Ihre Arbeit jetzt aufzugeben wäre Wahnsinn.

(24) 13.04.18 - 10:33

Hallo,
eure Situation tut mir sehr leid.

Ich glaube ganz wichtig ist jetzt sich mal auf einen Spaziergang durch die Natur zu begeben und zu überlegen was ist jetzt wirklich wichtig.

Ich habe das Gefühl du hast noch ein Brett vorm Kopf oder vielleicht stehst du noch unter einer Art Schock.

Du hast natürlich die Möglichkeit dir eine Kinderfrau zu nehmen, die auch den Haushalt macht. Eine Putzfrau auch. Da könntest du auch Zeit für dich einplanen. Ich denke (hört sich so an) das ist finanziell kein Problem. Wenn doch, solltest du dich fragen ob der Aufwand lohnt.

Die Zeit mit deinem Mann, die vielleicht sehr begrenzt sein wird, kann dir niemand wiederbringen. Auch nicht die Zeit mit deinen Kindern, bzw als Familie. Vielleicht könntest du dich ja beruflich einschränken und zB jemanden einstellen, der dich entlastet. Wenn das finanziell nicht machbar ist, würde ich, wie schon gesagt, mich fragen ob es (die Selbständigkeit) das wert ist. Mein Mann war auch selbstständig und er musste auch einen Prozess durchleben zu merken dass die Opfer zu groß werden. Und gerade mit dem Gedanken dass man eben auch krank werden kann.

Je nachdem wie dein Mann körperlich abbaut solltet ihr im Hinterkopf haben dass er auch eine Pflegestufe beantragen kann, die bringt auch Entlastung.

Alles Gute!
S.

(25) 13.04.18 - 10:35

Hallo,
ich finde es gut, wie Du Deine Überlegungen führst und kann Deine Gedanken nachvollziehen.
Ein Au Pair würde ich nicht nehmen - großer administrativer Aufwand, die Mädels sind jung, sie muß bei Euch wohnen etc. pp.
Versuch doch, eine "alte Häsin" zu engagieren - ehemalige Erzieherin, Kinderkrankenschwester, sowas in der Richtung. Sprich die Sozialverbände an (Diakonie, AWO,....) und auch die Krankenkasse - Euch steht vielleicht Unterstützung zu. Bekommt Dein Mann Krankengeld?
Gibt es in Deinem Betrieb vielleicht jemanden, dem Du mehr Verantwortung übertragen kannst? Du brauchst da eine verläßliche rechte Hand, die Dich auch mal vertreten kann oder Dir den Rücken freihält. Bei der Arbeit würde ich mit offenen Karten spielen, damit die Mitarbeiter Dich auch unterstützen.
Ich wünsche Euch von Herzen, daß Dein Mann wieder gesund wird und Ihr diese schwierige Zeit übersteht. Alles Gute!! #klee#blume

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