Pflegestelle werden?

    • (1) 14.04.18 - 20:38
      Expertenmeinung

      Meine Tochter (15) hat seit dem Kindergarten eine Freundin, deren Mutter psychisch instabil ist. Der Vater hat die Familie vor einigen Jahren verlassen, ist eine neue Beziehung eingangen und möchte seither auch nichts von der Tochter wissen. Für sie zusätzlich belastend.

      Wir machen uns von jeher große Sorgen, haben auch schon einige Male das Jugendamt informiert, die immer sagten "sie wüssten um die Situation und hätten ein Auge darauf". Die Situation war mal besser und mal schlechter, wir haben sie, als sie klein war, oft am Wochenende mitgenommen.

      Letztes Wochenende ist die Mutter psychisch äußerst instabil geworden, das Mädchen rief die Polizei, Mutter kam in die geschlossene Psychiatrie und das Mädchen in eine Notunterkunft. Vater wurde kontaktiert und lehnte Kontakt ab. Meine Tochter ist totunglücklich, das Mädchen auch. Kennt sich jemand aus? Könnten wir da als Pflegefamilie dienen? Oder ist es aussichtslos (begrenzter Platz, keine Vorerfahrung).

      • Auskennen direkt nein. Aber soweit ich weiß ist es möglich. Denke mal die 2 sind wie Geschwister und sie kennt euch gut.

        Das Amt ist auch froh drüber wenn Kinder da hin kommen wo sie sich wohl fühlen. Ausserdem hat sie in ihrem Alter schon ein Mitsprache recht .

        Hallo,

        Vorweg, ich bin kein Experte, aber wir hatten im näheren Umfeld mal einen ähnlichen Fall.
        Außerdem hat meine Oma ihr Leben lang als Pflegemutter „gearbeitet“, in der Kurz- sowie Langzeitpflege.

        Den Ämtern ist meist alles lieber als die Notunterkünfte, die wirklich nur in größter Notlage genutzt werden zur Unterbringung.
        Daher schätze ich die Chancen recht gut ein.

        Ihr werdet damit ja nicht gleich Pflegeeltern, in dem Sinne.
        Die Verantwortung für das Mädchen, sowie Sorgerecht etc. bleibt alles bei der Mutter bzw. Beim Jugendamt, bis die Mutter wieder dazu in der Lage ist und sie dort wieder hin kann.

        Sprecht mit entsprechender Stelle, sowie mit denen in der Unterkunft, wo sie jetzt ist.
        Das Mädchen ist ja auch kein kleines Kind mehr und kann damit auch selbst schon deutlich äußern,dass sie bei euch unterkommen möchte.

        LG

        Ich kenne einen solchen Fall aus meiner Familie. Die Kinderfrau meines Schwagers, die selbst einen Sohn hatte, wurde psychisch krank, und mein Schwager und dessen Familie haben sich dann schnell bereit erklärt, den Jungen aufzunehmen.

        Für ein paar Jahre ging das auch gut, der Junge war damals im Grundschulalter, aber in der Pubertät ist das Ganze leider aus dem Ruder gelaufen, weil der Junge durch Diebstähle, Kiffen etc. auffällig wurde - letzten Endes kam er dann in eine Wohngruppe und hat dann später doch noch die Kurve bekommen (Ausbildung etc.)

        Fragt nach: Die Vormundschaft behält zunächst auf jeden Fall das Jugendamt, aber im Grunde sind die immer froh, wenn ein Kind / eine Jugendliche im vertrauten Umfeld bleiben kann.

        VG

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