Ich weiß nicht weiter..

    • (1) 15.04.18 - 19:27
      HeutelieberSchwarz

      Hallo ins Forum!

      Ich brauche eure Hilfe oder euren Rat.
      Es geht um meinen Mann und mich. Wir sind seit 6 Jahren zusammen, 3 davon sind wir verheiratet. Und seit einem Jahr sind wir Eltern einer tollen und wirklich „pflegeleichten“ Tochter.

      Durch die Geburt hat sich -zumindest das Leben meines Mannes- nicht groß verändert. Er geht weiterhin in Schichten arbeiten, ich kümmere mich nachts um unsere Kleine; da muss er nicht raus (sie ist aber auch nicht oft wach). Den Haushalt machen wir wie vor dem Kind gemeinsam.

      Und dennoch hat ER sich so verändert. Mein Mann war noch nie wirklich der „Verführer“ oder der „Ich liebe dich“-Sager. Aber Sex ging früher häufiger auch von ihm aus und im Alltag gab es viele kleine Zärtlichkeiten, mal einen Kuss, mal ein Streicheln über den Rücken. Wenn er „Ich liebe dich“ sagte, dann war das sehr bedeutsam. Ich fand es früher schon für meine „Bedürfnisse“ nach Aufmerksamkeiten recht wenig, aber immer noch im Rahmen.
      Seit mehreren Monaten ist nun aber im wahrsten Sinne des Wortes der Ofen aus. Seit der Geburt kann ich den Sex den wir hatten, an einer Hand abzählen. Er küsst mich nur noch nach Aufforderung, streicheln so von sich aus macht er gar nicht mehr.
      So richtig gemerkt, dass es mir fehlt, habe ich beim Babyschwimmen. Die anderen Männer gingen so liebevoll mit ihren Frauen um. Küssten sie, wenn das Baby was toll gemacht hatte.. ja und dann war da mein Mann, der sich durchaus über unsere Tochter gefreut hat, aber mich mit dem Arsch nicht angeguckt hat.
      Ich habe ihm gesagt, dass mir das fehlt. Nicht nur der Sex, sondern insgesamt.. seine Aufmerksamkeit. Er tat es anfangs ab mit „Ich war doch schon immer so.“, aber nein, so gefühlsarm war er nie. Ich fragte immer wieder, woran es denn liegt. Ob er zu viel Arbeit hat, ob es an unserer neuen Lebenssituation liegt, aber alles verneinte er (wobei ja wie gesagt, für ihn so viel nicht anders ist).
      Abends liegen wir im Bett... und statt dass man die Zeit für sich als Paar nutzt (nicht nur in sexueller Hinsicht), spielt er am Handy. Legt es irgendwann beiseite und sagt mir gute Nacht. Ohne Kuss, und dabei war ihm früher sein Gute-Nacht-Kuss und sein Kuss am Morgen heilig.

      Er lobt mich nie. Egal, wenn ich mich mal besonders schminke oder anziehe.. es kommt einfach nichts mehr. Sagt mir nicht, dass ich den Alltag mit Baby gut meistere (denn für mich hat sich sehr viel verändert!). Auch das war früher anders.
      Er sagt, er liebt mich und er findet mich auch toll, aber „Ich denke mir das halt immer nur.“
      Mir geht es damit aber langsam richtig mies. Ich fühle mich nicht mehr begehrt, nicht mehr wirklich geliebt.. merke, dass meine Liebe zu ihm schwindet. Neulich hab ich einen Kumpel getroffen, der sagte mir, ich sehe gut aus und die Kleine ist ja soooo niedlich. Man, tat das gut!
      Spreche ich mit Freunden drüber, sagen die, „er ist doch aber ein super Papa, so sind Männer halt. Freu dich an dem, was du hast.“ Ja, er ist ein toller Papa, ja, er ist ein toller Hausmann. Aber er ist zu mir als FRAU einfach nicht mehr toll.
      Es ist nicht so, dass ich mich nicht selbst liebe. Ich gebe mir jeden Tag selbst Komplimente, so im Geiste. Aber irgendwann braucht man einfach auch die Zuneigung des Partners..

      Neulich traf ich seine Ex-Freundin, wir sind befreundet, aber nicht eng. Sie waren sehr lang ein Paar, und sie meinte, genau daran ist ihre Beziehung früher zerbrochen. Dass er ihr gegenüber immer stumpfer wurde.

      Ich weiß nun nicht, was ich machen soll. Auf der einen Seite weiß ich ja, er liebt mich und ich will ihn eigentlich nicht verlieren. Manchmal denke ich, ich hab mich da so lullig, nach 6 Jahren ist das halt so.
      Auf der anderen Seite denke ich, das ertrag ich und mein Selbstbewusstsein keine weiteren 5 Jahre. Ich habe ihn auch gefragt, ob wir eine Paartherapie machen wollen, aber er sagt, „er muss ja nur lernen, auszusprechen, woran er denkt“.

      Es ist so mühsam. Habt ihr Erfahrungen oder Ideen, wie ich ihn aus der Reserve locken kann?
      Erwarte ich wirklich zu viel (wobei ich mir dann die Frage stellen sollte, ob ich das den Rest meines Lebens so durchhalten kann)?

      • (2) 15.04.18 - 19:31

        Kleiner Nachtrag: es liest sich so, als ob er mir täglich 1000 Komplimente machen soll.
        Dem ist definitiv nicht so..

        Aber er macht es NIE. Und mit NIE meine ich, seit über 9 Monaten kommt in diese Richtung gar nichts mehr. Kein Kuss von sich aus, kein Rückenstreichler, nicht mal „Ich hab dich lieb“, ohne, dass ich danach frage.

        • (3) 15.04.18 - 20:08

          Die berechtigten Fragen an ihn wären dann

          1.: Liebst du mich eigentlich noch?

          und 2. (falls zu 1. die Antwort "ja" ist)

          2. Warum zeigst du es mir dann nicht?

          Man darf in einer Beziehung schon erwarten, ab und an Gefühle zu offenbaren. Es muss ja niemand Gedichte schreiben oder den Namen des Partners mit Benzin in den Rasen des Nachbarn brennen (obwohl sehr romantisch). Aber kleine Gesten können ja sehr wirkungsvoll sein. Du scheinst dich da ja ohnehin arrangiert zu haben, dass da recht wenig kommt. Aber mit gar nix würde sich niemand zufrieden geben, ob Männlein oder Weiblein.
          Da das ganze seit dem Kind ist, wird es vermutlich irgendwas damit zu tun haben. Hier liest man oft, dass die Männer nach der Geburt das gleiche Leben wie vorher haben. Meh. Das stimmt nicht. Es ist ein ganz anderes Leben. Sie gehen arbeiten wie vorher. Der Rest aber ist meist doch komplett anders. Es geht ja auch nicht nur um die Frage, wer nachts raus muss, wer wann ausschlafen darf und wer das Bad putzt.
          Dein Leben hat sich ja offenkundig radikal verändert. Nun seit ihr ein Ehepaar. Klingelt`s? Allein dadurch, dass sich dein Leben radikal verändert, verändert sich seines ja auch. Ihr "bezieht" euch ja aufeinander.
          Insofern gehe ich davon aus, dass ihm irgendwas fehlt. Dass da irgendwie zu viel Platonisches in der Beziehung ist. Ich kenne das: Kind, Alltag etc. zu bewätltigen ist höheres Management. Man kriegt das Kind zusammen groß und zieht an einem Strang. Klingt, vom Skillset her, eher nach einem großen Teamprojekt in einem Konzern.
          Ich habe mal einen fantastischen Artikel über Eheberatung gelesen. Viele gehen da hin, wenn es schon zu spät ist. Nach dem Motto: Dann haben wir wenigstens alles versucht. Manche (Geheimtipp) gehen da anscheinend jedes Jahr routinemäßig ein paar mal hin. Grundvoraussetzung für eine gute Ehe? Sicher nicht. Verbessert es die Chancen auf eine gute Ehe? Bestimmt.
          Was ich damit sagen will: Eine Eheberatung könnte für dein aufkeimendes / existierendes (aber noch nicht desaströses?) Eheproblem eine vernünftige Lösung sein. In einem neutralen Rahmen könntet ihr beide an diesem und anderen Problemen arbeiten.

          • (4) 15.04.18 - 20:19
            HeutelieberSchwarz

            Hallo und danke für deine Antwort.

            Klar, ändert sich auch sein Leben emotional.
            Ich meinte damit halt nur, dass er immer noch die gleiche Arbeitszeit hat (manche Männer müssen ja mehr arbeiten), dass in seine Schlafenszeiten nicht eingegriffen wird (er also nicht grob übermüdet ist)... das wären ja durchaus Störfaktoren.

            Das habe ich ihn gefragt. Die Antwort darauf war „Das weißt du doch.“ Hm.

            Ich habe ihn auch gefragt, ob es an MIR liegt. Weil natürlich auch ich nun eine Mama bin und damit anders als vorher (optisch aber recht gleich). Auch da meinte er, daran liegt es nicht.

            Er ist halt „eher der Denker“. Hm.

    Hallo, habt ihr denn auch mal noch gemeinsame Freizeit ohne Kind? So nimmt man sich gerne mal wieder als Paar wahr und nicht nur als Eltern, die Verantwortung tragen.

    Liebe Grüße

    • (7) 15.04.18 - 20:33
      HeutelieberSchwarz

      Hallo!

      Sagen wir so... ich versuche es. Er mag nicht wirklich. Neulich kam ein Film im Kino, den wir gucken wollten. Wollten vorher essen gehen und dann den Film gucken.
      Wir hatten die Kleine schon bei der Oma, als er plötzlich sagte, er möchte doch lieber daheim bleiben.
      War ja auch nix bei. Aber dann lag er mit dem Handy auf der Couch.

      Also die Möglichkeit gibt es, aber auch da ist er eher .. naja.

      • ok verstehe. Hast du ihn in einem ruhigen Moment schon einmal darauf angesprochen?

        • (9) 15.04.18 - 20:41
          HeutlieberSchwarz

          Ja, das habe ich.

          Er meinte, er dann, er bräuchte auch Zeit für sich. Was für mich vollkommen ok ist.
          Hab ihm dann gesagt, dass er ruhig mal nen WE für sich haben kann, ich geh dann mit der Kleinen zur Oma.

          Aber das will er auch nicht... er weiß glaub ich selbst nicht, was er will.

          • "Er meinte, er dann, er bräuchte auch Zeit für sich."

            Das war eine Vermutung, die ich hatte. Ich denke, dass es eine gute Idee ist, wenn er mal einen Tag für sich hat. Dann kann er Kraft schöpfen und sich auch hoffentlich wieder mehr um dich bzw. euch als Paar kümmern.

            Alles Liebe

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