Ich, die Nörglerin.

    • (1) 20.04.18 - 11:22
      Die Malerin

      Ich muss mich ein bisschen ausheulen und vielleicht hat jmd einen Rat für mich.

      Ich bin ein kleiner Perfektionist, ich mag keine halben Sachen. Dinge werden durchdacht und geplant. Mein Partner ist da etwas anders, Hauptsache fix fertig und passt schon.

      Meistens passt das auch tatsächlich und ich habe damit umgehen gelernt, dass nicht alles perfekt sein kann und das ist auch gut so.

      Aber es gibt einen Bereich, da knallt es immer wieder und unglaublich, das ist der handwerkliche Bereich. Er ist Theoretiker, ich bin Praktiker. Ich überlege bevor es losgeht, er fängt an. Natürlich geht das oft schief. Ich lasse ihn meistens machen, belehren mag ich ihn nicht, das gibt nur Stress. Also merkt er es dann meist selbst und ärgert sich. Früher habe ich ihn darauf hingewiesen, aber das ist ja nicht gut für so ein Ego, wenn einer immer klugscheißt. Damit fahren wir ganz gut, ich gebe höchsten einen vorsichtigen Hinweis und verkneife mir hinterher ein "ich hab's dir doch gesagt".

      Doch dann gibt es die Momente, wo ich den Mund nicht halten kann und wo es knallen wird. Ich weiß das schon. Er streicht gerade den Zaun und normaler Weise würde ich das machen. Aber mit gebrochenem Fuß geht gar nichts. Er sollte ihn auch nicht streichen, malern ist bei uns mein Revier, aber er möchte es fertig haben und kann nicht warten.

      Nun habe ich schon so oft mit Holz und Farbe gearbeitet, ich kann es und ich weiß wie es geht. Also er fängt an und ich versuche still zu sein. Und inzwischen fängt es an zu brodeln. Da werden die Zwischenabstände nicht sauber gestrichen , Pinsel zu groß. Daher streicht man die schwierigen Stellen vorher, will er aber nicht, er will Fläche fertig haben. Abkleben? Fehlanzeige, er pinselt einfach drüber, ist doch egal. Den Pfosten aus der Halterung nehmen? Nö, ist doch nicht so schlimm wenn das Wasser da rein läuft und wegfault. Zu viel Farbe und dann noch dran gekommen so das es verschmiert ist, alles halb so wild. Das Holz blitzt noch durch? Nicht so schlimm, das muss man.nicht so genau nehmen.

      Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Heute war zufällig ein Freund da, hat es gesehen und ihm sind die gleichen Dinge aufgefallen und fragte ob wir das so lassen.

      Und nun? Wenn ich was sage, bin ich wieder die Nörglerin. Aber es sieht wirklich schlampig aus und es ist unser Hofeingang, also wird es mich immer ärgern. Mal davon abgesehen, das es so natürlich nicht ewig hält. Wasser findet seinen Weg U d hier besonders schnell. Jetzt lieber ordentlich machen als das nächstes Jahr alles hinüber ist.

      Ja, das liebe Ego, seins wie meins.

      Könnt ihr so offensichtlich unsaubere Arbeit hinnehmen oder bin ich zu genau? Andererseits bekommt er das gleiche Feedback ja auch von anderen und nicht nur von mir. Er kann halt andere Sachen super toll, die ich nicht kann.

      Ich wünschte, er hätte einfach gewartet bis ich wieder streichen kann. Jetzt schlucke ich das entweder runter oder ich bin wieder in der Nörgelecke.

      Was meint ihr?
      LG

      • #winke

        habt ihr denn mal grundsätzlich über diese Problematik gesprochen?
        Manchmal hilft es, nicht in der "Akutsituation" ein Thema aufzumachen, sondern in einer "ruhigen Phase".
        Z.b. könnte das Thema angesprochen werden, indem man sagt: Es gibt die ein oder anderen Situationen/Vorhaben, an die wir eine unterschiedliche Herangehensweise haben. Ich habe die Sorge, dass du dich ärgerst, wenn ich dich darauf anspreche, was ich gerne möchte. Wie kann ich in Zukunft meine Wünsche formulieren?
        Dabei ist es wichtig, dass er es nicht falsch, sondern nur anders macht.

        Ich denke, es geht darum, ihm deutlich zu machen, dass es dir persönlich wichtig ist, dass etwas so oder so gemacht wird. Das hat aber nichts mit ihm zu tun.


        LG
        Deleyla

        • (3) 20.04.18 - 11:53

          Ja, das haben wir schon auf die unterschiedlichsten Arten lustig, ernst, laut und leise. Daher nehmen wir auch oft Handwerker in Anspruch, aber eben nicht für Zaun streichen.

          Diese Akutsituationen sind daher zum Glück kein Dauerthema, sondern eben ab und an. Und er will halt jetzt das unbedingt erledigen, obwohl auch er weiß das wir da aneinander geraten. Letztendlich bringt er das auch garantiert in Ordnung, aber immer erst wenn ich genörgelt habe. Normalerweise hätten wir das Problem nicht, weil ich es erledigt hätte.

          Ich musste einfach Dampf ablassen, jetzt werde ich hoffentlich diplomatischer argumentieren können.

          Vielen Dank dir und für deine Argumentationshilfen, die werde ich übernehmen. :-)

      >>Heute war zufällig ein Freund da, hat es gesehen und ihm sind die gleichen Dinge aufgefallen und fragte ob wir das so lassen.<<

      wen hat der Freund denn gefragt? Dich oder deinen Mann?
      Und was hat er zur Antwort erhalten?

      • Mich hat er gefragt und mir gesagt, was er verbessern würde. Allerdings waren das Dinge die ich selbst schon gesehen habe. Mein Partner ist tagsüber nicht da. Es war ein zufälliges Treffen am Gartenzaun und unser Freund ist wie ich jemand der Arbeiten sehr ordentlich ausgeführt haben möchte.

        Ich habe geantwortet das ich nicht immer nörgeln will, wir das aber sicher noch nachbessern.

        Es ging bei dem Gespräch aber um das was noch gemacht werden muss. Das ganze Gespräch bestand vielleicht aus 5 Sätzen und war eine Analyse des IST-Zustandes und mehr Fachsimpelei über die auszuführenden Arbeiten.

        • >>Mich hat er gefragt und mir gesagt, was er verbessern würde.<<

          ich hätte mir das gar nicht erst an getan, sondern ihn an den jenigen verwissen, der die Arbeit gemacht hat, in dem Fall also an deinen Mann. Er hats gemacht, also kann er am besten die Fragen des Freundes beantworten, findest du nicht auch?

          • Das Problem ist doch nicht das Gespräch am Gartenzaun. Es war die Bestätigung das es nicht nur mir auffällt.

            Es tut mir einfach leid, das mein Partner sich so abmüht mir zu helfen und MIR das nicht gut genug ist und ich daran herum nörgele. Aber übersehen kann ich es auch nicht, dafür ist es zu viel.

            Ich denke ich werde bei der diplomatischen Variante bleiben.

            • >>Es war die Bestätigung das es nicht nur mir auffällt.<<

              na genau deshalb hättest du den Freund an deinen Mann verweisen sollen.

              Ok, ich versuchs mal anders rum
              Du hast was gekocht, deinem Mann schmeckt es nicht sonderlich. Eurem Freund der zum Essen zu fällig vor bei kommt, schmeckt es auch nicht sonderlich.
              Fändest du es gut, wenn sich nun dein Mann und euer Freund hinter deinem Rücken darüber unter halten, wie scheußlich zu gekocht hast?

              • Ich weiß was du meinst. Dennoch geht es mir nicht darum. Und wir wollten auch nicht schlecht hinter dem Rücken sprechen.

                Genauso gut hätte er sagen können das ist gut so wie es ist, du reagierst über. Dann hätte ich das Feedback gehabt ich bin zu penibel.

            Nachtrag:
            >>Ich denke ich werde bei der diplomatischen Variante bleiben. <<
            #pro

(11) 20.04.18 - 14:19

Wenn ich nicht ganz sicher wäre, dass wir keinen Gartenzaun haben, der gestrichen werden müsste, hätte ich Dich für meine Frau gehalten, die hier schreibt #schock

Allerdings habe ich es aufgrund der ewigen Nörgeleien schon lange aufgegeben, Dinge zu tun, die sie selbst tut -- dafür ist Nörgeln einfach viel zu nervig.

Grundsätzlich gut finde ich schon mal, dass Ihr den erwartbaren Problemen dieser Art aus dem Weg geht: Wenn einer pingeliger ist, dann soll eben der den Job machen oder man nimmt sich eine Firma. Wenn man solche Streitereien, die einem wirklich an die Psyche gehen können, vermeiden kann -- und sei es, in dem man ein bisschen Geld in die Hand nimmt --, dann sollte man das tun.

"Könnt ihr so offensichtlich unsaubere Arbeit hinnehmen oder bin ich zu genau? Andererseits bekommt er das gleiche Feedback ja auch von anderen und nicht nur von mir."

Das wiederum bzw. die zugrundeliegende Denkhaltung, finde ich problematisch, impliziert sie doch, dass eine richtige Art gibt -- und andere damit falsch wären. Entweder ist es unsauber oder Du bist zu pingelig. Und werden auch noch Dritte mithineingezogen: Der Nachbar XY sagt ja auch, dass...

Ich glaube nicht, dass es zielführend ist, den Partner davon überzeugen zu wollen, dass die eigene Art der Handhabung richtig ist, insb. wenn man zugleich damit beweisen möchte, dass seine falsch wäre -- denn wer möchte schon gern einen solchen Streit verlieren, zumal wenn es impliziert, dass man die Sachen "Hauptsache fix fertig" macht?

Der Ansatz müsste eher sein, ich möchte es so, Du möchtest es ein bisschen anders -- wie wollen wir es also gemeinsam machen?

Nach meiner persönlichen Erfahrung tun sich damit gerade die Perfektionisten etwas schwer, weil sie sehr davon ausgehen, dass nur ihre Art die richtige ist, weil es so sein MUSS. Dann kommen solche Aussagen wie "dass Wasser da rein läuft und wegfault", "dass es so natürlich nicht ewig hält" -- Mensch, der Zaun ist doch nicht aus Zucker und Ihr wohnt vermutlich nicht in einem Monsungebiet mit mehreren Regenzeiten pro Jahr. Ich verstehe total, dass Du es schön und ordentlich haben möchtest, dass ist vollkommen legitim, aber es ist, glaube ich, sinnvoll zu sehen, dass es Deine ganz persönliche Entscheidung ist, es so haben zu wollen und keine übergeordnete Notwendigkeit, weil sich sonst der Zaun beim ersten Regentropfen auflösen würde.

  • (12) 20.04.18 - 14:40

    Danke für Deinen ausführlichen Beitrag, du schreibst mir aus der Seele und du triffst meine wunden Punkte. Danke für diese Denkanstöße und ja, meistens lösen wir das ganz gut und nur manchmal so wie jetzt, da ist es zu viel.

    Dennoch habt Ihr alle wohl recht und du insbesondere, der Zaun ist nicht aus Zucker. Im Moment kann ich gerade selber über mein PillepalleProblem lächeln ... dank dieses Austausches hier. Will heißen, ein paar Kleinigkeiten werden verbessert und über anderes wird geschwiegen. Das gemeinsam zu tun geht nur leider gerade nicht. Und leider muss ich mir an die Nase fassen, es impliziert das er es falsch macht.

    Aber um es nochmal zu betonen, er kann andere Dinge toll, auch aus dem handwerklichen Bereich, nur streichen, das sollte er besser mir überlassen. Um des Hausfriedens Willen. ;-)

(13) 20.04.18 - 14:45

Ich verstehe das Problem nicht! Logisch gesehen ist es doch so, dass seine Arbeit tatsächlich nicht "gut" (ich formuliere es mal so) ist, nämlich dass sie Witterungen nicht standhalten wird etc.pp. Kann man das nicht einfach ganz normal mit seinem Mann besprechen? "So und so sieht es aus, denkst du nicht auch?"
Verstehe das ganze Tamtam nicht, ehrlich gesagt. Also meinem Mann würde da kein Zacken aus der Krone brechen, wenn ich ihm mit logischen Argumenten kommen würde, er würde mir Recht geben und fertig.
Ach ja, und ich würde mithelfen.

  • Eben darum sage ich das ja auch. Dennoch ist es nicht schön zu hören, was du machst ist Mist (auch wenn es nicht so formuliert wird!).
    In dem Fall hier muss nachgebessert werden, und dennoch tut es mir leid etwas zu kritisieren was er gern für mich getan hat (denn ich kann es ja gerade nicht tun egal wie sehr ich will).

    Am Ende wird nachgebessert, denn er versteht das durchaus. Aber ich ärgere mich ja auch wenn ein anderer mir Fehler zeigt, das ich es selbst nicht bemerkt habe.

    "Logisch gesehen ist es doch so, dass seine Arbeit tatsächlich nicht "gut" (ich formuliere es mal so) ist, nämlich dass sie Witterungen nicht standhalten wird etc.pp."

    Der Glaube, dass es logisch sei und so und nicht anders sein müsste, ist gerade Teil des Problems.

    • (16) 20.04.18 - 15:45

      Das ist aber Wortklauberei.
      Nicht richtig gepflegtes Holz schwemmt früher auf und wird morsch bzw faul. Das ist ein logischer Fakt. Wenn du zwei Hölzer, eines lackiert und eines nicht, in eine Wasserschüssel stellst, welches wird schneller aufquellen?

      Und wenn es unsauber ist, über Ränder gemalt wurde, mag das den einen mehr, den anderen weniger stören, aber es ist eben nicht gut.

      An mir liegt es nun das nicht überzubewerten und nicht zu nörgeln, aber das heißt nicht offensichtliche Mängel stillschweigend hinzunehmen.

      • (17) 21.04.18 - 13:31

        "Das ist aber Wortklauberei.
        Nicht richtig gepflegtes Holz schwemmt früher auf und wird morsch bzw faul. Das ist ein logischer Fakt. Wenn du zwei Hölzer, eines lackiert und eines nicht, in eine Wasserschüssel stellst, welches wird schneller aufquellen?"

        Du hast mich überzeugt, zugleich aber auch tiefergehende Bedenken ausgelöst. Wie sieht es denn mit den Stellen aus, an denen die Zaunlatten verschraubt oder vernagelt sind? Könnte in diese Löcher womöglich schon zum jetzigen Zeitpunkt Feuchtigkeit eingedrungen sein und dort zur fortschreitenden Verrottung des Zaunes beitragen? Und Du willst wirklich an den Halterungen den Zaun herausnehmen? Ist das wirklich Dein Ernst? Das ist doch halber Kram, höchstens 70 %! Machen wir uns nichts vor: Es ist _absolut unabdingbar_, dass der Zaun umgehend vollständig in alle Einzelteile demontiert wird.
        Sodann wäre jede Latte gesondert zunächst zu trocknen, vollständig abzuschleifen, dann auszubessern, daraufhin zu grundieren und schließlich zu streichen, mindestens zweifach, besser dreifach -- und bloß nicht mit der billigen Plörre aus dem Baumarkt!! Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass auch in alle vorhandenen Schraub- und Nagellöcher ausreichend Farbe gelangt!

        Es eben keine Wortklauberei, sondern eine Frage der Einstellung. Es gibt im Leben wirklich ganz, ganz wenig Dinge, die man wirklich muss, die objektiv richtig sind. Wenn man z.B. nach einem Reifenwechsel die Radmuttern nicht wieder festzieht, dann ist das selbst für mich objektiv falsch. Euer Zaun ist hingegen kein Sicherheitsrisiko. In manchen Ländern baut man alle Häuser für die Ewigkeit, in anderen werden sie so konstruiert, dass man sie nach einer Generation wegfegen kann, weil die Kinder sich eh etwas Neues bauen möchten -- das ist unterschiedlich, vielleicht auch nicht gleichermaßen ökonomisch und ökologisch effizient, aber keine Variante ist zwingend.

        Und an dieser Stelle wird die Einstellung problematisch: Man kann doch überhaupt nur mit dem Partner in Verhandlungen über die für beide beste Lösung eintreten, wenn keiner seine Auffassung absolut stellt. Sonst gibt's nämlich nur richtig und falsch und falsch geht natürlich nicht. Zugleich ist die Beziehung dann nicht mehr symmetrisch, sondern hierarchisch, weil man selbst ja die Wahrheit gepachtet hat und sie dem anderen beibringen muss, allein oder auch mit Zeugen wie dem Herrn Nachbarn. Das klappt schon bei Kindern nur bedingt gut, bei Erwachsenen aber ist der langfristige Schaden immens.

        • (18) 21.04.18 - 14:37

          Es war keine sauber ausgeführte Arbeit, erstaunlich wie man darüber eine Diskussion der Hierarchie führen kann. Das ist aber scheinbar ein Problem welches Du auf uns projizierst.

          Beziehung bedeutet auch Kritik aushalten zu können, tatsächlich haben wir das Thema bereits hinter uns. Mein Partner hat nämlich nicht das Bedürfnis, in zwei Jahren wieder anzufangen und hat sich der Ratschläge (auch des Nachbarn) angenommen.

          Klugscheißermodus an: Holz streicht man Latte für Latte vorher, und das mindestens 3 mal und das habe ich an anderen Holzbauten auch getan. Grundierung vorher nicht vergessen. Und nach dem Zusammenbau wurde nochmal alles einschließlich der Schraublöcher gestrichen. Dieses hier ist ein fertiges Zaunelement, dieses auseinander zu schrauben würde es zerstören. Das heißt aber nicht, das man die Zwischenräume nicht richtig streicht. Und auch das Vorurteil der Farbe bediene ich gern noch, sie ist aus dem Malerbedarf und nicht vom Baumarkt.

          Mit den Argumenten die Du anführst wäre alles entschuldbar, und das wiederum finde ich bedenklich. Eine Beziehung muss berechtigte Kritik aushalten können. In dem Fall gab es kein richtig oder falsch wie bei einer Art etwas zu erledigen, sondern ein mehr oder weniger an Farbe.

          Du führst hier eine andere Diskussion als ich. Mit deinem ersten Beitrag konnte ich mich sehr gut identifizieren. Mit diesem nicht mehr. Ja ich habe am Ergebnis genörgelt, und das zu Recht (nicht sicherheitsrelevant, aber im eigenen Ermessensspielraum). Und wenn dieses Feedback von anderen Menschen ebenfalls kommt, sollte man das Getane hinterfragen. Diese Option scheint dir aber unvorstellbar. Und somit stellst du deine Meinung als absolut.

(19) 20.04.18 - 15:56

Sie hat den Fuß gebrochen. #augen

Hallo!

Musst Du denn unbedingt nörgeln?

Ich denke, wenn es mich wirklich stört, würde ich warten bis der Mann nicht da ist, stillschweigend nachbessern, alles wegräumen und nie wieder ein Wort darüber verlieren. Wahrscheinlich würde mein Mann es sehen, aber ich habe nicht das Bedürfnis, das zum Streitthema zu erheben.

Manche Menschen haben den Impuls, immer eine Note 1 mit voller Punktzahl zu bekommen, auch wenn sie dafür wesentlich mehr Zeit einsetzen müssen. Andere haben eher den Ansatz, bei minimalem Zeitaufwand sich mit einer 4- durchzumogeln. Klar gibt es da einige Fehler, aber es geht eben auch wesentlich schneller.

ungünstig ist jetzt nur, dass ihr jetzt zweimal Zeit braucht, aber meine Güte, er wollte ja vor allem Dir einen Gefallen tun. Genau deswegen würde ich die Klappe halten und stillschweigend nachbessern, eben weil er nur nett sein wollte, und ich auch dann wenn es mich stört nicht unhöflich sein will und die leistung und den gedanken dahinter respektiere.

Ich bin in manchen Bereichen auch perfektionistisch, wo andere mit einer 2,5 in der Klausur vollauf zufrieden sind, ärgere ich mich mit einer 1,8 trotzdem schwarz, weil ich es besser schaffen könnte. Aber das macht mich nicht besser, und die Kollegen mit der 2,5 dürften die glücklicheren menschen sein.

  • (21) 20.04.18 - 15:36

    Ich habe einen Gips am Bein, ich kann nicht nachbessern, sonst hätte ich es schon getan. Sehr treffend die Benotung, aber eine schnelle 4 geht in meinen Augen nicht und das weiß er wie ich. Deswegen wollte ich es zu einem späteren Zeitpunkt selbst tun, wenn ich wieder kann.

    • (22) 20.04.18 - 15:39

      Auch das Nachbessern kann noch ein paar Wochen warten. Du wirst schon nicht Platzen, wenn Du jetzt ein paar Wochen die Schlamperei ansehen musst. Jetzt rumnörgeln, damit ER nachbessert, während du nur weiter meckerst, geht gar nicht und würde euer Verhältnis übermäßig belasten - völlig zurecht.

      • (23) 20.04.18 - 15:55

        Den Zaun in ein paar Wochen abzubauen und dann nachzubessern, das dauert Stunden, ist also nicht mal eben unauffällig gemacht.

        Na da freue mich auf den Krach der dann folgt. Da versuche ich lieber jetzt ein diplomatisches Gespräch.

        • (24) 20.04.18 - 19:06

          So wie du es erzählst, kennt ihr beiden eure Macken. Also würde ich sobald es mir möglich ist, ihm bescheid geben das dein Perfektionismus zu schlägt, du ihm sehr dankbar bist, für seinen guten Willen. Doch so wie er den Zaun gestrichen haben wollte, am besten gestern noch, musst du es so machen das auch dein Tick befriedigt ist.
          So verheimlichst du ihm nichts und erklärst ihm ohne wirkliche zu nörgeln warum du es nochmal nachbessern musst.
          LG :)

          • (25) 20.04.18 - 22:01

            So perfekt wie von dir vorgeschlagen habe ich nicht argumentiert, aber es war nah dran.

            Ich glaube grundsätzlich wissen wir beide wann es wie worauf hinaus läuft.
            Es wäre nur schön gewesen, ich müsste nicht erst damit anfangen. Aber da hat er wohl keinen Blick dafür.

Top Diskussionen anzeigen