Probleme mit Sohn, erste Klasse

    • (1) 23.04.18 - 10:02
      Kaffee-Milch-Zucker

      Guten Morgen,

      ich wende mich an Euch in dieser Kathegorie, da ich gerne unerkannt bleiben möchte. Es gibt ein paar Frauen aus meinem privaten Umfeld, die hier bei urbia sind und ich möchte nicht, dass getratscht wird.

      Es geht um unseren Sohn (7), der seit September die erste Klasse besucht.
      Ich bekomme beinahe jede Woche Zweizeiler von seiner Lehrerin. Er macht hier Fehler, er ist da unkonzentriert.
      Kürzlich hatten wir ein Gespräch mit der Lehrerin und ich fiel aus allen Wolken.

      # Mein Sohn sagte, ich würde mit ihm nicht lernen. Dabei machen wir jeden Tag zusammen die Hausaufgaben. Ich bin da auch recht genau und wenn er Wörter schnell und unsauber hinschludert, dann muss er das auch nochmal korrigieren.
      Er macht seine Aufgaben oft sehr schnell und husch-husch. Hauptsache, er kann danach spielen oder zu Freunden.
      # Wenn er etwas vergisst, dann sind immer die anderen schuld. Sein Bruder hat es verschlampt, die Mama hat es weggenommen, usw. Dabei geht keiner an sein Schulzeug ran. Abends gibt es eine kleine Kontrolle von mir, ob alle Hefte und Bücher sauber eingeräumt sind, das wars.

      # er lügt oft. Er erzählt uns, dass er im Handball 6 Tore geworfen hat. Der Trainer erzählt mir, dass er 2/3 des Spiels auf der Bank saß und wegen irgendwas rumjammerte.
      # er kann sich nicht konzentrieren, liest nicht richtig die Aufgaben, "rät einfach drauflos", denkt nicht logisch
      # er erzählt mir, dass er draussen mit der Nachbarskatze gespielt hat, sie hätte ihn abgeschleckt, sie ist auf den Baum geklettert usw. Die Katze saß die ganze Zeit bei uns auf der Veranda, wo mein Mann gelesen hat.
      # er ist bei Freunden und soll um 5 Uhr heimkommen. Um 5 ging er auch. Stand eine Viertelstunde später wieder bei den Leuten und sagte "Ich kann nicht nach Hause, meine Mama liegt mit Kopfschmerzen auf dem Sofa!" (die Mutter rief mich an, ob sie mir irgendwie helfen könnte und ob ich einen schlimmen Migräneanfall hätte.Ich war gerade am kochen und erfreute mich bester Gesundheit!)
      # ein anderes Mal eine ähnliche Ausrede. Da kam er nach einigen Minuten wieder zurück: "Die Mama und der Papa putzen gerade, ich darf nicht ins Haus!" Blödsinn. Wir putzen meistens vormittags und wegen Putzen wurde noch keinem der Zutritt verwehrt.
      # er erzählt Nachbarn, dass wir demnächst einen Pool im Garten aufbauen, mit Sprungbrett. Die Nachbarin spricht meinen Mann die Tage an, wo wir denn den Pool hinstellen wollen, da unser Garten sehr klein und hanglagig ist. Unser Sohn würde das überall erzählen.
      # er erzählt mir, dass seine Lehrerin ihn angewiesen hat, solche Glitzer-Filzstifte mitzubringen. Allerdings werden solche Sachen generell mit einem Zettel an die Eltern kommuniziert. Als ich eine Nachbarin fragte, was das denn für Stifte sein sollten, die die Kinder brauchen, schauten sowohl sie als auch ihre Tochter (gleiche Klasse) mich erstaunt an und wussten davon nichts.
      # im Schwimmkurs erzählt er, dass er fünf mal runtergetaucht ist, um den Ring zu holen. Sein Schwimmlehrer erzählt später, dass er sich nicht traut, unter Wasser zu tauchen und wir hier üben sollen.
      # er weiß, dass er lernen muss. Die Lehrerin schrieb mir die Tage genau auf, wo es fehlt. Er weiß das,aber wenn es ans lernen geht, macht er zu und jammert in einer Tour. Er will lieber zum Nachbarsjungen in den Pool, will fernsehen, will spielen.

      Und auch im privaten Umfeld höre ich immer wieder Klagen.

      # wir waren Eis essen und trafen vor der Eisdiele ein paar Schulkameraden. Dort spritzten ein paar Jungs mit der Wasserpistole rum und er begann gleich zu pfienzen, weil er zwei Tröpfchen abbekommen hat. Mein Mann sagte noch, dass das doch jetzt nicht schlimm sei und ein Schulkamerad meinte auch "F., das stimmt, du fienzt ziemlich oft herum!"
      # ein Nachbarsjunge, der in die 3. Klasse geht, feierte Geburtstag und mein Sohn war nicht eingeladen. Wir dachten erst nichts dabei, da sich in dem Alter auch schon mal Freundschaften neu sortieren. Jedoch kam letzte Woche seine Mutter auf mich zu und meinte, dass sie unseren Sohn schon einladen wollte. Jedoch ihr Sohn hätte das nicht gewollt, "weil der F. so viel lügt!"
      # genauso distanziert sich auch ein anderer Freund. Weil F. so viel lügt und immer bockt, wenn es nicht nach seinem Kopf geht.
      # und bei einem weiteren Freund erfahre ich neulich durch Dritte, dass dessen Mutter die letzten Male recht sauer war, weil F. bei ihnen zuhause alles ausräumt. Spiele, Spielkarten, Lego usw und dann keine Lust hat, alles aufzuräumen, sondern einfach nach Hause geht und den Saustall liegen lässt.


      Ich bin mit meinem Latein am Ende.
      Wir waren schon beim Heilpraktiker und er bekommt Globuli für eine bessere Konzentration. Zu einer Kindersprechstunde (psychologisch) werden wir demnächst auch gehen.
      Und ich habe meine Arbeitszeiten dramatisch reduziert, um mehr für ihn da zu sein.

      Aber ich frage mich, was ich oder wir falsch gemacht haben.
      Wir haben beide viel gearbeitet aber haben uns stets Zeit für die Kinder genommen, jedoch spielte er uns überall Friede-Freude-Sonnenschein vor. Und er weiß, dass man mit uns über alles reden kann.
      Er hat einen jüngeren Bruder (4) aber wir bevorzugen niemanden. Wir achten darauf, dass beide Kinder gleich behandelt werden. Und es gibt bei uns auch nicht das Motto, dass der Ältere immer auf den jüngeren achten und aufpassen muss.
      Wenn der Kurze Blödsinn macht, dann bekommt der auch seine Ansage und Konsequenz.
      Wi kuscheln viel und sorgen dafür, dass es beiden Jungs gut geht.
      Und wenn es mal Hemmungen gibt, z.B. mit dem Tauchen, warum erzählt er uns nicht davon? Dann kann man doch auch üben.

      Kürzlich bekam F. ein neues Zimmer. Nörgelte aber prompt wieder rum, als er im Laden ein Schleichtier nicht bekam. Irgendwann ist auch mal genug, es war erst Ostern.

      Jetzt prasseln im Moment die Kritiken und Klagen nur so auf uns ein.
      Wo F. vor einem Jahr noch ein lieber und umgänglicher Kerl war, aufmerksam und neugierig, ist jetzt ein jammerndes mutloses Kerlchen zu sehen, das nur rumnörgelt.
      Es gibt wohl keinerlei Mobbing in der Schule, aber ich habe den Eindruck dass er sich durch diese Rumlügerei und Prahlerei selber nach und nach ins Aus schießt.
      Dabei hat er dazu keinen Grund.
      Er bekommt viel (manchmal zu viel) aber es ist nicht so, als ob er auf irgendwas verzichten müsste.

      Als ich ihn damit konfrontierte, wurde er ganz geschockt und fragte, woher ich das alles weiß. Ich erklärte ihm, dass solche Lügen irgendwann nach und nach rauskommen.

      Habt Ihr ähnliche Erfahrungen für uns?
      Wie können wir diesen Knoten aufkriegen? Wie bekommt er mehr Mut und traut sich mehr zu, so dass er endlich diese blöden Lügen sein lässt? Für uns wird das nach und nach immer peinlicher, wenn die Leute uns darauf ansprechen und wir ahnungslos da stehen.
      Es gibt keinen Grund für ihn.
      Wir nehmen ihn im Moment etwas härter an die Kandare. Er muss aufräumen, er muss seine Hausaufgaben genau lösen und nicht schludern und wenn wir merken, dass er fantasiert oder lügt, schmettern wir es sofort ab.

      Danke für das Durchlesen und Eure Ratschläge und sorry für den langen Text.

      • (2) 23.04.18 - 10:31

        Hallo,

        Geh mit deinem Jungen umgehend ( bzw. sobald ihr einen Termin bekommt) in eine
        Jugend und Kinder--Psychriatische Praxis und lass abklären, ob eine gravierende Entwicklungsstörung vorliegt.

        Wenn das Kind Leidensdruck hat und/oder sein Verhalten ihn immer weiter ins soziale Abseits drängen lässt, ist ein Gang zum Facharzt erforderlich, finde ich.

        Wenn. dann noch das familiäre Umfeld mitleidet, umso mehr!

        Vielleicht flieht er in seine Welt, um sein Selbstbild zu schützen, eine durchaus wirksame Strategie. Ihr müßt ergründen, was dahinter steckt.

        lg

        Hallo!

        Ich würde euch auch raten, professionelle Hilfe zu suchen. Das ist alles sehr geballt. Bei vielen Dingen geht es um Aufmerksamkeit, aber vielleicht auch wirklich eine Traumwelt, die er sich aufbaut?

        (4) 23.04.18 - 12:28

        Huhu.
        Ich will hier nicht mit Küchenpsychologie a la: "das Kind braucht mehr Aufmerksamkeit" kommen, da ich dir absolut glaube, dass er viel Aufmerksamkeit bekommt. Das Problem ist vielschichtig und es gibt viele Gründe für sein Verhalten. Ich habe den Eindruck, er möchte euch gefallen. Er weiß, er wird gelobt, wenn er taucht etc. Auch andere möchte er beeindrucken. Der Nachbarsjunge hat nen Pool und er wünscht sich auch einen. Erzählt er davon, bekommt er positive Resonanz. Erzählt er, du wärst krank, darf er länger beim Freund bleiben. Ihm scheint noch die Weitsicht zu fehlen, welche Konsequenzen seine Schwindeleien haben. Ich glaube viele Probleme hängen mit seinem Selbstwertgefühl zusammen. Grade wenn er in der Schule wenig Erfolg hat, ihm der Mut beim tauchen fehlt etc. kann ihn das ganz schön belasten. Nun entwickelt er ein Bild davon, was als erfolgreich angesehen wird und vergleicht sich selbst mit diesem Bild. Und wenn es nicht dem entspricht, dann korrigiert er es, indem er einfach schwindelt. Er hofft dann einfach auch, es kaeme nicht heraus.
        Hat er etwas in dem er wirklich gut ist? Macht er Judo oder so etwas?

      • (5) 23.04.18 - 15:35

        Hallo!

        Ich gehöre absolut nicht zu denjenigen, die zu irgendwelchen Ärzten, Therapien und Medikamenten raten. Meiner Meinung nach liegen die meisten Probleme in der Erziehung und/oder dem häuslichen Umfeld!
        In Eurem Fall aber schließe ich mich vollkommen meinen Vorschreiberinnen an. Mit jeder Zeile, die ich gelesen habe, hat sich der Eindruck gefestigt. dass da etwas absolut nicht in Ordnung ist.
        Du schreibst sehr ehrlich und beschönigst nicht. Das finde ich schon mal gut. Viele Eltern verfallen ja dann instinktiv in die Beschützerrolle und "alle wollen dem armen Kind was Böses". Du bist reflektiert und erkennst das Problem.
        Die Ursache jedoch kann Dir hier niemand beantworten. Ja, ich denke auch, dass hier dringend ein guter, geschulter Facharzt viel Sensibilität und Zeit aufbringen sollte, um herauszufinden, was da im Kopf Deines Sohnes vorgeht.

        Ich musste beim Lesen an einer früheren Schulfreundin denken. Wir kannten uns vom Kindergarten an und hatten Kontakt bis wir junge Erwachsene waren. Dorfkinder halt.
        Bei ihr war es ähnlich, wie bei Deinem Sohn. Allerdings fing das erst etwas später an und so richtig dann mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule. Vorher sie vielleicht ein wenig seltsam, "anders", aber unterm Strich ein normales, nettes Mädchen mit dem man super toll spielen konnte und die fest zu unserer Mädelsclique dazu gehörte.
        Ihre Geschichte zu erzählen würde hier den Rahmen sprengen, aber ich kann Dir nur sagen:
        Es fing ebenfalls mit "harmlosen" Lügen an, Geschichten, die sich plötzlich als nicht echt herausstellten, kleine Flunkereien oder harmlose Übertreibungen unter Kindern die sich aber häuften, ernster und irgendwann, mit zunehmendem Alter, zu richtig krassen Lügengeschichten wurden. Einige Dinge kamen viel später raus und ihre "finale" Lüge hat dann auch dazu geführt, dass ich schlussendlich auch keinen Kontakt mehr zu ihr hatte.
        Ich kann Dir nur sagen, dass ihr Leben dadurch vollständig zerstört wurde. Und auch sie war kein schlechter Mensch, absolut nicht! Sie war hilfsbereit, klug, sympathisch, hat sich fast zerrissen um Anderen zu gefallen... Aber irgendwie hatte sie ein großes Problem. Ob sie krank war oder es äußere Ursachen hatte - oder beides - kann ich mir nicht erlauben zu sagen.
        Aber ich bin heute der festen Meinung: Hätte man sie als Kind/Jugendliche zu einem Psychater gebracht, dann wäre das alles nicht so gekommen.
        Leider hatte sei kein so sorgendes Elternhaus und wenn Lügen aufflogen, wurde sie noch härter bestraft, hat noch krassere Konsequenzen bekommen... Das erscheint vielleicht als ersten Reflex richtig, aber ich weiß, dass niemand gefragt hat - weder zu Hause noch in der Schule - WARUM sie sich so verhalten hat. Ich hab vieles auch erst später erfahren. Und ich glaube, dass das "warum" von einem Arzt geklärt, ihr viel hätte ersparen können.

        Das muss alles nichts mit Euch zu tun haben. Aber irgendwie ploppte diese ganze Story in meinem Kopf gerade wieder auf.

        Ich glaube, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Du hast ein Problem erkannt und jetzt wirst Du liebevoll und hartnäckig nach den Ursachen forschen und ggf. danach handeln.

        Ich wünsche Euch alles Gute!

        LG

        (6) 23.04.18 - 15:41

        Da das teilweise echt ziemlich sinnlose Lügen sind, wo er keinen Vorteil draus hat, würde ich auch an einen Psychiater o.ä. denken. Es kann nicht schaden. In dem Alter wird er die volle Tragweite einer solchen Therapie auch noch nicht so negativ auffassen wie ältere Kinder.

      • Als erstes: ich bin absolut niemand, der wegen jeder Kleinigkeit zum Psychologen rät. Zum anderen: mein Sohn hatte als Kind auch Auffälligkeiten mit seinem Selbstbewusstsein, weil er recht klein war. Da kamen auch die wildesten Stories/Ereignisse zusammen, die aber bei weitem nicht an Deine Geschichte herankamen. Trotzdem suchte auch ich mir damals Beratung und Hilfe.
        Dein Sohn braucht dringend professionelle Hilfe, das schafft ihr alleine nicht, Lügen abschmettern alleine hilft hier auch nicht. Das traue ich mir wirklich festzustellen. Bevor sich in ihm hier etwas sehr Ungutes manifestiert, sucht euch bitte baldmöglichst Hilfe bei einem Kinderpsychologen/-psychiater. Alles Gute. LG Moni

        Auch ich würde zu professioneller Hilfe raten: Erziehungsberatung und Psychiater oder Psychologe. die 1. Anlaufstelle ist wohl der Kinderarzt.

        Heilpraktiker und Globuli bringen euch nur dazu, wertvolle Zeit zu verschenken. Dein Kind hat Probleme, also lass schnell und ordentlich abklären was dahinter steckt.

        Geh bitte mit euerem Sohn zu einem Kinder- und Jugendpsychiater!
        Alles Gute!

        Dein Sohn hört sich nach einer Mischung aus meiner Tochter und meinem Sohn an.
        Dazu 1 Kind hat die Diagnose ADHS und das andere hat eine emotial/soziale Störung mit Verdacht auf adhs ( ist zu jung um es als Diagnose zu stellen).

        Deswegen kann ich dir nur raten: hole dir einen Bericht der lehrerin/ der Lehrer. Gehe damit zu einem Kinder und Jugend Psychologen und lasse deinen kleinen mal durch checken. Vieles beginnt erst in der Schulzeit da sich dann erst die Überforderung der Kinder zeigt. Und jedes Kind reagiert anders darauf.

        Viel Kraft weiterhin

        (11) 23.04.18 - 17:46

        Hallo,

        erst einmal vielen Dank für die tollen Antworten.
        Und dass hier keine bissigen Antworten dabei waren.

        Ich hatte heute auch ein Gespräch mit einer Bekannten, deren Tochter auch in der gleichen Klasse ist. Scheinbar übt auch die Klassenlehrerin einen ziemlichen Druck auf die Kinder aus und mein Sohn scheint sich das besonders zu Herzen zu nehmen und vergleicht sich viel mit anderen. Möchte auch in der ersten Reihe sein.
        Er darf zB nicht mehr die Finger beim Rechnen nehmen.

        Allerdings hat die Lehrerin auch die etwas blöde Angewohnheit, auf manchen Kindern herum zu hacken.
        Oder sie setzt unkonzentrierte Kinder nach vorne, zusammen mit den Störenfrieden. Ein Störenfried ist mein Sohn nicht, er fühlt sich von diesen Jungs eher noch mehr abgelenkt.

        Kürzlich gab es drei Elternzettel, einer davon recht schmal und klein, klein. Den hat er irgendwie zwischen den Heften verschlampert, aber er hat mir erzählt, dass er für ein Projekt diese und jene Farben mitnehmen soll. Das haben wir alles eingepackt und er war ausgerüstet. Die anderen zwei Zettel habe ich unterschrieben und ihm mitgegeben. Am nächsten Tag entdecke ich im Heft eine Nachricht, dass mein Sohn versucht hat, die Lehrerin „zu betrügen“, weil er den unterschriebenen Elternzettel dafür nicht mit hatte und ihr stattdessen die zwei anderen unterschriebenen Elternzettel gereicht hat. Das fand ich sehr übertrieben. Schusseligkeit ja. Betrug nein.
        Betrug wäre, wenn er bewusst zB meine Unterschrift gefälscht hätte, dann wäre der Vorwurf gerechtfertigt.

        Nun, wir haben demnächst jetzt den Termin bei der Beratungsstelle der Diakonie.
        Dort soll ich erst mal ein Gespräch haben und dann wird meinem Sohn anhand von Gesprächen und Spielen ein bisschen aufs Zahnfleisch gefühlt. Sollten sich hier gravierende Punkte abzeichnen, dann wäre mein nächster Gang der zu einem Kinderpsychologen.

        Ich bin da sehr aufgeregt aber ich möchte meinem Sohn auch helfen. Er war im Kindergarten immer ein beliebtes Kind und es gab nie Klagen über ihn. Auch zum Schulanfang lief alles einwandfrei.

        So, jetzt mal tiiiief durchatmen. Mir tut der kleine Mann furchtbar leid, obwohl ich euch total verstehe. Bei uns war es ähnlich: Bis fünf war unser Junge super, hatte nie eine Trotzphase, war immer bester Laune, blitzgescheit, süß, kuschelig, ... - dann wurde er plötzlich komisch. Immer öfter Lügenmärchen, in der Schule gabs öfter mal eine auf den Deckel und ich war total verzweifelt - was die Situation eher verschlechterte als verbesserte.

        Nun ist er in der 2. Klasse, heute war Elternsprechtag, alles super, er ist brav, schlau, prima. Nur sollte er etwas sauberer schreiben und hin und wieder flotter arbeiten (ähm ja, ersteres hat er von seiner Mama, letzteres von seinem Papa #rofl). Wenn das alles ist...

        Hast du dich schon mal mit "echten" Mamas von Jungs in dem Alter ernsthaft und ehrlich unterhalten? Also nicht von den spitzen Mamis mit top Kindern, sondern mit normalen Frauen? Ich hab zum Glück eine gute Freundin mit einem gleichaltrigen Sohn, ich sehe die Dorfkinder hier, etc. und mein Kollege hat sogar mit dem Mädel das gleiche Problem. Einmal mit normalen Leuten ehrlich geredet und dann lachst du mal herzhaft, weils den anderen ähnlich geht und schon bist du nur noch halb so angespannt.

        Dein Sohn merkt doch, dass er die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Und ich lese hohe Erwartungen und Strenge. Ich finde es super, dass er es schnell macht um danach mit Freunden zu spielen - es sind KINDER!!! Meiner trödelt meist rum #schwitz. Ich finde es das Normalste der Welt, seine Hausaufgaben schnell hinzuschmieren - und ich fände es nervig, wenn Mama danach dran rum nörgelt. Das ist Job der Lehrerin. Er hat sich gerächt indem er ihr erzählt hat, du würdest dich nicht kümmern. Und offenbar übertreibt die Gute wohl, denn sie hatte ja IMMER NOCH was zu meckern an seinen Arbeiten, sonst hätte sie den Sohn ja nicht gefragt.

        Dass er sich toller darstellt als er ist (tauchen, Sport, Schwimmbad, ...) - nun. Wie viele Erwachsene sagen ehrlich, was sie nicht könne oder sich nicht trauen? Ich kenn da nicht viele. Wie soll es ein Kind können? Dass er schwindelt, um nicht heim zu müssen, ist nicht prima, aber wahrscheinlich hat er Angst vor einer neuen Leier.

        Er weiß, dass er lernen muss? Schade, in der 1. Klasse sollte es noch so gehen, dass die Lehrer in der Schule so viel üben, dass es ohne übertriebene häusliche Übung geht - schreiben, rechnen, etc. müssen sie ja eh. Und dich wundert ECHT, dass er jammert und lieber spielen geht???? Jammerst du nie, wenn du z.B. putzen musst?

        Sorry, für mich klingt dein Kind heillos überfordert. Ich finde das Verhalten grundsätzlich gaaaaanz normal und nur, weil es nicht akzeptiert wird, muss er lügen, tricksen und jammern.

        • (13) 23.04.18 - 23:24

          Und noch ein Tipp: Schick deinen Mann in die Sprechstunden. Männer sind da oft viel abgebrühter (weil sie vllt. selbst auch keine Heiligen in der Schule waren? oder weil sie sich ohnehin nicht alles so zu Herzen nehmen). Und wenn die unzufriedenen Grundschuldamen (ich bin selber auch Lehrerin und kenne einige von denen!) dann merken, dass sich der Herr nicht unter Druck setzen lässt, dann ist schnell alles nur noch halb so schlimm. Die lassen ihren Frust doch auch viel an den Mamas aus und geben Verantwortung ab. Wenn ich dauernd mit den Eltern per "Zweizeiler" kommunizieren muss, da hackts doch! Ich werde doch einem Erstklässler Herr, da brauch ich doch keine Eltern dazu! Und wenn wirklich was Gravierendes ist, helfen auch keine Zweizeiler...

      Guten Morgen,

      ich schreibe mal unter meinem richtigen Nick obwohl es mir schwer fällt#zitter.

      Ich oute mich und sage: Ich war wie dein Sohn. Bis zum 20. Lebensjahr habe ich gelogen und Märchenschlösser erfunden. Ich habe mir Dinge aus den Fingern gesogen und (in der 8. Klasse) Unterschriften gefälscht.

      Ich hatte und habe ein wundervolles Elternhaus. Ich liebe meine Eltern und hatte immer alle Freiheit die man sich wünschen kann. Mein Bruder und ich kamen gut miteinander aus. Aber:
      Ich hatte immer das Gefühl das ich nicht genug bin. Weder als Tochter, noch als Schülerin und nicht als Freundin. Ich war nicht schön genug, nicht schlau genug, nicht interresant genug für diese Welt.
      Ich hatte das Gefühl das ich nicht reiche!
      Ich habe meinen Freunden erzählt das mein Bruder aus dem Fenster gefallen ist und sich den Arm gebrochen hat (und in meiner Erinnerung ist das WAHR). Sowas ist niemals passiert. Ich habe bei genau solchen Kleinigkeiten gelogen wie dein Sohn. Und viele dieser Geschichten sind in meinem Kopf als echte Erinnerung abgespeichert.
      Ich kann dir leider keinen Rat geben außer der proffessionellen Hilfe.
      Mit 20 ist mein größtes Märchenschloss zusammengebrochen und ich stand kurz vor sehr sehr großen Problemen. Seit diesem Zusammenbruch kann ich nicht mehr lügen.
      Selbst Übertreiben geht nicht mehr.
      Dafür erkenne ich Lügner aus 100m Entfernung gegen den Wind.#schein

      Ich hoffe Ihr findet einen einfacheren Weg. Meiner war nicht schön aber sehr lehrreich.

      Viele Grüße
      Anja

    Hallo,

    ich habe schon lange nicht mehr hier geschrieben, aber Dein Text hat mich sofort berührt.
    Denn ich habe genau das Gleiche durch mit unserem Sohn.
    Bitte entschuldige, wenn es lang wird.

    Mein "Glück" bei der ganzen Sache war, dass eine Freundin von mir Psychologin ist (zwar nicht für Kinder, aber trotzdem sieht sie vieles aus einem anderen Blick) und mir bei der ganzen Sache selber stark die Augen geöffnet hat und dass ich auch an dem ganzen Dilemma nicht unschuldig war.
    Aber von vorne:

    Erste Klasse, unser Sohn war begeistert und natürlich kommen zu Beginn immer die Holpersteine. Sauberes Schreiben, mehr Ordnungspflicht, alles nicht mehr so verspielt wie im Kindergarten.
    Nur kamen mit der Zeit oft Flüchtigkeitsfehler, vergessene Hefte, verdrehte Zahlen, falsch abgeschriebene Wörter usw hinzu. Er hudelte und diese Fehler kreuzte die Lehrerin ihr an. Teilweise waren es wirklich dumme Fehler, die er sich hätte sparen können.
    Auch bei den Hausaufgaben, es wurde schnell alles hingeschrieben.
    Ich habe auch oft alles wieder wegradiert und ihn angewiesen, es nochmal neu zu machen. Und ich habe geschimpft, teilweise auch sehr heftig. Dafür schäme ich mich heute sehr.
    Ich habe ihn mit anderen Kindern verglichen, die "weiter" waren oder weniger Fehler gemacht haben. So wurde es mir von deren Müttern jedenfalls erzählt (Ach die Mia oder der Janik haben keinerlei Probleme, das läuft wie am Schnürchen!). Das war ein schlimmer Fehler.

    Zeitgleich fing er mit Lügen und Schwindeln an.
    Beim Handball musste ich lachen, er spielt auch Handball. Wenn es nach ihm ginge, hat er bei jedem Spiel mindestens 10 Tore geschossen. Und war beim Wettlauf der Schnellste. Und ist am weitesten gesprungen.

    Dann bat die Klassenlehrerin zum Gespräch und es kamen Begriffe wie verhaltensauffällig, Psychologe, ängstlich, unkonzentriert und sogar ADS.

    Ich war durch den Wind. Und machte Dummheiten wie auch diese ADS-Tests im Internet zu googeln.

    Und dann kam meine Freundin über ein Wochenende zu Besuch und ich erzählte ihr alles. Und das sich diesen Online.Test gemacht habe und es einen Verdacht auf ADS gibt. Und ihre einzige Antwort zu meinen Überlegungen und Sorgen und dem ADS war:

    "Bullshit!".

    Und dann bekam ich eine Packung von ihr.
    Sie meinte, wenn hier irgendwer irgendeine Form von ADS hat, dann bin das ich. Und mein Mann. Und unser Haus. Und ob wir eigentlich wissen, was wir unserem Sohn da zumuten.

    Sie beschrieb mir meine aktuelle Lebensweise in einem Licht, welches mir gar nicht gefiel. Ich versuche, es mal wieder zu geben in Stichpunkten.

    - ich war 50% Teilzeit tätig und stand täglich unter Dampf.
    . morgens bekommen die Kinder ihr Frühstück am Tisch, während ich gehetzt in der Küche Schulbrote schmiere, nebenher hastig Kaffee trinke und alles zusammenpacke. Mein Mann dito. Kein gemütliches Frühstück zusammen am Tisch
    - ich fahre wie eine gesengte Sau zur Schule und zum Kindi, um dort die Kinder rauszuschmeißen, nur dass ich um Punkt 8 Uhr Gewehr bei Fuß in der Firma bin, um bloß nicht angemeckert zu werden.
    - um 14 Uhr wieder zuhause, wo auch mein Sohn aus der Schule kam. Ihm schnell das Mittagessen hingestellt, danach soll er Hausaufgaben machen. Währenddessen wirbel ich im Haus rum, Bügelwäsche, Küche aufräumen, meckern.
    - Hausaufgaben kontrolliert: dies ist nicht gut, das ist nicht gut. Du musst, du sollst, warum hast Du hier. Geheule, Gemaule. Geschimpfe von mir.
    - schnelle Tasse Kaffee, dann los, die Schwester abholen.
    - Sohn schnell im Sport oder Musikschule abladen, einkaufen gehen, Sohn wieder abholen
    - Zuhause: weiterwirbeln, dazwischen Essen kochen, Kinder abfüttern.

    Sein Zimmer war oft chaotisch und es artete nur in Geschimpfe aus.


    Meine Freundin meinte, dass ich selber erst mal bei mir und mein Mann bei sich anfangen muss, bevor hier irgendwie an meinem Sohn herumpsychologisiert wird.
    Er sieht die Hektik bei uns. Alles schnell-schnell-schnell.
    Immer Gehetze. Das übernimmt er, da es für ihn der "Normalzustand" zu sein scheint.
    Daher auch dieser Affenzahn bei den Hausaufgaben.
    Er kennt keine ruhig arbeitende Mutter, sondern einen wirbelnden tasmanischen Teufel.
    Der kommt heim und statt einer gemütlichen Atmosphäre und einem entspannten Snack sieht er Berge von Bügelwäsche oder den Putzeimer und seine Mutter, die ihre Bürokleidung gegen Putzjeans austauscht und gleich weiterhetzt.
    Und die mit sich selbst unzufrieden ist und diesen Frust und diese Ungeduld an ihm auslässt, wenn die Schulsachen nicht so passen, wie sie es erwartet oder er was nicht aufräumt.

    Ich soll zuallererst mal meine verdammte überzogene Erwartungshaltung runterschrauben.
    Das ist ein Erstklässler. Die krakeln, die schludern, die kleckern, die schlampern.
    Wenn er krakelt, lass ihn krakeln. Ihr Mann ist Ü-40 und hat immer noch eine Sauklaue, trotzdem hat ihn das nicht umgebracht, er hat einen guten Job und verdient Geld.
    Unser Sohn hat eine Scheißangst davor Fehler zu machen, weil ich sofort am Schimpfen und Keifen bin. Darum ist der so ruhig und verhuscht und verlogen.
    Der versucht das zu vertuschen, wo er weiß dass es Terz gibt!
    Wichtig ist, dass er seine Hausaufgaben macht, und das macht er ja ohne Murren.
    Wenn er Zahlen verwechselt, soll ich ihm das in Ruhe erklären und spielerisch beibringen. Mal mit Knete eine 7 formen oder auf dem Spieli mit einem Stöckchen eine 3 in den Sand malen. Oder ihn beim Bäcker mal das Geld abzählen lassen oder ihn bitten, mir 8 Orangen in den Einkaufskorb zu legen. Oder ihn beim Blumenhändler 12 schöne Tulpen aussuchen lassen.
    Nicht meckern, wenn er holprig liest, sondern mal ein schönes Buch zusammen lesen.

    Ich soll mal meinen Job überdenken, da ich allmählich zum dauermeckernden Zombie mutiere, der auch nach Feierabend immer abrufbereit sein muss, wenn es irgendwo Engpässe gibt.

    Eine chaotische Wohnung mit Körben voller Bügelwäsche, angefangenen Projekten und Co ist keine harmonische Umgebung, wenn ein Kind lernen soll. Er kann sich nicht konzentrieren, wenn ich im Background sauge, lärme und am kruschen bin.

    Und diese Lügen und die Angeberei: der will uns imponieren. Die Mutter meckert und kritisiert nur herum, und da will er einfach sich ins rechte Licht rücken und sucht Anerkennung. Meine Freundin hat mitbekommen, wie ich einmal meinen Sohn fragte, wieviele Tore er denn gemacht hat.
    Sie fragte mich, warum er denn Tore schießen müsste? Warum mir die Tore so wichtig sind? Er kann auch einfach nur Mitspieler sein. Mit seinen Freunden Spaß haben. Mit dieser Frage nach Toren erwarte ich unterschwellig von ihm, dass er auch welche schießt. Und setze ihn ungewollt unter Druck. Vielleicht will er auch einfach nur mit seinen Freunden zusammen sein, da mitrennen, Spaß haben aber deswegen muss er in keinster Weise eine Rampensau oder Leitwolf sein, der ein Tor nach dem anderen reindonnert.

    Und es ist egal, ob der Sohn einer anderen Mutter weniger Fehler macht. Viele frisieren da die Leistungen der Kinder. Dafür plappert der Sohn der einen vielleicht ständig ungefragt in den Unterrricht rein. Ein Klassenkamerad, der gut rechnen kann, war an dem Wochenende zu Besuch. Meine Freundin meinte später: der kann vielleicht gut rechnen, benimmt sich aber bei Tisch wie ein Ferkel, hockt schief am Stuhl, hampelt herum, stopft sich den Mund viel zu voll und isst die Spaghetti mit den Fingern. So isst vielleicht ein Dreijähriger aber ein Erstklassler sollte hier wissen, wie man richtig isst. Dein Sohn kann sich hier besser benehmen.

    ich soll aufhören, ihn dauernd zu vergleichen sondern soll auch seine Stärken erkennen. Zum Beispiel mich freuen, dass er gute Manieren hat, nicht rumschreit, oder wie ein Ferkel isst.

    Zimmer aufräumen ist auch eine Baustelle. Ich würde motzen, dass er so schlampig ist.
    Meine Freundin erklärte, dass ich nur "Räum Dein Zimmer auf!" rufe.
    Und ich es mir damit zu einfach mache. Und natürlich werden meine Erwartungen nicht erfüllt, ich bin sauer. Auch ein Erstklassler kann damit noch überfordert sein.
    Ich soll es mit ihm zusammen lösen. Ich soll den Wäschekorb mitnehmen und die Wäsche in seinen Schrank sortieren.
    Währenddessen soll er alle Playmobils vom Boden aufheben und in die grüne Box legen.
    Dann die Dinosaurier ins Regal stellen.
    Dann schauen, was noch herumliegt und vom Boden entfernen und dorthin sortieren, wo es hingehört.
    Das verstreute Spiel soll ich dann mit ihm gemeinsam wieder in die Schachtel sortieren.
    Und wenn das getan ist, kann er losgehen und den Staubsaugerroboter ins Zimmer holen. Von dem Ding ist er fasziniert. Tür zu und den Roboter arbeiten lassen.
    Ergebnis: das Zimmer ist sauber, er lernt nach und nach das systematische Aufräumen und als Belohnung darf er den Roboter dann anstellen.
    Das ist für ihn einfacher, als wenn die Mutter nur befiehlt und dann motzt, weil es nicht ihren Erwartungen entspricht.

    Bitte glaube mir, das Gespräch ging tief und lange und es tat mir teilweise auch weh.
    Ich schämte mich sehr.
    Inzwischen habe ich mir einen anderen Job gesucht, der auch nicht so stressig ist.
    Und arbeite nur an drei Tagen die Woche halbtags.
    Die übrigen Vormittage nutze ich, um Hausarbeit wie die Bügelwäsche oder Putzen zu erledigen. Und es ist viel entspannter.
    Ich habe mehr Zeit für die Kinder und stehe nicht mehr so unter Strom.
    Ich bin meiner Freundin sehr dankbar.


    Zudem haben wir auch noch einen Heilpraktiker hinzugezogen, der bei meinem Sohn einen leichten Kalzium- und Kaliummangel feststellte. Dies war aber schon länger geplant, da mein Sohn manchmal etwas blass wirkte. Dafür haben wir nun auch Globuli.
    Der Heilpraktiker riet uns auch so wie meine Freundin, dass wir bitte auf festere Strukturen achten.
    Ruhige gemeinsame Mahlzeiten mit angenehmen Gesprächen. Und bitte weniger Druck und Erwartung ausüben. Die erste und zweite Klasse sollen die Kinder ankommen und müssen Strukturen finden. Das ist für uns als Eltern auch das wichtigste, feste Strukturen im Alltag. Bitte nicht zu viel erwarten, das meiste kommt mit der Zeit von selbst. Mit Druck erreicht man das Gegenteil.

    Und es geht bergauf.
    Mein Sohn macht immer noch Fehler aber ich keife nicht mehr rum, sondern wir lösen das Problem mit Humor oder kleinen Aufgaben im Alltag. Und wenn es beim Kuchenbacken ist, dass er Rosinen in 10er-Reihen auf die Anrichte legt.

    Zimmer aufräumen funktioniert auch inzwischen besser. Er weiß was wohin kommt und am schönsten ist es, wenn er den Roboter holen darf.

    Und auch das Lügen und Schwindeln legt sich. Es gibt ab und zu noch immer mal eine kleine Schwindelei, aber ich mache keine Szene mehr draus.

    Ich musste dafür aber erst mal bei mir selber anfangen.
    Meinem Mann ging es genauso.
    Das ist oft nicht einfach und es waren viele Sachen dabei, wo wir dachten es sei richtig. Die aber absolut nicht richtig waren und wo wir erst mal mit viel Selbstreflexion rangehen mussten.

    Daher möchte ich Dir nahelegen, vielleicht auch mal in Dich zu gehen.
    Du scheinst selbstreflektiert zu sein, aber vielleicht bist Du hir und da auch zu streng oder Euch fehlen Strukturen.

    Liebe Grüße und halt die Ohren steif.

    • (17) 24.04.18 - 16:23

      Wow, was für ein toller hilfreicher Text von dir!
      Kann mir vorstellen, dass sich nach dem Lesen jetzt einige an der Nase nehmen. Ich jedenfalls fühlte mich an manchen Stellen richtig ertappt.
      Hut ab vor deiner Freundin und danke fürs Teilen deiner/ihrer Erkenntnisse.
      Lg minitouch

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