Verheiratet und trotzdem getrennt wohnen

    • (1) 23.04.18 - 21:08

      Hallo,
      Habt ihr Erfahrungen mit einer festen Beziehung oder Ehe, wo beide trotzdem ihre eigenen vier Wände behalten haben?
      Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht und war das von Anfang an so oder habt ihr erst im Laufe der Zeit getrennte Wohnungen bezogen?
      Was waren die Gründe dafür?
      Mein Mann und ich sind seit 18 Jahren verheiratet und seit 25 Jahren ein Paar, unsere Tochter ist 15.
      Als Studenten haben wir einige Jahre zusammen gewohnt.
      Wir leben aber in getrennten Wohnungen seit unsere Tochter auf die Welt kam, wir haben uns so die Nächte geteilt, jeder konnte mal durchschlafen.
      Außerdem arbeiten wir beide auch öfter zu Hause und brauchen beide Platz und unsere Freiräume.
      Darüber hinaus haben wir auch einen komplett unterschiedlichen Tagesrhythmus, ich arbeite oft nachts und schlafe bis mittags, während mein Mann Frühaufsteher ist.
      Auch unser Geschmack bezüglich Einrichtung und Wohnraumgestaltung ist nicht kompatibel.
      Ich liebe es modern, offen und hell, er mag alte Häuser mit altmodischen Möbeln und kleinen Räumen.
      Es funktioniert prima, wir leben 6 km voneinander entfernt.
      Hat das für euch auch Nachteile und wenn ja welche?

      • (2) 23.04.18 - 21:14

        Ich kenne niemanden, der so lebt. Aber ich finde es sehr interessant, wie ihr das regelt. Wie geht es denn eurer Tochter damit?

        • (3) 23.04.18 - 21:37

          Sie ist ja da rein geboren worden und kennt es nicht anders.
          Es ist wie bei getrennt Eltern nur ohne Trennung, sie hat jeweils ein eigenes Zimmer bei ihrem Vater und mir und sucht sich aus, wo sie übernachtet oder am Wochenende oder in den Ferien sein möchte.
          Früher haben wir uns die Betreuung in der Woche aufgeteilt, die Wochenenden verbringen wir mal.zusammen, mal meine Tochter bei mir, mal ist sie beim Vater, mittlerweile aber eher bei ihrem Freund, so dass mein Mann und ich die Wochenenden mittlerweile wieder als Paar verbringen.
          Ich habe aber auch nichts gegen ein Wochenende nur für mich, dann treffe ich mich mit Freunden oder genieße die Ruhe zu Hause zum Lesen Fernsehen o.ä.

          • (4) 23.04.18 - 21:41

            Danke für die Aufklärung. Ich bin selbst ein scheidungskind und fand diese hin und her pendelei eher lästig. Meine Eltern hatten das geteilte sorgerecht und wohnten um selben Ort. Als sie sich trennten war ich 10. Morgens von Papa los, nach der schule zu Mama oder umgekehrt. Mich hat das oft genervt. Aber wenn man es nicht anders kennt, vermisst man ja auch nichts.

      Hallo,

      ich glaube der Schauspieler Jan Fedder lebt so, hab ich mal gelesen.

      Finde ich gut. Ich glaube, ich werde in Zukunft, wenn unsere Jungs älter sind so leben. Wir sind aber auch kein Paar mehr und nochmal mit jemanden zusammen ziehen mag ich ehrlich gesagt nicht.

      Lg Miriam

      (6) 23.04.18 - 22:11

      Meine Schwester und ihr Mann leben so schon sehr viele Jahre; sie sind seit 22 Jahren zusammen, davon 15 verheiratet.
      Ganz am Anfang haben sie mal eine gemeinsame Wohnung gehabt, mitlerweile leben sie aber schon seit mehr als 10 Jahren in getrennten Wohnungen, allerdings in demselben Haus. Läuft zwischen den beiden super. Jeder hat seine Ruhe, wenn er sie braucht und sie können gemeinsam sein, wenn gewünscht.
      Für mich wäre es nichts, finde es aber gar nicht so ungewöhnlich. :-)

    • (7) 23.04.18 - 22:26

      Hallo.

      Respekt wenn man es so kann. Es gibt bestimmt auch viele vorteile. Aber ich könnte es nicht. Ich brauche meinen mann jeden abend bei mir zum kuscheln 😊 wenn er mal 3 wochen weg ist wegen arbeit und so, dann ist es horror für mich. Der winzige vorteil ist, dass es dann öfters mal einfach nur pfannekuchen oder nudeln gibt 🙈 esst ihr auch immer getrennt oder kommt er jeden tag zum essen rüber? Kocht ihr zusammen? Seht ihr euch jeden tag? Wie gesagt, ich kann mir sowas nicht vorstellen

      • (8) 23.04.18 - 23:43

        Nein wir sehen uns nicht jeden Tag und essen meist auch getrennt.
        Manchmal passt es spontan, dann essen wir auch gemeinsam.
        Da wir unterschiedliche Termine und Arbeitszeiten haben, passt das einfach oft nicht.
        Wir haben beide auch ähnliche Befürfnisse was Nähe angeht, in unserem Fall heißt das, wir sehen uns regelmäßig aber nicht täglich, brauchen unseren Freiraum.
        Auch gemeinsam Schlafen ist für uns beide nichts,da wir ganz unterschiedliche Bedürfnisse nach Schlaf haben und auch zu unterschiedlichen Tageszeiten schlafen.
        Ich ab morgens um 4 bis mittags, er ab.22.00 bis 5.00.

        • (9) 24.04.18 - 00:12

          Was genau liebt ihr denn an einander? Eure Geschmäcker und eure Einstellungen gehen ja extrem auseinander. Ihr verbringt, so hört es sich an, ja nicht viel zeit mit einander. Ihr esst nicht miteinander, habt keinen Alltag miteinander, schlaft nicht zusammen, jeder lebt im Prinzip sein Leben und bei Bedarf sieht man sich mal. Klingt eher nach einer Freundschaft und nicht nach liebe. Ich verurteile das nicht, ich möchte nur wissen, warum ihr verheiratet seit wenn ihr beide doch kaum zeit oder euer leben miteinander verbringen wollt.

          • (10) 24.04.18 - 08:02

            Hat Liebe denn für dich was damit zu tun, wie viel Zeit man miteinander verbringen möchte?

            Die Rechnung geht für mich nicht auf. Ich bin von jeher jemand, der viel Freiraum und Zeit für sich braucht. An meinem Mann z.B. liebe ich u.a. auch, dass er mir beides geben kann.

            • (11) 24.04.18 - 08:05

              Liebe heißt für mich vor allem nähe und Geborgenheit. Dass man mit dem anderen gern zeit verbringt, ihn trotz oder auch gerade wegen seinen Macken gern um sich hat, dass man Dinge gemeinsam erlebt, denn dadurch wird ein bindungshormon ausgeschüttet, welches für den Bestand einer Beziehung von Nöten ist. Liebe heißt für für mich, dass man den Alltag miteinander erlebt.

              • (12) 24.04.18 - 08:52

                Naja, die TE und ihr Mann sind seit 25 Jahren ein Paar, es scheint also auch ohne Oxytocin zu klappen. Oder die beiden schütten es aus, auch ohne sich auf der Pelle zu sitzen.

                • (13) 24.04.18 - 08:54

                  Genau deswegen frage ich ja, was sie aneinander lieben. Denn wenn ich meinen Partner eben nicht als Partner sondern als freund sehe, ist das ja eine andere Art Bindung als die, die msn in einer Liebesbeziehung zueinander hat. Wenn es einfach eine Freundschaft ist, hält die auch ohne den partnerschaftlichen Kram und gemeinsamen Alltag. Das ist dann zwar auch liebe aber eher die platonische.

        (14) 24.04.18 - 07:12

        Also wie gesagt ich könnte es nicht. Für mich ist eine ehe zusammen sein. Nebeneinander aufwachen. Zusammen einschlafen. Vor allem am wochenende. In der woche gehts ja schlecht wegen arbeit.
        Aber wie gesagt, dass muss ja jeder für sich entscheiden. Wie geht denn euer umfeld damit um? Finde es sehr interessant.

(15) 24.04.18 - 07:57
Sowollteichesauch

Hallo.

Nach 12 Jahren Beziehung habe ich dieses Modell als letzte Rettung erhofft. Mein Mann ist sehr launisch, erträgt kaum Stress und neigt dabei leider auch zu Gewaltausbrüchen. Leider konnten wir das nie richtig in den Griff bekommen. Nach den beiden Kindern wurde es so schlimm, dass ich die Reißleine ziehen musste.

Ich hatte gehofft, dass räumliche Distanz und ein eigener Rückzugsort es ihm erleichtern. Denn genau wie du es beschreibst, passen Ruhe und Schlafbedürfnis einfach nicht in das Familienkonzept.

Bislang funktioniert es auch auf Distanz leider nicht. Allerdings kann ich mir das halt generell vorstellen. Es geht ja auch um Dinge, die man einfach so mitbringt. Ein körperliches Schlafbedürfnis polt man nicht einfach um.

Das Einzige, was sich sehr distanziert bei euch liest, ist, dass ihr nichtmal oft miteinander esst oder auch die Wochenenden nur relativ wenig miteinander verbringt. Das wäre in meiner Idealvorstellung anders, also mehr.

Aber wenn ihr damit zurecht kommt und euch liebt, ist ja alles gut.

LG

(16) 24.04.18 - 09:46

das liest sich eher, das keiner Kompromisse eingehen kann und jeder sein eigenes Leben lebt, jeder für sich egoistisch.
Familie ist doch was anderes, als zwei getrennte Haushalte. Für mich wäre es wie alleinerziehend mit gutem Kontakt zum Vater/Mann.
Alltag ist doch Null vorhanden.

Wenn es klappt warum nicht, dann sollte man es aber auch konsequent leben und nicht selber hinterfragen und ein funktionierendes System hier zur Diskussion stellen.

lg
lisa

(17) 24.04.18 - 11:39

Hi,

ich habe 2 Kollegen die das so gelebt haben, allerdings nur bis zur Geburt des Kindes. Dann kam ein Eigenheim bzw. der Umzug in eine gemeinsame Wohnung.

Wobei ich meine, dass sie trotzdem zusammen gewohnt haben. Es wurde dann halt nur Mal die Wohnung des einen genutzt und dann in der nächsten Woche die des Anderen.
Ganz krass getrennt wie bei euch war das nicht.

Finde ich jetzt auch eher so nach Freundschaft plus, statt nach tiefer Liebe. Aber solange ihr damit glücklich seid, ist doch alles ok..

Ich persönlich fände es nicht gut, sobald ein Kind da ist. ich finde da sollte man die Wochenenden zusammen verbringen und auch Abends als Familie zusammen essen.
Zudem lebt man in der Familie ja auch vor, wie man Kompromisse schließt und Rücksicht aufeinander nimmt..
Das hätte ich jetzt von deiner Schilderung her gesagt, fehlt ja bei euch komplett. Ihr geht dem ganzen einfach aus dem Weg und vermeidet es.

Das wäre jetzt der Hauptnachteil für mich. Plus natürlich die doppelte finanzielle Belastung für 2 Wohnungen. Aber je nach Verdienst ist das ja kein Problem.

(18) 24.04.18 - 21:14

Hallo!


Mein Papa und seine Frau Leben gewollt seit 17 Jahren so wie du es beschrieben hast und es passt perfekt!

Für mich wäre das auch sofort was aber ich kann meinen Partner nicht ausziehen lassen .. da würde er sich blöd fühlen

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