Emotionale, finanzielle Abhängigkeit, Bequemlichkeit,.anscheinend viele Beziehungen die so laufen

    • (1) 27.04.18 - 22:09
      Klabauterine

      Hallo,
      Ich frage mich gerade, ob nicht doch mehr Beziehungen als gedacht, aus Abhängigkeiten bestehen.
      Heute war ich mit einer Freundin essen, die mir , wie
      in den vergangenen Jahren auch immer wieder, erzählte, dass ihr Mann sie nieder macht, sie immer die Blöde ist, dass er rum schreit und ihr droht.
      Trotzdem bleibt sie bei ihm weil er viel verdient und sie mit zwei Kindern und Teilzeit beschäftigt als Arzthelferin sich nicht mal eine Wohnung leisten könnte.
      Sex haben sie auch seit Jahren nicht mehr.
      Etwas Ähnliches erlebe ich gerade bei meiner Schwester, der Mann ist cholerisch, hat Launen vom Feinsten, putzt sie in Gesellschaft und auch vor dem eigenen Sohn runter und sie....schweigt.
      Gehen kommt auch nicht in Frage, zu hoch wäre der Preis, Haus müsste verkauft werden, sie müsste voll arbeiten, was sie aber nicht will wegen des Kindes( halte ich für eine Ausrede), sie müsste aufs Auto verzichten, tolle Urlaube... in denen sie aber seine emotionalen Erpressungen und verbalen Attacken ertragen muss...tolle Erholung.
      Ich denke, sie hat einfach Angst, was passiert wenn sie geht, er rastet aus, so viel steht fest.
      Es sind anscheinend mehr Frauen als man vermutet, die in irgendeiner Weise abhängig sind.
      Andererseits habe ich auch schon von Männern gehört, die bei der Frau bleiben, obwohl diese den Sex komplett verweigert, auch da, Angst die Kinder zu verlieren, vor den finanziellen Konsequenzen , vor gesellschaftlicher Ausgrenzung...
      Das ist doch krank und ich kann nicht nachvollziehen wie man Jahre seines Lebens so freiwillig verbringen kann..

      • Manchmal ist das gar nicht so "freiwillig". Ich war auch in einer Beziehung mit einem gewalttätigen Mann. Am Anfang war es schön, man hat sich was aufgebaut, Kinder bekommen. Und dann das erste blaue Auge. Man schämt sich, ich kann dir nicht sagen wie sehr. Es ist nicht so leicht mit jemand zu reden. Und ich habe früher auch immer gesagt, ich würde sofort gehen wenn mir das passiert. Und dann konnte ich es nicht, ich hatte auch keine Unterstützung von irgendwem. Ich wusste nicht wohin. Irgendwann hat er mich durch die ganze Wohnung geprügelt, ich konnte 2 Wochen nicht raus.
        Es ist ja nicht nur das Körperliche, so ein Mann bringt dich dazu, dich wertlos zu fühlen und das Gefühl zu haben du kannst nichts machen.
        Bei mir ging es 6 Jahre, sind jetzt seit 3,5 Jahren getrennt und langsam geht es mir besser. Ich war in den 6 Jahren nicht ich selbst. Und wenn du mich sehen würdest, ich bin nicht das kleine graue Mäuschen, was man sich immer so vorstellt wenn man an sowas denkt. Das sind die meisten Frauen nicht denen das passiert. Oft würde niemand bei den betroffenen Frauen so etwas vermuten, das macht es nicht leichter sich jemand anzuvertrauen...

        Es ist aber jeder seines Glückes Schmied und wenn ein Haus wichtiger ist, als die eigene emotionale Gesundheit, dann ist das eine Wertsetzung, die diese Menschen für sich selbst beschlossen haben. Mitleid habe ich da in keinster Weise, so lange nicht wirkliche Ausweglosigkeit dahinter steckt. Auch eine Arzthelferin mit zwei Kindern kann eine Wohnung mieten und ausziehen, sie muss es nur wollen und eventuell Kompromisse eingehen.
        Und wenn der Bogen dann irgendwann völlig überspannt ist oder das Faß voll, dann gehts auf einmal doch und meistens ruckizucki, weil auch schon der Neue in den Startlöchern sitzt.

        Grundsätzlich würde ich auch behaupten, sind diese verhärteten Fronten und diese Lieblosigkeit bis hin zur Verachtung nicht immer die Schuld eines Partners alleine, sondern liegen auch oft daran, dass man nicht früher gemerkt hat, dass die gemeinsame Kommunikation schief läuft. Dann würde ein Gang zum Ehetherapeuten schon helfen. Aber das lehnen ja doch immer noch zu viele Leute kategorisch ab.

        Einige Menschen schreien ihre Partner auch nur deswegen irgendwann an, weil sie sich sonst nicht mehr gehört fühlen. Lieber negative Aufmerksamkeit als gar keine. Und wenn da dann keine Grenzen kommen, weil das Gegenüber duckt statt aufsteht, dann wird es noch lauter, weil dann eben zusätzlich keinerlei Respekt mehr vorhanden ist.
        Kann ich schon nachvollziehen, aber so leben und ausharren würde ich ebenfalls nie.

        Hi, ja wir kennen auch ein Ehepaar, was nur zusammen ist, weil er seinen Ruf nicht kaputt machen will und seiner Familie nicht diesen Stress aussetzen will. Er geht fremd, diskreditiert seine Frau.
        Sie bleibt aus Bequemlichkeit, da er schon vieles tut wo andre Männer nen Vogel zeigen täten und sie labt sich an anderen miesen Ehebeispielen auf, die auch zusammen bleiben.
        Der Freund liebt seine Frau nicht, findet sie nicht attraktiv, Sex nur alle Lichtjahre mal, sie mag einige seiner Freunde nicht und es gibt stets Zoff, den er still erträgt und trotzdem tut wie und was er will.

        Mein Mann und ich leben den beiden das Gegenteil vor, das wissen sie, aber sich trennen? Niemals.

        was er außerehelich treibt weiß ich auch und sage ihr nichts, dass er gerne gafft weiß sie, er mag mich auch sehr und das sagt er auch, ich bin optisch auch so das Gegenstück zu seiner Frau, nur weiß ich halt, dass er ne arme Hanswurst ohne A...in der Hose ist, so nett er auch sonst sein mag.

        Ein echter Mann geht, eine echte Frau geht, aber die 2 quälen sich weiter in ihrem Schicksal.

        Auch Eheverbesserungsversuche haben wir gestartet, 0 Erfolg.

        Ich sage für meinen Teil, ich käme damit nicht klar, jede Ehe durchläuft Alltag, Krisen, auch wir. Aber wir haben uns stets geliebt und immer eine Basis gesucht und sind sind glücklich, auch nach 20 Jahren.

      • (5) 27.04.18 - 23:34

        Hey,
        also m.E. ist das bestimmt ein Grund warum viele mit ihrem eigentlich unterirdischen Partner zusammen bleiben.
        Dann finde ich es aber feige und dämlich(abgesehen von den Fällen von Gewalt etc.) sich fortlaufend darüber zu beschweren wie blöd alles ist. Solche Typen ändern sich nie nie nie. Und um 180 Grad schon gar nicht. Dann kann man entweder dazu stehen ein Hausmütterchen der 60er zu sein oder sich zu emanzipieren und das mit allen Konsequenzen.

        Hallo!

        Das hat nichts mit krank zu tun sondern mit innerer Einstellung, mit elterlichen
        Erfahrungen und mit innerer Kraft die man aufbringen kann.
        Sicher kann man immer rausspringen und neu anfangen, aber wieviel Kraft, Energie
        und Gesundheit kostet mich das?

        Ergo bleiben 3 Wege zu entscheiden ,welche zum eigenen Typ passen.

        1. Bleiben und ertragen weil man Jemand ist ,der bei seinen Entscheidungen bleibt

        2. Bleiben und das was fehlt Woanders holen, weil man das Gute schätzt und es
        bewahren möchte. Ohne dass man sich selbst verleugnet.

        3. Gehen und neu anfangen, weil man keine Kompromisse eingehen möchte.

        Wer sich selbst gut kennt weiss sofort zu welchem Weg er tendiert......und anders
        kann er nicht.
        Ich denke dass ist nicht weiter schlimm, nur der lange Weg dahin ist steinig und voller Zweifel.

      • (7) 28.04.18 - 00:07

        Diese Grenzüberschreitungen beginnen meiner Meinung nach schon im Kindesalter.
        Ich bestimme, du hast zu machen. Das beobachte ich bei vielen Eltern im Umgang mit ihren Kindern. Eigener Wille, eigene Bedürfnisse...Fehlanzeige. Die meisten Menschen die heute in derart kranken Beziehungen leben, haben genau das in ihrer Kindheit erlebt. Herabwürdigung der Person, Nicht-Akzeptanz der eigenen Bedürfnisse etc.
        "Ich habe es verdient, aber er liebt mich doch, was soll ich ohne ihn/sie machen, da hängt so viel dran, Haus, die Kinder!" Es finden sich immer Ausreden.

        (8) 28.04.18 - 00:10

        Bei mir war nicht das Finanzielle der Grund, sondern die Gewalt auch wenn die Gewalt nicht regelmäßig war. Aber bei einem Streit gab es immer Beschimpfungen seiner Seits. Auch das Gefühl, dass ich nichts Wert bin un psychisch am Ende hat er mir auch vorgeworfen. Ich wusste, dass ich es nicht bin, hatte nur Angst was passiert, wenn ich gehe. Am Ende hat sich die Angst bestätigt, wäre fast Tod und bin im Krankenhaus gelandet. Aber es war trotzdem die beste Entscheidung die ich treffen konnte und bin dankbar, dass ich noch am Leben bin. Davor hatte ich mich schon öfters getrennt, aber mein Ex hat sich ständig entschuldigt und mir versichert, dass es nicht noch mal vorkommt und ich habe ihm geglaubt, als die Entschuldigungen nicht mehr funktioniert haben, wurde mir gedroht, dass meiner Familie was passiert. Und ich bin auch eine die sich nicht leicht einschüchtern lässt, aber nach einpaar Jahren, hatte ich einfach nur noch Angst um meine Familie und meinem Sohn also war es einfach leichter bei ihm zu bleiben.

        Meine Schwester lebt gerade so eine Beziehung zwar keine körperliche Gewalt, aber es gibt seit der Geburt des Kindes keinen Sex mehr, er vertraut ihr nicht und wenn sie sich streiten, dann wird auch beleidigt und sie als schlechte Mutter hin gestellt. Sie will sich wegen dem Kind nicht trennen, weil sie weiß, dass Der Vater dann sich gar nicht mehr meldet und natürlich auch das Geld. Ich habe zu ihr auch gesagt, dass sie ihre Jahre mit diesem Mann verschwendet. Das Geld spielt keine Rolle wir würden ihr helfen. Der Sohn wird sich irgendwann daran gewöhnen, dass der Papa sich nicht um ihn kümmert. Aber wie es aussieht, hat sie noch nicht die Schnauze voll von ihrem Mann und sollte es irgendwann so weit sein , werden wir da sein und ihr helfen.

        Und das ist es, viele Frauen schämen sich oder haben keine Unterstützung und leben weiter mit diesen Menschen die Ihnen nicht gut tun. Und jemand der geschlagen wird, hat einfach entweder nur Angst oder ist so von einem Mann abhängig und denkt sich noch, dass sie selbst schuld ist und diese Schläge verdient 😥.

        Das geht meistens nicht ewig gut.
        Wenn die Frau sich neu verliebt oder der Mann, zerbricht das Kartenhaus meistens.
        Und die Gefahr ist groß, es gibt ja nichts Schönes mehr in solchen Beziehungen.

        Man kann das bis die Kinder groß sind, ja so machen. Oder sich nebenher ein anderes Leben aufbauen. Leider hat nicht jede Frau einen gut bezahlten Job und die Aussicht auf Armut hält dann davon ab, den Mann zu verlassen. Verstehen kann ich es.

        • Und den Kindern damit die "Schuld" für ein vergeigtes Leben aufbürden? Weißt du, wie mies es sich für (dann oft) erwachsene Kinder anfühlt, wenn sie als "Grund" dafür herhalten müssen, dass Vater oder Mutter einen großen Teil ihres Lebens unglücklich waren, weil sie "nur wegen der Kinder" zusammengeblieben sind?

          Ich kann dir sagen, es ist kein tolles Gefühl. Und die Beziehung meiner Eltern mit all ihrer Lieb- und Respektlosigkeit, die hat bei uns "Kindern" Spuren hinterlassen und das sind keine guten. Das einzig "Gute" war, dass sie für mich ein absolutes Negativbeispiel sind - so eine Beziehung wollte und will ich nicht führen, dann lieber eine Trennung.

          Und man muss auch keinen gutbezahlten Job haben, um trotzdem über die Runden zu kommen. Mir ist klar, dass jeder anders ist und nicht alle alles können, aber "als Frau keinen gutbezahlten Job" zu haben ist ne Ausrede und zeugt von einer gewissen Bequemlichkeit - dann sollte man/frau sich aber auch nicht beschweren.

          Die Entscheidung zu bleiben oder zu gehen trifft man selbst und jede Entscheidung hat Vor- und Nachteile - man sollte abwägen, was einem wichtig(er) ist und ob man damit längerfristig leben kann, dann gibts auch nicht mehr soviel zu meckern und es braucht keine Kinder als faule Ausrede.

      (13) 28.04.18 - 20:54

      ...du musst es auch auch nicht nachvollziehen, es steht dir aber auch nicht zu, derartig zu werten.

      Ich bin eine der Frauen, die du auslachen würdest: Seit 22 Jahren verheiratet und mein Mann nach außen der absolute Traumtyp ... fleißig, super Vater, unterhaltsam und gut aussehend. Zusammen haben wir einen Betrieb aufgebaut - und mitunter sind wir derartige Wagnisse eingegangen, dass wir unter dem Existenzminimum lebten. Aber - viel später als erwartet - ging die Saat auf.

      Mein Mann ist ein notorischer Fremdgeher. Wir sind sexuell nicht kompatibel. Er steht nicht auf Blümchensex, ich möchte beim Sex nicht angespuckt werden. Auch kann ich viele seiner Wünsche nicht erfüllen. Ich könnte. aber es widert mich an.

      Als ich das erste Mal dahinter kam, habe ich ihn verlassen. Der Anwalt hat mir dann die Augen geöffnet. Wir hatten eine Finanzkrise, ich arbeitete außerhalb des Betriebes - er hätte die Kinder behalten, wir mit riesigem finanziellen Verlust verkauft - Unterhalt und Kredit hätte ich nie gestemmt bekommen. Ich hätte ein Leben am Existenzminimum mit vielen Schulden geführt. Der Gedanke, meine Kinder nicht mehr täglich zu sehen und miterleben, wie sie von einer Reihe next aufgezogen werden führte dazu, dass ich einwilligte, es nochmals zu versuchen. Er war für die nächste Zeit geläutert.

      Nur durch einen Zufall habe ich herausgefunden, dass wieder etwas läuft. Mitunter kann wochenlang nichts laufen ... weil wir einfach so viel Zeit zusammen verbringen. Ich weiß aber, es gibt einige Sexabenteuer. Wir sind aber eine glückliche Familie - solange ich das ausblende. Durch den Immobilienhype müssten wir unseren Betrieb und damit die Existenz verkaufen. Damit wären wir beide arbeitslos und wohnungslos. Oder wir würden uns einigen, weiterhin zusammen zu arbeiten. Auszahlen geht bei der Summe nicht.

      Und ehrlich? Ich genieße nun finanziell die Früchte von dem, für was ich mich ein Jahrzehnt kaputt geackert und gespart habe. Solange es so bleibt, wie es derzeit ist, solange ist es für mich sehr unschön, aber erträglich. Die Kinder bekommen nichts mit. Wir haben unser Auskommen und sichere Jobs und sind unsere eigenen Chefs.

      • Ich würde zwar unter keinen Umständen so leben wollen, aber du beschwerst dich ja auch nicht. Du tust das, was ich weiter oben meinte - du hast dich für eine Option mit allen Vor- und Nachteilen entschieden und lebst damit (hoffentlich) halbwegs zufrieden. Das ist dann doch aber auch okay so und ich glaube, das meinte auch die TE so ...?

        Was ich nicht glaube ist, dass eure Kinder nichts mitbekommen, da unterschätzt du sie wahrscheinlich. Weshalb wären sie denn eigentlich (automatisch) bei deinem Mann geblieben im Falle einer Trennung? Gabs denn keine anderen Optionen?

        • (15) 01.05.18 - 10:42

          Bei uns ist es dadurch kompliziert, dass unser Wohnhaus gleichzeit unsere Arbeitsstätte ist. Da ich beruflich besser qualifiziert war und unsere Finanzen zum Zeitpunkt der ersten Trennung mau waren, habe ich eine Arbeitsstelle außerhalb unserer Selbstständigkeit gesucht, um die Kosten zu decken - damit war mein Mann praktisch in der "Hausfrauenposition" - er bewirtschaftete zu 100% das Geschäft und kümmerte sich um die Kinder. Der Anwalt, den ich konsultiert habe, meinte, dass ich dadurch, dass er zu 100% zuhause war automatisch die besseren Karten hat, die Kinder zu behalten.

          Ein weiteres Problem ist auch, dass wir Wohnen und Arbeiten nicht trennen können. Unser Wohn- und Geschäftshaus ist durch den Immobilienboom nun so viel wert, dass eine Auszahlung des jeweils anderen nicht möglich ist. Zusätzlich laufen noch Kredite (neue Investitionen).

          Mein Horrorszenario war, dass ich den kürzeren ziehe - haustechnisch und damit beruflich (ich arbeite da nur Teilzeit, mein Mann Vollzeit), die Kinder verliere und dann den Rest meines Lebens die Zuschauerrolle habe, aber noch immer die Kredite bedienen muss, für die ich mit unterschrieben habe.

          Alternativ: Verkauf des ganzen = Mann komplett arbeitslos. Ich teilweise arbeitslos. Wir alle erst mal wohnungslos. Ganz viel Verluste (man bekommt das, was man reinsteckt, bei einem Verkauf nicht 1:1 zurück). Ggf. noch Restschulden.

    (17) 30.04.18 - 03:13

    ..... vielleicht hast Du den Aspekt: Hoffnung vergessen. Es ist immer leicht, objektiv runter zu gucken, statt subjektiv seinen Emotionen erlegen zu sein. 😉

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