Ewiger Single

    • (1) 27.04.18 - 23:04
      U.ta

      Hallo,
      Ich bin seit 15 Jahren Single, jetzt 41.
      Andere lernen leicht neue Partner kennen, angeblich ist es ja so leicht sich zu verlieben.
      Meine Freundinnen haben geheiratet, sich trotzdem neu verliebt, hatten also oft schon einen neuen Mann, bevor die alte Beziehung vorbei war.
      Meine beste Freundin heiratet im Sommer wieder, ich bin immer noch alleine.
      Männer die ich gut finde, interessieren sich nicht für mich, nehmen mich nicht ernst,da ich oft ziemlich vorlaut bin und durch mein Verhalten wohl abschreckend wirke, zu laut, zu offen, zu gerade heraus.
      Aber ich bin halt ziemlich dominant, kein typisches Weibchen eben.
      Irgendwann muss doch mal jemand dabei sein, der mich akzeptiert wie ich bin ,so dachte ich lange Zeit.
      Andererseits hab ich schon aufgegeben, meine längste Beziehung ging 2 Jahre, ich bin also eigentlich schon viel zu lange allein.
      Dating Portale funktionieren für mich nicht, die Männer finden mich zu unweiblich, sowohl optisch als auch vom Verhalten.
      Ich habe einen erfüllenden Beruf, Freunde, aber ohne Partner ist man irgendwie ausgeschlossen von vielen Dingen.
      Familien treffen sich Sonntags zum Grillen, Pärchen machen Spieleabende, ich bin nicht dabei, sondern allein.
      Wie kann ich mich damit arrangieren, allein zu sein?

      • (2) 27.04.18 - 23:33

        Wenn du nur einen Partner suchst um nicht ausgeschlossen zu sein, dann verzichte auf einen Partner. Meine Schwester ist glücklich allein und will auch nie einen Mann an ihrer Seite, sie startet voll durch. Erarbeitet sich nun ihre Zukunft, um dann für sich alleine Auszuwandern und zu tun und zu lassen was sie will. Reisen, Hobbys nachgehen, neue Interessen entdecken usw.
        Einen gewissen Grad an Einsiedler muss man jedoch mitbringen und auch sich selbst als genug um Leben empfinden. 😅
        Pärchenabende, finde ich persönlich sowieso grausam xD und für die Familienfeste braucht es keinen Kerl :)
        Langes gelabert kurzer Tipp.
        Finde etwas das dich erfüllt, wofür du jedoch niemand anderen brauchst.
        LG

          • (5) 27.04.18 - 23:48

            Was wer wo? Wer hat den Sheriff gerufen? Hier ist doch alles friedlich.

            • Ach, hier gibt es so viele Sheriffs. Vor allem selbsternannte :-)

              Zum Thema: Ich hab's auch nicht verstanden, warum man da noch treten muss.

              Und zum eigentlichen Thema:

              Das eigene Naturell kann man nicht verstecken und muss man auch nicht. Aber man kann den Teil, der nach außen drängt, ein bisschen modifizieren - vor allem dann, wenn man die Dinge kennt, die andere nicht so gut finden. Diese Dinge hat schließlich jeder. Die Kunst ist, sie kompatibel zu machen ohne sich zu verbiegen.

(12) 28.04.18 - 09:07
eigentlihc...

eigentlich bist du schon viel zu lange alleine, schreibst du. Warum sagst du das? Ist es dir zu lange alleine? Hat MAN das nicht so? Müsste "erfolgreiches oder gelungenes" Leben anders aussehen? Oder hast du Sorge, dass du mehr Eigenarten entwickelst und dann weniger kompatibel bist? Oder dass man sich das abgewöhnen oder verlernen könnte, in Beziehung zu leben?

***

Ich kenne das nicht so, wenn man sich trifft, dass immer nur Paare eingeladen werden. Beim Grillen kann doch wirklich jeder, den man gerne mag, dazu kommen, oder? Liegt das an deiner Umgebung, dass alle so Paare-Orientiert sind? Lebst du eher auf dem Land?

***

alleine sein: es gibt Menschen, die fühlen sich in einer Beziehung noch mehr alleine! Partnerschaft füllt nicht eine innere Leere oder Sehnsucht auf.
Wenn du Bücher über Eremiten in D liest, Mönche, die sich für lange Zeit komplett alleine in den Bergen zurückziehen, etc. dann findest du ein paar schöne Beispiele, wo das alleine sein auch besonders schöne Qualitäten haben kann. Voraussetzung ist, man kann es mit sich selbst aushalten - oder man lässt sich auf sich selbst ein, wie man sich auf ein Kind einlassen würde, mit Haut und Haar, mit bedingungsloser Liebe.

***

Du beschreibst dich selbst als eher dominant und vorlaut. Sind das vielleicht Schutzmechanismen? Oder könnte verborgen in dir eine Sehnsucht nach etwas sein, was du als Kind nie bekommen hast und dir deswegen heute nicht erlaubst, das Gefühl zuzulassen? Ich schreibe das, weil ich das von mir kenne... und ich dann zeitweilig eher Schwierigkeiten habe, mich auf eine ehrliche Begegnung einzulassen. Mich macht das plötzlich sehr nervös, wenn ich merke, dass da jemand ganz offen ist und wirklich zuhört - einfach weil ich es gewohnt bin, da zu sein, zu funktionieren und zu liefern und anzuhören... aber dass sich jemand wirklich für mich interessiert, das kenne ich aus meiner Kindheit nicht.

Und mein Schlüssel ist, zeitweilig noch mehr bewusst in das Alleinsein zu gehen, mich zu spüren, mir zuzuhören - und gleichzeitig bewusst nach außen zu gehen (ob ein Sportkurs, Kochkurs, was auch immer)... und dabei übe ich, offen dem anderen zu begegnen und keine Angst zu haben, mich dem anderen zuzumuten und mich zu zeigen - mit allen Fehlern und Dingen, die ich so mitbringe...
mit dem Gefühl, selbst nicht perfekt sein zu müssen, und jedem Menschen seinen Raum zu lassen, lieber zuhören als vorschnell zu schießen... damit habe ich persönlich sehr schöne Erfahrungen gemacht.

Ob dann eine Partnerschaft dabei entsteht oder nicht, war mir erst mal nicht so wichtig. Aber echte Begegnungen, die wollte ich gerne erleben. Und das klappt, wenn man sich darauf einlassen möchte...
irgendetwas ist in mir weicher geworden ... das tut mir und meinen Beziehungen sehr gut...

***

das nur als Ideen, vielleicht ist eine Inspiration für dich dabei ;-)

liebe Grüße!

(13) 28.04.18 - 09:40

Hallo,

das ist sicher nicht so leicht für dich. Jeder Mensch hat ja ein Bedürfnis nach Bindung. Ich verstehe das gut. Aber Bindungen kann man ja auch in anderen Beziehungen finden, das muss nicht unbedingt eine Paarbeziehung sein. Wie sieht es bei dir mit Freunden in ähnlichen Lebenssituationen aus? Könntest du da ansetzen und nochmals aktiver werden, sodass du dich sonntags dann eben mit Single-Freundinnen treffen kannst, sowie zu paarfreien Spieleabenden? Das wäre so eine mögliche Idee. Andere Frage, magst du Tiere? Die können auch -für Tierliebhaber- ganz gut Bindungsbedürfnisse befriedigen.
Von Datingportalen würde ich an deiner Stelle auch Abstand nehmen. Mir reichten meine wenigen Erfahrungen damit, um mich ratlos zu hinterlassen, und ich befürchtete einen irgendwann einsetzenden Zynismus, wenn ich mich länger da herumtreibe, auch wenn ich meine letzte Beziehung über ein Onlineportal fand.
LG

Hallo, ich bin eigentlich alles
wild, dominant, schüchtern, laut
je nach Situation, ich bin ein Chamäleon, ich bin der Situation entsprechend, finde ich gut und ich pflege meine weibliche Optik, weil es Männer einfach zuerst anspricht. Ich bin zwar verheiratet und glücklich, aber ich will trotzdem ein Hingucker bleiben.

An Deinem Charakter wird sich bestimmt nix mehr ändern; aber an der Optik kann man feilen. Wenn Du typisches Mannsweib bist, ist das in Kombi mit Deiner "Lautstärke" ja auch nicht sexy.

Wenn Du nicht einsam bleiben willst und einen Partner willst, dann arbeite an Deiner Weiblichkeit.

Etwas weiblicher geht doch sicher und wenn die Herren sich erstmal nach Dir umdrehen gibt das Aufschwung.


Vielleicht da ein Ansatz. Viel Erfolg

Hallo,

die Frage ist, ob du persönlich wirklich einen Partner brauchst, um glücklich zu sein. Ich kenne das Gefühl auch - ich war von 16 bis 24 mit einem Mann zusammen, der mich dann wirklich mies verließ. Daran hatte ich echt zu knabbern, v.a., weil noch so viele doofe Bemerkungen kamen "hättest du mal besser die 5 kg abgenommen" oder so. Ich wurde sehr unsicher, was dadurch noch verstärkt war, dass irgendwie mein ganzer Freundeskreis zusamen zog, baute, heiratete. Ständig hing ich auf Hochzeiten rum ... und war immer alleine.

Bei mir war es immer so, dass ich ab und an ein sehr vielversprechendes Date hatte, manchmal auch noch ein zweites ... und dann nie mehr was hörte. Da ich keinen besonders guten Draht zu meiner Familie habe und in einer Großstadt studierte, dort ein winziges Zimmer hatte und meine Freunde am Donnerstagabend wegfuhren, um am Montagmorgen wieder zu kommen, litt ich wirklich an einer Wochenendeinsamkeit, die mich mitunter wirklich wahnsinn machte und sehr vielen Selbstzweifeln.

Mit Datingportalen hatte ich auch kein Glück. Ich war mal mit einem Typen verabredet, der nicht kam ... und mir dann nachher sagte, er wäre da gewesen, aber ich wäre schon optisch nicht sein Typ gewesen. Da war ich erst traurig, aber dann megasauer ... Kam mir echt abgewertet vor.

Mir hat Folgendes geholfen. Ich habe eine Beziehung für mich ausgeschlossen, nichts mehr unternommen, jemanden kennenzulernen. Dafür habe ich meine Einsamkeit mit anderen Dingen bekämpft - ich spiele total gerne Brettspiele und habe einen Spielekreis gegründet, war viel mit dem Fahrrad unterwegs, habe auch für mich gekocht und nett dekoriert, mich für viele Dinge interessiert, jedes Wochenende ein Buch gelesen und geschaut, dass ich Anschluss ohne romantisches Interesse gefunden habe.

Und ... am Ende traf ich meinen Mann. Das geht ganz vielen Leuten so. Ich glaube, man gibt unbewusst etwas ab, was andere abschreckt.

GLG
Miss Mary

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