Für welche "Krankheiten" (keine) Akzeptanz?

    • (1) 28.04.18 - 11:38
      Wasgehtundwasnicht

      Hallo.

      Mit ist es sehr schwer gefallen, einen geeigneten Titel für meine Gedanken zu finden. Bitte seht es mir nach. Ich versuche mal mein Anliegen so verständlich wie möglich zu machen.

      Ich schreibe teilweise aus eigenen Erfahrungen, aber auch aus immer wieder gelesenen Forenmeinungen.

      Es geht darum, was vom überwiegenden Teil der Gesellschaft für Normabweichungen in Partnerschaften aufgrund von "Krankheiten" oder psychischen Problemen akzeptiert werden, und welche nicht (schon wieder total umständlich formuliert)... einfacher vielleicht: für welche schlechten Verhaltensweisen hat man Verständnis, für welche nicht?

      Ich versuche mich mal an folgendem Beispiel

      Gewalt in der Beziehung
      (Gewaltausbrüche, Regulationsstörung etc.)

      Da ist die Meinung eigentlich ziemlich einhellig. Ich lese immer wieder wenn Gewalt im Spiel ist 'Das ist keine echte Liebe'. Aber kann man das so sagen? Kann man dabei wirklich nicht auch versuchen zu sehen, dass der Gewalt ausübende Partner auch psychisch verankerte Probleme hat, die dazu führen, dass wann/warum/wie/wie oft auch immer die Selbstkontrolle flöten geht? Wieso ist dann in guten Momenten, in denen der Partner offenbar Liebe zeigt diese Liebe weniger wert? Sie kann ja trotzdem echt sein. Ich spreche hier nicht von Fällen, in denen es nur der Erziehung oder eigenen Meinung entspringt, man hätte das Recht eine andere Person zu beherrschen etc.

      Dass man ein solches Problem in den Griff zu bekommen versuchen müsste, steht ausser Frage. Einige tun das bestimmt auch ob es gelingt oder nicht. Dennoch wird es von den Meisten verurteilt, wenn der gepeinigte Partner noch um die Partnerschaft kämpft. Wenn der Partner den inneren Konflikt des gewaltausübenden Partners sieht und versucht mit ihm eine Ausweg zu finden.

      Ich überlege nun auch, welche anderen Beispiele es noch gibt. Wie seht ihr das? Wie sind eure Erfahrungen? Was wird als krankhaftes Fehlverhalten akzeptiert und was nicht?

      Danke schonmal und ein schönes Wochenende.

      • (2) 28.04.18 - 11:48

        Hallo,

        eine liebevolle Beziehung ist für mich geprägt aus gegenseitiger Wertschätzung, Achtung und Respekt.
        Ungeachtet dessen, dass ein misshandelnder (körperlich, emotional) Partner auch authentisch liebevolle Gefühle aufweisen kann, verletzt er doch während seiner misshandelnden Aktionen die physische und/oder psychische Unversehrtheit seines Gegenübers.
        Und damit letztlich doch ein Menschenrecht.

        "Dennoch wird es von den Meisten verurteilt, wenn der gepeinigte Partner noch um die Partnerschaft kämpft. Wenn der Partner den inneren Konflikt des gewaltausübenden Partners sieht und versucht mit ihm eine Ausweg zu finden."

        Und da für alle Menschen die gleichen Rechte gelten sollten, ist es für viele schwer nachzuvollziehen, dass es Menschen gibt, die es aushalten, anhaltend in ihrer Würde, ihrer Unversehrtheit derartig verletzt zu werden. So verurteilend manche Beiträge diesbezüglich erscheinen mögen, ich denke mir so manches Mal, dass dabei menschliche Mechanismen aktiviert werden, den Schwächeren beschützen zu wollen - notfalls mit drastischen Worten.

        LG

        (3) 28.04.18 - 11:54

        Hallo,
        Interessante Frage, die mir im Leben in Bezug auf Familie allgemein begegnet ist.
        Und zwar: welche psychischen Auffälligkeiten oder Abweichungen oder Erkrankungen kann man einem Kind zumuten?
        Wenn man z.b. Probleme hat, auf emotionale Bedürfnisse des Kindes einzugehen, und mit den Anforderungen, die ja besonders heute im emotionalen Bereich an Eltern sehr hoch ist( Stichwort bedürfnisorientierte Erziehung und Beziehung, sich zurück nehmen können, prompte Reaktion auf den Säugling, Familienbett, Bonding, Stillen)
        und man aufgrund psychischer Störungen dazu nicht in dee Lage ist und diese Dinge nicht umsetzen kann, darf man dann Kinder haben?
        Ich habe diese Erfahrung selbst gemacht und es gewagt, klar musste mein Kind auf vieles verzichten, emotionale Bindung war nicht durchgängig von meiner Seite gegeben,dafür aber von anderen Personen.
        Mein Mann muss auch einiges einstecken da ich ziemlich verletzend mit Worten seinkann, nach Urbia Maßstab hätte er mich längst verlassen müssen da ich ihn emotional missbrauche, trotzdem ist er bei mir geblieben.

        • Ich bin so eine Bedürfnisorientierte Mutter (was nicht heißt dass ich immer 24h in der Lage bin mich immer top auf meine Kinder einzulassen aber ich gebe mir Mühe) und mich machen deine Worte sehr nachdenklich.

          Das ist keine provokative Frage, aber warum entscheidet man sich für ein Kind wenn man ein Problem mit Nähe, Abhängigkeit und Emotionen hat? Und den Partner emotional missbraucht? Bist du in Behandlung? Kommst du bzw ihr gut klar? Ich würde wirklich nie jemandem Kinder absprechen, dieses Recht hat niemand. Aber wenn ich weiß, dass ich mich nicht auf ein Kind einlassen kann, was reizt mich dann? Ich frage das wirklich aus reinem Interesse.

          • (5) 28.04.18 - 20:51

            Für mich war es eben keine Voraussetzung, Kinder zu bekommen , nur wenn ich auch den heutigen, modernen Ansprüchen genügen muss.
            Nur weil die aufgezählten Dinge heute angeblich so essentiell sind, muss das ja nicht zur Mindestanforderung erklärt werden, um Kinder zu bekommen.
            Ich kenne auch viele gesunde Eltern, die von Bedürfnisorientierter Erziehung gar nichts halten und auch viele Frauen die weder stillen,noch tragen, noch ein Familienbett wollen.
            Und zwar einfach weil es ihnen nicht liegt, und sie da ihre Vorstellungen haben, die abweichend von der derzeitig propagierten Methode sind.
            Meine Freundin hat nach der Ferber Methode gehandelt, etwas was ja absolut verpönt ist, aber ist sie deswegen eine schlechte Mutter?
            Gestillt hat sie auch nicht und das Kind erst 2 Tage nach der Geburt das erste mal gesehen. Nach 4 Wochen ist sie wieder arbeiten gewesen, da sie ein Unternehmen leitet...der Vater hat die Betreuung übernommen, dem Kind fehlte es,also nicht an einer zuverlässigen Beziehung,
            Und da kenne ich mehrere Frauen, die so gehandelt haben.
            Dürfen nur Frauen, die sich komplett zurücknehmen und vollkommen empathisch und emotional auf ihr Kind reagieren können, Kinder bekommen?
            Meine Therapeutim sagte mal, dass sie diese Entwicklung bedenklich findet, denn viele Frauen die merken sie können diese emotionale Anforderung nicht erfüllen, zweifeln an sich und erst dadurch wird die Mutter Kund Bindung geschädigt.
            Sie hat viele Depressive Frauen oder Borderliner in Behandlung, nach deiner Meinung wären die ja erst mal aufgrund ihrer emotionalen Situation nicht geeignet um Mutter zu werden.
            In den Gruppentherapien hab ich im Laufe der letzten 20 Jahre hunderte Frauen getroffen,die emotional nicht in der Lage waren aufs Kind einzugehen wie von dir beschrieben.
            Meine Therapeuten sagten, dass Kinder ab 4 Monaten ruhig mal warten können, und dass diese heutige Tendenz immer und jederzeit jede Gefühlsregung zu spiegeln, zu benennen und darauf zu reagieren, nicht gut ist für die psychische Entwicklung.
            Immerhin zeigt die Zahl der psychisch auffälligen Kinder an, wo doch eigentlich das Gegenteil der Fall sein.müsdte, wenn heute durch die Bedürfnisorientiertheit die Kinder doch gestärkt werden sollen.
            Mein Sohn ist bei einer Jugendtherapeutin, die ist schon seit seiner Geburt mit im Boot.
            Auch sie hält gar nichts von ständiger prompter Reaktion auf jede Emotion des Kindes.
            Sie sagte immer, in den ersten Monaten möglichst in.den ersten zwei Minuten reagieren wenn das Kind schreit, aber man muss weder nass aus der Dusche springen, noch sofort die Gabel fallen.
            lassen nur weil das Kind quengelt.
            Früher waren die Babys in ihrem Bett und die Eltern auf dem Feld und alle vier Stunden ging die Mutter zum Stillen hin. Ist die heutige Generation psychisch gesünder als die Kinder die noch vor 50
            Jahren so behandelt wurden?
            Ab 6 Monaten hab ich die Wartezeit nach ihrer Anleitung ausgedehnt, gestillt hab ich auch nicht, wollte ich einfach nicht,auch das darf man ja heute kaum laut sagen ohne dass einem das Recht auf Mutter sein abgesprochen wird.
            Nur weil du es so gemacht hast, ist es noch lange nicht der einzig richtige Weg, geschweige denn eine Voraussetzung fürs Mutter werden.
            Ich lebe in einem Brennpunkt, viele Mütter sind morgens schon betrunken, schreien den ganzen Tag, schlagen ihre Kinder, ich denke viele, sehr viele ,erfüllen die emotionalen Anforderungen nicht.
            Die bekommen ein Kind nach dem anderen ohne sich Gedanken zu machen, ich habe mich bewusst für 1 Kind und nur für eins entschieden.
            Die Arche ist voll von Kindern, die nach der Schule dort besser aufgehoben sind als zu Hause.
            Im Gegensatz zu diesen Müttern bin ich mir aber bewusst wo meine Defizite liegen und habe mich schon vor der Geburt gekümmert, diese Defizite
            abzufangen.
            Mein Mann war im ersten Jahr zu Hause, außerdem leben die Großeltern im Haus, dazu die Tante.
            Mein Kind hatte und hat genug emotional stabile Bezugspersonen, so dass er nicht auf mich als Mutter angewiesen war um gesund groß zu werden.
            Er ist heute ein toller junger Mann, und ich bin stolz wie bolle dass ich das mit Hilfe vieler lieber Menschen so hin bekommen habe.
            Er sagt immer, dass ich eben anders bin, aber wir haben eine innige Verbindung und können über alles reden.
            Mein Charakter hat ja auch Vorteile, nur weil ich nicht empathisch bin und mich schlecht zurück nehmen kann, bin ich ja kein schlechter Mensch.
            Ich hab andere Vorzüge auch wenn diese weichen Eigenschaften immer noch bei Frauen vorausgesetzt werden. Und ich konnte ihm viele wertvolle Dinge mit auf den Weg geben jenseits dieser emotionalen Schiene.
            Wir haben viele ähnliche Interessen, machen Sport zusammen, fahren Motorrad usw.
            Nur weil ich , als er klein war, nichts mit ihm anfangen konnte, heißt das nicht,dass er gestört ist oder wir keine Verbindung entwickelt haben.
            Erst seit er so 8 bis 10 Jahre alt ist, bin ich ins Spiel gekommen als Bezugsperson und das umso stärker und intensiver.
            Ich finde es ehrlich gesagt frech,dass du mich fragst warum ich ein Kind wollte nur weil ich nicht bindungsorientiert auf mein Kind eingehen kann.
            Du hast es gemacht, ok, aber wer gibt dir das Recht es zur Voraussetzung zu erklären?

            • Wie gesagt, ich wollte dich nicht angreifen. Weiterhin sage ich auch nicht, dass AP der richtige Weg für jeden ist, dass jeder stillen, tragen Schlag mich tot tun muss. Ich hab auch nicht nur ein Kind, dass einer auch mal warten muss ist hier völlig normal. Ich arbeite, habe Hobbies, bin auch oft alleine unterwegs, also aufopfern tue ich mich auch nicht. Aber zwischen dem was du beschreibst und einer - sagen wir mal innigen Mutter-Kind Bindungen liegen ja doch irgendwie Welten.

              Die positiven Auswirkungen einer sicheren Bindung sind heute gut untersucht, und die Anzahl an Leuten in meiner Generation die heute verkorkste Beziehungen zu den Eltern haben und zig eigene Baustellen haben, die sich gut auf die frühe Kindheit zurück führen lassen ist schwindelig hoch. Das Argument dass man früher XY gemacht hat und es hat keinem geschadet finde daneben weil es leider Generationen von verkorksten Menschen gibt. Wenn ich mir meine Großeltern anschauen, und selbst meine Eltern dann ist mir klar, dass ich meine Kinder zu psychisch gesünderen Menschen erziehen möchte. Das meine ich jetzt ganz allgemein und beziehe es auch nicht auf dich. Aber über die positiven Auswirkungen einer sicheren Bindung kann eigentlich keiner groß gegen argumentieren. Und wenn ich meine Mutter mit ihren 100 Baustellen anschaue, die die ersten Monate ihres Lebens fast nur schreien gelassen wurde dann kann ich mir auch meinem Teil denke.. Und selbstverständlich gute Herr Ferber hat sich inzwischen von seinen tollen Theorien distanziert.

              Ich wünsche dir und einer Familie jedenfalls alles Gute. Es klingt so als ob ihr das alles gut im Griff habt und das ist super. Wie gesagt, ich wollte dich nicht angreifen und ich finde die Frage warum sich Menschen nach Kindern sehnen allgemein sehr spannend. Und eben erst recht wenn jemand von Anfang an nicht diese klassisch-romanischen Mutterattribute mitbringt.

              • Ich finde es total anmaßend von dir, von „Generationen verkorkster Menschen“ zu sprechen.
                Meine Generation (70er Jahre) wurde größtenteils noch als Baby schreien gelassen und ich kann dir versichern, dass ich geistig und emotional völlig gesund bin und ein ganz tolles, inniges Verhältnis zu meiner Mutter habe. Und meine Gleichaltrigen Freunde, die nicht nur als Baby schreien gelassen wurden, sondern noch körperliche Strafen bekamen, ebenso.
                Was für ein Schwachsinn, immer gleich von emotionalen Krüppeln zu sprechen, nur weil die Eltern damals anders erzogen haben!
                Und auch die derzeit überstrapazierte, ach so tolle bedürfnisorientierte und spiegelnde Erziehung ist sicherlich nicht das non plus ultra. Die enkelgenerationen werden dich sicherlich genauso für deine jetzige Erziehung verurteilen, wie du jetzt die Großeltern-Generation.

            Im übrigen habe ich die Bedürfnisorientierte Elternschaft auch nur angeführt, weil du dich darauf beziehst.

            Ich selbst würde AP nie als Mainstream anführen weil ich weiß dass ganz viele Eltern immer noch eher "klassisch" autoritär erziehen.

    (10) 28.04.18 - 12:23

    ich habe als Kind Gewalt erlebt und habe meinen Weg damit umzugehen gefunden... damals und heute... heute sieht die Akzeptanz anders aus als früher, weil ich etwas besser meine Grenzen wahrnehmen und schützen kann...

    grundsätzlich würde ich das weniger vom Krankheitsbild überlegen, sondern schauen, wie weit kann ich mitgehen, das mittragen und akzeptieren und wo sind meine Grenzen?

    und wenn ich nicht mehr weiß, wo ist es gesund, wo kann ich wachsen und was ist - mit meiner Konstitution - für mich zerstörend, dann hole ich mir Hilfe...

    und ob ein Fehlverhalten krankhaft, biografisch oder aufgrund von Drogenkonsum etc begründet ist, steht für mich nicht im Vordergrund
    ES SEI Denn... es ist eine krankheitsbedingte Phase o. ä.

    Sobald ein Partner den anderen absichtlich verletzt und dies mehrfach vorkommt, ist bei mir die Grenze des akzeptierbaren überschritten. Egal, um welche Erkrankung es sich handelt, sobald einer dem anderen immer wieder weh tut und zwar vollkommen bewusst ob mit Worten oder Taten, sollte man einen Schlussstrich ziehen. Jemand, der wegen einer psychischen Störung so handelt, ist sich vielleicht nicht bewusst, was er dem anderen damit antut. Dennoch hat er den anderen verletzt und sobald ihm bewusst gemacht wurde, was das bei dem anderen anrichtet und er dennoch so weiter macht, ist eine Grenze bewusst überschritten worden. Wer absichtlich anderen wehtut, obwohl ihm bewusst ist, dass er damit anderen weh tut, muss mit den Konsequenzen leben.

    (12) 28.04.18 - 13:02

    Ganz ehrlich für mich gibt es keine Akzeptanz. Für nichts, was über das „normale“ miteinander hinaus geht.
    Das fängt bei cholerischem Schreien an und hört bei allem was da noch drüber hinaus geht auf.
    Ich bin ein ein erwachsener Mensch, behandle meine Mitmenschen entsprechend und das verlange ich schon dreimal von meinem Partner.
    Das Wort Partnerschaft sagt es doch schon. Das ist für mich ein gleichberechtigtes Miteinander!
    Wenn man jemanden liebt, aber aus welchen Gründen auch immer „austicken“ kann, dann sollte man daran arbeiten. Wenn ich weiß, dass ich den Menschen den ich liebe verletzen könnte, dann hole ich mir Hilfe.
    Wir haben doch heutzutage alle Möglichkeiten dafür.
    Nein, mir fällt nichts ein.

    Ich glaube kaum, dass ein Choleriker krank ist.
    Ebenso ein Phlegmatiker, dass ist doch eher eine Charaktereigenschaft.

    • (14) 29.04.18 - 09:01

      Da meinst du sicher mich mit dieser Aussage.
      Und ich wollte damit nur sagen, dass es bei mir damit schon anfängt, wo ich nicht mitmachen würde. Das es da noch nichtmal eine Krankheit braucht.

Wenn Gewalt im Spiel ist muss man schauen, wen diese Gewalt trifft. Müssen Kinder dabei zusehen, wie ein Elternteil das andere körperlich angeht oder sind selbst Ziel dieser Attacken, kann es keinen anderen Weg als die räumliche Trennung geben. Wenn ein Partner der Meinung ist, er oder sie möchte noch abwarten, wie sich eine Therapie entwickelt und währenddessen sinkt auch die Anzahl der körperlichen Ausbrüche - meinetwegen.

Kommt auf den Einzelfall an. Ich könnte es nicht mitansehen, wie meine Freundin oder meine Tochter wöchentlich vermöbelt werden. Dabei wäre es mir dann auch wurscht, ob der Täter schon Krankheitseinsicht hat und therapiert wird.

Wie ist das denn für Dich? Gibt es eine deutliche Besserung?

(16) 28.04.18 - 15:25

Ich gehe in Fällen, in denen ein Mensch an einer Beziehung mit einem anderen Menschen, der ihm Schaden zufügt, fest hält, i.d.R. von Co-Abhängigkeit aus. Jemand, der seinem Partner weh tut ist nicht gesund und jemand, der sich weh tun lässt, ebenso wenig. So einfach ist das in meinen Augen.
Ich bezweifele grundsätzlich, dass das vermeintliche "Opfer", den offensichtlich kranken Partner als den Menschen liebt, der er ist, sondern glaube, dass es ihn unwissentlich missbraucht, um sich nicht selbst auf die Reihe kriegen zu müssen.
Eine Beziehung, in der Gewalt welcher Art auch immer herrscht, hat meiner Ansicht nach nur solange Bestand, so lange beide Partner "krank" sind.
Ich toleriere, wenn Menschen so leben möchten, bzw. müssen, sofern keine Dritten geschädigt werden. Jeder ist frei unfrei zu sein. Ich würde Betroffenen nur zum Versuch raten, sich selbst auf den Grund zu gehen.

(17) 28.04.18 - 16:37

Ich bin der Meinung, dass egal, was zu einem Gewaltausbruch geführt hat, der „Täter“ die Pflicht hat seinem geliebten Partner gegenüber etwas gegen diese Ausbrüche zu tun und wenn ihm das nicht möglich ist sich zu trennen um den anderen zu schützen.

Wenn man jemanden liebt, möchte man dass es demjenigen gutgeht. Und das ist wichtiger als an einer unseligen Beziehung festzuhalten, die dem anderen schadet.

Also „Opfer“ in einer solchen Beziehung sehe ich aber auch die Verantwortung für ach selber zu sorgen, das würde bedeuten, sich aus dieser Beziehung zu nehmen, bis der andere seine Probleme bewältigt hat. Auch das gehört zur Liebe.

Hallo

<<< Dennoch wird es von den Meisten verurteilt, wenn der gepeinigte Partner noch um die Partnerschaft kämpft. Wenn der Partner den inneren Konflikt des gewaltausübenden Partners sieht und versucht mit ihm eine Ausweg zu finden. <<

Wie soll in einem Forum beurteilt werden, ob der gepeinigte Partner nicht einfach selbst ungute Beziehungsmuster in der Herkunftsfamilie erlebt hat und deshalb am peinigenden Partner festhält? Liebe mit Abhängigkeit verwechselt ?
Sind Kinder betroffenen, hilft nur konsequentes Handeln.Fehlende Selbstkontrolle kann einfach nicht akzeptiert werden.Finde ich jedenfalls.
Für mich gibt es sicherlich mehrere psychische Störungen und Krankheiten, die ich weder mir, noch meinen Kindern zu muten würde/zugemutet habe.
Ich werde nicht ins Detail gehen.Die Trennung von meinem Ex-Mann war die richtige Entscheidung und absolut notwendig.
Nicht nur Fachleute sahen das so, sondern auch meine erwachsenen Kinder sind heute heilfroh, dass ich diesen Schritt gegangen bin.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Wer möchte kann auch gerne sein Helfersyndrom ausleben und den Partner therapieren und aushalten.Hoffentlich kinderlos.

L.G.

Also was wenig akzeptiert wird ist zum Beispiel Autismus. Dummerweise ist das eine Behinderung die man eben nicht sieht oder nur schlecht.
Mein Sohn hat sie und ist auf den ersten Blick relativ unauffällig. Dann fragen die Leute schon mal nach und urteilen dann wie wenn sie alles wüßten das sowas doch auch andere Kinder machen würden. Tja dann sollen sie mich auch nicht fragen wenn sie keine Ahnung haben.
Würde er im Rollstuhl sitzen würde das jeder akzeptieren.

Ela

(20) 28.04.18 - 21:35

Ich denke, das ist eine sehr persönliche Sache. Ich kann keine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit akzeptieren, diese Abneigung und der Ekel stammt aber aus meiner Kindheit. Solche Leute verachte ich zutiefst und eine lebenslange Beziehung auf Augenhöhe hat normalerweise keine Chance.

(21) 30.04.18 - 06:18

Ich bin so eine Partnerin mit einer Regulationsstörung gepaart mit Aggressivität und Autoaggressivität.
Ich raste aus, wenn mein Partner sich über mich lustig macht, mich übergeht oder Dinge vergisst, die mir sehr wichtig sind.
Ich habe auch körperliche Krankheiten, die mich belasten. Einige davon hatte ich schon als Kind und so wurde ich oft gehänselt.
Natürlich lebe ich trotzdem weitgehend normal mit meinen ganzen Wehwehchen... Hautkrankheit, Essstörung, Hörschwäche, Rückenschmerzen. Das Verständnis meines Partners dafür hält sich stark in Grenzen. So lebte er 9 Jahre mit mir und meiner ES zusammen, er wusste von Anfang an davon und tat stets so als wäre nichts. Irgendwann kam mir der Gedanke wie egal ich ihm eigentlich sein muss und ob er bei seinen Kindern auch so wegschauen würde.
Es ist total anstrengend ihm meine Welt zu erklären. Ich brauche einfach nur einen wertschätzenden Umgang. Meine Eltern haben mich früher oft weinen lassen und ich vermute als Säugling vielleicht auch.
Mein Mann gibt mir oft keine Antwort und das bringt mich auch zum Ausrasten. Und dann sagt er: Siehst du wie du tickst?
Und dann frage ich mich welches Spiel er mit mir treibt und wer der Kränkere von uns beiden ist.
Niemand wird von selbst „SO“....

Wenn jemand Leib und Leben bedroht, ist mir die eventuell zugrunde liegende psychische Erkrankung egal. Genauso wie mir bei einem Drogensüchtigen oder einem Alkoholiger irgendwie egal ist, dass der arme Mensch ja nichts für seine Verhaltensweisen kann.

Zumal selten nur die mündigen Partner betroffen sind, sondern häufig auch Kinder, die die Wahl der eigenen Eltern immer mittragen müssen.

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